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Optionsstrategien der Porsche AG in Bezug auf die Volkswagen AG

Eine Fallstudie

Optionsstrategien der Porsche AG in Bezug auf die Volkswagen AG
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Denis Carl
  • Abgabedatum: Februar 2009
  • Umfang: 37 Seiten
  • Dateigröße: 310,7 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 103
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3431-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Carl, Denis Februar 2009: Optionsstrategien der Porsche AG in Bezug auf die Volkswagen AG, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Porsche, Volkswagen, Übernahme, Optionsstrategie, Cash Settled Option

Bachelorarbeit von Denis Carl

Einleitung:

Die Fallstudie befasst sich mit den Optionsstrategien der Porsche AG in Bezug auf die Volkswagen AG. Die in der Fallstudie ermittelten Optionsstrategien bilden mögliche Strategien ab, da zur eindeutigen Bestimmbarkeit nicht alle wesentlichen Informationen zur Vertragsgestaltung und Vertragspartnern ermittelbar sind.

Das beruht auf der Tatsache, dass Porsche aus strategischen Überlegungen diese Art von Informationen nicht an die Öffentlichkeit übermitteln wird, um seine eigenen Interessen und deren Durchsetzung nicht gefährden wird.

Ausgehend von gesetzlichen Rahmenbedingungen wie dem Wertpapierhandelsgesetz oder dem Wertpapierübernahmegesetz in Bezug auf Aktien- und Optionsgeschäfte, die die Übernahmetätigkeiten Porsches bei Volkswagen forcieren, sind Informationen abrufbar, die auf Optionsstrategien schließen lassen. Unter Hinzunahme von Pressemitteilungen seitens Porsche, Aktiencharts und Markterwartungen der Volkswagen-Stammaktien können weitere Eingrenzungen vorgenommen werden, die ein relativ genaues Abbild der verwendeten Optionsstrategien der Porsche AG liefern.

Die Herangehensweise an die Fallstudie staffelt sich zum einen in der Informationsbeschaffung. Hierbei wird u. a. auf Pressemitteilungen seitens Porsche, Meldepflichten zu Beteiligungen laut Gesetz sowie auf Geschäfts- sowie Jahresberichte Bezug genommen. Die ermittelten Informationen, in der Fallstudie als Grundlagen und Parameter bezeichnet, werden zusammengeführt und mit den Charakteristika von Optionen abgeglichen, um diejenigen Optionsstrategien zu ermitteln, die den Zielvorgaben Porsches in Bezug auf die Volkswagen AG entsprechen.

Aufgrund der Tatsache, dass Informationen nur in begrenztem Umfang abrufbar bzw. ermittelbar sind, können spezifische Parameter zu den Optionspreisen und deren Berechnung aufgrund dieser Informationsasymmetrie nicht ermittelt werden. Beispielrechnungen unterliegen ebenfalls dieser Einschränkung. Sie besitzen allenfalls einen spekulativen Informationsgehalt. Sie dienen deshalb in dieser Fallstudie nur vereinzelt zum groben Abriss von möglichen Gewinn- und Verlustprofilen.

Abschließend wird die Übernahme durch die s. g. Cash-Settled-Options erläutert und mit Blick auf das WpHG auf mögliche Informationsasymmetrien zu Gunsten Porsches untersucht.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Grundlagen 1
2.1 Optionen 2
2.2 Optionsstrategien 7
3 Fallstudie 8
3.1 Die Hintergründe zum Engagement der Porsche AG 9
3.2 Modellierung von Optionsstrategien 11
3.2.1 Parameter 12
3.2.2 Mögliche Optionsstrategien der Porsche AG 15
3.2.2.1 Long-Call 15
3.2.2.2 Protective-Put 17
3.2.2.3 Long-Straddle 20
3.2.2.4 Long-Strangle 21
3.2.2.5 Bull-Call-Spread 22
3.2.2.6 Bull-Put-Spread 23
3.2.2.7 Call-Ratio-Backspread 24
4 Cash-Settled-Options: Die unbekannte Strategie 26
5 Meldepflicht nach WpHG als Gestaltungsmittel für Optionsstrategien 28
6 Zusammenfassung 30
Literaturverzeichnis 32

