Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Die Auswirkungen einer Umstellung auf internationale Rechnungslegung auf das Bonitätsrating nach BASEL II

Die Auswirkungen einer Umstellung auf internationale Rechnungslegung auf das Bonitätsrating nach BASEL II
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Kobler
  • Abgabedatum: September 2005
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 434,1 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kempten Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9479-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9479-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9479-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kobler, Christian September 2005: Die Auswirkungen einer Umstellung auf internationale Rechnungslegung auf das Bonitätsrating nach BASEL II, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Eigenkapital, US-GAAP, IAS, Scoring, Kredit

Diplomarbeit von Christian Kobler

Problemstellung:

Die beiden Schlagworte ‚Basel II’ und ‚Internationale Rechnungslegung’ waren für die deutsche Wirtschaft eine der bedeutendsten Änderungen in den Rahmenbedingungen der Unternehmen der letzten Jahre. Sowohl die Beratungsgesellschaften als auch die Unternehmen selber sahen in der Bewältigung dieser Einflüsse eine große Herausforderung. Neben der teilweise gesetzlichen Verpflichtung zu diesen revolutionären Schritten wollen die Unternehmen durch aktive Eigeninitiative Wettbewerbsvorteile für sich behaupten.

Betrachtet man den Kommunikationsfluss in der Wirtschaft, so tangiert die internationale Rechnungslegung den Informationsweg vom Unternehmen hin zur Öffentlichkeit. Die Art des Reportings wird durch die vorgegebenen Regelungen entscheidend geprägt. In diesem Zusammenhang ist eine Umstellung auf die internationalen Rechnungslegungssysteme IAS/IFRS oder US-GAAP denkbar.

Auf der anderen Seite finden die nach außen gegebenen Informationen Beachtung im sog. Unternehmens- bzw. Bonitätsrating. Dessen Bedeutung durch das neue Regelwerk Basel II drastisch gestiegen ist. In Zukunft wird jede Kreditentscheidung auf der Basis eines Ratings durchgeführt. Dabei wirkt sich das Ergebnis dieser Bewertung direkt auf die Fremdkapitalkosten aus.

Ziel dieser Arbeit ist die Gegenüberstellung der drei relevanten Rechnungslegungssysteme und als Ergebnis die Beeinflussung der Ratingergebnisse, welche durch die unterschiedlichen Vorschriften zur Abschlusserstellung auftreten werden. Die Ausführungen erstrecken von einzelnen Bereichen der Bilanzierung über die Analyse einzelner Ratingbestandteile bis hin zur zukünftigen Kreditbepreisung.

Eine Umstellung auf eine Rechnungslegung nach internationalen Vorschriften bringt offensichtliche Vorteile für das Abschneiden im Unternehmensrating mit sich. Betrachtet man den Zinssatz für ein Darlehen, so errechnet sich dieser vereinfacht aus einer risikolosen Basisrendite zuzüglich eines, vom jeweiligen Unternehmen abhängigen, Risikozuschlags. Dieser Zuschlag vermindert sich bei umfangreicherer und transparenterer Informationsbereitstellung im Ratingprozess. Da bei den internationalen Jahresabschlüssen tendenziell der Informationsgedanke einen höheren Stellenwert besitzt als in der deutschen Rechungslegung nach HGB, ergeben sich dadurch Vorteile.

Das Ratingergebnis tangiert mittelbar die Kapitalkosten eines Unternehmens. In der Berechnung des Zinssatzes für Fremdkapital entspricht 1% des hinterlegten Eigenkapitals circa 0,15% Fremdkapitalzinsen. Dies dürfte Unternehmen einen Anreiz zur ratinggerechten Unternehmensführung geben und die Mitwirkung im Ratingprozess erleichtern. Vor diesem Hintergrund erscheint die Untersuchung dieses Bereichs als sehr vielversprechend.

