Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Autonome Dysregulation bei Patienten mit Angst- und somatoformen Störungen

Effekte eines aeroben Ausdauertrainings

Autonome Dysregulation bei Patienten mit Angst- und somatoformen Störungen
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Frauke Brauer
  • Abgabedatum: September 2005
  • Umfang: 222 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9392-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9392-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9392-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brauer, Frauke September 2005: Autonome Dysregulation bei Patienten mit Angst- und somatoformen Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aktivität, Psychosomatik, Herzratenvariabilität, Baroreflexsensitivität, körperlich

Dissertation / Doktorarbeit von Frauke Brauer

Zusammenfassung:

Angst- und somatoforme Störungen stellen zwei klinisch problematische und besonders gefährdete Patientengruppen dar. Bei einem bedeutenden Anteil der Betroffenen liegen gestörte autonome Regulationsprozesse vor, die mit einer durch Schonverhalten verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit sowie einer verzerrten Wahrnehmung und Interpretation körperlicher Sensationen, insbesondere kardiovaskulärer Symptome, verbunden sind. Da regelmäßiges Ausdauertraining bei gesunden Probanden die autonome Regulation zu verbessern scheint, stellt sich die Frage, ob eine autonome Dysregulation bei Patienten mit einer Angst- oder somatoformen Störung durch ein moderates, aerobes Ausdauertraining normalisiert und eine Verbesserung der psychischen Befindlichkeit und des Rehabilitationserfolges bewirkt werden kann. In der vorliegenden Studie wurde diese Fragestellung an Patienten mit einer Angst- und Patienten mit einer somatoformen Störung in einer Psychosomatischen Fachklinik untersucht.

Die zentralen Indices kardiovaskulärer autonomer Regulation Herzratenvariabilität und Baroreflexsensitivität wurden unter Ruhe und Belastung (Reaktionstest) frequenzanalytisch bestimmt, und die Stress-Reaktivität aus der Differenz berechnet. Die körperliche Leistungsfähigkeit wurde in einer fahrradergometrischen Belastungsuntersuchung nach dem WHO-Schema bestimmt. Psychometrische Parameter wurden mit der Symptom Checklist, dem Fragebogen zum Gesundheitszustand und der Hospital Anxiety and Depression Scale erhoben. Das Aktivitätsverhalten wurde mit dem Freiburger Fragebogen zur körperlichen Aktivität erfragt. Alle Daten wurden zu Beginn der Rehabilitationsbehandlung, vier Wochen später und als Katamnese sechs Monate später erhoben. Zum zweiten Messzeitpunkt wurde der subjektiv eingeschätzte Rehabilitationserfolg mit dem Fragebogen zur Beurteilung der Rehabilitation erfragt.

An der Studie beteiligten sich 139 Patienten, 106 weiblich, durchschnittlich 43,8 Jahre alt, 167 cm groß und mit einem BMI von 24,1 kg/m². Die Patienten wurden getrennt nach Geschlecht und Störungsbild per Zufallslisten randomisiert der Experimental- bzw. Kontrollgruppe zugeteilt. Als Intervention wurde mit der Experimentalgruppe dreimal wöchentlich über vier Wochen ein 30minütiges aerobes Ausdauertraining durchgeführt. Die Trainingsintensität wurde anhand der ersten Ergometrie mit 70% der Leistung festgelegt, die der metabolischen Intensität von 4 mmol/l Blutlaktat entsprach. Die individuelle Trainingsherzfrequenz sollte mit Hilfe eines Herzfrequenzmessers während des Trainings konstant gehalten werden. Die Kontrollgruppe erhielt über die klinische Standardbehandlung hinaus keine zusätzliche Intervention.

Anhand des Medians der Baroreflexsensitivität in der ersten Ruhemessung wurde die Gruppe beim Cut-Off-Point von 6,819 ms/mmHg halbiert, so dass sich sowohl für die Experimental- als auch die Kontrollgruppe jeweils eine Gruppe mit unauffälliger autonomer Regulation und eine Gruppe mit autonomer Dysfunktion bildeten. Hinsichtlich der Kontrollvariablen gab es lediglich einen signifikanten Altersunterschied der Gruppen dysfunktional vs. normalreguliert, so dass das Alter als Kovariable bei der statistischen Auswertung berücksichtigt wurde.

Bei einer Drop out-Rate von 33% absolvierten 93 Patienten alle drei Untersuchungen. Die Patienten der Experimentalgruppe zeigten eine signifikant höhere Aktivitätssteigerung als die Kontrollgruppe zum zweiten und dritten Messzeitpunkt bezüglich ihrer gesamten körperlichen Aktivität (T2: H(1,93) = 12,42, p < ,001; T3: H(1,93) = 14,73, p < ,001) und ihrer sportlichen Aktivität (T2: H(1,93) = 17,04, p = ,000; T3: H(1,93) = 9,14, p < ,003). Die Spannweite innerhalb beider Gruppen war auffällig hoch. Die maximale Leistungsfähigkeit nahm in der Experimentalgruppe signifikant vom ersten zum zweiten und zum dritten Messzeitpunkt zu und unterschied sich signifikant von der Leistungsfähigkeit in der Kontrollgruppe (F(2,172) = 4,58; p < ,002). Hinsichtlich der Herzfrequenz und des Laktatwertes bei festgelegten Stufen unterschieden sich die Gruppen nicht signifikant voneinander.

Die Herzratenvariabilität, Baroreflexsensitivität und die kardiovaskuläre Stress-Reaktivität zeigten sich im Vergleich der beiden beeinträchtigten Gruppen in der Varianzanalyse nicht signifikant unterschiedlich. Mit einer mittleren Effektstärke lag die Herzratenvariabilität im gesamten Spektrum in Ruhe (Cohen’s D = 0,44), die im Mid frequency-Band unter Ruhe (Cohen’s D = 0,53) und Belastung (Cohen’s D = 0,49) sowie die Baroreflexsensitivität in Ruhe (Cohen’s D = 0,49) jeweils zum dritten Messzeitpunkt in der Kontrollgruppe höher als in der Experimentalgruppe.

Um die sportliche Aktivität unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit zu berücksichtigen, wurden regressionsanalytisch die Zusammenhänge zwischen einem Zuwachs an sportlicher Aktivität im gesamten Untersuchungszeitraum und den kardiovaskulären Parametern berechnet. Dabei wurde das Alter auspartialisiert, um mögliche verzerrende Alterseffekte auszuschließen.

Es zeigten sich hochsignifikante Zusammenhänge zwischen einer höheren sportlichen Aktivität und, gemessen in Ruhe, einer höheren Herzratenvariabilität im Gesamtspektrum (F(2,86) = 6,08, p = ,002), im High frequency-Band (F(2,86) = 7,89, p = ,001), im Mid frequency-Band (F(2,86) = 4,85, p = ,004) und im Respiratorischen Band (F(2,86) = 10,68, p = ,000) sowie einer höheren Baroreflexsensitivität (F(2,83) = 13,04, p = ,000). Die sportliche Aktivität wirkte der altersbedingten Minderung autonomer Regulation entgegen. Unter Belastung wurde ausschließlich ein Zusammenhang zwischen einer höheren sportlichen Aktivität und einer höheren Herzratenvariabilität im Respiratorischen Band (F(2,87) = 3,99, p = ,033) gefunden. Eine niedrigere Stress-Reaktivität zeigte sich hinsichtlich der Herzratenvariabilität im Gesamtspektrum (F(2,86) = 5,66, p = ,002), im High frequency-Band (F(2,86) = 8,66, p = ,000) und im Respiratorischen Band (F(2,86) = 10,16, p = ,000) sowie der Baroreflexsensitivität (F(2,80) = 3,72, p = ,010) hochsignifikant mit einer höheren sportlichen Aktivität verbunden. Der subjektiv eingeschätzte Rehabilitationserfolg unterschied sich nicht signifikant in den beiden Gruppen. Für die psychometrischen Parameter zeigten sich varianzanalytisch keine signifikanten Unterschiede zwischen der Experimental- und Kontrollgruppe, jedoch in der Berechnung der Effektstärke nach Cohen. Mittlere Effekte zeigten katamnestisch in der Symptom Checklist für die Grundsätzliche psychische Belastung als globaler Kennwert (Cohen’s D = 0,42) sowie für die Skalen Somatisierung (T2 und T3: Cohen’s D = 0,49), Zwanghaftigkeit (Cohen’s D = 0,41), Unsicherheit im Sozialkontakt (Cohen’s D = 0,44), Ängstlichkeit (Cohen’s D = 0,41) und Phobische Angst (Cohen’ D = 0,45) eine geringere subjektive Belastung in der Experimentalgruppe. Dem entsprechend fanden sich im Fragebogen zum Gesundheitszustand bedeutende Verbesserungen in der Experimentalgruppe bezüglich der Skalen Körperliche Schmerzen (T2: Cohen’s D = 0,52; T3: Cohen’s D = 0,63), Vitalität (T2: Cohen’s D = 0,56; T3: Cohen’s D = 0,40) und Soziale Funktionsfähigkeit (T2: Cohen’s D = 0,43). Die Senkung der Symptomatiken im HADS erreichte trotz klinischer Relevanz nicht das festgelegte Signifikanzniveau.