Textprobe:

Kapitel 3.2.1.1, Long-Call:

Am 25.09.2005 informierte Porsche die Öffentlichkeit darüber rund 20,0 Prozent der Volkswagen-Stammaktien erworben zu haben. Aus dieser Pressemitteilung wird deutlich, dass Porsche Aktien gekauft hat, jedoch nicht auf welche Art und Weise. Eine Möglichkeit wäre hierbei der direkte Kauf über die Börse und die zweite Möglichkeit über Optionen auf Aktien.

Die Konjunkturerwartung der deutschen Wirtschaft war laut dem Wochenbericht des DIW vom 09.06.2005 mäßig. Der erwartete kräftige Aufschwung blieb aus, stattdessen steckt die deutsche Wirtschaft in einer schwachen konjunkturellen Grundtendenz. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen setzt sich, bedingt durch günstige Finanzierungsbedingungen, fort.

Der Aktienkurs der Volkswagen-Stammaktie erholte sich seit Anfang des Jahres 2005 und stieg von ehemals rund 36,00 Euro je Stammaktie auf rund 45,00 Euro am 15.09.2005. Zwischenzeitlich sank sie jedoch auf unter 33,00 Euro.

Da nach dem Paragraph 21 Abs. 1 WpHG die Pflichtmeldung bei Aktienzukäufen über die Börse, welche die relevanten Schwellen überschreiten, nur vier Handelstage betragen darf, ist eine taggenaue Bestimmung des Aktienzukaufs nicht direkt ermittelbar, zumal der Emittent nach Paragraph 26 WpHG selbst drei Handelstage zur Veröffentlichung Zeit hat. Anzunehmen ist jedoch, dass bei einem Erwerb von rund 20,0 Prozent des Aktienbestandes, also ein Fünftel des gesamten Aktienbestands, der Aktienkurs stark anziehen müsste. Ausgehend vom Aktienchart der Volkswagen-Stammaktie, verhält es sich so, dass am 21.09.2005 die Volkswagen-Stammaktie bei 48,10 Euro dotiert und bis zum 26.09.2005 auf 51,55 Euro angestiegen ist und keinen starken Kursanstieg aufzeigt.

Kapitel 4, Cash-Settled-Options: Die unbekannte Strategie:

Am 26.10.2008 teilte Porsche erstmals mit Zugriff auf Volkswagen-Stammaktien mit so genannten Optionen mit Barausgleich (Cash-Settled-Options) i. H. v. 31,5 Prozent zu besitzen. Es stellt sich die Frage was genau diese Aussage offeriert? Zum einen spricht Porsche davon Zugriff auf 31,5 Prozent der Stammaktien zu haben, was darauf schließen lässt, dass Porsche eine Long-Position in Kaufoptionen bzw. eine Optionsstrategie, die dem ähnelt, erworben hat.

Diese Annahme lässt sich daraus ableiten, dass der Kurs der Volkswagen-Stammaktie seit dem Beginn des Engagements 2005 bis Ende 2008 stetig an Wert zugenommen hat und Porsche mit einzelnen Short-Call- bzw. Long-Put-Transaktionen nicht in der Lage ist, in einem zunehmend ausverkauften Aktienmarkt, mit zu erwartenden Aktienkurssteigerung, einen Zugriff auf 31,5 Prozent der Volkswagen-Stammaktien aufzubauen.

In Anbetracht der Tatsache, dass das Land Niedersachsen rund 20,19 Prozent (Stand: 06.02.09) und Porsche rund 42,6 Prozent (Stand: 26.10.08) der Stammaktien halten, verbleibt ein Restvolumen an Volkswagen-Stammaktien i. H. v. 37,21 Prozent, von dem die Optionen mit Barausgleich i. H. v. 31,5 Prozent noch nicht abgezogen worden sind.

