Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Steuerungsansätze für Non-Performing Loans

Strategische Optionen aus der Sicht von Sparkassen

Steuerungsansätze für Non-Performing Loans
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: André Bassalig
  • Abgabedatum: Mai 2007
  • Umfang: 50 Seiten
  • Dateigröße: 383,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Deutschland
  • Bibliografie: ca. 35
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2501-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bassalig, André Mai 2007: Steuerungsansätze für Non-Performing Loans, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Non-Performing Loans, Asset Backed Secrurities, Credit Default Swap, True Sale, Notleidende Kredite

Bachelorarbeit von André Bassalig

Einleitung:

Seit sich Menschen Geld leihen, geht es um die zentrale Frage, ob der Kreditnehmer seine Schulden ordnungsgemäß zurückzahlt. Nicht umsonst stammt das Wort Kredit von lateinischen credere - vertrauen. Aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind Kreditausfälle, also das Ausbleiben von Zins- oder Tilgungszahlungen, unvermeidbar. Die Auswirkungen sind enorm: Während die jährliche Gewinnmarge bei Neukrediten heute deutlich unter 1% des Kreditbetrags liegt, kann der Verlust bei einem Totalausfall 100% des Nominals betragen.

Im Umkehrschluss macht dieses Beispiel deutlich, welches Potenzial in einem effizienten Umgang mit leistungsgestörten Krediten, oder Non-Performing Loans (NPL), zu sehen ist. Gelingt es durch geeignete Steuerungsmaßnahmen, Verluste zu reduzieren und dadurch die Risikokosten zu vermindern, so liefert dies denselben Beitrag zum Jahresergebnis, wie ein Vielfaches an Neugeschäft.

Vor dem Hintergrund einer allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage, komplexer werdender aufsichtsrechtlicher Anforderungen, und steigenden Rationalisierungsdrucks sind die Kreditinstitute mehr und mehr gezwungen, die strategische Ausrichtung ihrer Problemkreditbearbeitung im Ganzen auf den Prüfstand zu stellen, und sich dabei konsequent mit dem Spektrum der verfügbaren Handlungsoptionen auseinander zu setzen. Während dabei die theoretischen Grundlagen eines aktiven NPL-Managements in vielen Kreditinstituten bekannt sind, werden die entsprechenden Instrumente noch kaum genutzt. Deutschland ist im Bezug auf NPL-Transaktionen derzeit noch ein „Emerging Market“.

Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über jetzige und künftige Handlungsoptionen zu geben, und dabei insbesondere die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten für die Sparkassen zu beleuchten, die als regional verwurzelte Kreditgeber des Mittelstands auch ihren öffentlichen Auftrag beachten müssen. Die Arbeit charakterisiert alle wesentlichen Steuerungsinstrumente aus Sicht der Sparkassen und zeigt Wege.

Inhaltsverzeichnis:

Kurzfassung I
Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Grundlagen und Rahmenbedingungen 2
2.1 Non-Performing Loans 2
2.2 NPL-Management 3
2.2.1 NPL-Management als Teil des Kreditrisikomanagements 3
2.2.2 Steuerungsinstrumente für NPL 6
2.2.3 Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen 7
2.2.4 NPL-Management im gesamtwirtschaftlichen Kontext 9
2.3 Entscheidungssituation der Sparkassen 10
2.3.1 Ausgangslage und Problemstellung 10
2.3.2 Strategische Dimension 12
2.3.3 Entscheidungsparameter 13
3. Handlungsoptionen im NPL-Management 15
3.1 Bankinternes Work-Out 15
3.1.1 Entwicklung und Motive 15
3.1.2 Grundstrukturen und Ausgestaltungsformen 15
3.1.3 Rechtliche Dimension 16
3.1.4 Wirtschaftlichkeitsaspekte 17
3.2 Outsourcing-Lösungen 18
3.2.1 Entwicklung und Motive 18
3.2.2 Grundstrukturen und Ausgestaltungsformen 19
3.2.3 Rechtliche Dimension 20
3.2.4 Wirtschaftlichkeitsaspekte 21
3.3 Kreditverkauf 22
3.3.1 Entwicklung und Motive 22
3.3.2 Grundstrukturen und Ausgestaltungsformen 26
3.3.3 Rechtliche Dimension 26
3.3.4 Wirtschaftlichkeitsaspekte 28
3.3.4.1 Grundsätze der Preisfindung 28
3.3.4.2 Break-Even-Analysen 29
3.3.4.3 Werttreiber und Abschlagsfaktoren 30
3.4 Synthetische Strukturen 30
3.4.1 Entwicklung und Motive 30
3.4.2 Grundstrukturen und Ausgestaltungsformen 31
3.4.3 Rechtliche Dimension 32
3.4.4 Wirtschaftlichkeitsaspekte 32
4. Operationalisierung des NPL-Managements 33
4.1 Vorgehensweise 33
4.2 Analyse der Ausgangslage 34
4.3 Festlegung der Normstrategie 35
4.4 Auswahl der Handlungsoptionen 37
5. Schlussfolgerungen für Sparkassen 38
Anhang 40
Literaturverzeichnis 42

Textprobe:

Kapitel 3.3.1, Entwicklung und Motive: Einzelkredit- oder Portfolio-Verkäufe sind in den USA sowie in Großbritannien, Italien, Frankreich und verschiedenen asiatischen Ländern längst etabliert, teilweise auch mit staatlicher Unterstützung. Auslöser für solche NPL-Transaktionen sind folgende Motive:

Durch die Übertragung des Kreditverhältnisses im Ganzen an einen externen Investor kann die verkaufende Bank ihre Bilanz bereinigen und/oder Klumpenrisiken reduzieren. Sie profitiert zwar nicht mehr von einem Upside-Potenzial, partizipiert aber auch nicht mehr an weiteren Ausfallverlusten. Eine Bilanzbereinigung kann zu positiven Imagewirkungen (Beseitigung von „Altlasten“), einer verbesserten Rating-Einschätzung, und einem steigenden Shareholder-Value führen. Das verkaufende Kreditinstitut erhält sofort Liquidität und kann sich wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren. Ein weiterer Effekt ist die Entlastung des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals. Dies ermöglicht im Rahmen der Allokation von Risikokapital den Abschluss alternativer Neugeschäfte mit höherem RORAC.

NPL-Bestände binden regelmäßig hohe Personal- und Sachressourcen. Durch einen Verkauf können diese Ressourcen gewinnbringender reallokiert werden, was sich positiv auf verschiedene betriebswirtschaftliche Kennzahlen, wie z. B. die Cost-Income-Ratio, auswirkt. NPL-Investoren verfügen dahingegen über das volle Spektrum möglicher Handlungsoptionen, jahrelange Expertise, hoch qualifiziertes, motiviertes Personal, und sind in der Regel auf einen bestimmten Sektor spezialisiert. Sie müssen keine Rücksicht auf übrige Kundenbeziehungen nehmen und erzielen dadurch regelmäßig höhere Verwertungsquoten.

Der deutsche Markt für NPL-Transaktionen ist noch jung und durch wenige großvolumige Transaktionen gekennzeichnet. Die zwischen 2003 und 2005 öffentlich bekannt gewordenen Deals umfassen ein Volumen von ca. 15 Mrd. Euro, wobei jedoch noch eine Reihe nicht öffentlich bekannt gewordener Privatverkäufe abgewickelt worden sein dürfte. Die Entwicklung verläuft jedoch äußerst dynamisch: Für das gesamte deutsche Marktvolumen liegen Schätzungen zwischen 160 und 300 Mrd. Euro vor. Überträgt man die zeitliche Entwicklung des italienischen Marktes auf die des deutschen, so könnten die Jahre 2007 und 2008 zur Boomphase für NPL-Transaktionen werden. Gegenstand der Übertragungen waren zunächst nur grundschuldbesicherte Immobilienkredite, während zunehmend auch unbesicherte Forderungen und Unternehmenskredite verkauft werden.