Die zentrale Annahme der vorliegenden Untersuchung, die autonome Dysregulation bei Patienten mit einer Angst- oder somatoformen Störung durch ein moderates, aerobes Ausdauertraining normalisieren zu können, wurde nicht bestätigt. Allerdings konnte für diese beiden Störungsbilder der Zusammenhang zwischen einer höheren sportlichen Aktivität und einer verbesserten autonomen Regulation, erstmals auch einer verbesserten Stress-Reaktivität aufgezeigt werden. Dieses Ergebnis unterstreicht im Hinblick auf die hohen Risiken einer autonomen Dysfunktion die Notwendigkeit, gezielte sportliche Aktivität als einen zentralen Baustein in der Behandlung von Patienten mit Angst- und Patienten mit somatoformen Störungen zu etablieren.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Störungsbilder 3
2.1 Angststörungen 3
2.1.1 Epidemiologie 3
2.1.2 Diagnose-Kriterien 6
2.1.3 Störungsbild nach ICF 7
2.2 Somatoforme Störungen 12
2.2.1 Epidemiologie 12
2.2.2 Diagnose-Kriterien 14
2.2.3 Störungsbild nach ICF 16
3. Autonome Regulation 21
3.1 Physiologische Grundlagen 21
3.2 Indices autonomer kardiovaskulärer Regulation 26
3.2.1 Herzratenvariabilität 26
3.2.2 Baroreflexsensitivität 29
3.2.3 Kardiovaskuläre Reaktivität 31
3.3 Autonome Dysregulation 32
3.3.1 Autonome Dysregulation bei Angststörungen 34
3.3.2 Autonome Dysregulation bei somatoformen Störungen 36
4. Ausdauerleistungsfähigkeit 40
4.1 Definition Ausdauerleistungsfähigkeit 40
4.2 Ausdauertraining 41
4.3 Effekte von Ausdauertraining 42
4.3.1 Effekte auf die Baroreflexsensitivität und Herzratenvariabilität 43
4.3.2 Effekte auf die kardiovaskuläre Reaktivität 57
4.3.3 Effekte bei Angststörungen 62
4.3.4 Effekte bei somatoformen Störungen 66
5. Fragestellung und Hypothesen 72
6. Methodik 74
6.1 Behandlungskonzept der Klinik 74
6.2 Stichprobe der Untersuchung 75
6.3 Kontrollvariablen 81
6.4 Erhebung der physiologischen Parameter 82
6.4.1 Abgeleitete Parameter 82
6.4.2 Indices der autonomen Regulation 84
6.4.3 Untersuchungsbedingungen 88
6.5 Messung der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit 89
6.5.1 Bestimmung der Laktatkonzentration 89
6.5.2 Messung der Herzfrequenzen 90
6.5.3 Vergleichswerte für die Ausdauerleistungsfähigkeit 91
6.6 Erhebung der psychometrischen Parameter 91
6.6.1 Symptom Checklist SCL90-R 91
6.6.2 Fragebogen zum Gesundheitszustand SF-36 92
6.6.3 Hospital Anxiety and Depression Scale HADS 94
6.6.4 Fragebogen zur Beurteilung der Rehabilitation FBReha 95
6.7 Erhebung des Aktivitätsverhaltens mit dem Freiburger Fragebogen zur körperlichen Aktivität FFKA 96
6.8 Intervention Ausdauertraining 97
6.9 Untersuchungsdurchführung 98
6.10 Untersuchungsauswertung 100
7. Ergebnisse 104
7.1 Vergleich der Experimental- und Kontrollgruppe hinsichtlich der Kontrollvariablen 104
7.2 Vergleich der Experimental- und Kontrollgruppe hinsichtlich ihres Aktivitätsverhaltens 107
7.2.1 Körperliche Aktivität 107
7.2.2 Sportliche Aktivität 109
7.3 Vergleich der Experimental- und Kontrollgruppe hinsichtlich der Ausdauerleistungsfähigkeit, Überprüfen der Intervention 111
7.3.1 Maximale Leistungen 111
7.3.2 Herzfrequenzen bei definierten Leistungsstufen 114
7.3.3 Laktatkonzentrationen bei definierten Leistungsstufen 115
7.4 Vergleich der Gruppen hinsichtlich der Indices der autonomen kardiovaskulären Regulation 117
7.4.1 Vergleich der beeinträchtigten Gruppen 117
7.4.2 Veränderungsprüfung der unbeeinträchtigten Gruppen 124
7.4.3 Störungsspezifischer Vergleich in den beeinträchtigten und denunbeeinträchtigten Gruppen hinsichtlich der autonomen Regulation 129
7.5 Vergleich der Experimental- und Kontrollgruppe hinsichtlich des subjektiv eingeschätzten Rehabilitationserfolges 135
7.6 Vergleich der Experimental- und Kontrollgruppe hinsichtlich der psychometrischen Parameter 136
7.6.1 Symptom Checklist SCL90-R 136
7.6.2 Fragebogen zum Gesundheitszustand SF-36 140
7.6.3 Hospital Anxiety and Depression Scale HADS-D 143
7.7 Vergleich der Experimental- und Kontrollgruppe hinsichtlich der kardiovaskulären Stress-Reaktivität 147
7.7.1 Herzratenvariabilität im gesamten Frequenzspektrum 147
7.7.2 Herzratenvariabilität im High Frequency-Band 148
7.7.3 Herzratenvariabilität im Mid Frequency-Band 149
7.7.4 Herzratenvariabilität im Respiratorischen Band 150
7.7.5 Baroreflexsensitivität 150
7.8 Prüfung des Zusammenhanges zwischen sportlicher Aktivität und den kardiovaskulären Parametern 152
7.8.1 Kardiovaskuläre Parameter in der Ruhephase 152
7.8.2 Kardiovaskuläre Parameter in der Belastungsphase 153
7.8.3 Kardiovaskuläre Parameter als Stress-Reaktivitätswerte 154
8. Diskussion 155
8.1 Interventionseffekte 155
8.2 Kardiovaskuläre Parameter 157
8.3 Subjektiv eingeschätzter Rehabilitationserfolg 161
8.4 Psychometrische Parameter 161
8.5 Kardiovaskuläre Stress-Reaktivität 163
8.6 Ausblick 165
9. Zusammenfassung 167
10. Literatur 171
Danksagung 194
Lebenslauf 195
Anhang 196

Automatisiert erstellter Textauszug:

Methodik abilität unter Ruhe und unter Stressbelastung im Sinne einer reduzierten Reaktivität auf (HARTL, 1995; PAULI, HARTL, MARQUARDT, STALMAN & STRIAN, 1991). Eine Hypo- oder Hyperthyreose impliziert als endokrine Störung eine veränderte Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Aufgrund der zu erwartenden Auswirkungen auf die autonome Regulation wurden betroffene Patienten ebenfalls von der Studie ausgeschlossen. Verschiedene Herzerkrankungen können HENNERSDORF und STRAUER (2002) zufolge mit einer autonomen Dysfunktion einhergehen. „Der Status der Infarktarterie scheint neben der linksventrikulären Auswurffraktion der wichtigste Faktor für eine Einschränkung der autonomen Funktion zu sein“ (S. 1074). Außerdem reagieren Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung mit höheren Blutdruckwerten auf mentale Belastungen als gesunde Kontrollpersonen (SUNDIN, ÖHMAN, PALM & STRÖM, 1995). Als weitere Ausschlusskriterien galten eine bestehende Suchtmittelabhängigkeit oder eine Umweltgifttoxikation, da Alkohol, Lösungsmittel oder Schwermetalle gravierende neurotoxische Folgen hervorrufen können (SCHWARTZ, 2000, 165f., 351-354) und in Abhängigkeit von Dosis und Expositionsdauer Schäden im Bereich des peripheren und zentralen Nervensystems verursachen, die zu einer autonomen Neuropathie, zumeist im Rahmen einer generalisierten Polyneuropathie, führen können (ASBURY, 1991). Patienten, die im Rahmen eines laufenden Rentenantrages zur Begutachtung ihrer Leistungsfähigkeit in der Klinik aufgenommen wurden, waren ebenfalls von der Studie ausgeschlossen, da bei diesen Patienten relativ schlechte Rehabilitationsergebnisse erwartet werden mussten. Unter Berücksichtigung der genannten Ein- bzw. Ausschlusskriterien nahmen insgesamt 139 Patienten an der Untersuchung teil. In Tabelle 6.1 sind die soziodemographischen Angaben, in Tabelle 6.2 die anthropometrischen Daten der Stichprobe dargestellt. Die Stichprobe umfasst alle Patienten, die mindestens die Untersuchung zum ersten Messzeitpunkt komplett abgeschlossen haben. Die Übersicht beinhaltet [...]

