Auswirkungen des Übergangs von HGB auf IAS/IFRS auf die Anwendung von Controllingkennzahlen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Markus Kuppe
- Abgabedatum: Januar 2008
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 317,7 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Gelsenkirchen Deutschland
- Bibliografie: ca. 57
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0957-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kuppe, Markus Januar 2008: Auswirkungen des Übergangs von HGB auf IAS/IFRS auf die Anwendung von Controllingkennzahlen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: HGB, IAS/IFRS, Controllingkennzahlen, Rechnungslegung, Bilanzanalyse
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Diplomarbeit von Markus Kuppe
Problemstellung:
Je nach Sichtweise hat Controlling u. a. die Aufgabe, die Unternehmensführung mit für sie relevanten Informationen zu versorgen. Einen großen Teil der notwendigen Informationen bezieht das Controlling dabei aus dem externen Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung, Jahresabschluss). Unbestritten ist der Jahresabschluss eine wichtige Informationsbasis für das Controlling. Mit dem Übergang vom Jahresabschluss auf der Grundlage des HGB zum Jahresabschluss auf der Grundlage der IAS/IFRS ändert sich diese.
Dadurch könnten sich Änderungen für das Controlling ergeben, wie z. B. bei der Berechnung von Controllingkennzahlen. Meistens werden die Kennzahlen aber nicht isoliert betrachtet, sondern miteinander in einem Kennzahlensystem verknüpft. Ziel der Kennzahlen ist die Beurteilung der ökonomischen Lage eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen längeren Zeitraum. Durch den Vergleich der Resultate des Jahresabschlusses mit den Zahlen der Vorjahre, aber auch mit dem Vergleich anderer Unternehmen, können die Schwachpunkte und die Stärken im Unternehmen aufgezeigt werden. Kennzahlen dienen der finanzwirtschaftlichen und erfolgswirtschaftlichen Jahresabschlussanalyse. Die Berechnungsgrundlagen der Kennzahlen ergeben sich aus den Jahresabschlusswerten. Die Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IAS/IFRS bzw. die Einbeziehung des Controllings könnte dazu führen, dass sich die Jahresabschlusswerte und somit auch die Ergebnisse der Kennzahlen ändern.
Die Frage ist, inwieweit sich durch die Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IAS/IFRS bei der Anwendung von Controllingkennzahlen die Werte ändern. Wie wird sich die Aussagekraft der Kennzahlen ändern? Welche Ursachen könnten diese Änderungen haben? Wirken sich die Änderungen der Werte positiv oder negativ auf das Unternehmen aus?
Diese Fragen sind nur schwer zu beantworten, weil es bis heute kaum Untersuchungen zu diesem Thema gibt.
Gang der Untersuchung:
Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, welche Änderungen sich in der Aussagekraft der Kennzahlen ergeben und ob die Kennzahlen für das Controlling noch brauchbar sein werden.
Für diese Diplomarbeit wird auf gängige und aktuelle Bücher sowie Zeitschriften zurückgegriffen. Die Themengebiete sollen anhand dieser Literatur untersucht werden. Nach den Grundlagen des Controllings werden die wichtigsten Controllingkennzahlen beschrieben und berechnet. Diese Controllingkennzahlen bilden die Grundlage, um die Auswirkungen der Umstellung bei der Rechnungslegung zu prüfen. Durch die Umstellung von HGB auf IAS/IFRS werden sich Änderungen ergeben. Die zentralen Aspekte dieses Übergangs werden mit der vorliegenden Arbeit analysiert. Anhand der wichtigsten Controllingkennzahlen findet dann die Prüfung dieser Anwendung statt. Damit kann festgestellt werden, inwieweit sich Änderungen ergeben und welche Bedeutung dies für das Unternehmen hat.
In der vorliegenden Diplomarbeit sollen die Auswirkungen des Übergangs von HGB auf IAS/IFRS auf die Anwendung von Controllingkennzahlen untersucht und analysiert werden. Nach der Einleitung befasst sich Kapitel 2 mit den Grundlagen des Controllings, wie Ziele, Aufgaben, Funktionen und Instrumente.
