Der Automobilhandel in Deutschland und die Änderungswirkung des Internet
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Philipp Geißler
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 149 Seiten
- Dateigröße: 3,5 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4611-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4611-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4611-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Geißler, Philipp August 2001: Der Automobilhandel in Deutschland und die Änderungswirkung des Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Autohandel, Mass Customization, Internet, Autobörsen, Reimport
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Diplomarbeit von Philipp Geißler
Einleitung:
Das Internet als Glorifizierung der Zukunft einer sich globalisierenden Branche - ein Traum? Das Internet als Untergangsvision veralteter Wirtschaftssysteme - die Realität? Beide Varianten werde ich nicht versuchen zu belegen, jedoch die Wirkung der Einbeziehung des Internets in einen Branchenbereich untersuchen, der wie wenige gleichsam mit Rationalitäten und Emotionen besetzt ist.
Als einer der dominierenden Teile der Automobilbranche an sich und damit im besonderen in Deutschland unterliegt der Autohandel der besonderen Aufmerksamkeit aller Gesellschaftsteile. Veränderungen werden unterschiedlich aufgenommen und beurteilt. Das Auftauchen des Internet bedeutet noch keine Notwendigkeit zur Umstellung von Prozessen, aber die sich eröffnenden Möglichkeiten bewirken innovative Ideen von entscheidenden Personen. Diese Ideen haben bewirkt und bewirken im Moment ein Umdenken in einer zwar im technischen Bereich „Auto“ als fortschrittlich, aber in der Kundenbetrachtung und im Verkauf als etwas rückständig angesehenen Branche. Diese Umwälzungen oder doch nur nuancenhaften Veränderungen haben mich zu diesem Thema geführt.
Gang der Untersuchung:
Nach der Einleitung, der Eingrenzung zur Zielsetzung und einigen Begriffsdefinitionen gehe ich nach einer Zusammenfassung des technischen Hintergrunds kurz auf die aktuellen Begebenheiten im Internet und Aussagen zu Zahlen und Prognosen zur Nutzung und Nutzen des Internets ein. Hier sollen sowohl Nutzer wie auch wirt- und wissenschaftliche Untersuchungen zur Sprache kommen, die sich intensiv mit der Gegenwart und der Zukunft des Internets auseinandersetzen. Abgeschlossen wird der zweite Gliederungspunkt durch die kurze Betrachtung der rechtlichen Basis des Internethandels.
Im dritten Punkt der Arbeit beschreibe ich den Automobilhandel in Deutschland anhand der Aufgliederung in die Organisationsstrukturen und die einzelnen Akteure sowie deren Aktivitäten und Verhalten. Die Protagonisten der Branche auf der Anbieterseite sollen näher vorgestellt werden, um im weiteren Verlauf der Arbeit eine Vorstellung über die handelnden Institutionen zu haben und eine Ahnung über deren Intentionen zu bekommen.
Punkt 4 hat die Beeinflussung der Branche und hier insbesondere des Handels durch die Benutzung und die Einbeziehung der EDV und des Internets zum Inhalt. Auch hier werden die Beweggründe, die Vor- und Nachteile sowie die Zukunftsvarianten der einzelnen Akteure zusammengefasst und analysiert. Besonders interessant ist wie in der gesamten Arbeit besonders der Endkundenhandel, der durch seine intensive Kundenbeziehung und auch -bindung einer großen Umwälzung durch verändertes Kundenverhalten ausgesetzt ist. Daher schließt der folgende Punkt die Möglichkeiten auch des Handels ein, auf neue Gegebenheiten angemessen zu reagieren. Die Besonderheiten des Onlinehandels mit Automobilen umfasst drei Unterpunkte, die jeweils für sich gesehen schon eigenständige Arbeiten nach sich ziehen können, denn ihre Relevanz für die derzeitige und zukünftige Situation in der gesamten deutschen Autobranche bestreiten weder Laien noch Experten. Natürlich existieren Gegenstimmen, jedoch verstummen diese aufgrund der hohen Resonanz der Themen sowohl in den Medien als auch in den Vorstandsetagen von Herstellern und Händlern. Die Individualisierung von Massenprodukten wie dem Auto ist zwar mehr dem Hersteller-Kunde-Verhältnis zuzuordnen, dies jedoch nur auf den ersten Blick. Eine differenzierte Betrachtung lässt auch den Handel als einen wichtigen Akteur in dieser Beziehung auftauchen. Die anderen beiden Unterpunkte, der Re- oder Parallelimport und die Autobörsen, werden aufgrund ihrer Beachtung beim Verbraucher und in den Medien sowie ihrer steigenden wirtschaftlichen Bedeutung auch in Zukunft einen hohen Grad an Aufmerksamkeit erregen. Ob diese Wichtigkeit auch aus den eben angeführten Gründen besteht oder durch andere Merkmale fundiert sind, soll im fünften Punkt untersucht werden.
Die sich aus diesem Punkt ergebenden Erkenntnisse werden dann in der Weise umgesetzt, dass sich Chancen und Gefahren ableiten lassen, die das Verhalten der Betroffenen entscheidend beeinflussen können. Insbesondere die elektronischen Handelsbeziehungen und die sich daraus erklärenden Prozesse werden intensiv dargelegt. Den Abschluss der Arbeit bildet dann ein Ausblick in die mögliche Zukunft der deutschen Automobilbranche. Hier sollen die Ergebnisse der vorherigen Punkte noch einmal kurz zusammengefasst und in einen Gesamtkontext gestellt werden. In dieser geplanten Vorschau sollen auch Experten und Insider über die aus ihrer Sicht möglichen Perspektiven und unweigerlichen Gefahren in diesem Wirtschaftsbereich zu Wort kommen. Daraus ergibt sich dann vielleicht doch die Antwort auf die einleitend gestellten Fragen.
Zielsetzung dieser Arbeit ist die Analyse der deutschen Autobranche und seiner Begegnung mit den elektronischen Medien unter besonderer Berücksichtigung des Internets. Als Ergebnis soll eine Art Feldstudie mit erklärendem Charakter stehen, die auch einem Branchenfremden die Möglichkeit der Einsichtnahme gibt und zu einem Situationsverständnis führt. Gleichzeitig soll sie jedoch auch für den Insider zu bisher nicht miteinander verbundene Realitäten führen und Aspekte zu neuen Informationen aufwerfen, die einen Gesamtzusammenhang bilden und so einen neuen Blick auf bisher vertraute Abläufe ermöglichen. Außerdem ist die Planung, noch nie in dieser Weise zusammengetragene Informationen zu einem Wissenskomplex zu ergänzen, aus dem neue Ideen entwickelt werden können.
Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich, wie in der Einleitung beschrieben, aufgrund von Quellen aus allen Medien, aus persönlichen Aussagen und Interviews sowie aus Vorträgen und persönlichen Gesprächen ein Abbild der derzeitigen Autobranche, die geplante Einbeziehung des Internets und die teilweise visionären Ausblicke der Beteiligten eingefangen und wiedergegeben. Hierbei ist der Zeitraum ungefähr von Januar bis Juli 2001 zu benennen. Alle Quellen befinden sich entweder im Besitz des Verfassers, sind als Anlage beigefügt oder an ihrem angegeben Ort zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 6 |
| 1.1 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 8 |
| 1.2 | Definitionen und Begriffsabgrenzungen | 8 |
| 2. | Das Internet und der Weg zum E-Business | 12 |
| 2.1 | Technische Hintergründe des Internets | 12 |
| 2.2 | Nutzung und Nutzen | 13 |
| 2.3 | Realitäten und Prognosen | 16 |
| 2.4 | Rechtliche Grundlagen des Onlinehandels | 19 |
| 2.4.1 | E-Commerce-Richtlinie | 20 |
| 2.4.2 | Fernabsatzgesetz | 22 |
| 3. | Der Handel mit Automobilen in der BRD | 25 |
| 3.1 | Die Organisationsstrukturen | 27 |
| 3.1.1 | Die Hersteller/Importeure | 28 |
| 3.1.2 | Der Zwischenhandel | 35 |
| 3.1.3 | Der Endkundenhandel | 37 |
| 4. | Lösungen und Veränderungen durch das Internet | 40 |
| 4.1 | Elektronische Beziehungen auf und zwischen den Handelsebenen | 40 |
| 4.1.1 | Die Hersteller | 41 |
| 5. | Besonderheiten des Onlinehandels mit Automobilen | 49 |
| 5.1 | Mass Customization | 51 |
| 5.2 | Re-Import von Fahrzeugen | 57 |
| 5.3 | Autobörsen | 63 |
| 6. | Perspektiven und Bedrohungen | 78 |
| 6.1 | Handelsbeziehungen zwischen den Marktteilnehmern | 78 |
| 6.1.1 | Hersteller-Endhandel (b2b) | 79 |
| 6.1.2 | Endkundenhandel-Endkunde (b2c) | 82 |
| 6.1.3 | Endkunde-Endkunde (c2c) | 86 |
| 7. | Ausblick und Zukunftsvisionen | 89 |
| Literaturverzeichnis | 96 | |
| Anlage 1: Interview Rüdiger Bartholatus | 114 | |
| Anlage 2: E-Commerce-Richtlinie | 119 | |
| Anlage 3: Fernabsatzgesetz | 141 |
Ein Resümee zu ziehen, um dabei eine endgültige und umfassende Richtung vorzugeben, einen Trend festzulegen oder eine Strömung zu identifizieren, ist der wohl schwerste Teil der gesamten Arbeit. Dennoch soll neben der Zusammenfassung der erzielten Ergebnisse und durch die aus den Annahmen abgeleiteten Trends eine Vision über das zukünftige Verhalten der Akteure und die Geschehnisse im Markt umrissen werden. Generell kann man sagen, daß sowohl Hersteller als auch Handel und der Endkunde die neuen Medien als ein wertvolles Instrumentarium für die gesamte Branche ansehen und auch nutzen. Die in Kapitel 2 angesprochenen Nutzungsrealitäten und –prognosen sprechen für das Internet an sich eine klare Sprache. Besonders in der Autobranche hat das Netz der weltweiten Möglichkeiten, wie es auch gerne bezeichnet wird, einen Stellenwert angenommen, der schon weitreichend anerkannt wird. Die Informationssuche bzw. das –angebot ergänzt und ersetzt das bisherige Vorhalten von Prospekten zu einzelnen Modellen. Der Suchende erhält durch komfortable Softwarebedienungen einen Überblick über das gewünschte Auto, teilweise sogar schon komplett in den Bereichen Neu- und Gebrauchtwagen. Er kann sich fast alle Informationen über das Auto entweder direkt über den Hersteller abrufen oder über den Vertragshändler die Anfrage leiten. Für den Fall des unzufriedenstellenden Auftritts des Anbieters ergänzen die neben den Printmagazininhalten auch online sehr vielseitig Content anbietenden Zeitschriftenverlage wie Axel Springer, Gruner+Jahr oder Auto Presse das Defizit mit einem hohen Wirkungsgrad. Diese digitalen Möglichkeiten nutzen die Verbraucher schon sehr intensiv und kommen so als vorinformierte Kunden mit genauen Vorstellungen zum Händler, der trotz aller Varianten die dominierende Konstante bleibt. [...]
zu verschiedenen Szenarien, jedoch ist die Zukunft der Börsen eher als gesichert zu bezeichnen. Die Privatnutzer haben den Komfort der Angebote schätzen gelernt und besuchen trotz wechselnder Möglichkeiten immer stärker die gleichen Seiten. Sie erhalten auf einigen Börsen inzwischen das Angebot der Einrichtung von persönlichen Seiten, die entsprechend auch mit zugeschnittenen Inhalten versehen werden können. Ist dann gleichzeitig auch das Zusatzangebot wie Vertragsvorlagen oder Gütesiegel ansprechend, ist von einer weiter steigenden Akzeptanz auszugehen. Die hohe Transparenz überzeugt immer mehr Surfer. Eine Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos beziffert die Zahl der surfenden Autobesitzer, die das Internet für eine geeignetes Medium für den Besitzerwechsel ohne Händlereinschaltung für geeignet halten, auf 25%. [...]
bei mehreren Käufern eines gleichen Produkts fällt der Preis durch Mehrabnahme, erstehen möchte. Diese Form des Vertriebs ist in Folge der zunehmenden Euphorie um Auktionen im Internet eine ernstzunehmende Alternative für den Autokauf geworden. Durch die Einschaltung von Händlern bekommt diese Variante die gewünschte Seriosität und genügt damit zum Teil den Sicherheitsanforderungen des Verbrauchers. Dieser wiederum erfährt durch diese eigenständigen Kauf eine psychische Aufwertung. In den USA wurde dieses Phänomen schon beobachtet und entsprechend in praxisrelevante Geschäftsideen umgewandelt: Kunden kommen mit mehr Zutrauen zum Händler, um in Geschäftsverhandlungen einzutreten. Um dieses Ziel zu unterstützen, bieten Contentprovider Herstellern genauso wie Händlern Argumentationsschulungen zur Begegnung dieses Auftretens. Andersherum existieren Internetseiten, die gegen Bezahlung Kaufinteressierten Insider-Informationen zu Modellen und Händlerverhalten und –argumentation offerieren. Auf diesen Seiten wird auch der Gebrauchtwagenverkauf von Autobesitzern untereinander betrachtet. Inwieweit dieses Modell in Deutschland anwendbar wäre, ist Thema des nächsten Abschnitts. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446116
Arbeit zitieren:
Geißler, Philipp August 2001: Der Automobilhandel in Deutschland und die Änderungswirkung des Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Autohandel, Mass Customization, Internet, Autobörsen, Reimport