Gang der Untersuchung:

Im Anschluss an die Einleitung werden im zweiten Kapitel wesentliche Aspekte der Rechnungslegungssysteme erläutert. Die Gründe für eine Umstellung von der nationalen auf internationale Rechnungslegung und die aktuelle gesetzliche Lage. Des Weiteren werden die Unterschiede der Systeme bezüglich Aufbau, Zielsetzung und Grundsätze dargestellt.

Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Regelwerk „Basel II“. Die wichtigsten Neuerungen, insbesondere die Regelungen zur Ermittlung des Kreditrisikos und dessen Auswirkungen auf die Eigenkapitalunterlegungssumme werden in diesem Zusammenhang detailliert ausgeführt. Um dem Leser ein Bild vom vollständigen Regelwerk Basel II zu machen, werden die Bereiche operationelles Risiko und Marktrisiko mit in die Ausarbeitungen mit einbezogen.

Aufgrund der hohen Relevanz für diese Arbeit ist das Rating ein separates Kapitel. Darin werden zuerst allgemein der Ratingbegriff und die Ausprägungen dem Leser erläutert. Die Ratingkriterien werden anhand ausgewählter Beispiele der Ratingvorgaben des Deutschen Sparkassen und Giroverband (DSGV) untersucht. Ergänzend dazu wird das Ratingkonzept kurz vorgestellt. Dabei wird kurz auf die vier Hauptbereiche: Finanzrating, qualitatives Rating, Warnsignale und Haftungsverbünde eingegangen.

Im fünften Kapitel werden die einzelnen Teilbereiche am Beispiel des DSGV-Ratings verdeutlicht. Zu diesem Zweck werden Kennzahlen aus den einzelnen Ratingbestandteilen ausgewählt. Diese sollen die Inputfaktoren in Form von hard facts der Bewertung verdeutlichen. Neben den quantitativen Inhalten, erfolgt eine Einführung in den qualitativen Bereich. Neben der allgemeinen Beschreibung ist der komplette Fragenkatalog im Anhang abgebildet.

In Kapitel sechs werden anschließend die Outputfaktoren der Unternehmen analysiert. Hierbei werden einzelne Teilbereiche der Rechnungslegung auf dessen Unterschiede bzgl. der Rechnungslegung nach HGB, IAS/IFRS und US-GAAP untersucht. Die Auswahl der Bereiche wurde um Teil anhand der Feldstudie des Deutschen Standardisierungsrats vorgenommen. Dadurch sollte sicher gestellt werden, dass in diesen Teilbereichen die wichtigsten Auswirkungen im Hinblick auf die Themenstellung abgedeckt werden. Nach einer kurzen Einführung in die jeweilige Thematik werden die relevanten Vorschriften genannt und im Anschluss erfolgt die Analyse der Auswirkung auf das Ratingverfahren.

