Die Auswirkungen der Windenergie und Elektromobilität auf die energiepolitischen Ziele Österreichs
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Michaela Rohrer
- Abgabedatum: Oktober 2011
- Umfang: 103 Seiten
- Dateigröße: 6,1 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
- Bibliografie: ca. 37
- ISBN (eBook): 978-3-8428-2108-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Rohrer, Michaela Oktober 2011: Die Auswirkungen der Windenergie und Elektromobilität auf die energiepolitischen Ziele Österreichs, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Windenergie, Elektromobilität, Energiepolitik, Erneuerbare Energie, Österreich
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Magisterarbeit von Michaela Rohrer
Einleitung:
Die Erde hat rd. vier Milliarden Jahre gebraucht, um der Menschheit angenehme Klima- und Umweltbedingungen zum Leben zu bieten. Wenn die Industrialisierung unserer Gesellschaft unvermindert weiter schreitet, werden durch die ansteigende Verschlechterung der Klimabedingungen die Lebensbedingungen der Menschheit dauerhaft zerstört. Eine wesentliche Ursache liegt bei der Energiegewinnung durch Verbrennung von fossilen Energieträgern, wodurch der CO2-Gehalt der Luft ständig ansteigt (Treibhauseffekt).
Der Ausweg aus dieser Situation fordert ein globales Umdenken und einen Paradigmenwechsel sowohl in der europäischen als auch in der österreichischen Klima- und Energiepolitik. In diesem Zusammenhang gilt es eine Reihe von nationalen und internationalen Zielsetzungen zu erreichen. Österreich hat im Rahmen des Kyoto-Protokolls und der darauf aufbauenden ‘Lastenaufteilung’ innerhalb der EU-15 die rechtlich verbindliche Verpflichtung übernommen, die Emissionen von Treibhausgasen in der Verpflichtungsperiode 2008 bis 2012 um 13% gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren.
Positive Schritte in eine nachhaltige Energiezukunft sind die vermehrte Nutzung der Windenergie –als erneuerbarer Energieträger- sowie der Eintritt in die Elektromobilität. Hier werden die Verbrennungskraftmotoren von Fahrzeugen mithilfe neuer Technologien der Energiespeicherung schrittweise durch Elektroantriebe ersetzt.
Die Zielvorgaben der Energiepolitik mit der nachhaltigen Energieaufbringung durch Wind und der Energiebedarf durch Elektromobilität stehen in einer Dreiecksbeziehung.
In der vorliegenden Arbeit soll den Fragen nachgegangen werden, inwieweit aus österreichischer Sicht die vorliegenden Ziele der Energiepolitik (Reduzierung der Emissionen von Treibhausgasen) durch den verstärkten bundesweiten Ausbau von Windkraft erreicht werden können und welchen Faktor die Elektromobilität in Zukunft einnehmen wird, sowohl bei der Reduzierung der Treibhausgase durch Elektroantriebe als auch beim aufzubringenden Energiebedarf .
Aufbau der Arbeit:
Die Grundlagen der erneuerbaren Energieträger werden im Kapital 2 erläutert. In der Folge wird auf die unterschiedlichen Funktionsweisen der Energieumwandlung eingegangen. Auf die Thematik der Windenergie wird besonders ausführlich eingegangen, weil sie von allen Energieformen zur Erzeugung von Strom in Europa am stärksten wächst.
Das Kapitel 3 ist der Energiepolitik und ihrer Verantwortung gewidmet. Im Sinne der Ressourcenschonung werden die Kriterien der Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Gesellschaft in Zukunft um die Begriffe Umweltverantwortung und Nachhaltigkeit ausgeweitet. Nach den Zielvorgaben der Rahmenbedingungen werden jene marktwirtschaftlichen Instrumente erklärt, die es Industrieländern bei Nichterfüllung ihrer Ziele ermöglichen, einen Teil ihrer Verpflichtungen durch Aktivitäten in anderen Ländern oder durch den Handel mit Emissionsrechten einzulösen. Im Anschluss daran werden die Fördereinrichtungen für Österreich und Deutschland vorgestellt.
Das Kapitel 4 erläutert die Windenergie als erneuerbarer Energieträger. Die Entwicklung der Windkraft in Österreich wird von der Historie bis in die Gegenwart dargestellt. Zum Status Quo der Windenergie in Österreich wird auch der gegenwärtige Stand in Europa beleuchtet und die Ziele der Energiestrategie Österreichs in Bezug auf Nachhaltigkeit mit den energiestrategischen Vorhaben der EU verglichen.
Im Kapitel 5 werden nach Vorstellung der Ausgangslage die Beweggründe für die Elektromobilität erklärt. Die Thematik der Elektromobilität ist nicht alleine vom Reifeprozess einer neuen Antriebstechnologie abhängig. Der Erfolg wird maßgeblich vom wechselseitigen Zusammenwirken der Akteure (Politik und Autoindustrie - Energiewirtschaft und Nutzer) abhängig sein. Deren Perspektiven werden erklärt. Anschließend werden elektromobile Antriebskonzepte vorgestellt. Um eine Marktdurchdringung zu erreichen, sind Fördermodelle notwendig, die länderweise unterschiedlich sind und in Kurzform zusammengefasst dargestellt werden.
Im Kapitel 6 werden die Ergebnisse aus der Fragestellung dargestellt und abschließend auf die Zukunftsperspektiven dieser Thematik eingegangen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 7 | |
| 1. | Einleitung | 9 |
| 1.1 | Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit | 9 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 10 |
| 2. | Erneuerbare Energieträger (EET) | 12 |
| 2.1 | Grundlagen | 12 |
| 2.2 | Arten | 13 |
| 2.2.1 | Windenergie | 14 |
| 2.2.2 | Wasserkraft | 19 |
| 2.2.3 | Biomasse | 23 |
| 2.2.4 | Sonnenenergie | 25 |
| 3. | Grundlagen der Energiepolitik | 28 |
| 3.1 | Ziele der Energiepolitik | 28 |
| 3.2 | Bedingungen für den Einsatz energiepolitischer Instrumente | 31 |
| 3.2.1 | Vorgaben an die europäische Klima- und Energiepolitik | 31 |
| 3.2.2 | Vorgaben an die österreichische Klima- und Energiepolitik | 32 |
| 3.3 | Instrumente der Energiepolitik | 36 |
| 3.3.1 | Monetäre Instrumente | 37 |
| 3.3.2 | Mengenorientierte Instrumente | 39 |
| 3.3.2.1 | Ausschreibungsmodell (Bidding oder tender-based Systems) | 39 |
| 3.3.2.2 | Quotenmodell allgemein | 41 |
| 3.3.2.3 | Quotenmodell mit Zertifikatehandel | 42 |
| 3.3.3 | Preisorientierte Förderinstrumente | 44 |
| 3.3.3.1 | Einspeisevergütungsmodell | 44 |
| 3.3.3.2 | Prämienmodelle | 45 |
| 3.3.4 | Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Fördermodellen | 46 |
| 3.3.4.1 | Quotenmodell mit fixem Buy-out-Preis | 47 |
| 3.3.4.2 | Quotenmodell mit Mindestpreisen | 49 |
| 3.3.4.3 | Entstehung eines Zertifikatmarktes | 49 |
| 3.3.5 | Ökologische Finanzreformen | 50 |
| 3.3.5.1 | Internalisierung externer Kosten bei fossiler Energie | 50 |
| 3.3.5.2 | Ökologische Auswirkungen durch die Besteuerung nicht regenerativer Energien | 51 |
| 3.3.5.3 | Subventionsabbau von fossilen Energien | 52 |
| 3.3.6 | Förderung fossiler Energien mit verringerten Emissionen | 52 |
| 3.3.7 | Investitionskostenzuschüsse für Privathaushalte | 53 |
| 3.4 | Fördereinrichtungen für erneuerbare Energieträger | 53 |
| 3.4.1 | Fördereinrichtungen in Österreich für Erneuerbare Energieträger | 53 |
| 3.4.2 | Fördereinrichtungen in Deutschland für Erneuerbare Energieträger | 57 |
| 4. | Erneuerbare Energien am Beispiel Windenergie | 60 |
| 4.1 | Nutzung der Windenergie in Österreich | 60 |
| 4.1.1 | Die Entwicklung der Windkraft in Österreich | 60 |
| 4.1.2 | Der Ausbau der Windkraft in Österreich | 61 |
| 4.1.3 | Der Status Quo der Windenergie in Österreich | 61 |
| 4.1.3 | Der Status Quo der Windenergie außerhalb von Österreich | 63 |
| 4.2 | Die Ziele der Energiestrategie Österreichs in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Energieversorgung durch Windenergie | 66 |
| 4.2.1 | Die energiestrategischen Vorgaben der EU | 66 |
| 4.2.2 | Die Umsetzung der Energiestrategie Österreichs in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Energieversorgung durch Windenergie | 66 |
| 4.2.3 | Die Auswirkung auf das Landschaftsbild durch den Ausbau derWindenergie | 69 |
| 4.2.4 | Die Auswirkung auf Österreichs Wirtschaft durch den Ausbau derWindenergie | 70 |
| 5. | Die Elektromobilität | 71 |
| 5.1 | Ausgangslage | 71 |
| 5.2 | Definition | 71 |
| 5.3 | Die Ziele der Akteure | 74 |
| 5.3.1 | Elektromobilität aus der Perspektive der Politik | 74 |
| 5.3.2 | Elektromobilität aus der Perspektive der Automobilindustrie | 77 |
| 5.3.3 | Elektromobilität aus der Perspektive der Energiewirtschaft | 80 |
| 5.3.4 | Elektromobilität aus der Perspektive der Nutzer | 82 |
| 5.4 | Elektromobile Antriebskonzepte | 85 |
| 5.5 | Kostenvergleich zweier Antriebskonzepte | 87 |
| 5.6 | Fördermodelle zur Elektromobilität | 88 |
| 5.6.1 | Aktuelle Förderungen der E-Mobilität im internationalen Umfeld | 89 |
| 5.6.2 | Aktuelle Förderungen der E-Mobilität in Österreich | 90 |
| 5.7 | Aktuelle Mitgestalter der Elektromobilität in Österreich | 92 |
| 5.8 | Kritische Forderungen an die Elektromobilität | 93 |
| 6. | Conclusio | 95 |
| Literaturverzeichnis | 97 |
Textprobe:
Kapitel 3, Grundlagen der Energiepolitik:
Die Energiepolitik innerhalb der Europäischen Union liegt im Wesentlichen in der Eigenverantwortung jedes Mitgliedsstaates. Jede Regierung trägt damit direkte Verantwortung dafür, dass Energien, wie Strom, Treibstoffe (Diesel und Benzine), Erdöl und Erdgas bundesweit in ausreichendem Maß verfügbar sind. Die Europäische Union gibt zur Energiepolitik zwar Richtlinien vor, überlässt aber den einzelnen Mitgliedsstaaten beispielsweise die Entscheidung zum Ein- oder der Ausstieg betreffend die Kernkraftnutzung. Spätestens seit der Energiekrise (Ölkrise 1973, Ölkatastrophe 2010 im Golf von Mexiko) hat ein europaweites Umdenken und gemeinsames Handeln bei allen maßgeblichen EU-Organen sowie den Mitgliedsstaaten eingesetzt. Die Beschaffung und der Transfer von Energien sind mittlerweile zu einem gemeinsamen, europaweiten Problem geworden.
3.1, Ziele der Energiepolitik:
Vorrangiges Ziel jeder Energiepolitik ist die Versorgung der Volkswirtschaft mit Energie. Unmittelbar damit gekoppelt sind die Aspekte der Wirtschaftlichkeit, Importunabhängigkeit und Versorgungssicherheit, Sozialverträglichkeit und Akzeptanz sowie Umweltverträglichkeit und Ressourcenschonung. In vielen Bereichen sind Defizite zu erkennen und zwar in folgenden:
Der übermäßige Verbrauch begrenzter Energieressourcen.
Die globale Klimaerwärmung.
Die Risiken der Kernenergienutzung.
Das starke Gefälle des Energieverbrauchs zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Verantwortungsvolle Energiepolitik muss auf die unerschöpflichen Quellen der Natur setzen. Intelligente Energiepolitik erfordert ein Umdenken und verknüpft heutzutage die Verfügbarkeit von Ressourcen mit dem Begriff der Nachhaltigkeit. Nachhaltige Entwicklung im Energiebereich könnte auch lauten:
‘Eine Energienutzung ist nachhaltig, wenn sie die allgemeine und dauerhafte Verfügbarkeit von geeigneten Energieressourcen sicherstellt und zugleich die negativen Auswirkungen von Energiebereitstellung, -transport und -nutzung begrenzt’.
Vereinfacht werden die Säulen der Energiepolitik in eine Dreiecksbeziehung eingebettet. Hierbei stehen in Wechselwirkung:
Wirtschaftlichkeit.
Versorgungssicherheit.
Umweltverträglichkeit.
Wirtschaftlichkeit heißt, dass Energie preiswert ist. Nur damit ist die Wirtschaft in der Lage, zu konkurrenzfähigen Konditionen am Markt zu bestehen. Darüber hinaus muss Energie auch im Haushaltsbereich erschwinglich bleiben.
Der Begriff Versorgungssicherheit umfasst neben der Versorgungssicherung, die durch ausreichende Primärenergieträger –also z.B. Erdgas oder Öl- erreicht wird, auch die Versorgungsqualität und die operative Versorgungssicherheit.
Das Verständnis für das Thema Versorgungssicherheit erfordert eine allgemein gültige Definition des Begriffes. Die E-Control verwendet folgende Definition, die ihr für den österreichischen Strommarkt als am Besten erscheint: ‘Versorgungssicherheit bedeutet, dass Kunden elektrische Energie beziehen können, zu dem Zeitpunkt wann sie diese benötigen, mit definierter Qualität und zu marktorientierten und transparenten Preisen.’ Es ist gesetzlich festgelegt, dass der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft kostengünstige Elektrizität in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten ist. Eine aktuelle Energiepolitik bezieht die Umweltverträglichkeit in ihren Aktionen mit ein. Während gegen Ende des vorigen Jahrhunderts unter diesem Begriff die schonende Nutzung von Ressourcen und die Luftreinhaltepolitik im Vordergrund stand, hat aktuell der Klimaschutz insbesondere in hochindustrialisierten Ländern den Vorrang übernommen. Auf die Ansätze zur Annäherung und Lösung der damit verbundenen Probleme wird an späterer Stelle im Detail Bezug genommen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842821088
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Windenergie, Elektromobilität, Energiepolitik, Erneuerbare Energie, Österreich



