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Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2001 auf die Finanzierungspolitik von Kapitalgesellschaften

Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2001 auf die Finanzierungspolitik von Kapitalgesellschaften
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Verena Kaden
  • Abgabedatum: Juni 2002
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 687,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5783-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5783-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5783-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kaden, Verena Juni 2002: Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2001 auf die Finanzierungspolitik von Kapitalgesellschaften, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Teilsteuerrechnung, Kapitalstruktur, Ausschüttungspolitik, Fremdfinanzierung, Eigenfinanzierung

Diplomarbeit von Verena Kaden

Einleitung:

Das Steuersenkungsgesetz (StSenkG) hat zu einer völligen Neuordnung der Unternehmensbesteuerung geführt. Aufgrund der tiefgreifenden Änderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen erscheint es unumgänglich sämtliche steuerbeeinflusste unternehmerische Entscheidungen zu überprüfen. Die Arbeit widmet sich der Analyse der Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf die Finanzierungspolitik von Kapitalgesellschaften.

Um Aussagen über die Wahl einer steuerlich optimalen Finanzierungspolitik zu treffen, bedarf es eines vollständigen Steuerbelastungsvergleiches der Finanzierungsalternativen.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 2 wird zunächst eine Übersicht über die wesentlichen Gesetzesänderungen der Unternehmenssteuerreform gegeben.

Als Grundlage der durchzuführenden Steuerbelastungsvergleiche werden in Kapitel 3 Gesamtbelastungsgleichungen für beide Rechtssysteme in Abhängigkeit von der Finanzierungsform hergeleitet. Durch die Steuerreform hervorgerufene Änderungen in der Steuerbelastung werden analysiert. Zur Quantifizierung der einzelnen Steuerwirkungen wird auf die Methode der Teilsteuerrechnung zurückgegriffen.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Wahl der steuerlich optimalen Finanzierungspolitik. Das Optimalitätskriterium ist hierbei die Maximierung des Unternehmenswertes.

In Kapitel 4.1 steht die Wahl der steuerlich optimalen Kapitalstruktur im Vordergrund. Zu Beginn des Kapitels wird für beide Rechtslagen die Steuerbelastung der Eigenfinanzierung mit der der Fremdfinanzierung verglichen. Um die Vorteilhaftigkeitsbereiche der Finanzierungsalternativen gegeneinander abzugrenzen, werden Indifferenzbedingungen in der Gestalt von kritischen Einkommensteuersätzen und Gewerbesteuerhebesätzen abgeleitet, anhand derer in der Praxis konkrete Entscheidungen getroffen werden können. Entgegen dem überwiegenden Vorgehen in der Literatur, werden in die Steuerbelastungsvergleiche auch die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag einbezogen. Beachtet wird insbesondere auch die Änderung bei der Ermittlung der Kirchensteuer, welche sich durch das „Gesetz zur Regelung der Bemessungsgrundlage für Zuschlagsteuern“ ergeben hat. Im Anschluss an den Steuerbelastungsvergleich wird analysiert, inwieweit die Steuerreform Auswirkungen auf das Volumen etwaiger Steuervorteile/-nachteile hat. Abschließend wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich auf die Steuervorteile bzw. -nachteile der Finanzierungsalternativen tatsächlich ein Beitrag zum Unternehmenswert begründet.

Kapitel 4.2 geht auf die zweite Gestaltungsgröße der Unternehmensfinanzierung, die Ausschüttungspolitik ein. Anhand des Vergleiches der Selbstfinanzierung mit der Beteiligungsfinanzierung und der Fremdfinanzierung wird untersucht, ob durch die Steuerreform ein Einfluss der Besteuerung auf die Gewinnverwendungsentscheidung entsteht bzw. verstärkt wird.

In Kapitel 5 werden schließlich Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, die eine optimale Nutzung der ermittelten Steuervorteile bzw. eine Vermeidung von steuerlichen Nachteilen im Rahmen der Finanzierungspolitik ermöglichen.

In Kapitel 6 erfolgt die Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeit sowie eine abschließende Würdigung.

Die Arbeit wurde für den BFI-Bank Preis 2002 vorgeschlagen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis VIII
Symbolverzeichnis IX
1. Einführung 1
1.1 Aufbau der Arbeit 3
1.2 Annahmen 5
2. Grundzüge der Unternehmenssteuerreform 2001 7
2.1 Ziele der Unternehmenssteuerreform 7
2.2 Änderung der Einkommensteuertarife 8
2.3 Besteuerung von Kapitalgesellschaften und ihrer Anteilseigner 8
2.3.1 Übergang zu einem einheitlichen Körperschaftsteuersatz 8
2.3.2 Besteuerung von Dividendeneinkünften 9
2.3.3 Kapitalertragsteuer 10
2.3.4 Erhebung von Zuschlagsteuern 11
2.3.5 Veräußerungsgewinne 12
2.4 Gegenfinanzierungsmaßnahmen 12
2.4.1 Einschränkung der Abschreibungen 12
2.4.2 Verschärfung der Regeln zur Gesellschafterfremdfinanzierung 13
2.4.3 Absenkung der Wesentlichkeitsgrenze 14
3. Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf wesentliche Finanzierungsformen 15
3.1 Teilsteuerrechnung - eine Methode zur Erfassung von Steuerwirkungen 16
3.2 Analyse der Besteuerung bei offener Selbstfinanzierung 17
3.2.1 Steuerbelastungsgleichung 17
3.2.2 Auswirkungen der Steuersatzsenkungen 18
3.3 Analyse der Besteuerung bei Außenfinanzierung 20
3.3.1 Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung 20
3.3.2 Besteuerung der Beteiligungserträge nach dem Anrechnungsverfahren 20
3.3.3 Besteuerung der Beteiligungserträge nach dem Halbeinkünfteverfahren 23
3.3.4 Steuerbelastungsvergleich 25
3.3.5 Gesellschafterfremdfinanzierung 27
3.4 Weitere Innenfinanzierungsmöglichkeiten 29
3.4.1 Stille Selbstfinanzierung 29
3.4.2 Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten 30
3.4.3 Finanzierung aus Rückstellungsgegenwerten 31
4. Finanzierungsentscheidungen unter dem Einfluss der Steuerreform 33
4.1 Die Entscheidung über die Aufnahme von Fremdkapital 34
4.1.1 Vergleich von Beteiligungsfinanzierung und Gesellschafterfremd-finanzierung für die Rechtslage vor der Unternehmenssteuerreform 34
4.1.1.1 Einfluss von Einkommen- und Körperschaftsteuer 34
4.1.1.2 Belastungswirkung des Solidaritätszuschlags 35
4.1.1.3 Einfluss der Gewerbesteuer 36
4.1.2 Vergleich von Beteiligungsfinanzierung und Gesellschafterfremdfinanzierung für die Rechtslage nach der Unternehmenssteuerreform 36
4.1.2.1 Einfluss der Gewerbesteuer 37
4.1.2.2 Einfluss von Körperschaft- und Einkommensteuer 37
4.1.2.3 Gesamtbelastungsvergleich 38
4.1.2.4 Vermeidung der Hinzurechnung der Fremdkapitalzinsen als Dauerschuldzinsen zum Gewerbeertrag 42
4.1.3 Fazit Finanzierungsneutralität 43
4.1.4 Steuervorteil der Fremdfinanzierung 44
4.1.4.1 Marktwert des Steuervorteils der Fremdfinanzierung 45
4.1.4.2 Werteinfluss der Fremdfinanzierung auf den Unternehmensgesamtwert 49
4.1.4.3 Werteinfluss der Ausschüttungspolitik 51
4.1.5 Fremdfinanzierung durch Dritte 52
4.1.6 Vergleich der Fremdfinanzierung auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene 53
4.2 Ausschüttungspolitik 55
4.2.1 Vergleich zwischen Beteiligungsfinanzierung und Selbstfinanzierung 55
4.2.1.1 Anrechnungsverfahren 55
4.2.1.2 Halbeinkünfteverfahren 57
4.2.1.3 Volkswirtschaftlicher Effekt einer verstärkten Gewinnthesaurierung 58
4.2.2 Vergleich von Selbstfinanzierung und Fremdfinanzierung 59
4.2.2.1 Selbstfinanzierung durch Einmalausschüttung 59
4.2.2.2 Selbstfinanzierung durch Verkauf der Anteile 61
5. Gestaltungsempfehlungen 64
5.1 Vermeidung der Hinzurechnung der Fremdkapitalzinsen beim Gewerbeertrag 64
5.1.1 Rechtsform-Einkleidung der Gesellschafterfremdfinanzierung 64
5.1.1.1 Typische stille Beteiligung 65
5.1.1.2 Atypische stille Beteiligung 67
5.1.1.3 Vergleich der Gesellschafterfremdfinanzierung über eine stille Beteiligung und Darlehen 68
5.1.2 Spezielle Finanzierungsformen 69
5.1.2.1 Leasing 69
5.1.2.2 Asset Backed Securities 70
5.2 Ausschüttungsgestaltung 70
5.2.1 Leistungsvergütungen anstelle von Ausschüttungen 71
5.2.2 Kapitalherabsetzung und Einlagerückgewähr 73
5.2.3 Dividenden-Stripping 73
5.2.4 Ballooning-Konzept 74
6. Zusammenfassende Würdigung 76
Anhang 81
Literaturverzeichnis 83
Verzeichnis der Gesetze und Verwaltungsanweisungen 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

Um einen Vergleich zwischen Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung zu ermöglichen, ist hier, im Gegensatz zu der Darstellung in Gleichung (13), die Steuerbelastung bei Gesellschafterfremdfinanzierung nicht auf die gesetzliche Bemessungsgrundlage (den Fremdkapitalzinsen, die sowohl für die Gewerbesteuer als auch für die Einkommensteuer maßgeblich sind) bezogen, sondern auf Basis des Gewinns dargestellt. Aus dem Gewinn ist zuerst der Gewerbesteueraufwand zu decken.132 Der verbleibende Teil fließt dem Gesellschafter als Zinsen zu und ist der Einkommensteuer sowie der Kirchensteuer und dem Solidaritätszuschlag zu unterwerfen. Für die Gesamtsteuerbelastung bei Beteiligungsfinanzierung gilt Gleichung (9). In Abbildung 3 ist die Steuerbelastung beider Finanzierungsformen in Abhängigkeit vom Einkommensteuergrenzsatz dargestellt. [...]

4.1.2.2 Einfluss von Körperschaft- und Einkommensteuer Im geltenden Recht ist die Anrechnung der Körperschaftsteuer auf die persönliche Einkommensteuer des Anteilseigners nicht mehr vorgesehen. Die Körperschaftsteuerbelastung ist damit definitiv. Fremdkapitalzinsen sind weiterhin als Betriebsausgaben beim körperschaftsteuerlichen Einkommen abzugsfähig. Bei der Einkommensteuer werden Ausschüttungen nach dem Halbeinkünfteverfahren nur noch zur Hälfte besteuert, während Fremdkapitalzinsen voll der Einkommensbesteuerung unterliegen. Bei ausschließlicher Betrachtung von Einkommen- und Körperschaftsteuer ist die Eigenfinanzierung folglich solange vorteilhaft, wie die Summe aus Körperschaftsteuer und halber Einkommensteuer (bei Eigenfinanzierung) kleiner ist als die Einkommensteuer auf die Fremdkapitalzinsen. Als Indifferenzbedingung gilt: s ESt = s KSt + 0,5 * s ESt * (1 − s KSt ) (18) [...]

4.1.1.2 Belastungswirkung des Solidaritätszuschlags Nach alter Rechtslage bestand dennoch ein einkommen- und körperschaftsteuerlicher Effekt auf die Finanzierungsformen. Dieser wurde durch die unterschiedliche Belastungswirkung des Solidaritätszuschlags hervorgerufen.120 Die Belastungsunterschiede hingen vom persönlichen Einkommensteuersatz des Anteilseigners ab.121 Wie bereits dargestellt, ist der Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer eine nichtabzugsfähige Betriebsausgabe und damit aus dem versteuerten Einkommen zu leisten. Verwendbares Eigenkapital in Höhe des Solidaritätszuschlags stand dadurch nicht mehr für eine Ausschüttung zur Verfügung. Folglich konnte eine Minderung der auf diesen Teil des verwendbaren Eigenkapitals lastenden Körperschaftsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag) nicht eintreten. Die Belastung wurde damit definitiv.122 Auf der Ebene des Gesellschafters konnte sich hieraus eine zusätzliche Belastung, aber auch Entlastung ergeben. Zu einer Entlastung kam es, wenn die Einkommensteuerersparnis durch die verminderte Ausschüttung größer war, als die Belastung durch die Definitivkörperschaftsteuer. Dies war genau dann der Fall, wenn der persönliche Einkommensteuergrenzsatz über dem Körperschaftsteuerthesaurierungssatz (40 %) lag. Seit Einführung des Solidaritätszuschlags war damit, unter ausschließlich einkommen- und körperschaftsteuerlichen Ge118 119 [...]

Arbeit zitieren:
Kaden, Verena Juni 2002: Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2001 auf die Finanzierungspolitik von Kapitalgesellschaften, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Teilsteuerrechnung, Kapitalstruktur, Ausschüttungspolitik, Fremdfinanzierung, Eigenfinanzierung

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