Welche Vorteile kann Porsche aus diesen Optionen mit Barausgleich ziehen?

Zum einen bietet dieser Erwerb die Möglichkeit die Meldepflicht des… … Als am 26.10.2008 Porsche an einem Sonntag in einer Pressemitteilung verkündete nunmehr Zugriff auf rund 75,0 Prozent der Volkswagen-Stammaktien zu haben, wurde die Folge dieser asymmetrischen Informationsverteilung über den tatsächlichen Stammaktienbestand am Kassamarkt deutlich, denn am Folgetag dem 27.10.08 gewann der Volkswagen-Stammaktienkurs schnell an Wert und erreichte am 29.10.08 kurzfristig einen Wert von mehr als 1.000,00 Euro je Stammaktie. Dieses Datum markierte für viele private und spekulative Investoren, die auf fallende Aktienkurse setzten, einen rabenschwarzen Tag mit immensen Verlusten, sofern ihr Verfalltermin in die folgenden Wochen und Monate fiel.

Kapitel 5, Meldepflicht des WpHG als Gestaltungsmittel für Optionsstrategien:

Die Meldepflicht nach Paragraph 21 Abs. 1 WpHG verpflichtet dazu bei Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise erworbene Stimmrechte für einen Emittenten, für den die Bundesrepublik Deutschland Herkunftsstaat ist, bei Erreichen bestimmter Grenzen (3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 und 75,0 Prozent) innerhalb von vier Tagen den Emittenten und die BaFin darüber zu informieren, ob diese Grenze erreicht, unterschritten oder überschritten wird. Die Meldepflicht dient somit der Transparenz im Wertpapierhandel mit Stimmrechten. Einbezogen werden, seit der Reform des WpHG am 20.03.2007, durch den neu eingefügten Paragraph 25 WpHG, auch das Halten von Optionen auf Aktien eines Emittenten i. H. v. 5,0 Prozent, sofern der Erwerb allein vom Willen des Berechtigten abhängt. … Welchen Vorteil kann Porsche aus dieser Pflicht erzielen und gegebenenfalls als Gestaltungsmittel für Optionsstrategien nutzen?

Zunächst soll festgehalten werden, dass ausgehend von den in Kapitel 3.2.1 ermittelten Parametern die Absichten Porsches deutlich werden… Kapitel 6, Zusammenfassung:

… Die aus den Parametern aus Kapitel 3.2.1 abgeleiteten Optionsstrategien bieten Porsche die Möglichkeit, zusätzliche Stammaktien der Volkswagen AG zu zeichnen, ohne das bestehende Aktiendepot zu reduzieren und somit die benötigte 75,0 Prozent-Mehrheit zur Durchsetzung des Beherrschungsvertrags in der VW-Hauptversammlung zu erreichen. Da diese Optionsstrategien seit 2007 der Meldepflicht unterliegen, bedient sich Porsche im späteren Verlauf seines Engagements u. a. der Option mit Barausgleich, da diese den Vorteil hat unter bestimmten Voraussetzungen.

Das von Porsche demonstrierte Zusammenspiel von gesetzlicher Meldepflicht und eigener Pressemitteilungen in Verbindung von Optionen mit Barausgleich zeigt auf, dass das Optionsgeschäft mit Volkswagen-Stammaktien gezielt durch einen Marktteilnehmer spürbar beeinflusst worden ist.

Die in jüngster Zeit debattierte und zwingend erforderliche Neuregulierung der jeweiligen Gesetze, wie dem WpHG, mit entsprechenden Regelungen zu Optionen mit Barausgleich sollte gut durchdacht und nachhaltiger sein, um diese Art der Informationsasymmetrie am Kassamarkt und ihre Folgen zu entschärfen.

Arbeit zitieren:
Carl, Denis Februar 2009: Optionsstrategien der Porsche AG in Bezug auf die Volkswagen AG, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Porsche, Volkswagen, Übernahme, Optionsstrategie, Cash Settled Option

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