Kapitel 3 widmet sich den Kennzahlen des Controllings. Klassifizierung und Bedeutung von Kennzahlen sowie die Bilanzanalyse als Kennzahlenquelle werden betrachtet. Außerdem werden zentrale Controllingkennzahlen erläutert und dargestellt.
In Kapital 4 werden die wichtigsten Änderungen aufgrund der Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IAS/IFRS erläutert. Die neuen bilanzpolitischen Möglichkeiten, Grenzen und Ermessensspielräume unter IAS/IFRS werden näher betrachtet. Des Weiteren werden ausgewählte Bilanzpositionen beleuchtet, die aufgrund des Übergangs von HGB auf IAS/IFRS als Ursache für die Abweichung der Kennzahlenanalyse ausgemacht werden.
In Kapital 5 wird anhand eines Fallbeispiels geprüft, wie sich die Umstellung der Rechnungslegung auf ausgewählte Kennzahlen im Controlling auswirkt. Die Diplomarbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick ab.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | AUSGANGSSITUATION UND PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | ZIEL DER ARBEIT UND VORGEHENSWEISE | 2 |
| 2. | GRUNDLAGEN DES CONTROLLINGS | 3 |
| 2.1 | ZIELE, AUFGABEN UND FUNKTIONEN DES CONTROLLINGS | 3 |
| 2.2 | ABGRENZUNG OPERATIVES UND STRATEGISCHES CONTROLLING | 4 |
| 2.3 | CONTROLLINGINSTRUMENTE | 7 |
| 3. | KENNZAHLEN IM CONTROLLING | 10 |
| 3.1 | KENNZAHLEN ALS INFORMATIONSBASIS | 10 |
| 3.2 | BILANZANALYSE ALS KENNZAHLENQUELLE | 12 |
| 3.3 | AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN IM CONTROLLING | 16 |
| 3.3.1 | Auswahlkriterien | 16 |
| 3.3.2 | Ausgewählte Kennzahlen zur Analyse der Finanzlage | 16 |
| 3.3.3 | Ausgewählte Kennzahlen zur Analyse der Ertragslage | 19 |
| 3.3.4 | Pro-Forma-Kennzahlen | 21 |
| 3.3.5 | Ausgewählte wertorientierte Kennzahlen | 24 |
| 3.4 | KENNZAHLENSYSTEME | 32 |
| 3.4.1 | Bedeutung und Anforderungen | 32 |
| 3.4.2 | Arten von Kennzahlensystemen | 34 |
| 4. | ZENTRALE ASPEKTE BEI DER UMSTELLUNG DER RECHNUNGSLEGUNG VON HGB AUF IAS/IFRS | 37 |
| 4.1 | MOTIVE FÜR DIE UMSTELLUNG AUF IAS/IFRS | 37 |
| 4.2 | WESENTLICHE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN HGB UND IAS/IFRS | 40 |
| 4.2.1 | Unterschiede bei den Rechnungslegungszwecken und -prinzipien | 40 |
| 4.2.2 | Neue Bewertungsmethoden nach IAS/IFRS | 42 |
| 4.2.3 | Unterschiede bei ausgewählten Bilanzpositionen | 44 |
| 5. | PRÜFUNG DER AUSWIRKUNGEN DER UMSTELLUNG BEI DER RECHNUNGSLEGUNG AUF AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN | 53 |
| 5.1 | VORGEHENSWEISE BEI DER PRÜFUNG | 53 |
| 5.2 | PRÜFUNG UND AUSWERTUNG | 53 |
| 5.3 | INTERPRETATION | 58 |
| 6. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 61 |
| ANHANG | 63 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 77 |
Textprobe:
Kapitel 4.1, Motive für die Umstellung auf IAS/IFRS:
Angesichts des Umfangs und der Komplexität der internationalen Rechnungslegungsvorschriften wird in dieser Arbeit nur auf die zentralen Aspekte beim Übergang von HGB auf IAS/IFRS eingegangen. Mit den zentralen Aspekten sind die Motive für die Umstellung, die wesentlichen Unterschiede zwischen HGB und IAS/IFRS sowie abschließend die Unterschiede ausgewählter Bilanzpositionen gemeint.
