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Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum auf das ehrenamtliche Engagement am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis Bad Kreuznach

Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum auf das ehrenamtliche Engagement am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis Bad Kreuznach
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Barbara Metzmann
  • Abgabedatum: April 2006
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 800,9 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9790-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9790-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9790-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Metzmann, Barbara April 2006: Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum auf das ehrenamtliche Engagement am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis Bad Kreuznach, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nonprofit, Organisation, Dritter Sektor, freiwillig, Engagement

Diplomarbeit von Barbara Metzmann

Einleitung:

Freiwillige Feuerwehr – gut, dass es sie gibt, aber selbst freiwilliges Engagement leisten – nein danke. So oder ähnlich denken viele. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund für den Mitgliederschwund bei der Freiwilligen Feuerwehr. Hinzu kommen Fluktuation, Geburtenrückgang, Veränderungen in der Freizeitgestaltung oder auch Umzüge bzw. Abwanderungen. Selbst wenn der Löschzug noch genügend Feuerwehrleute aufweist, liegen die Arbeitsstätten vieler Engagierter in großer Distanz zu ihrem Heimatort, so dass sie tagsüber nicht erreichbar sind. Darüber hinaus treten oftmals Schwierigkeiten bei der Freistellung durch die Arbeitgeber auf.

Als besonders bedeutsam wird der demografische Wandel empfunden. Immer mehr ältere stehen immer weniger jüngeren Personen gegenüber. Aufgrund dessen ist es wahrscheinlich, dass bis 2050 manche Ortschaften im Landkreis Bad Kreuznach nicht mehr existieren werden. Schon heute gestaltet es sich schwierig, in jedem Ort eine Freiwillige Feuerwehr zu stellen. Zukünftig ist davon auszugehen, dass Feuerwehren verschiedener Gemeinden sogar zusammengelegt werden müssen. Diese Arbeit befasst sich mit dem aktuellen Bevölkerungsstand sowie dem zu vermutenden demografischen Wandel, mittelfristig bis 2015 sowie langfristig bis 2050. Des Weiteren werden die daraus entstehenden Probleme für das Ehrenamt in Nonprofit-Organisationen, speziell in Bezug auf die Freiwillige Feuerwehr im Landkreis Bad Kreuznach, untersucht. Anhand der Betrachtungen wird deutlich, dass für den beobachteten Mitgliederschwund nicht nur der demografischen Wandel, sondern auch die Verschiebung vom alten zum neuen Ehrenamt ausschlaggebend ist.

Problemstellung:

Das Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehr hat sich seit ihrer Gründung bedeutend erweitert. Während es in ihrer Gründungszeit ausschließlich um die Brandbekämpfung ging, sind Feuerwehren heutzutage „kommunale technische Einheiten“, die in sämtlichen Notsituationen, von Verkehrsunfällen über Großbrände bis hin zu Katastrophenfällen, Hilfe leisten. Anhand dieses breit gefächerten Gebietes ist zu erkennen, dass neben einer umfassenden Grundausbildung eine Spezialausbildung in den einzelnen Fachgebieten vonnöten ist. Diese Ausbildungen sind jedoch zeitaufwendig und somit von vielen Mitgliedern, die beruflich oder auch privat stark eingebunden sind, schwer zu bewältigen. Den Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr ist verstärkt aufgefallen, dass ihre Mitglieder zeitlich mehr in Anspruch genommen werden. Die Teilnehmerzahlen an den Ausbildungen und Seminaren, die meistens an Samstagen stattfinden, haben in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Sie gehen davon aus, dass viele Mitglieder, aus Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren, den Dienst bei der Feuerwehr vernachlässigen bzw. ganz aufgeben werden.

Aus der Sicht von Experten des Landkreises Bad Kreuznach liegt die Problematik der Feuerwehren und Jugendfeuerwehren im demografischen Wandel, speziell im ländlichen Raum. Lange Zeit wurde dies verkannt und der demografische Wandel von der Öffentlichkeit nicht ernst genommen. Bevölkerungswissenschaftler haben schon seit den 80er Jahren auf diesen Wandel hingewiesen und die Entwicklung von Lösungsstrategien angemahnt. Eine weitere Problematik, welche in dieser Arbeit diskutiert wird, ist der Wandel vom alten zum neuen Ehrenamt. Dieser wirkt sich ebenfalls hemmend auf die Mitgliederentwicklung aus, da in der Freiwilligen Feuerwehr das alte, auf Dauer und in bestimmte Positionen gewählte Ehrenamt praktiziert wird. Gegensätzlich hierzu steht das neue, kurzzeitige und projektbezogene Ehrenamt.

Im Folgenden wird nun der Landkreis Bad Kreuznach vorgestellt. In der Mitte von Rheinland-Pfalz liegt der Landkreis Bad Kreuznach mit einer Gesamtfläche von 864 km² und 158.746 Einwohnern (2004). Gegliedert ist der Landkreis in acht Verbandsgemeinden, die sich aus insgesamt 119 Gemeinden zusammensetzen.

Bei näherer Betrachtung der einzelnen Gemeinden und ihren momentanen Einwohnerzahlen ist auffällig, dass einige Gemeinden, besonders in der Verbandsgemeinde Kirn-Land, unter 100 Einwohner aufweisen. Für diese Gemeinden, wie zum Beispiel Heinzenberg mit 29 Einwohnern oder Horbach mit 39 Einwohnern, ist anhand der Bevölkerungsvorausberechnungen bis zum Jahr 2050 (siehe Kapitel 2.2.3.) zu vermuten, dass sie bis spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr existieren werden. Hierbei stellen sich folgende Forschungsfragen:

- Wie wird sich der ländliche Raum speziell im Landkreis Bad Kreuznach demografisch mittelfristig bis zum Jahr 2015 und langfristig bis zum Jahr 2050 verändern?

- Welche Folgen ergeben sich daraus für die Nonprofit-Organisation der Freiwilligen Feuerwehr und die in der Organisation Engagierten?

- Wird es noch genügend Nachwuchs geben, um flächendeckend Freiwillige Feuerwehren stellen zu können?

- Welche Bedeutung hat der Wandel vom alten zum neuen Ehrenamt für die Freiwillige Feuerwehr?

Interessant ist ebenfalls die Frage danach, wie die Verantwortlichen in der Organisation der Freiwilligen Feuerwehr auf den Alterungsprozess und den demografischen Wandel, aber auch die Verschiebung vom alten zum neuen Ehrenamt und dem damit verbundenen Rückgang der Mitglieder reagieren. Wichtig ist es, früh genug zu handeln, bevor der Mitgliederschwund noch drastischer wird. Anhand des festgestellten Rückgangs der Engagierten, sowohl bei der Jugend- als auch der aktiven Wehr, wird es immer dringlicher zu handeln.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 2
1.1 Allgemeine Fragestellung 3
1.2 Dimensionen der Forschungsfrage 6
1.3 Verlauf der Arbeit 9
2 Demografischer Wandel und seine Auswirkungen 11
2.1 Begriffserklärung und Problematik des demografischen Wandels 11
2.2 Aktueller Bevölkerungsstand und zukünftiger Prozess bis 2050 15
2.2.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 15
2.2.2 Bevölkerungsentwicklung in Rheinland-Pfalz, insbesondere im Landreis Bad Kreuznach 19
2.3 Kritik an demografischen Bevölkerungsvorausberechnungen 25
3. Ehrenamtliches Engagement in Nonprofit-Organisationen 28
3.1 Nonprofit-Organisationen 28
3.1.1 Begriffsbestimmung: Nonprofit-Organisation (Dritter Sektor) 29
3.1.2 Soziologische Perspektive auf Nonprofit-Organisationen 31
3.1.3 Charakteristika von Nonprofit-Organisationen 32
3.2 Empirische Untersuchungen zum ehrenamtlichen Engagement 34
3.2.1 Begriffsbestimmung des Ehrenamtes/freiwilligen Engagements 36
3.2.2 Erkenntnisse aus dem 1. und 2. Freiwilligensurvey 1999/2004 37
3.2.3 Landesstudie Rheinland-Pfalz 48
3.3 Entwicklungen des Ehrenamts 51
4. Freiwillige Feuerwehr im Landkreis Bad Kreuznach 53
4.1. Organisation und Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr/Jugendfeuerwehr 54
4.2. Mitgliederentwicklung der letzten Jahre 59
4.3. Soziodemografische Ausprägungen 67
5. Synthese 73
5.1 Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Freiwillige Feuerwehr 73
5.2 Auswirkungen der Erkenntnisse der Dritt-Sektor-Forschung auf die Freiwillige Feuerwehr 78
6. Schlussbetrachtung 85
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis 94
Literaturverzeichnis 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

lung der Aktiven auf die Altersklassen erheben. Dadurch kann sie abschätzen, wie viele Aktive aufgrund von Altersgründen zu welchen Zeitpunkten aus der Freiwilligen Feuerwehr ausscheiden werden und wie viel Potenzial sie zukünftig haben wird. Weiterhin müssen Maßnahmen und Gegensteuerungen überlegt und umgesetzt werden, um die drastischen Auswirkungen des demografischen Wandels einzudämmen. Das folgende Kapitel 6 stellt in seiner Schlussbetrachtung Handlungsempfehlungen zu dem Problem des demografischen Wandels vor. Durch den vermuteten drastischen Rückgang, besonders der Altersklassen der unter 20-jährigen und der Personen im Alter von 20 bis 60 Jahre, ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren viele der momentan 117 Freiwilligen sowie der 44 Jugendfeuerwehren auf Grund Mitgliedermangels aufgelöst bzw. Ortswehren zusammengelegt werden müssen. Allein anhand der Mitgliederentwicklungen der letzten Jahre, in Verbindung mit den absoluten Geburten im Landkreis Bad Kreuznach Ende der 90er bis heute, ist eine Auflösung einiger Wehren nicht mehr auszuschließen. [...]

Durch den, mit Hilfe von Bevölkerungsprojektionen berechneten, drastischen, langfristigen Rückgang der Bevölkerung, aber auch aufgrund der kurzfristigen Veränderungen fragen sich Verantwortliche, wie der Kreisfeuerwehrinspekteur und der Kreisjugendfeuerwehrwart des Kreises Bad Kreuznach, ob es in einigen Jahren noch möglich sein wird, in nahezu jeder Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr zu stellen. Dass diese Bedenken zu Recht geäußert werden, zeigen die Zahlen der Mitgliederentwicklung sowohl der Jugendfeuerwehren als auch der aktiven Wehren, welche in den letzten Jahren rückläufig sind. Wie bereits in Kapitel 4.2. dargestellt, wird sich dieser Trend weiter fortsetzen, da die absoluten Geburten bereits Ende der 90er und insbesondere ab 2001 im Landkreis Bad Kreuznach rückläufig sind und im Jahr 2004 ihren Tiefstand aufweisen. Aufgrund der demografischen Entwicklung kommt es für die Feuerwehr darauf an, nicht nur junge Menschen für die Mitarbeit in der Jugendfeuerwehr zu gewinnen und sie von den Aufgaben und dem Sinn der Feuerwehr zu überzeugen, sondern sie muss sich auch an ältere Menschen wenden und vor allem [...]

Aufbauend auf die bereits erarbeiteten Grundlagen, analysiert dieses Kapitel die Auswirkungen sowohl des demografischen Wandels als auch der Dritt-SektorForschung auf die Freiwillige Feuerwehr im Landkreis Bad Kreuznach. Anhand der Darstellungen in den letzten Kapiteln kann geschlossen werden, dass die Zahl der Menschen, die sich für die ehrenamtliche Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr interessieren, zurückgeht. Hierbei spielen neben den demografischen Entwicklungen die erhöhte Mobilität in der Gesellschaft, ein größerer Druck am Arbeitsplatz sowie ein verändertes Freizeitverhalten eine Rolle. Die Gesellschaft lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Menschen, die sich in Feuerwehren, ob Jugend- oder aktiven Wehren, zusammenschließen. Die nun folgende Analyse bezieht sich auf die gewonnenen Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln. [...]

Arbeit zitieren:
Metzmann, Barbara April 2006: Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum auf das ehrenamtliche Engagement am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis Bad Kreuznach, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nonprofit, Organisation, Dritter Sektor, freiwillig, Engagement

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