Erfahrungen mit dem Internet als modernes Recherchewerkzeug der Literaturübersetzung am Beispiel von Il libraio di Selinunte von Roberto Vecchioni
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Lissa Sum
- Abgabedatum: Juli 2009
- Umfang: 33 Seiten
- Dateigröße: 1.003,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
- Bibliografie: ca. 14
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3565-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sum, Lissa Juli 2009: Erfahrungen mit dem Internet als modernes Recherchewerkzeug der Literaturübersetzung am Beispiel von Il libraio di Selinunte von Roberto Vecchioni, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Onlinerecherche, Hilfsmittelkunde, Übersetzungswissenschaft, Recherchewerkzeug, Literaturübersetzung
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Bachelorarbeit von Lissa Sum
Einleitung:
Das Internet und seine Errungenschaften sind aus unserem Alltag und Arbeitsleben kaum mehr wegzudenken. Das 1989 von Tim Berners-Lee als Austauschplattform und Sammelstelle für Wissen erfundene World Wide Web (WWW) ist seit seiner Entstehung zu einer unvorstellbar mächtigen Datenbank angewachsen, die jeden Tag an Größe hinzugewinnt. Besonders charakteristisch ist, dass diese Datenbank von jeder Person, der ein Internetanschluss zur Verfügung steht, größtenteils kostenlos nutzbar ist.
Das Wissen aus dem ‘Netz’ ist dennoch mit Vorsicht zu genießen: hier sind zwar jedem Unmengen von Informationen frei zugänglich, doch kann auch jede Person problemlos ihr Wissen, ihre Meinung oder ihre Ideologie veröffentlichen. Bis auf die so genannte ‘Netiquette’, eine Sammlung von unverbindlichen Benimmregeln für den Umgang miteinander im Internet, gibt es bisher weder Qualitätsstandards für die Inhalte von Webseiten noch Konventionen für Online-Veröffentlichungen, d.h. dass erstens alleine der Verfasser eines Textes die Verantwortung dafür trägt und dass es zweitens große Unterschiede bei den im Netz angebotenen Inhalten und Informationen gibt. Deshalb ist es gerade bei der Arbeit mit dem Internet sehr wichtig darauf zu achten, von wem die Informationen stammen, die weiter Verwendung finden sollen. Dies erfordert die Kenntnis verlässlicher und glaubwürdiger Webseiten.
Diese Arbeit ist ein Rekonstruktionsversuch der einzelnen Recherchearbeitsschritte im Internet, die während der Übersetzung des italienischen Buches Il libraio di Selinunte von Roberto Vecchioni in die deutsche Sprache durchgeführt wurden. Diese Rekonstruktion lässt nur eine beispielhafte und gekürzte Darstellung der Recherchevorgänge zu. Um die einzelnen Schritte später besser nachvollziehen zu können, wurden im Zuge dieser Arbeit einige exemplarische Suchvorgänge mit einem so genannten Screen-Recording-Programm aufgezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Software, die im Hintergrund arbeitet und die Abläufe in einem ausgewählten Ausschnitt des Bildschirms ‘mitschneidet’, d.h. ein Video aufnimmt, das später zur Auswertung mit einem digitalen Videoplayer abgespielt werden kann. Im Falle dieser Arbeit wurde dazu eine kostenlose Testversion der Software SnagIt benutzt. Als weiteres Hilfsmittel muss an dieser Stelle Evernote genannt werden. Hierbei handelt es sich um ein Freeware-Programm, das per einmaligem Mausklick ganze Webseiten, markierte Textstellen, Grafiken, Fotografien etc. mit den dazugehörigen notwendigen Daten - wie Webseite und Datum - auf dem Computer speichert und dort jederzeit zum Abruf bereit stellt.
Da das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf den Erfahrungen liegt, die während des Übersetzungsprozesses mit der Internetrecherche gemacht worden sind, ist sie als deskriptiv zu betrachten. Bezüge zu Sekundärliteratur sind aus diesem Grund selten. Dem ist außerdem hinzuzufügen, das im Zuge der Recherchen zu dieser Arbeit festgestellt wurde, dass die vorhandene Literatur in Buchform zum Thema Internet und Online-Recherchen weitgehend veraltet ist, selbst wenn es sich dabei um Werke handelt, die erst vor wenigen Jahren veröffentlicht wurden. Dies liegt daran, dass das Internet in einem derart rasanten Tempo wächst und sich wandelt, dass Printmedien kaum eine Chance haben, mit dieser Entwicklung in Form aktueller Bücher Schritt zu halten.
Ein wichtiger und erwähnenswerter Fortschritt ist hierbei die Ausarbeitung des so genannten Semantischen Webs, dessen Ziel es ist, die Bedeutung von Informationen für den Computer lesbar und somit verwertbar zu machen. Auf diese Weise sollen Computer in die Lage versetzt werden, eines Tages aus der Sammlung des weltweiten Informationsflusses eigenes Wissen zu generieren. Auch die Weiterentwicklung des Web 2.0 - oder wie Microsoft es benennt- der ‘Live-Software’ ist hochinteressant, denn sie ‘ist nicht statisch, sondern kann in Echtzeit reagieren; sie lernt von ihren Nutzern und wird umso besser, je mehr Menschen mit ihr arbeiten. Das ist für mich eines der Kernelemente des Web 2.0: Wir schöpfen aus der kollektiven Intelligenz der Masse. Oft geht es dabei um Datenbanken, die durch Nutzerbeteiligung wachsen und gedeihen’.
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia, über die in dieser Arbeit noch gesprochen werden soll, ist eines der bekanntesten Beispiele dieser Entwicklung.
Die Arbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Kapitel zwei beschäftigt sich mit dem Gebrauch und der Nützlichkeit des Internets für den Übersetzer. Kapitel drei ist der Wissensgenerierung mittels geokodierten Dateien - dem Suchvorgang anhand von Geotagging - gewidmet. In Kapitel vier werden weitere Hilfsmittel wie Online-Enzyklopädien, Wörterbücher oder Foren anhand einiger Beispiele der Recherchearbeit vorgestellt. Dabei werden der Stellenwert und die Verdienste der Enzyklopädie Wikipedia herausgestellt. Zum Schluss wird hervorgehoben, wie wichtig die Vermittlung vertrauenswürdiger Online-Hilfsmittel in der Lehre ist, um den Studenten hilfreiche Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen die Übersetzungsarbeit erleichtern. Eine Sammlung nützlicher Links für Übersetzer vervollständigt die Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Das Internet als Recherchewerkzeug für den Übersetzer | 6 |
| 3. | Die Suche anhand von Geotagging - ein Recherchebeispiel | 10 |
| 3.1 | Selinunte | 11 |
| 3.2 | La Fontana della Ninfa | 12 |
| 3.3 | L'Acropoli ed il Tempio di Era | 14 |
| 4. | Weitere Beispiele der Online-Recherche | 18 |
| 4.1 | Suchmaschinen | 18 |
| 4.2 | Wörterbücher | 20 |
| 4.3 | Online-Enzyklopädien | 21 |
| 4.4 | Webforen | 23 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 26 |
| 6. | Linksammlung | 27 |
| 7. | Literatur- und Quellenverzeichnis | 30 |
| 7.1 | Literatur | 30 |
| 7.2 | Internetquellen | 31 |
| 7.3 | Weiterführende Literatur | 32 |
| I | Der Autor Roberto Vecchioni | 33 |
| II | Das Lied Il libraio di Selinunte | 34 |
Textprobe:
Kapitel 4.2, Wörterbücher:
Eines der wertvollsten Recherchewerkzeuge für den Übersetzer im Internet sind die Wörterbücher. Durch ihre einfache Handhabung können sie einen Übersetzungsprozess deutlich beschleunigen, da sie das zeitaufwändige Blättern in einem gedruckten Wörterbuch größtenteils ersetzen. In diesem Kapitel sollen nur drei Wörterbücher näher besprochen werden: das italienische Online-Wörterbuch von Garzanti Linguistica, das deutsche Wörterbuch DWDS und das patentierte, private Online-Lexikon woxikon.
Neben den Online-Versionen der renommierten italienischen Wörterbücher De Mauro und Il Sabatini Coletti, das auf der Seite der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera zu finden ist, wurde größtenteils mit dem Online-Wörterbuch Garzanti Linguistica gearbeitet. Dieses bietet dem Nutzer nach der kostenlosen Registrierung neben einem ausführlichen Wörterbuch nicht nur Konjugationstabellen für alle Verben, sondern auch ein Synonym- und Antonym-Wörterbuch und eine Seite, die linguistischen Zweifelsfällen gewidmet ist. Ein Nachteil dieses Wörterbuches ist es jedoch, dass die in den Definitionen der einzelnen Lemmata zu findenden Wörter nicht weiter verlinkt sind, d.h. der Nutzer kann nicht auf ein Wort doppelklicken, um den entsprechenden Wörterbucheintrag lesen zu können, sondern muss das Wort entweder per Kopieren und Einfügen oder per Hand in das Suchfeld eingeben.
In Deutschland hingegen gibt es nur wenige frei zugängliche Online-Wörterbücher anerkannter Verlage. Zwar können auf der Webseite wissen.de das Bertelsmann-Wörterbuch und ein Rechtschreibungswörterbuch von Wahrig konsultiert werden, doch die Ergebnisse sind sehr knapp gehalten und bieten keinerlei Informationen zu Kollokationen oder Anwendung. Dem treten zwei kostenlose deutschsprachige Online-Wörterbücher entgegen: Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts (DWDS) der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und das Wortschatz-Portal der Universität Leipzig. Das DWDS ist ein ausführliches Wörterbuch mit vielen Textbeispielen und Kookkurrenzinformationen, das außerdem dem Nutzer nach Anmeldung Zugang zu umfangreichen Textcorpora ermöglicht. Momentan enthält der DWDS-Kernkorpus ca. 80.000 Dokumente, die 100 Millionen Textwörter (Stand Juli 2009) umfassen. In der Übersetzungsarbeit empfiehlt sich dieses Wörterbuch zur Verifizierung bestimmter Begriffe wie auch zur Überprüfung von Kollokationen. Bei Unsicherheiten bezüglich Stil und Verwendung können außerdem zahlreiche Textbeispiele direkt aus dem Corpus konsultiert werden. Das Wortschatz-Portal hingegen legt seinen Schwerpunkt auf die Kookkurrenzen und Nachbarn des jeweiligen Begriffes, doch auch zur Synonymfindung lässt es sich sehr gut heranziehen.
Ein weiteres Online-Synonymwörterbuch ist bei woxikon zu finden. Dabei handelt es sich jedoch um ein Wörterbuch, das von Internetnutzern für Internetnutzer zusammengestellt und erweitert wird, und dessen Betreiber ausdrücklich keinerlei Gewähr für die Aktualität und Qualität der bereitgestellten Informationen leisten. Das woxikon funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie die Wikipedia. Es ist eine empfehlenswerte erste Anlaufstelle für Übersetzer, da es einen hilfreichen Überblick über die verschiedenen Synonyme verschafft. Im Zweifelsfall sollte jedoch zur Verifizierung des Begriffs eine zweite Quelle, wie beispielsweise das Wortschatz-Portal, hinzugezogen werden.
Im Italienischen bieten sich als Synonymwörterbücher die entsprechenden Seiten von De Mauro und Garzanti Linguistica an.
An zweisprachigen Wörterbüchern der Sprachrichtungen deutsch-italienisch und italienisch-deutsch ist die Online-Ausgabe des Il Sansoni Tedesco zu empfehlen, das ebenfalls auf der Seite des Corriere della Sera zu finden ist. Außerdem ist das Italienisch-Portal it.LingoStudy.de erwähnenswert, das sich ebenfalls auf die rege Mitarbeit seiner Benutzer stützt. Neben dem Wörterbuch bietet es zahlreiche Informationen und Angebote rund um das Thema Italien. Einige davon erfordern eine Registrierung.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836635653
Arbeit zitieren:
Sum, Lissa Juli 2009: Erfahrungen mit dem Internet als modernes Recherchewerkzeug der Literaturübersetzung am Beispiel von Il libraio di Selinunte von Roberto Vecchioni, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Onlinerecherche, Hilfsmittelkunde, Übersetzungswissenschaft, Recherchewerkzeug, Literaturübersetzung