Bevor in dieser Arbeit auf die einzelnen Aspekte eingegangen wird, soll zunächst die Abkürzung IAS/IFRS erläutert werden. Das am 29.06.1973 gegründete International Accounting Standards Committee (IASC) hat die International Accounting Standards (IAS) herausgegeben. Am 01.04.2001 wurde das IASC von dem International Accounting Standard Board (IASB) übernommen und umbenannt. Die neuen, vom IASB herausgegebenen Rechnungslegungsstandards werden International Financial Reporting Standards (IFRS) genannt. Somit werden die erlassenen Rechnungslegungsstandards vor dem 01.04.2001 als IAS und alle nach diesem Zeitpunkt herausgegebenen Standards als IFRS bezeichnet.
Aufgrund der fortschreitenden Internationalisierung müssen sich Unternehmen zwangsläufig mit den internationalen Rechnungslegungsvorschriften auseinandersetzen. Die Unternehmen müssen sich fragen, welches die Motive für die Umstellung auf IAS/IFRS sein können, d. h. welche Beweggründe das Unternehmen zur Bilanzierung nach IAS/IFRS hat. Aus diesem Grund sollte das Unternehmen zuerst die für sich relevanten Vor- und Nachteile eines IAS/IFRS-Abschlusses ermitteln.
Welche Unternehmen bereits die Pflicht zur Bilanzierung nach IAS/IFRS haben und welche nicht, wird nun erläutert. Ab dem Geschäftsjahr 2005 ist die Anwendung von IAS/IFRS für die Konzernabschlüsse von kapitalmarktorientierten Unternehmen Pflicht. Für kapitalmarktorientierte Unternehmen, die in der Vergangenheit einen Konzernabschluss nach US-Gaap erstellten und für Unternehmen, die Schuldtitel emittiert haben, bestand eine Fristverlängerung bis zum Jahr 2007. Einzelnen EU-Mitgliedsstaaten werden zudem Wahlrechte eingeräumt. Sie dürfen die Anwendung der IAS/IFRS sowohl für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen als auch eine generelle Anwendung dieser Normen im Einzelabschluss vorschreiben oder gestatten. Auf freiwilliger Basis ist für Einzelabschlüsse großer Kapitalgesellschaften auch die Anwendung der IAS/IFRS-Vorschriften möglich. Für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen besteht gemäß § 315a Absatz 1 HGB ein Wahlrecht, einen Konzernabschluss nach IAS/IFRS aufzustellen. Ein Einzelabschluss nach HGB ist aber weiterhin für rechtliche Zwecke, d. h. konkret für die Besteuerung und Ausschüttung zu erstellen. Fraglich ist, ob der Übergang von HGB auf IAS/IFRS auch für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen eine wirtschaftliche Alternative darstellt. Die Motivation dieser Unternehmen, nach IAS/IFRS zu bilanzieren, wird in diesem Kapitel näher betrachtet.
Um die Motive für die Umstellung von HGB auf IAS/IFRS differenziert aufzuzeigen, ist eine Unterscheidung zwischen kapitalmarktorientierten und nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen sinnvoll. Unter kapitalmarktorientierten Unternehmen werden Unternehmen verstanden, deren Wertpapiere und Aktien auf einem geregelten Kapitalmarkt, in Form einer Börse, zugelassen sind. Die Vorteile einer („freiwilligen“) Umstellung auf IAS/IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen ergeben sich aus der zunehmenden Internationalisierung der Kapitalmärkte. Immer mehr Unternehmen nehmen Eigen- und Fremdkapital aus ausländischen Kapitalmärkten auf. Die Kapitalbeschaffung auf internationalen Märkten erhöht die Bedeutsamkeit der IAS/IFRS für die Unternehmen. Ohne die Vorschriften der internationalen Rechnungslegung ist es schwierig, sich einen Zugang zu bestimmten Kapitalmärkten oder Marktsegmenten zu verschaffen.
Auf der anderen Seite nutzen aber auch die Kapitalgeber (Anleger) die Möglichkeiten, im Ausland zu investieren. Der Grund hierfür ist, dass die Anleger eine größere Diversifikation ihres Portfolios erreichen möchten. Damit die Kapitalgeber aber ihre Anlageentscheidungen richtig treffen können, sind sie auf vergleichbare und entscheidungsrelevante Informationen angewiesen. Die Unterschiede in den nationalen Rechnungslegungsvorschriften erschweren jedoch eine Vergleichbarkeit. Die Umstellung auf IAS/IFRS schließt diese Informationslücke.
Nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen sind Unternehmen, deren Wertpapiere und Aktien nicht auf einem geregelten Kapitalmarkt, in Form einer Börse, zugelassen sind. Bei den nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen sind folgende Motive für die Umstellung auf IAS/IFRS von Bedeutung:
Integration von internem und externem Rechnungswesen: Das interne Rechnungswesen dient insbesondere dem Management als Entscheidungsgrundlage. Dessen Informationen sind entscheidend für die Planung, Kontrolle und Steuerung des Unternehmens. Zum internen Rechnungswesen gehören die Investitionsrechnung, die Liquiditätsrechnung und die Kosten- und Leistungsrechnung. Das externe Rechnungswesen hat die Aufgabe, externen Adressaten einen Einblick in die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu vermitteln. Diese Informationen dienen den externen Adressatengruppen als Entscheidungsgrundlage für die Fortsetzung oder Beendigung ihrer Beziehungen. Durch das Vorsichtsprinzip und den Gläubigerschutz nach HGB wird im Gegensatz zu IAS/IFRS die wirtschaftliche Lage des Unternehmens nicht klar und wahrheitsgemäß dargestellt. Da die Vermittlung von Informationen an die Investoren im Vordergrund steht, ist es sinnvoller, das externe Rechnungswesen auf Grundlage internationaler Vorschriften für interne Steuerungszwecke zu nutzen. Dies gilt insbesondere auch für eine wertorientierte Unternehmensführung.
Weniger Aufwand für internationale Konzerne: Viele Unternehmen besitzen Tochterunternehmen, deren Standorte sich im Ausland befinden. Aufgrund der unterschiedlichen nationalen Vorschriften bestehen Schwierigkeiten bei der Datenübertragung. Die Daten sind nicht einheitlich und es kann zu Fehlinterpretationen kommen. Eine Umstellung auf IAS/IFRS kann Abhilfe schaffen und dieses Problem lösen. Eine Vereinheitlichung der Datenbasis mit den ausländischen Töchtern ist dadurch möglich.
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Absatzmärkten: Viele große und mittelständische Unternehmen sind auf internationalen Absatzmärkten tätig. Die Selektion der Lieferanten richtet sich nach deren Jahresabschlüssen. Durch die internationalen Vorschriften kann das Unternehmen durch die große Informationsbereitstellung der Lieferanten Image- und Wettbewerbsvorteile nutzen.
Höhere Anforderungen an die Berichterstattung seitens der Banken: Vor dem Hintergrund der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen (Basel II) sind für Banken zuverlässige Informationen über die Unternehmenslage unerlässlich, weil daraufhin die Bonität der Unternehmen geprüft wird. Der ermittelte Eigenkapitalbedarf der Banken wird in Abhängigkeit der tatsächlichen Bonität des Schuldners festgelegt. Die Kreditnehmer werden von den Banken in Risikoklassen eingeteilt und anhand dieser Risikoklassen werden die Höhe des Kredites und die Konditionen dazu festgelegt. Unternehmen vermuten, dass die Anwendung der an der Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen ausgerichteten IAS/IFRS zu einem besseren Rating führt gegenüber dem HGB. Außerdem kann die Umstellung von HGB auf IAS/IFRS zu einem höheren Eigenkapitalausweis führen, was sich positiv auf das Rating auswirkt. Dadurch können verbesserte Konditionen für eine Kreditaufnahme geschaffen werden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836609579
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