Werteorientierte Unternehmensführung als Weg aus der Krise
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Nina Wielander
- Abgabedatum: Mai 2010
- Umfang: 67 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: MCI - Management Center Innsbruck GmbH Österreich
- Bibliografie: ca. 70
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4855-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wielander, Nina Mai 2010: Werteorientierte Unternehmensführung als Weg aus der Krise, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Werteorientierung, Unternehmensführung, Krisenmanagement, Personalführung, Management
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Bachelorarbeit von Nina Wielander
Einleitung:
‘Over the past few months, the global economy has faced stresses and strains not seen since the Great Depression more than 70 years ago. A crisis in confidence has emerged (…) and the outlook for many companies is bleak’.
Aber aus einer Krise entstehen auch Chancen: ‘So enterprises have the possibility to start to lay a strong foundation for creating people advantage in the future’.
Um der aktuellen Weltwirtschaftskrise entgegenzusteuern und für künftige Krisen gerüstet zu sein, ist es nötig, das Verhältnis zwischen Unternehmenswert und bestimmten Unternehmenswerten im Sinne einer ‘wertebalancierten’. Unternehmensführung neu zu bestimmen. Der Mensch wird als der ausschlaggebende ‘Erfolgsfaktor’ für die Stärkung der Wettbewerbskraft und der Wettbewerbsvorteile wiederentdeckt.
Problemstellung:
Krisen jeglicher Art und verschiedenen Ausmaßes betreffen Unternehmen immer wieder. Deshalb ist es nötig, ein Unternehmen so zu führen, dass es möglichst ‘krisensicher’ ist, das heißt, im Fall einer eingetretenen Krise so gut als möglich zu reagieren und langfristig Strukturen aufzubauen, um Krisen vorzubeugen: ‘So executives need a way of operating that’s suited to the most uncertain business environment (…) they need to make their organizations more resilient’.
Allerdings sind Krisen aufgrund der Vielzahl an beteiligten Faktoren und der ihnen eigenen Unberechenbarkeit nur schwer kalkulier- und damit vorhersehbar, dazu Bryan und Farrell: ‘…enormous uncertainty will remain, particularly about how governments will behave and the global real economy and financial system will interact.’.
Deshalb sind auch (im Besonderen kurzfristig erstellte) Konzepte und Strategien, die der Krisenbewältigung bzw. – prävention innerhalb eines Unternehmens dienen, nur bedingt wirksam und der ‘Bedrohung’ durch diverse Krisenfaktoren ausgesetzt. Langfristige Maßnahmen wie die werteorientierte Unternehmensführung, bei der es u.a. um die Schaffung stabiler Werte und Unternehmensgrundsätze geht, können dazu dienen, einer Unternehmung der in einer Krisenzeit besonders benötigte Stabilität zu geben.
In Zeiten der Krisen gibt es aber auch die Möglichkeit, Unternehmen neu zu strukturieren und die strategische Marschrichtung zu verändern. So beinhaltet z.B. eine ökonomische Krise sowohl das Moment des wirtschaftlichen Niedergangs wie auch eine Chance zur Weiterentwicklung und Neuausrichtung. In diesem Sinn weisen Krisen auch auf die Notwendigkeit einer Neubeurteilung von Prioritäten und Zielsetzungen hin. Eben diese Neuausrichtung kann durch eine werteorientierte Führungs- und Denkweise erfolgen, um gegen zukünftige Krisen besser gewappnet zu sein als bei vergangenen bzw. aufkommende im Ansatz zu bekämpfen und so nicht zu einer Unternehmensgefährdung werden zu lassen.
Gang der Untersuchung:
In dieser Bachelorarbeit untersucht die Autorin, inwieweit das Konzept der werteorientierten Unternehmensführung dazu geeignet ist, bereits bestehende, personell verursachte Krisen zu überstehen bzw. Unternehmen für zukünftige Krisen besser zu rüsten. Ziel der Arbeit ist es, eine Handlungsanweisung zu erstellen, in dem im Sinne der werteorientierten Unternehmensführung Maßnahmen zur Prävention und Bewältigung von Krisen definiert werden. Dabei wird besonders auf die von personellen Faktoren ausgelösten bzw. begünstigten Krisen eingegangen.
Die Forschungsfrage lautet:
Inwieweit ist die werteorientierte Unternehmensführung ein Weg, um personell verursachten Krisen zu trotzen?
Daraus ergeben sich folgende Hypothesen:
Hypothese 1: Indem Mitarbeiter werteorientiert geführt werden, werden bessere Voraussetzungen in Unternehmen geschaffen, um personell verursachte Krisen zu bewältigen.
Hypothese 2: Das Konzept des Mitarbeiters als ‘Mitgestalter’ im Sinne der werteorientierten Unternehmensführung ist hilfreich, um personell verursachte Krisen zu überstehen.
Nach der Einleitung, in der eine kurze Übersicht über die Ausgangslage, die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Arbeit gegeben und die forschungsleitende Frage sowie die Hypothesen erläutert werden, setzt die Autorin mit den essentiellen Begriffsdefinitionen fort.
Im zweiten Teil der Arbeit wird der Begriff der Krise sowie der des Krisenmanagements definiert, eine Abgrenzung zu verwandten Begriffen getroffen und Ursachen einer Krise unter besonderer Berücksichtigung der personell bedingten Faktoren kritisch beleuchtet.
Im dritten Teil wird der Begriff der Werte sowie der werteorientierten Unternehmensführung sowie verschiedene Modelle erläutert und die Ziele der wertorientierte Unternehmensführung angeführt.
Im vierten Teil werden die Begriffe des Krisenmanagements und der werteorientierten Unternehmensführung zusammengeführt und dessen Auswirkungen auf die Krisenbewältigung diskutiert.
Nachdem die Hypothesen verifiziert bzw. falsifiziert werden, führt die Autorin Handlungsanweisungen an, die Maßnahmen beinhalten, um zukünftigen Unternehmenskrisen erfolgreich zu trotzen bzw. schon im Entstehen entgegenzuwirken.
Die Schlussbetrachtung beinhaltet ein Fazit, die kritische Reflexion der vorangegangenen Inhalte, weiter einen Ausblick sowie die Erörterung weiteren Forschungsbedarfs.
| Inhaltsverzeichnis: | ||
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Forschungsfrage und Hypothesen | 3 |
| 1.4 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Krisenmanagement | 4 |
| 2.1 | Definitionen | 4 |
| 2.1.1 | Krise | 4 |
| 2.1.2 | Krisenmanagement | 8 |
| 2.2 | Abgrenzung zu verwandten Begriffen | 11 |
| 2.2.1 | Katastrophe | 11 |
| 2.2.2 | Konflikt | 11 |
| 2.2.3 | Störung | 11 |
| 2.3 | Formen von Krisen | 12 |
| 2.3.1 | zeitliche Nähe bzw. Ferne | 12 |
| 2.3.1.1 | potenzielle Krise | 12 |
| 2.3.1.2 | latente Krise | 12 |
| 2.3.1.3 | akute, behebbare Krise | 13 |
| 2.3.1.4 | akute, nicht behebbare Krise | 13 |
| 2.3.2 | Bedrohung der Unternehmensziele | 14 |
| 2.3.2.1 | Strategische Krise | 14 |
| 2.3.2.2 | Operative Krise | 14 |
| 2.4 | Ursachen einer Krise | 15 |
| 2.4.1 | Personelle Ursachen | 15 |
| 2.4.1.1 | Motivationskrise | 15 |
| 2.4.1.2 | Sinnkrise | 15 |
| 2.4.1.3 | Strukturkrise | 15 |
| 2.4.1.4 | Führungskrise | 16 |
| 2.4.1.5 | Vertrauenskrise | 16 |
| 2.4.1.6 | Marktkrise | 16 |
| 2.4.2 | Endogene bzw. exogene Ursachen | 17 |
| 2.4.2.1 | Endogene Krisenursachen | 17 |
| 2.4.2.2 | Exogene Krisenursachen | 17 |
| 3. | Werteorientierte Unternehmensführung | 19 |
| 3.1 | Definitionen | 19 |
| 3.1.1 | Werte | 19 |
| 3.1.2 | Werteorientierte Unternehmensführung: | 22 |
| 3.1.3 | Ziele | 24 |
| 3.2 | Modelle | 25 |
| 3.2.1 | Das ganzheitliche Leadership - Modell von Pircher – Friedrich | 25 |
| 3.2.1.1 | Voraussetzungen | 25 |
| 3.2.1.2 | Das 7 – Schritte – Modell des ganzheitlichen Leadership – Konzepts | 26 |
| 3.2.2 | Das General Management Modell von Malik | 29 |
| 3.2.3 | Das WerteManagementSystem des Zentrums für Wirtschaftsethik | 32 |
| 4. | Werteorientierte Unternehmensführung als Weg aus der Krise | 37 |
| 4.1 | Auswirkung auf Krisenbewältigung | 37 |
| 4.1.1 | Motivation | 38 |
| 4.1.1.1 | mangelnde Integration der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse | 38 |
| 4.1.1.2 | fehlende oder falsche Anreizsysteme | 38 |
| 4.1.1.3 | Verbürokratisierung, mangelnde Flexibilität | 39 |
| 4.1.1.4 | schlechte Kommunikationsstruktur | 40 |
| 4.1.2 | Sinn | 41 |
| 4.1.2.1 | fehlende Mission, Vision, Leitbild | 41 |
| 4.1.2.2 | unklare oder fehlende Zielformulierungen | 42 |
| 4.1.3 | Führung | 42 |
| 4.1.3.1 | fehlendes Aus- und Weiterbildungskonzept | 42 |
| 4.1.3.2 | keine Potentialanalyse auf Mitarbeiterebene | 43 |
| 4.1.3.3 | fehlende Persönlichkeit bzw. Ausstrahlung des Unternehmers | 43 |
| 4.1.4 | Vertrauen | 44 |
| 4.1.4.1 | mangelnde Kommunikationspolitik mit Stakeholdern | 44 |
| 4.1.4.2 | zu starke Einflussnahme der Politik | 45 |
| 4.1.4.3 | Problemlösungskompetenz der Stakeholder wird als gering eingestuft | 45 |
| 4.2 | Das Konzept des Mitarbeiters als Mitgestalter | 46 |
| 4.2.1 | Abgrenzung zum Intrapreneur | 47 |
| 4.2.2 | Eigenschaften eines Mitgestalters | 47 |
| 4.2.3 | Definition | 48 |
| 4.2.4 | Rahmenbedingungen im Unternehmen | 48 |
| 4.2.5 | Das Konzept des Mitgestalters als Krisenbewältigungsinstrument | 49 |
| 4.3 | Beantwortung der Hypothesen | 50 |
| 4.3.1 | Hypothese 1: | 50 |
| 4.3.2 | Hypothese 2: | 51 |
| 4.4 | Handlungsanweisung | 51 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 54 |
| 5.1 | Fazit bzw. Zusammenfassung | 54 |
| 5.2 | Kritische Reflexion | 55 |
| 5.3 | Ausblick bzw. weiterer Forschungsbedarf | 57 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 58 |
| Abb. 1: Voraussetzungen für ein ganzheitliches Leadership | 26 | |
| Abb. 2: Das 7- Schritte – Modell des ganzheitlichen Leadership – Konzepts | 27 | |
| Abb. 3: Das General Management Modell | 29 | |
| Abb. 4: Bausteine des WerteManagementSystems | 32 | |
| Abb. 5: Krisenauslösungsfaktoren | 37 |
Textprobe:
Kapitel 2.3, Formen von Krisen:
Krisen treten in mannigfaltigen Formen auf. Zur besseren Überschaubarkeit versucht die Autorin im Folgenden, eine Untergliederung zu treffen.
Kapitel 2.3.1, zeitliche Nähe bzw. Ferne:
Kapitel 2.3.1.1, Potenzielle Krise:
Die potentielle Krise markiert den Entstehungszeitraum von Unternehmungskrisen. Unter dem Merkmal der Steuerbarkeit kommt dieser Phase besondere Bedeutung zu. Hier kann durch gedankliche Vorwegnahme möglicher Unternehmungskrisen und eine darauf aufbauende Ableitung von Strategien und/oder Maßnahmen für den Fall ihres Eintritts ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Krisenbewältigungsanforderungen in zeitlicher und sachlicher Hinsicht geleistet werden. Schwierigkeiten bereitet jedoch die Identifikation unternehmungsindividuell relevanter, potenzieller Unternehmungskrisen.
Kapitel 2.3.1.2, Latente Krise:
Diese Phase des Krisenprozesses ist geprägt durch die bereits vorhandene oder mit hoher Wahrscheinlichkeit bald eintretende Unternehmungskrise, die in ihren Wirkungen für die betroffene Unternehmung mit dem ihr zur Verfügung stehenden, herkömmlichen Instrumentarium noch nicht wahrnehmbar ist. Bei Anwendung geeigneter Methoden der Früherkennung erlaubt diese Phase jedoch eine aktive Beeinflussung latent vorhandener Krisenprozesse durch präventive Strategien bzw. Maßnahmen. Solche Aktionen werden begünstigt durch eine in dieser Phase noch in relativ großem Umfang bestehende Bandbreite von Handlungsmöglichkeiten und das Nichtvorhandensein akuter Entscheidungs- und Handlungszwänge.
Kapitel 2.3.1.3, Akute, behebbare Krise:
Das Krisenbewältigungspotenzial bindet in dieser Phase immer mehr Kräfte der Unternehmung und schöpft alle für die Krisenbewältigung mobilisierbaren Reserven aus. Die Kumulation der zur Krisenbewältigung herangezogenen Potenziale bzw. Aktionen kann in einer solchen Situation Signalwirkungen haben, wodurch die Intensität der gegen die Unternehmung gerichteten Wirkungen zusätzlich verstärkt und der Krisenprozess weiter beschleunigt wird. Dennoch ist in dieser Phase eine Bewältigung (Beherrschung) der akuten Unternehmungskrise noch möglich, da das zur Verfügung stehende Krisenbewältigungspotenzial ausreichend für die Bekämpfung der eingetretenen Krise ist.
Kapitel 2.3.1.4, Akute, nicht behebbare Krise:
Gelingt es nicht, die akute Unternehmungskrise zu beherrschen, tritt der Krisenprozess in seine letzte Phase. In dieser übersteigen die Krisenbewältigungsanforderungen das verfügbare Krisenbewältigungspotenzial. Die Steuerung des Krisenprozesses mit dem Ziel seiner Beherrschung wird wegen des fortlaufenden Wegfalls von Handlungsmöglichkeiten, des extremen Zeitdrucks und der zunehmenden Intensität der zerstörerischen Wirkungen unmöglich. An die Stelle der Steuerung des Krisenprozesses tritt der Versuch seiner Beeinflussung, womit die spezifisch destruktiven Wirkungen gemildert werden.
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Wielander, Nina Mai 2010: Werteorientierte Unternehmensführung als Weg aus der Krise, Hamburg: Diplomica Verlag
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Werteorientierung, Unternehmensführung, Krisenmanagement, Personalführung, Management