Die Untersuchung wurde in der Psychosomatischen Fachklinik St. Franziska-Stift in Bad Kreuznach durchgeführt. In der Klinik werden bis zu 180 erwachsene Patienten mit allen Formen psychischer und psychosomatischer Störungsbilder rehabilitiert (RÜDDEL, 2004). Die stationär behandelten Patienten verbringen die ersten Tage auf der Aufnahmestation zur Diagnostik, zur ersten Informationsvermittlung und zum Festlegen vorläufiger Behandlungs- und Rehabilitationsziele. Anhand der gewonnenen Informationen erfolgt eine differentielle Zuweisung zur psychoanalytisch oder zur verhaltensmedizinisch ausgerichteten Abteilung. In die Untersuchung wurden nur Patienten von Stationen mit verhaltensmedizinischem Ansatz einbezogen, um Effekte der unterschiedlichen Behandlungsansätze auszuschließen. Daher bezieht sich die Beschreibung des Behandlungskonzeptes entsprechend nur auf das der verhaltensmedizinischen Abteilung. Gruppentherapeutische Verfahren stehen im Mittelpunkt der Therapie. Die Basisgruppe als verhaltenstherapeutische Problemlösegruppe findet an zwei Terminen wöchentlich statt und wird erweitert durch einen wöchentlichen Einzeltermin beim jeweiligen Bezugstherapeuten. Je nach Behandlungsschwerpunkt erfolgt die Teilnahme an einer störungsspezifischen indikativen Gruppe (z.B. Schmerzbewältigungsgruppe oder Angstbewältigungsgruppe). Neben den psychotherapeutischen Verfahren ist die Teilnahme an Teamsport, Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson) und Feldenkrais verpflichtend. Darüber hinaus wird die Behandlung nach Bedarf durch sozialtherapeutische Maßnahmen, Ernährungsberatung, Gestaltungstherapie, balneo-physikalische und krankengymnastische Maßnahmen, seelsorgerische Betreuung und Sportangebote (Frühsport, Gymnastik, [...]

Angst- und somatoforme Störungen sind mit hohen Belastungen für die einzelnen Betroffenen, aber auch für die Gesellschaft durch die hohen gesundheitsökonomischen Folgen verbunden. Dadurch wird eine erfolgreiche Behandlung dieser Patientengruppen dringlich. Die bei einem Teil der Betroffenen bestehende autonome Dysregulation blieb in der Behandlung bisher unberücksichtigt. Da bisherige Untersuchungsergebnisse wie beschrieben darauf hindeuten, dass sich ein Ausdauertraining und/oder eine erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit auf die autonome Regulation auswirkt, wird in der vorliegenden Arbeit untersucht, ob durch ein systematisches aerobes Ausdauertraining die autonome Regulation beeinflusst werden kann, eine bestehende autonome Dysfunktion bei Patienten mit einer Angst- oder somatoformen Störung sich normalisiert, und ob die Ergebnisse einer multimodalen Rehabilitationsbehandlung bei den betroffenen Patienten verbessert werden können. Das entsprechende Ausdauertraining ist einfach und unter geringem Aufwand durchzuführen, so dass die Behandlung um ein kostengünstiges Element erweitert werden könnte. Aus dieser Fragestellung heraus wurden die folgenden Hypothesen für die vorliegende Untersuchung formuliert: [...]

Arbeit zitieren:
Brauer, Frauke September 2005: Autonome Dysregulation bei Patienten mit Angst- und somatoformen Störungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aktivität, Psychosomatik, Herzratenvariabilität, Baroreflexsensitivität, körperlich

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren