Autogenes- und Mentaltraining
Mit Strukturdiagrammen die Kraft der Visualisierung nutzen, um Denk- und Handlungsprozesse zu optimieren
- Art: Seminararbeit
- Autor: Carla Vieira
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Institution / Hochschule: Institut für berufliche Weiterbildung Lörrach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8709-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8709-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8709-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vieira, Carla Juli 2004: Autogenes- und Mentaltraining, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Denkprozess, Handlung, Training
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Seminararbeit von Carla Vieira
Einleitung:
In der Lernpsychologie wird davon ausgegangen, dass der Mensch entweder durch die klassische Konditionierung, durch die Beobachtung von Verhaltensmuster anderer, der Verstärkung von gewünschten Verhaltensmustern oder der Abschreckung von nicht gewünschten Verhaltensmustern und der Einsicht lernt. Lernen erfolgt aus dieser Sichtweise durch eine äußere Begebenheit, die eine entsprechende Änderung im Denken und Handeln hervorruft.
Lernen, d.h. das Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen und die daraus resultierende Anpassung der Denk- und Verhaltensmuster ist vital für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden. Man denke nur an das Immunsystem – das perfekteste Informationssystem überhaupt – dank der autonomen Lernprozesse unserer Zellen gelingt es unserem Körper Antikörper zu bilden und somit Krankheitserreger abzutöten. Das gleiche Prinzip lässt sich auch auf unser geistiges Potenzial übertragen – wenn es uns gelingt unsere Denkstrukturen so zu optimieren, so dass wir möglichst schnell auf Veränderungen in unserem Leben reagieren können, dann werden wir auch alle Herausforderungen im Leben meistern.
Wie Decartes bereits festgestellt hat, identifiziert sich der Mensch über das was er denkt, deshalb die Aussage: Cogito ergo sum. Unsere Gedanken formen unseren Geist und unser Bewusstsein und diese wiederum bestimmen unsere Verhaltensmuster. Unser Denken wiederum, wird von den uns zur Verfügung stehenden Worten geprägt. Den Worten geben wir eine Struktur, indem wir daraus Sätze machen, und geben dem Satz eine inhaltliche Bedeutung, die für uns Sinn macht. Das gleiche Prinzip lässt sich analog auch auf unser Unterbewusstsein übertragen, nur sind es dort statt der Worte Farben, Formen und Gestalten. Unser Unterbewusstsein strukturiert diese, indem es daraus Bilder macht und diesen in einem „Sinngebungsprozess“ eine spezifische Bedeutung zuordnet. Mit anderen Worten spielt das Strukturieren und die Struktur eine wichtige Rolle in unserem Leben. Man spricht ja auch von der strukturierten Persönlichkeit und meint damit eine ausgeglichene und kongruente Person.
Hinsichtlich der Bedeutung der Struktur im Leben des Menschen, habe ich Strukturdiagramme entwickelt, die mit Einbezug von Techniken des Autogenen- und Mentaltrainings unsere Denkprozesse optimieren sollen.
Diese Diplomarbeit ist in zwei Teile gegliedert, im ersten Teil wird das Basiswissen über das Autogene Training vermittelt, dies bildet die Grundlage für den zweiten Teil bei dem es konkret um die Umsetzung geht.
Der erste Teil wird zuerst mit einer Einführung in die Anatomie und Funktionsweise des Gehirns beginnen, denn das Autogene Training und Mentaltraining „erfolgt“ über das Gehirn und es ist deshalb hilfreich, wenn der Lernende die Gehirnanatomie kennt. Danach folgt eine kurze Übersicht über die Lernpsychologie. Im Anschluss daran werden Lerntechniken vermittelt. Die ersten drei Kapitel dienen als Grundlage für das erfolgreiche erlernen des AT und MT, denn der Lernende muss über Konzentrationsfähigkeit und entsprechende Lerntechniken verfügen. Danach folgt eine Einführung in das Autogene Training, dessen Geschichte und Anwendungsbereiche. Zudem wird eine konkrete Übungsanleitung zum Autogenen Training ausgearbeitet. Im nächsten Kapitel wird kurz die Geschichte des Mentaltrainings und dessen Anwendungsbereiche erklärt und wiederum eine Anleitung dazu ausgearbeitet. Diese zwei Kapitel vermitteln die Techniken, die später die Arbeit mit den Strukturdiagrammen und den Farbkarten ermöglichen sollen.
Im zweiten Teil dieser Diplomarbeit werden drei Bereiche, die einen großen Einfluss auf das Selbstverständnis des Menschen ausüben und die Erfolgschancen im Leben bestimmen herauskristallisiert. Diese Bereiche sind: Das Optimieren der Ausdrucksmöglichkeiten und das effizientere Erlernen von Fremdsprachen. Das Strukturieren der Gedankengänge, um Herausforderungen in verschiedenen Lebensbereichen positiv begegnen zu können. Das Steuern der Stimmungslage und das Schöpfen von positiver Energie mit Einbezug von Farbkarten.
Diese drei Bereiche wurden nach einem sorgfältigen Studium der indischen und chinesischen Philosophie ausgewählt. Ausschlaggebend für die Wahl dieser Themenbereiche war auch die Tatsache, dass diese in westliche Therapieformen aufgenommen wurden und somit relativ gut erschlossen und dokumentiert sind. Die Sprache spielt zum Beispiel in den Metasprachmodellen des Neurolinguistischen Programmierens eine wichtige Rolle. Das Strukturieren der Persönlichkeit und das Modellieren der Verhaltensmuster spielt in vielen westlichen Therapieformen eine zentrale Rolle unter anderem in der Gestaltpsychologie. Während die Bedeutung der Farbe und deren Wirkung auf die Sinne und den emotionalen Zustand in der Farbtherapie eingängig erforscht worden ist.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Die Gehirnanatomie | 6 |
| 3. | Lernpsychologie | 10 |
| 4. | Lerntechniken | 15 |
| 5. | Autogenes Training | 22 |
| 5.1 | Geschichte des Autogenen Trainings | 22 |
| 5.2 | Funktionsweise des Autogenen Trainings | 23 |
| 5.3 | Anwendungsbereiche | 26 |
| 5.4 | Entspannungsphasen beim Autogenen Training | 28 |
| 5.5 | Stufen des Autogenen Trainings | 31 |
| 5.5.1 | Übungen in der Grundstufe | 32 |
| 5.5.2 | Übungen in der Oberstufe | 33 |
| 5.6 | Übungsanleitungen zum Autogenen Training | 34 |
| 6. | Mentaltraining | 37 |
| 6.1 | Übungsanleitung zum Mentaltraining | 38 |
| 7. | Einleitung zum praktischen Teil des Mentaltrainings | 39 |
| 8. | Zielsetzung | 40 |
| 9. | Die Sprache | 42 |
| 10. | Strukturdiagramme | 48 |
| 10.1 | Das Zieldiagramm | 49 |
| 10.2 | Das Evaluationsdiagramm | 50 |
| 10.3 | Das Ausgleichsdiagramm | 50 |
| 10.4 | Das Integrativdiagramm | 51 |
| 10.5 | Synthesediagramm | 52 |
| 10.6 | Kreativitätsdiagramm | 54 |
| 10.7 | Enneagramm | 55 |
| 10.7.1 | Das Enneagram als Charaktermodell | 57 |
| 10.7.2 | Das Enneagram als Prozessmodel | 60 |
| 11. | Farbkarten | 63 |
| 12. | Nachwort | 69 |
| 13. | Quellen | 70 |
Daraus lässt sich folgern, dass die Entspannungstechnik des AT die Regeneration des Körpers positiv beeinflusst, was aufgrund der physiologischen Ähnlichkeiten zum Schlaf bewiesen ist. Das AT wirkt sich somit auf die körperliche Gesundheit positiv aus. Handkerum ist der Entspannungszustand des AT besonders förderlich für die innere Bildproduktion, d.h. während dem AT fällt es der rechten Gehirnhälfte einfacher die gesprochenen Worte in Bilder umzuwandeln. Im Wachzustand obliegt die Verarbeitung von Worten der linken Hirnhälfte, entsprechende bildliche Darstellungen werden im Wachzustand nicht so stark wiedergegeben und wahrgenommen. Das AT eignet sich somit besonders gut um gewünschte Verhaltensmuster und Ziele im Unterbewusstsein zu verankern sowie auch bereits vorhandene Erlebnisse und Verhaltensmuster aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein zu holen. Dies dürfte aufgrund der Ähnlichkeit des AT zur Traumphase des Schlafs, bei welcher die psychische Aktivität am Stärksten ist, bewiesen sein. [...]
Das Autogene Training wird auch als Autohypnose bezeichnet, es ist deshalb wichtig die physiologischen Unterschiede zwischen Schlaf, Hypnose und AT zu erläutern. Der wesentliche Unterschied zwischen der Hypnose und dem Schlaf ist, dass ersterer im EEG nebst den physiologischen Mustern der Entspannung auch solche des Wachzustandes zeigt. Denn während der Hypnose stellen sich Stadien ein, die im Wachzustand beobachtet werden, es gibt jedoch bestimmte typische EEG-Schlafmuster die während der Hypnose fehlen. Die wesentlichen Unterschiede zwischen der Hypnose und dem AT im EEG ist, dass während der Hypnose weder Schlafspindeln noch K-Komplexe Auftreten, die beim AT bei einzelnen Personen beobachtet werden. 32 [...]
schnellen, unregelmässigen Augenbewegungen kommt. Bildhafte Träume treten vor allem in dieser Phase auf. In diesem Stadium treten also Symptome einer vermehrten psychischen Aktivität auf. Ausser den Veränderungen von Körpertemperatur, Blutdruck, Puls, Atmung und des galvanischen Hautreflexes stellen sich auch Erektionen ein. Es wird von einem Zustand gesprochen, der sich deutlich sowohl vom Tiefschlaf als auch vom Wachzustand unterscheiden. Aufgrund von EEG Untersuchungen wurde festgestellt, dass das AT dem Zustand von Schläfrigkeit oder den ersten Stadien des physiologischen Schlafes stark ähnelt. Physiologisch lassen sich beim AT wesentliche Unterschiede zwischen Langzeittrainierten und Kurzzeittrainierten feststellen. Kurzzeittrainierte zeigen in der Übung nach einer Phase regelmässiger Alpha Wellen eine Periode mit Alpha Wellen sehr unterschiedlicher Amplitudenhöhe und danach eine nicht-kontinuierliche Alpha-Aktivität mit gelegentlichen Theta-Wellen. Der AT-Übende teilt gewöhnlich beim Auftreten von Theta-Wellen ein Schweregefühl mit. Bei Langzeittrainierten kommt es ebenfalls zu einer Abnahme der AlphaAmplituden bis hin zum völligen Verschwinden der Alpha-Wellen für wenige Sekunden bis zu einigen Minuten. Im Unterschied zu Kurzzeittrainierten treten jedoch keine physiologischen „Einschlafzeichen“ auf. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einem längeren Training die Umschaltung noch im Wachzustand statt findet und zu einem Zustand führt, bei dem ein direkter Übergang in Schläfrigkeit oder Schlaf durch eine funktionelle Schranke unmöglich gemacht wird. Der wesentliche Unterschied von Langzeit- zu Kurzzeittrainierten besteht darin, dass die ersteren es gelernt haben, den physiologischen Prozess des Übergangs vom Wachen zum Schlafen zu blockieren. Studien haben gezeigt, dass während dem Autogenen Training etwas geschieht, dass sich zerebral nachweisen lässt. Die erlebten Zustände während dem AT sind keine Einbildungen, sondern beruhen auf Änderungen der Gehirnfunktionen, die bei der Übung auftreten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832487096
Arbeit zitieren:
Vieira, Carla Juli 2004: Autogenes- und Mentaltraining, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Denkprozess, Handlung, Training