Derzeit ist der deutsche Markt von einem hohen Interesse ausländischer Investoren geprägt, dem eine zurückhaltende Verkaufsbereitschaft deutscher Kreditinstitute gegenübersteht. Aus der Reihe der Sparkassen wurden bislang nur von der Niederschlesischen Sparkasse in Görlitz und der Stadtsparkasse Wedel zwei Verkäufe von kompletten NPL-Portfolios bekannt. Deutschland kann insoweit derzeit noch als Verkäufermarkt bezeichnet werden. Hindernisse sind derzeit noch die fehlende Standardisierung, hohe Transaktionskosten, mögliche Reputationsrisiken, sowie divergierende Bewertungseinschätzungen von Verkäufern und Investoren aufgrund deren barwertiger Kalkulationsweise. Oft ist ein Verkauf auch mit einem zusätzlichen Abschreibungsbedarf verbunden. Ein weiteres Hindernis für Sparkassen sind derzeit noch die von Investorenseite geforderten Mindesttransaktionsvolumen. Diese betragen regelmäßig ca. 5 Mio. Euro für Einzel-, und 100 Mio. Euro für Portfolio-Transaktionen. Eine Lösung stellen Pooling-Modelle dar, bei denen unter Führung einer Landesbank die Portfolien mehrerer Sparkassen zu so genannten Baskets kombiniert werden. Dieses Verfahren hat sich auf dem Sektor der Performing Loans bewährt und lässt sich bei steigender Nachfrage auch auf NPL anwenden.

Die potenziellen NPL-Investoren lassen sich nach Ihrer Strategie in zwei Lager unterscheiden:

Trader verfolgen einen opportunistischen Ansatz. Sie sind daran interessiert, die angekauften Forderungen innerhalb eines relativ kurzfristigen Zeithorizonts unter Ausnutzung von Marktmacht- und Informationsvorteilen gewinnbringend weiter zu veräußern. Sie nehmen meist nur passiv an Restrukturierungsmaßnahmen teil und sind nicht an einer Kontrolle der Unternehmung interessiert. Haupterfolgsfaktor für den Trader ist ein starkes Netzwerk für den Verkauf, weshalb verbriefte Forderungen bevorzugt werden. In der Öffentlichkeit genießen diese Investoren ein zweifelhaftes Image (Stichwort „Heuschrecken“). Hier bleibt jedoch unberücksichtigt, dass die Investoren aufgrund Ihrer konsequenten Barwertorientierung eher an schnellen Teilrückflüssen, als an einem langfristigen, konsequenten Inkasso interessiert sind, und dass die bisherigen Kreditgeber in der eigenen Sanierung keine sinnvolle Alternative mehr gesehen haben.

Der Work-Out-Investor oder Asset-Manager verfügt dagegen über einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Er stellt einen strategischen Verwertungsplan auf und will auf Basis seiner Work-Out-Expertise die Barwerte künftiger Rückflüsse maximieren. Er erzielt seinen Profit aus der Erfahrung mit erfolgreich begleiteten Work-Out-Prozessen und ist regelmäßig in Restrukturierungsmaßnahmen eingebunden. Im Rahmen eines Debt-To-Equity-Swaps können NPL-Investoren die erworbenen Forderungen auch in Eigenkapital für den Kreditnehmer umwidmen und damit die Steuerung des Unternehmens übernehmen. Da in Deutschland die Anteilseigner zustimmen müssen, ist das Verfahren hierzulande jedoch unüblich.

Ausländische Investoren bekunden regelmäßig ein hohes Interesse gerade an den Portfolien von Sparkassen. Mögliche Vertragspartner rekrutieren sich dabei aus drei Lagern: international tätigen Investmentbanken, Private Equity Funds (oder Opportunity Funds) und sonstigen Investoren. Zu den auf dem deutschen Markt aktiven Investmentbanken zählen Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan, Lehmann Brothers und Merrill Lynch. Bei den Private Equity Funds werden Blackstone, Cerberus, Fortress, Lone Star, Newbridge und Oaktree genannt. In der Rubrik der Sonstigen sind u.a. GE Capital und die japanische Shinsei-Bank aktiv.

Verschiedene Institutsgruppen haben darüber hinaus zentrale Bad Banks gegründet, an die Not leidende Großengagements oder strategisch nicht mehr vorteilhafte Forderungen im Ganzen übertragen werden können. Beispielhaft sind hierfür im genossenschaftlichen Sektor die BAG Hamm AG, sowie im Bereich der Privatbanken die Dresdner IRU (Internal Restructuring Unit) und die Hypo Real Estate AG zu nennen. Auf dem Sparkassensektor steht seit Kurzem die SGK Servicegesellschaft Kreditmanagement mbH, Frankfurt am Main zur Verfügung, ein Jointventure von NordLB, WestLB, der japanischen Shinsei-Bank und JC Flowers.

Kapitel 3.3.2, Grundstrukturen und Ausgestaltungsformen: Bei einem Kreditverkauf (True Sale) handelt es sich um die völlige Trennung des Kreditinstituts von Krediten und Kreditrisiken. True-Sale-Transaktionen können entweder direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt werden (Outright-Sale), oder die Forderungen werden verbrieft. Durch eine Verbriefung werden einzelne, an sich nicht fungible (handelbare) Kreditforderungen in liquide, börsenfähige Wertpapiere umgewandelt. Dadurch werden die NPL-Forderungen einem breiten Investorenkreis zugänglich gemacht, was tendenziell höhere Verkaufspreise verspricht. In einem ersten Schritt werden die Forderungen an eine speziell für diese Transaktion gegründete Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) übertragen, die über eine Banklizenz verfügt. In einem zweiten Schritt verschafft sich das SPV durch die Emission von Wertpapieren (Asset Backed Securities, ABS) die notwendigen finanziellen Mittel von den Investoren, und überweist die Emissionserlöse an den Forderungsverkäufer (Originator). Der Verkauf bewirkt eine unmittelbare Bilanzbereinigung und eine Entlastung des haftenden Eigenkapitals, sofern sich der Originator nicht selbst wieder am SPV beteiligt. Unter Umständen kann die Bank ihre Work-Out-Ressourcen entlasten, sie profitiert allerdings nicht mehr vom Upside-Potenzial.

Kapitel 3.3.3, Rechtliche Dimension: Bei Kreditverkäufen sind die Bestimmungen des Bankgeheimnisses und des Datenschutzes, die Erfordernis einer Banklizenz, Rechtsrisiken bei der Forderungsübertragung, und eine eventuelle Umsatzsteuerpflicht zu berücksichtigen.

Die beim Outsourcing aufgezeigten Restrisiken hinsichtlich des Bankgeheimnisses (Kapitel 3.1.3) gelten sinngemäß ebenso für den True Sale. Unproblematisch sind von daher nur solche Transaktionen, bei denen Kundendaten lediglich anonymisiert weiter gegeben werden müssen, der Schuldner eine Ad-Hoc-Zustimmung abgibt, oder der Kreditvertrag bereits eine Klausel zur Datenweitergabe enthält. Von daher empfehlen sich Vorkehrungen, die eine größtmögliche Vertraulichkeit sicherstellen. Hierzu zählt z. B. die Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung durch den Investor. Ferner werden Kundendaten in der Praxis nicht direkt an mögliche Kaufinteressenten weitergegeben, sondern zunächst in einen geschlossenen „Datenraum“ eingestellt, zu dem nur unabhängige Datentreuhänder Zutritt haben. Dies können Wirtschaftsprüfer, Notare oder Rechtsanwälte sein, die ihrerseits einem Berufsgeheimnis (§ 203 StGB) unterliegen. Bei hinreichender Wahrscheinlichkeit des Vertragsabschlusses ist dann nach herrschender Meinung eine Datenweitergabe möglich, wobei jedoch aufgrund fehlender höchstrichterlicher Rechtsprechung ein Restrisiko verbleibt.

Aufsichtsrechtlich ist die Erfordernis einer Banklizenz (§ 1 KWG) zu prüfen. Im Rahmen von True-Sale-Transaktionen werden die Kreditportfolios vom Investor häufig neu strukturiert und dabei neue Darlehen ausgereicht. Die Neugewährung stellt ein erlaubnispflichtiges Bankgeschäft dar, für das eine Banklizenz erforderlich ist.

Die Übertragung der Kreditforderungen erfolgt beim Outright-Sale im Wege der Einzelrechtsnachfolge (Asset Deal). Hierzu dient regelmäßig ein Kaufvertrag (§ 433 BGB), der durch eine Forderungsabtretung (§ 398 BGB) erfüllt wird. Eine Zustimmung des Schuldners hierzu ist nicht erforderlich (§ 407 BGB). Im Rahmen der Abtretung erwirbt der Investor gemäß § 401 BGB auch sämtliche akzessorische Sicherheiten (z. B. Hypotheken, Pfandrechte), während abstrakte Sicherungsrechte (z. B. Grundschulden, Sicherungsübereignungen) gesondert übertragen werden müssen. Zum rechtssicheren Übergang von Sicherheiten ist eine genaue vertragliche Beschreibung nötig. Die Abtretung der Sicherheit ist dem Kreditnehmer anzuzeigen, um Schuld befreiende Leistungen an das verkaufende Kreditinstitut auszuschließen. Bei Verbriefungs-Transaktionen bietet sich hingegen eine Gesamtrechtsnachfolge an (Share Deal). Die Kreditübertragung an das SPV erfolgt im Wege einer Sachgründung, eines Joint Ventures oder einer Teilausgliederung (§ 123 UmwG). Share Deals sind zwar kostenintensiv und komplex, vermeiden allerdings Probleme hinsichtlich des Datenschutzes und des Bankgeheimnisses. Bei einer Gesamtrechtsnachfolge ist – ähnlich wie bei einer Fusion – der Tatbestand einer unzulässigen „Weitergabe“ von Informationen nicht erfüllt.

Ein weiteres Risiko besteht im Hinblick auf eine eventuelle Umsatzsteuerpflicht. Der so genannte „Factoringerlass“ des Bundesfinanzministeriums (Rundschreiben IV/B7 vom 4.6.2004) sieht im Forderungseinzug eine umsatzsteuerpflichtige Leistung, auch wenn der Käufer das Ausfallrisiko übernimmt. Allerdings auch hierzu noch keine abschließende Rechtsprechung, und verbindliche Anfragen bei den Finanzbehörden wurden uneinheitlich beschieden. Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer wäre die Differenz aus wirtschaftlichem Nennwert (Wert, der von beiden Parteien als realisierbar betrachtet wird), und dem tatsächlichen Kaufpreis. Die Umsatzsteuer lässt sich zwar durch Abschreibungen im Vorfeld minimieren; gänzlich vermieden werden kann sie jedoch nur, wenn der Forderungseinzug weiterhin vom Verkäufer durchgeführt würde (was dem Ziel einer endgültigen Trennung vom Kreditnehmer widerspräche), oder eine Zweckgesellschaft (SPV) zur Forderungsübertragung eingeschaltet wird.

Arbeit zitieren:
Bassalig, André Mai 2007: Steuerungsansätze für Non-Performing Loans, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Non-Performing Loans, Asset Backed Secrurities, Credit Default Swap, True Sale, Notleidende Kredite

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren