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Auswirkungen residentieller Segregation von Haushalten in Armutslagen

Auswirkungen residentieller Segregation von Haushalten in Armutslagen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Kuntzagk
  • Abgabedatum: Juli 2009
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 4,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin (EFB) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 95
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4875-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kuntzagk, Stefan Juli 2009: Auswirkungen residentieller Segregation von Haushalten in Armutslagen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unterschicht, Wohnen, Lebensstil, Stadtsoziologie, Milieu

Diplomarbeit von Stefan Kuntzagk

Einleitung:

Heutzutage ist das systemische Denken und Handeln die Leitlinie in der Sozialen Arbeit. Doch oft wird dabei vergessen, dass das größte System in dem wir agieren unsere direkte räumliche Umgebung ist, sie erschafft die „äußeren“ Bedingungen unserer sozialen Interaktionen und bestimmt damit maßgeblich deren Qualität und Ausrichtung, bestimmt, mit wem wir überhaupt in sozialen Kontakt kommen können. Gleichzeitig mit dem zunehmenden Aufklappen der Einkommensschere und einem Anstieg der Armut nimmt auch die soziale Entmischung des urbanen Raumes zu, einhergehend mit einer Abnahme der Vielseitigkeit innerhalb der räumlichen Lebenswelten. Gerade in Berlin sind die Themen Gentrifizierung und Armut an der Tagesordnung.

Wohin gehen aber die Menschen, welche von Gentrifizierungsprozessen vertrieben werden und wie sind die Lebensbedingungen dort? Wie wirkt die räumliche Konzentration von Haushalten in Armutslagen auf diese Haushalte zurück?

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Theoretischer Teil 2
2.1 Stadt und Raum 2
2.1.1 Was ist Stadt 2
2.1.1.1 Städtestatistik 2
2.1.1.2 Stadtgeographie/Stadtgeschichte 3
2.1.1.4 Stadtsoziologie 4
2.1.2 Exkurs über die Beschaffenheit von Raum 5
2.2 Was ist Segregation 6
2.3 Erklärungsmodelle zu Wohnstandortverteilungen 6
2.3.1 Die klassischen Ansätze: Sozialökologie der Chicagoer Schule und der neo-klassische Ansatz 7
2.3.2 Verhaltenstheoretische Ansätze 12
2.3.3 Institutionelle Ansätze 13
2.3.4 New Urban Sociology 15
2.4 Analyse segregierter Gebiete 19
2.4.1 Segregations- und Dissimilaritätsindex 22
2.4.2 Kartierungsmethoden zur Erfassung räumlicher Distanz und Merkmalsverteilung 23
2.4.3 Klassische Sozialraumanalyse nach Shevky und Bell 25
2.4.3 Faktorialanalyse 27
2.4.4 Clusteranalyse 28
2.4.5 Qualitative Methoden 29
2.5 Geschichte räumlicher Differenzierung 30
2.5.1 Stadt im Mittelalter. 30
2.5.2 Industrialisierung 31
2.5.3 Die Stadt des 20. Jahrhunderts 37
2.5.4 Stadtentwicklung in der DDR 39
2.5.5 Stadtentwicklung in der BRD 41
2.5.6 Stadt der Postmoderne 45
2.5.7 Zusammenfassung: Mechanismen der Segregation in deutschen Großstädten heute 48
2.6 Armut 50
2.6.1 Definitionen von Armut 51
2.6.2 Ursachen von Armut 54
2.6.3 Dauer und Bewältigung von Armutslagen 58
2.6.5 Auswirkungen von Einkommensarmut 61
2.6.6 Eine neue Schicht der Ausgegrenzten? 62
2.7 Klassen, Schichten, Milieus und Lebensstile 63
2.7.1 Klassen, Schichten und soziale Lagen 63
2.7.2 Lebensstile und Milieus 65
2.8 Devianz 68
2.8.1 Was ist deviantes Verhalten 68
2.8.2 Ätiologisch orientierte Ansätze 68
2.8.3 Subkulturtheorien 69
2.8.4 Labeling Approach 70
2.8.5 Broken-Windows-Theorie 71
2.9 Umweltpsychologie 71
2.9.1 Lärm und Luftverschmutzung 71
2.9.2 Dichte 73
2.9.3 Sicherheit und Kriminalität 73
2.9.4 Soziale Kontakte und Wohnumfeld 75
2.9.5 Begrünung 76
2.5.6 Wohnumfeld und Kinder 76
2.6 Zusammenfassung und Forschungsfragen 77
3. Methoden 78
4. Empirische Ergebnisse 79
4.1 Zunahme der Segregation von Haushalten in Armutslagen 79
4.2 Effekte der Bewohnerstruktur 80
4.2.1 Abweichendes Verhalten 80
4.1.2 Soziale Netzwerke 82
4.2 Effekte der Baulich-räumlichen Ausstattung und der Infrastruktur 84
4.3 Stigmatisierung 85
5. Ergebnisse und Handlungsfolgen für die Soziale Arbeit 86
5.1 Ergebnis 86
5.5.2 Handlungsfolgen Soziale Arbeit 88
Literaturverzeichnis 89
Zusatzquellenverzeichnis Abbildungen 94

Textprobe:

Kapitel, 2.7 Klassen, Schichten, Milieus und Lebensstile:

Im Rahmen der Untersuchung von sozialen Ungleichheiten ist die Soziologie bemüht und gezwungen, wenn sie denn Aussagen über die ungleiche Verteilung von Gütern in der Sozialstruktur und Unterschiede in der Lebensführung einer Gesellschaft machen möchte, diese Soziale Sphäre zu strukturieren, also die Menge der Individuen in Gruppen mit gemeinsamen Merkmalen zu fassen. Mit der Individualisierung wird dies zunehmend schwerer und sowohl die Zahl der einzelnen Strukturierungsversuche nimmt zu als auch deren innere Differenzierung.

Klassen, Schichten und soziale Lagen:

Das auf Marx zurückgehende Klassenmodell und die in der Auseinandersetzung damit von Theodor Geiger entwickelte Schichtanalyse weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Sie gehen davon aus, dass sich eine Gesellschaft in verschiedene Gruppen einteilen lässt, welche sich in jeweils ähnlichen Klassen- und Soziallagen befinden. Diese Lagen werden determiniert durch die Stellung zu den Produktionsmitteln, durch ähnliche Besitz- und Einkommensverhältnisse und durch ähnliche Berufe und Qualifikationen. Beide Modelle folgen der Grundannahme, dass, da die jeweiligen Schicht/Klasse Zugehörigen unter ähnlichen Bedingungen leben auch ähnliche Erfahrungen machen. Dadurch ergeben sich auch ähnliche Werte, Ideen, Ideologien, Interessen und Verhaltensweisen. Aus den klassen- oder schichttypischen Prägungen und Ressourcen ergeben sich klassen- und schichttypische Lebenschancen und Risiken.

Jedoch gibt es auch Unterschiede. In Klassentypisierungen stehen die ökonomischen Kriterien im Mittelpunkt, bei Marx über den Besitz von Produktionsmitteln, bei Weber über die Erwerbs- und Marktchancen. Klassenanalyse beinhaltet auch die Analyse der Machtkämpfe und Beziehungen zwischen den Klassen, die Klassen werden historisch-dynamisch betrachtet. Schichtanalysen dagegen weisen meist eine statische Beschreibung der sozialen Lagen auf und konzentrieren sich auf die Beschreibung der mit den einzelnen Schichten verbundenen Subkulturen und der daraus resultierenden Lebenschancen.

Lagenmodelle erweitern die Schicht- und Klassenmodelle um die Berücksichtigung horizontaler Ungleichheiten. Bei dem in der Wohlfahrtsforschung von Wolfgang Zapf entwickelten Modell wird die Bevölkerung nach sozial bedeutsamen Kriterien in verschiedene soziale Lagen eingestuft und untersucht, welche materiellen Ressourcen und welche Lebenszufriedenheit an die verschiedenen Lagen geknüpft sind. Neben den vertikalen Schichtkriterien wie Einkommensklassen oder Berufsstatus werden noch die horizontalen Kriterien Geschlecht, Region (Ost- oder Westdeutschland) und Alter herangezogen.

Daraus ergeben sich 64 verschiedene Soziallagen, die eine differenzierte Betrachtung der Verteilung der materiellen Ressourcen und des subjektiven Wohlbefindens erlauben. Otto G. Schwenk identifizierte über eine Clusteranalyse von einer Vielzahl von ungleichen Lebensbedingungen wie Bildung, Einkommen, Wohnbedingungen, soziale Integration und Anomie für Westdeutschland zehn, für Ostdeutschland neun verschiedene soziale Lagen. Doch durch die zunehmende Differenzierung der Gesellschaft reichten vertikale Klassifizierungen nicht mehr aus, von einigen Sozialwissenschaftlern wurde gar die Bedeutung von horizontalen Ungleichheiten höher eingeschätzt, so dass neue Modelle der Sozialstruktur entwickelt wurden.

Arbeit zitieren:
Kuntzagk, Stefan Juli 2009: Auswirkungen residentieller Segregation von Haushalten in Armutslagen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unterschicht, Wohnen, Lebensstil, Stadtsoziologie, Milieu

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