Im siebten und letzten Kapitel erfolgt die Einschätzung des Verfassers in dem er die einzelnen Inhalte der Arbeit aus seiner Sicht würdigt und die Ergebnisse seiner Untersuchung nochmals ausführt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 6
Abbildungsverzeichnis 8
Tabellenverzeichnis 8
1. Einleitung 9
1.1 Problemstellung 9
1.2 Vorgehensweise 10
2. Umstellung auf internationale Rechnungslegung 12
2.1 Beweggründe für eine Umstellung 12
2.1.1 Internationale Vergleichbarkeit 12
2.1.2 Anforderungen der Kapitalmärkte 13
2.1.3 Lean Accounting 14
2.2 Gesetzliche Lage 15
2.3 Zielsetzungen der Rechnungslegungssysteme 16
2.3.1 Zielsetzung des HGB 16
2.3.2 Zielsetzung der IAS/IFRS 17
2.3.3 Zielsetzung der US-GAAP 17
2.4 Aufbau der Rechnungslegungssysteme 18
2.4.1 Aufbau des HGB 18
2.4.2 Aufbau der IAS/IFRS 19
2.4.3 Aufbau der US-GAAP 20
2.5 Grundsätze der Rechnungslegungssysteme 22
2.5.1 Grundsätze des HGB 22
2.5.2 Grundsätze der IAS/IFRS 23
2.5.3 Grundsätze der US-GAAP 25
2.6 Überblick über die RL-Bestandteile 27
3. Basel II 28
3.1 Von Basel I nach Basel II 28
3.2 Ziele von Basel II 30
3.3 Die 3 Säulen von Basel II 31
3.3.1 Mindestkapitalanforderungen 31
3.3.1.1 Kreditrisiko 32
3.3.1.1.1 Standardansatz 33
3.3.1.1.2 IRB-Ansatz 34
3.3.1.1.3 Retailsegment 38
3.3.1.2 Operationelles Risiko 39
3.3.1.3 Marktrisiko 42
3.3.2 Bankenaufsichtsrechtlicher Überprüfungsprozess 42
3.3.3 Erweiterte Offenlegungspflicht 43
4. Rating 44
4.1 Ratingbegriff 44
4.2 Ratingarten 45
4.2.1 Externes Rating 45
4.2.2 Internes Rating 46
4.3 Auswirkungen der Ratingklasse 47
4.3.1 Standardansatz 47
4.3.2 IRB-Ansatz 49
5. DSGV-Rating 51
5.1 Ratingkriterien des DSGV-Ratings 51
5.1.1 Qualitative Faktoren 53
5.1.2 Quantitative Faktoren 54
5.2 Kennzahlen des Finanzratings 55
5.2.1 Kennzahlen zur Finanzlage 55
5.2.2 Kennzahlen zur Ertragslage 57
5.2.3 Kennzahlen zur Vermögenslage 58
6. Unterschiede in den Rechnungslegungsvorschriften 61
6.1 Langfristige Fertigungsaufträge 61
6.1.1 Behandlung nach dem HGB 61
6.1.2 Behandlung nach den IAS/IFRS 62
6.1.3 Behandlung nach den US-GAAP 63
6.1.4 Auswirkungen auf das Rating 64
6.2 Immaterielle Vermögensgegenstände 65
6.2.1 Behandlung nach dem HGB 65
6.2.2 Behandlung nach IAS/IFRS 66
6.2.3 Behandlung nach den US-GAAP 67
6.2.4 Auswirkungen auf das Rating 68
6.3 Pensionsrückstellungen 69
6.3.1 Behandlung nach dem HGB 69
6.3.2 Behandlung nach IAS/IFRS 70
6.3.3 Behandlung nach den US-GAAP 71
6.3.4 Auswirkungen auf das Rating 72
6.4 Leasing 72
6.4.1 Behandlung nach dem HGB 73
6.4.2 Behandlung nach IAS/IFRS 74
6.4.3 Behandlung nach den US-GAAP 75
6.4.4 Auswirkungen auf das Rating 76
6.5 Bewertung des Anlagevermögens 76
6.5.1 Behandlung nach dem HGB 77
6.5.2 Behandlung nach IAS/IFRS 78
6.5.3 Behandlung nach den US-GAAP 79
6.5.4 Auswirkungen auf das Rating 80
6.6 Bewertung des Umlaufvermögens 80
6.6.1 Behandlung nach dem HGB 81
6.6.2 Behandlung nach IAS/IFRS 82
6.6.3 Behandlung nach den US-GAAP 83
6.6.4 Auswirkungen auf das Rating 84
7. Gesamtresümee der Untersuchung 85
Literaturverzeichnis 89
Anhang A. Überblick über die bisher verabschiedeten IAS/IFRS 92
Anhang B. Ratingklassen und Ausfallwahrscheinlichkeiten des DSGV-Ratings 93
Anhang C. Qualitatives Rating des DSGV 94

Automatisiert erstellter Textauszug:

Gegensätzlich zu den subjektiven Einschätzungen im Rahmen der Messung der qualitativen Faktoren wird beim Finanzrating auf die so genannten hard facts eingegangen. Dabei dienen zum Beispiel Jahresabschlusszahlen, betriebswirtschaftliche Auswertungen oder Ergebnisse aus dem Firmencontrolling als Einflussfaktoren. Das DSGV-Rating teilt das Finanzrating in drei Bereiche auf, welche nachfolgend kurz erläutert werden. • Finanzlage: Die Finanzlage eines Unternehmens wird anhand von Cash-Flow-Kennzahlen, dem Betriebsergebnis und der Kreditorenlaufzeit analysiert. • Ertragslage: Zur Evaluation der Ertragslage bedient man sich verschiedener Verhältniskennzahlen. Hier sind zum Beispiel der Return-on-Investment oder die Zinsaufwandsquote wichtige Einflussfaktoren zur Beurteilung der Ertragslage. • Vermögenslage: Innerhalb des Finanzratings führt die Vermögenslage eines Unternehmens mit einem Anteil von ca. 50% zur Urteilsfindung. Die Eigenkapitalquote ist hierbei der wesentliche Bestandteil der Bewertung. Da in Deutschland, vor allem im Mittelstand, eine unterdurchschnittliche Eigenkapitalquote gegeben ist, gab es zu diesem Thema weit reichende Diskussionen.78 [...]

Der Grundbestandteile des Ratings lassen sich wie folgt charakterisieren: • Finanzrating: Als Basis des Finanzratings dienen Kennzahlen aus dem Jahresabschluss. Dies entspricht der Messung der sog. harten Faktoren. Die genaue Zusammensetzung der einzelnen Kennzahlen und deren Zuordnung zu den Bereichen Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage erfolgt unter Punkt 5.1.2. • Qualitatives Rating: Das qualitative Rating umfasst einen Fragenkatalog mit sog. weichen Faktoren. Die Einzelheiten der Untersuchungsgebiete werden unter Punkt 5.1.1 detailliert wieder gegeben. Die Fragen haben das Ziel, das Unternehmen in seiner Gesamtheit abzubilden.74 Mit steigender Unternehmensgröße erhöhen sich der Umfang und die Granularität der Fragen. • Warnsignale: Warnsignale führen außerhalb der Erfassung von vorgegebenen qualitativen und quantitativen Faktoren zu einer Herabstufung des ermittelten Ratingergebnisses. Zu den Warnsignalen zählen zum Beispiel: • Lastschriftrückgaben • Kontopfändungen • Negative externe Auskünfte • Kreditkündigungen anderer Banken • Haftungsverbünde: Haftungsverbünde haben ebenfalls Einflüsse auf das Ratingergebnis. So hat zum Beispiel die Deutsche Flugsicherungs GmbH trotz Verluste im vergangenen Geschäftsjahr und vergleichsweise niedrigem Eigenkapitals ein überragendes Rating.75 Der Grund dafür liegt daran, dass die Bundesrepublik Deutschland Eigentümer dieser GmbH ist [...]

Wie bereits erwähnt greift der IRB-Ansatz auf ein internes Ratingmodell zurück. Hier fordert der Ausschuss die Klassifizierung der Ergebnisse in mindestens neun Klassen, wobei eine bereits ausgefallene Kredite oder Kredite im Verzug umfasst. Das Ratingergebnis wird in diesem Fall unmittelbar an die PD gekoppelt. Durch dieses Vorgehen werden Kreditengagements mit derselben Ausfallwahrscheinlichkeit in eine Ratingoder PD-Klasse eingeteilt. Zur Ermittlung der PD-Werte schreibt die Aufsicht eine Untersuchung der Vergangenheitswerte vor. Diese Erfassung historischer Daten sollte auf einer Datenbasis von mindestens drei Jahren erfolgen.70 Sind diese Werte dann festgelegt sieht die Aufsicht eine jährliche Validierungspflicht vor. Diese Überprüfung stellt fest, ob die bankeninterne Risikoeinschätzung richtig vollzogen wurde. Weichen diese Werte voneinander ab, so muss die Bank ihr Risikomodell überarbeiten. [...]

Arbeit zitieren:
Kobler, Christian September 2005: Die Auswirkungen einer Umstellung auf internationale Rechnungslegung auf das Bonitätsrating nach BASEL II, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Eigenkapital, US-GAAP, IAS, Scoring, Kredit

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren