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Elektrische Muskelstimulation als Methode in der Rehabilitation und im Training

Elektrische Muskelstimulation als Methode in der Rehabilitation und im Training
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Sebastian Stumpf
  • Abgabedatum: Juli 2008
  • Umfang: 30 Seiten
  • Dateigröße: 851,2 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 60
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2898-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stumpf, Sebastian Juli 2008: Elektrische Muskelstimulation als Methode in der Rehabilitation und im Training, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Elektrische Muskelstimulation, Muskel, EMS, Training, Rehabilitation

Bachelorarbeit von Sebastian Stumpf

Einleitung:

Elektrische Muskelstimulation (EMS) ist vielen ein Begriff, jedoch wissen nur Wenige, was sich im Detail dahinter verbirgt. Manche kennen sie aus der Rehabilitation, andere vielleicht aus den Medien, die durch Anwendung eines muskelstimulierenden Bauchgurtes, den ersehnten Waschbrettbauch versprechen. Die EMS hat sich in der letzten Zeit rapide weiterentwickelt und ist auf manchen Gebieten, wie zum Beispiel in der Therapie schon kaum mehr wegzudenken. Anderenorts findet sie gerade erst Einzug, und es herrscht noch große Ungewissheit und Unsicherheit im Umgang mit dieser 'neuartigen' Methode.

Durch die folgende schriftliche Arbeit über die EMS soll Sportlern, Trainern und allen anderen Interessenten einen Einblick in die EMS gegeben werden. Wie funktioniert sie, was kann sie bewirken und wo liegen die Grenzen?

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 3
2. PHYSIKALISCHE GRUNDLAGEN 3
2.1 ATOME 3
2.2 LEITER 4
2.3 ELEKTRISCHE LEITFÄHIGKEIT EINZELNER GEWEBE 4
2.4 STROMPARAMETER 4
3. DIE NATÜRLICHE MUSKELKONTRAKTION 4
3.1 ERREGUNGSPHYSIOLOGIE 4
3.2 RUHEMEMBRANPOTENTIAL 5
3.3 AKTIONSPOTENTIAL 5
3.4 REKRUTIERUNG UND FREQUENZIERUNG 7
3.5 MUSKELFASERTYPEN 8
4. DIE KÜNSTLICHE MUSKELKONTRAKTION 8
4.1 ERREGUNGSPHYSIOLOGIE 8
4.2 FREQUENZIERUNG 9
4.3 NERV-MUSKEL-ZUSAMMENSPIEL 9
4.4 REKRUTIERUNG 10
5. FAZIT 11
6. ELEKTRISCHE MUSKELSTIMULATION IN DER REHABILITATION 12
7. ELEKTRISCHE MUSKELSTIMULATION IM LEISTUNGSSPORT 14
7.1 KRAFT 15
7.1.1 Maximalkraft 15
7.1.2 Kraftausdauer 17
7.1.3 Schnellkraft 17
7.2 SCHNELLIGKEIT 18
7.3 AUSDAUER 18
7.4 BEWEGLICHKEIT 19
7.5 KOORDINATION 20
7.6 SPORTARTSPEZIFISCHE ANPASSUNGEN 20
7.7 ERHOLUNG 21
8. ELEKTRISCHE MUSKELSTIMULATION IM FREIZEIT- UND BREITENSPORT 22
9. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 23
LITERATUR 24
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 27
ANHANG 27

Textprobe:

Kapitel 6, Elektrische Muskelstimulation in der Rehabilitation:

'Die Durchsicht der Literatur zeigt, dass der klinische Einsatz der Elektrostimulation als Behandlungsmethode relativ weit verbreitet ist und insbesondere bei der postoperativen Behandlung zur Anwendung kommt'.

So wird die Elektrische Muskelstimulation in der Orthopädie oft bei Immobilisationen (z.B. des Kniegelenks nach Operation am Kreuzband) angewandt, um auf diese Weise einer Atrophie vorzubeugen beziehungsweise den Muskelaufbau zu fördern. Dieser Effekt wurde durch zahlreiche Studien bestätigt und von Eriksson und Häggmark in Kombination mit Krafttraining, gegenüber dem Krafttraining alleine, sogar als effektiver eingestuft.

Ein zweites großes Gebiet, indem die Elektrostimulation häufig eingesetzt wird, ist der Bereich der Neurologie. Nach einem Schlaganfall können durch EMG getriggerte Neuromuskuläre Elektrostimulation (NMES) funktionelle Aspekte der motorischen Leistung und kortikale Erregbarkeit positiv beeinflusst werden. Dies funktioniert aufgrund der zerebralen Elastizität. Minimale elektrische Muskelaktivität wird durch aufgeklebte Elektroden wahrgenommen (EMG) und von einem Muskelstimulationsgerät verstärkt, sodass es zur Muskelkontraktion kommt. Das Gehirn erhält von den Muskelspindeln und dem Golgi-Sehnen-Apparat eine Rückmeldung und passt sich an. 'Therapieerfolge der EMG-ES sind eine Minderung der Spastik, sowie eine Zunahme der Willkürmotorik und damit eine Verbesserung der Fähigkeiten des täglichen Lebens (ADL)'.

Bei neurologischen Störungen die aufgrund von Verletzungen des Rückenmarks zustande kommen, stellt die NMES ebenso eine effektive Therapieform dar.

Liegt eine neurologische Störung vor, bei der überhaupt kein Signal mehr vom Zentralen Nervensystem zu den Extremitäten gelangt, so kann die Funktionelle Elektrostimulation (FES) viele Möglichkeiten bieten. Die Studie von Szecsi und Winkler beschreibt, wie mit Hilfe von FES zwanzig querschnittsgelähmte Personen und zwei Patienten mit Multipler Sklerose wieder die Fähigkeit erlangten, auf einem mobilen Dreirad oder einem stationären Ergometer, Rad zu fahren. Durch geordnete, in einer gewissen Reihenfolge ablaufende elektrische Stimulation der Oberschenkelstrecker, -beuger und der Gesäßmuskulatur kommt ein ‘runder Tritt’ zustande. Die Stimulationsstärke kann der Patient dabei selbst mit Hilfe eines am Lenker angebrachten Gashebels einstellen. Neben einem hohen Freizeitwert bringt dieses Verfahren weitere Vorteile wie Muskeltraining, Verbesserung der kardiopulmonalen Situation und Vermeiden von Sekundärkomplikationen mit sich. Da die Kriterien für Identifikation und Ersteinstellung der Patienten noch nicht standardisiert sind ist die praktische Umsetzung für eine große Anzahl von Patienten noch nicht möglich. Des Weiteren ruft diese Elektrische Stimulation, verglichen mit willentlich ausgelösten Kontraktionen, eine deutlich schnellere Ermüdung des Muskels hervor. Kontinuierliches Training und eine bessere Anpassung der Stromparameter, auf dem Gebiet Scott und Binder-Macleod richtungweisende Untersuchungen gemacht haben, können zu einer längeren Aufrechterhaltung einer durch FES gesteuerten Aktivität führen.

Auch in der Urologie findet die Elektrostimulation Anwendung. Eriksen und Eik-Nes sowie Amaro et al. wiesen durch elektrisch hervorgerufenes Beckenbodentraining einen signifikanten Rückgang von Inkontinenz nach.

Es gibt noch zahlreiche weitere Behandlungsgebiete der Elektrotherapie. Hier werden jedoch nicht die Muskeln stimuliert, sondern andere Effekte des elektrischen Stroms auf den Organismus ausgenutzt, therapeutische Wirkungen zu erzielen. Sie werden in dieser Arbeit nicht aufgeführt.

Präventiv macht die Elektrische Muskelstimulation ebenfalls durchaus Sinn, wenngleich diese Verfahren auch noch nicht weit verbreitet sind. Amiridis et al. führten eine Studie zur Verbesserung der statischen Balance im Alter durch, und stellten fest, dass man durch Elektrische Muskelstimulation der Dorsalflexoren das Gleichgewicht erheblich verbessern kann. Im Einzelnen sei dies einer erhöhten neuronalen Ansteuerung dieser Muskeln, einer größeren Gelenksstabilität durch gleichzeitige Aktivität des Agonisten und Antagonisten und einem Kraftzuwachs zuzuschreiben.

Arbeit zitieren:
Stumpf, Sebastian Juli 2008: Elektrische Muskelstimulation als Methode in der Rehabilitation und im Training, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Elektrische Muskelstimulation, Muskel, EMS, Training, Rehabilitation

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