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Die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September auf die subjektive Arbeits- und Freizeitdefinition der amerikanischen Bevölkerung

Eine empirische qualitative Studie

Die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September auf die subjektive Arbeits- und Freizeitdefinition der amerikanischen Bevölkerung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Förster, Silke Pfaff
  • Abgabedatum: August 2003
  • Umfang: 283 Seiten
  • Dateigröße: 11,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7950-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7950-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7950-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Thomas Förster, Silke Pfaff August 2003: Die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September auf die subjektive Arbeits- und Freizeitdefinition der amerikanischen Bevölkerung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kultur, Osama bin Laden, George W. Bush, Terrorismus, USA

Diplomarbeit von Thomas Förster, Silke Pfaff

Einleitung:

Am 11. September 2001 brachten global operierende, religiös motivierte Terroristen das World Trade Center (WTC) und das Verteidigungsministerium (Pentagon) zum Einsturz und töteten Tausende Menschen. Das vierte der in den Anschlag involvierten Flugzeuge stürzte bei Pittsburgh in Pennsylvania ab und sollte offenbar den Präsidentensitz Camp Davis treffen. In New York starben 2801 Menschen, in Washington 184 und in Pennsylvania 40, die insgesamt neunzehn Terroristen nicht mit eingerechnet. Das Ereignis gilt traurigerweise als bisher „perfektester“ Terrorakt der Geschichte.

Niemals zuvor konnten Millionen Menschen ´live` im Fernsehen miterleben, wie ein Kontinent, ein Land, eine Stadt, ein Way of Life angegriffen wurde und Tausende Menschen vor den erstarrten Augen der vereinten Fernsehwelt jämmerlich in den Tod getrieben wurden. Diese globale Wahrnehmung in einer von Medien bestimmten Weltgesellschaft lässt uns die Attentate als unvergesslichen und zutiefst verinnerlichten Film in Erinnerung behalten (und nicht nur lediglich als ein Datum in der Geschichte etwa so wie Pearl Harbor). Viele fühlten sich an das Schreckensszenario von Pearl Harbor zurückerinnert oder auch an den, durch ein Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand ausgelösten, Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 28. Juni 1914 in Sarajevo.

Diese beispiellose Terrorwelle forderte nicht „nur“ zahlreiche Menschenleben und berühmte, kulturell einzigartige Gebäude, sondern erschütterte das Sicherheitsgefühl der Welt. Sie rief eine globale, neue, bis Dato in unseren Breitengraden des westlichen Kulturkreises nie gekannte Angst vor Terrorismus hervor, gefährdete die Stabilität der Weltwirtschaft, stellte politische Strategien in Frage und machte deutlich auf den fundamentalistischen Islam aufmerksam. Dieser Terror ist noch irrationaler und skrupelloser als der sozialrevolutionär motivierte Terror des 20. Jahrhunderts und verlangt neue Antworten der Weltpolitik. Die Anschläge waren nicht nur eine Kriegserklärung an die USA, sondern an all diejenigen, die von einer friedlichen Welt ohne Grenzen träumen und an die universelle Gültigkeit der Menschenrechte glauben; der 11. September 2001 war eine Kampfansage an die gesamte zivilisierte Welt. Nicht einmal der kalte Krieg lässt sich hier als Vergleich heranziehen, da er ein immerhin wägbares Machtgefüge zwischen westlicher Demokratie und östlichem Kommunismus war und die Nato-Strategien bisher bestimmte. Heute haben wir es jedoch nicht mehr mit dem Zweikampf polarisierender Ideologien zu tun, sondern mit religiös motivierten, radikal und emotional aufgeladenen Fanatikern, die ohne zu Zögern bereit sind, im „heiligen Krieg“ ihr Leben zu opfern und nur ´einen Funken` Verstand zeigen, wenn sie eiskalt planen können. Diese Irrationalität wird man wohl kaum mit Vernunft bezwingen können. Huntington -Anhänger wollen hierin sogar, irrigerweise wie wir meinen, einen beginnenden „Kampf der Kulturen“ sehen.

Terroristen, Manager, Sekretärinnen, Fensterputzer, Polizisten, Feuerwehrmänner, Touristen, Computerexperten, illegal Beschäftigte, Menschen aus über 62 verschiedenen Ländern befanden sich an diesem Tag im WTC. Über 3000 Menschen starben, mehr als 9000 überlebten. In den Tagen nach 9/11 hieß es, dass nichts so bleibt, wie es ist, doch ist vieles wieder so, wie es vor 9/11 war. Dennoch bleibt dieser Terrorakt ein Angriff auf unser Denken.

Hauptsächlich geht es uns um die individuelle subjektive Sichtweise, die unsere Ausgangsbasis darstellen wird. Im Anschluss daran werden wir versuchen makrosoziologische, wie etwa kulturelle Elemente miteinzubeziehen, so dass wir allgemeinere Aussagen über die Subkultur machen können, um dann im letzten Schritt, diese Aussagen in die gesamtgesellschaftliche und kulturelle Ebene der USA einordnen zu können. Wir werden versuchen, eine Brücke zwischen individueller Kultur, Subkultur und Gesamtkultur zu schlagen. Wir bemühen uns, die Amerikaner und die Kultur aus ihrer Sichtweise selbst heraus zu verstehen. Dieser „emische Ansatz“ , der in der Wissenschaftstheorie einem ganzheitlich-phänomenologisch-qualitativem Ansatz entspricht, wird verbunden mit einer kulturrelativistischen Sicht , die im Gegensatz zum „Ethnozentrismus“ kulturelle Unterschiede anerkennt, aber versucht, keine Wertungen im positiven wie negativen Sinne vorzunehmen. D.h. wiederum, wir versuchen die US-amerikanische Wahrnehmung von innen heraus zu verstehen, die individuellen und subjektiven Sichtweisen zu beschreiben, ohne diese Orientierungen moralisch zu beurteilen. Uns ist jedoch bewusst, dass wir – wie jede andere Kultur auch – zu einer ethnozentristischen, also die eigene Kultur ins Zentrum stellenden, Sichtweise tendieren. Wir stellten uns dieser Herausforderung, indem wir uns gegenseitig kritisch hinterfragten und auch dem jeweiligen Interviewpartner Zeit gaben, unsere Interpretationen und Sichtweisen zu beurteilen. Aus diesem Reflexionsprozess, der zugleich einen Lernprozess darstellte, erhofften wir uns eine „objektivere“ Erkenntnisgewinnung.

Nachdem es uns um die Veränderung der subjektiven Arbeits- und Freizeitdefinition sowie um arbeits- und freizeitrelevante Einstellungsveränderungen der Einzelnen aufgrund des bisher größten Terroranschlags geht, dient die dem allgemeinen und auf Amerika angewandten Kulturkapitel folgende Chronologie der Attentate sowie ein Psychogramm der Terroristen und Erläuterungen zum Terrorismus zum universellem Verständnis.

Wir werden jede Entwicklung von der Erstellung der quantitativen und qualitativen Fragebögen und Leitfadeninterviews bis hin zur Auswertung, Theoriebildung und Ergebnisformulierung nachvollziehbar festhalten. Abschließend, sowie bereits vorher in die Analyse mit eingeflossen, beenden wir unsere Diplomarbeit mit dem Aufzeigen einiger der unzähligen nationalen und globalen Konsequenzen der Terroranschläge 9/11 und Überlegungen zur weiterführenden Forschung.

Das Datenmaterial zu den vorgestellten Kapiteln basiert auf einer umfangreichen Dokumenten-, Literatur-, Internet- und Videoanalyse, einer quantitativen und qualitativen E-Mail-Umfragen-Erhebung, sowie auf qualitativen problemzentrierten Interviews direkt und indirekt betroffener Amerikaner. Anders als in unserer Seminararbeit „subjektive Arbeits- und Feizeitdefinition“ , in der wir lediglich Deutsche zu ihrer generellen subjektiven Arbeit-/Freizeit-Definition befragten, ohne auf angstverursachende gefühls-, einstellungs- und verhaltensverändernde Ereignisse einzugehen, konzentrieren wir uns hier zusätzlich auf einen anderen Kulturkreis und befragen Menschen zu ihrer subjektiven Arbeits- und Freizeit-Definition, die den bisher schlimmsten Terroranschlag überlebten.

Ziel unserer Arbeit ist es, die Auswirkungen dieser global wirkenden Terroranschläge auf die subjektive Arbeits- und Freizeitdefinition anhand ausgewählter amerikanischer Personen aus unterschiedlichen Betrachtungsebenen – mikro- sowie makroskopisch –, zu verschiedenen statischen Zeitenpunkten – kurz-, mittel und langfristig – darzustellen und zu analysieren, sowie die dynamische Entwicklung nachzuzeichnen, um dann mit den herausgearbeiteten und sich entwickelnden theoretischen Konstruktionen und gefundenen Konsequenzen die Arbeit zu beenden.

Inhaltsverzeichnis:

Formblatt I
Deckblatt II
Abstrakt III
Inhaltsverzeichnis IV
Anhang V
1. Prolog: Begründung des Themas: Hat der 11. September 2001 die Einstellung der Amerikaner verändert? 7
2. Einführung in die Welt der Kultur, der USA und des Terrorismus 13
2.1 Kultursteckbrief 13
2.1.1 Geschichtlicher Aspekt 14
2.1.2 Herkunft und Definitionsversuch des Begriffs Kultur 15
2.1.3 Aufbau einer Kultur 18
2.1.4 Basisdimensionen von Kultur 19
2.1.5 Ablehnung kultureller Anleihen 22
2.2 Kulturelles Vorverständnis der amerikanischen Gesellschaft 23
2.2.1 Daten, Fakten, Zahlen 23
2.2.2 Die „Culture Theory“ von Hofstede 24
2.2.3 Die USA – ein Land der Kontraste. Versuch einer kulturellen Charakterisierung 29
2.2.4 Die USA und ihre Klischees: Wahr oder Falsch? 34
2.3 Die Betrachtungsweise US-feindlich gesinnter Kulturen 40
2.3.1 Chronologie der Attentate 42
2.3.2 Das Psychogramm der Suizidtäter: Ihr Hass war größer als ihre Angst 47
2.3.3 Der Terrorismus: Ziele, Gründe, Motive und Interessen – Der Angriff auf die „freie Welt“ 53
3. Methodenwahl der qualitativen Studie 59
3.1 Methodologie 61
3.2 Forschungsdesign: Einzelfall-, Dokumenten-, Videoanalyse 68
4. Theoretische Überlegungen zu Arbeit und Freizeit 72
4.1 Historischer Abriss 73
4.2 Abgrenzungsversuche: Arbeit – Freizeit – Muße 82
4.3 Eine theoretische Darstellung der Zeit 86
4.4 Begriffsbestimmung 89
4.4.1 Arbeit 90
4.4.2 Freizeit 92
4.4.3 Muße 94
4.5 Definitionsversuche – analytische und integrative Ansätze 96
4.5.1 Arbeitspolare Definitionsversuche der Freizeit 99
4.5.2 Positive Definitionsversuche der Freizeit 102
4.5.3 Die Überwindung des ´Arbeits-Freizeit-Dualismus`: Freizeit als eigener Strukturraum 103
4.5.4 Neue integrative Definitionsansätze 105
4.6 Funktionen von Arbeit, Freizeit und Muße 109
4.6.1 Funktionen der Arbeit 109
4.6.2 Funktionen der Freizeit und Muße 111
4.6.2.1 Das Verhältnis von Arbeit und Freizeit 113
4.6.2.2 Die soziale Funktion der Freizeit 118
4.7 Freizeit- und Arbeitsverhalten 119
4.7.1 Das Freizeitverhalten 120
4.7.1.1 Der Umfang der Freizeit 121
4.7.1.2 Kategorien der Freizeit 124
4.7.1.3 Freizeitbeschäftigungen 125
4.7.1.4 Lebens-, Konsum- und Freizeitstile 127
4.7.2 Das Arbeitsverhalten 130
4.8 Problemfelder Arbeit und Freizeit 132
4.8.1 Probleme im Freizeitbereich 133
4.8.1.1 Die ältere Generation und das Problem der Freizeit 134
4.8.1.2 Der Urlaub als Problembereich der Freizeit 136
4.8.1.3 Die negativen Folgen eines „freizeitkulturellen Lebensstils“ 138
4.8.1.4 Alleinsein in der Freizeit 140
4.8.2 Problembereich Arbeit 143
4.8.2.1 Stress als Problembereich der Arbeit 143
4.8.2.2 Burnout oder die Theorie der inneren Erschöpfung 146
4.8.2.3 Der Workaholic und Arbeit als Droge 146
4.8.2.4 Arbeit als Flucht 148
5. Forschungsprozess 150
5.1 Ablaufschilderung 150
5.2 Einteilung sowie kurze Vorstellung unserer Befragten 158
5.3 Methodologie: Verfahren qualitativer Analyse 158
5.3.1 Erhebungsverfahren: Problemzentriertes Interview 158
5.3.2 Aufbereitungsverfahren 173
5.3.3 Auswertungsverfahren: Qualitative Inhaltsanalyse 175
6. Analyse der Interviews 180
6.1 Individuelle Betrachtung 187
6.1.1 Todd Perlmann, ledig, 29 – direkt Betroffener 188
6.1.2 Elsie Mc Gomery, verheiratet, 63 - direkt Betroffene 198
6.1.3 Toni Grey, ledig, 32 - indirekt Betroffener 207
6.1.4 John Williamsen, ledig, 29 - direkt Betroffener 216
6.1.5 Sally Bentson, ledig,27 - direkt Betroffene 222
6.1.6 Helga Sommer, verheiratet, 62 - direkt Betroffene 230
6.1.7 Robert Thompson, verheiratet, 37 - indirekt Betroffener 235
6.1.8 Sohé Becks, ledig, 31 - indirekt Betroffener 242
6.1.9 Exkurs: Zwei interessante Fälle 248
6.2 Zusammenfassende Analyse der Einzelinterviews 249
6.3 Maximale Kontrastierung: Ein Beispiel – Elsie und Todd 254
7. Resumé: Konsequenzen für die USA und globale Auswirkungen 259
Anhang 272
Abbildungsverzeichnis 272
Abkürzungsverzeichnis 274
Literaturverzeichnis 275

Automatisiert erstellter Textauszug:

Möglichkeit der individuellen Substitution von Freizeitaktivitäten. Es existieren kaum charakteristische Freizeitrollenvorbilder oder tradierte Verhaltensmuster. Daher bestimmen eine ausgeprägte Dynamik und hohe Flexibilität den Bereich der Freizeit. Das Freizeitverhalten ist demnach unbeständig und die Freizeitorientierungen sind teilweise sehr widersprüchlich. Daraus resultiert einerseits individuell wie sozial eine Orientierungs- und Verhaltensunsicherheit, da sich noch keine fixen Freizeitrollen entwickelt haben nach denen sich das Individuum richten könnte. Andererseits bietet die Freizeit einen sozialen Raum an, der zum Experimentieren und zur kreativen Problemlösung animiert. Freizeitrollen können ausprobiert, soziale Verhaltensmuster können ausgelotet, neue Freizeitorientierungen können gesucht und gefunden werden. In der Freizeit können auch soziale Rollen übernommen werden, die der berufsbedingten gesellschaftlichen Rolle zuwiderlaufen. Hier entstehen u.a. soziale wie individuelle Probleme, wenn beispielsweise der Status in der Freizeit ein anderer ist als derjenige, der durch die (Erwerbs)Arbeit eingenommen wird. Das Freizeitverhalten variiert dabei nicht nur von Person zu Person, sondern ist auch entscheidend von Sozialisationseinflüssen und sozialen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Beruf, Status etc. abhängig. 4.7 Freizeit- und Arbeitsverhalten In der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 heißt es in Artikel 24, dass „(j)eder Mensch ... Anspruch auf ... Erholung und Freizeit sowie auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und auf periodischen, bezahlten Urlaub“335 hat. Wie das Verhalten allerdings in der Freizeit bzw. in der Arbeit aussehen und welche Verhaltensweise von wem, warum und in welcher Situation – möglicherweise – gezeigt werden kann, soll nun im Folgenden untersucht werden. [...]

Person haben und ist aus diesem Grunde eine nicht zu vernachlässigende Variable, die in sehr extremer Form auf die Arbeit und/oder Freizeit wirken kann. Daher gilt 9/11 als grausames Ereignis und emotional belastende Erfahrung, als komplexe Wirkung auf individuelle wie kollektive Einstellungen und Verhaltensmuster sowie als „wahrer“ Beginn des 21. Jahrhunderts332. 4.6.2.2 Die soziale Funktion der Freizeit Geht man davon aus, dass nicht die (Erwerbs)Arbeit die Freizeit determiniert, ist Freizeit zu einem großen Teil durch Sozialisation und Rollenmuster bestimmt. Freizeitverhalten und -erleben sind demnach in Relation zu sozialen und persönlichen Konzepten des Nicht-Arbeitsbereichs zu sehen. Der Komplex jenseits der erwerbsbedingten Zeit wird zur Haupteinflussgröße des Freizeitverhaltens und -erlebens, obwohl es unbestritten ist, dass eben auch die „Sozialisation durch“ wie die „Sozialisation für den Beruf“333 entscheidenden Einfluss auf den Freizeitbereich ausüben. So kann man beispielsweise oftmals beobachten, dass arbeitsbedingte Verhaltensmuster in den Freizeitbereich übernommen werden. Diese liefern eine ´Quasi-Vorbildfunktion` für die Freizeit, bieten zudem Orientierung oder Sinn und sind in der Lage den Freizeitablauf zu strukturieren. Ein Ehemann, der in seinem Campingurlaub um acht Uhr morgens aufsteht, um zwölf Uhr zu Mittag isst und abends zeitig ins Bett geht während seine Ehefrau das Essen kocht, abspült, wäscht und putzt, handelt auf diese Weise nicht unbedingt nur aus alltäglicher, arbeitsbedingter Gewohnheit. Ein latenter, aber sehr bestimmender Grund sind die aus der Arbeit in die Freizeit übertragenen Verhaltensmuster, die gegen Leere, Langeweile, Sinn- und Orientierungslosigkeit Abhilfe versprechen sollen. Trotzdem werden wir uns nun kurz auf die sozialen Funktionen der Freizeit beschränken. „Das Individuum realisiert in seinem Freizeitverhalten im wesentlichen die normativen, intellektuellen und affektiven Dispositionen, die es im, vorwiegend schichtenspezifischen, Sozialisationsprozess erworben hat, bzw. es wählt Orientierungen, die auch in anderen Situationen relative Verhaltenssicherheit, soziale Belohnungen und subjektive Befriedigungen versprechen“334. In dem relativ neuen Strukturbereich der Freizeit besteht grundsätzlich persönliche Wahlfreiheit und die [...]

„herumbastelt“, handelt suspensiv und wird diese Tätigkeit daher als ´Freizeitarbeit`, Hobby oder ´Do-it-Yourself`-Aktivität empfinden. Falls dieser Computerexperte es aber in seiner Freizeit bevorzugt, die Arbeitsbelastungen zu vergessen und lieber in die Kneipe geht, handelt er indessen kompensatorisch. Genau dieses letzte Beispiel zeigt zudem, dass die „kompensatorische“ Funktion nicht unbedingt immer positiv zu bewerten ist, denn Alkohol mag kurz-fristig scheinbar den verfolgten Zweck des „Abschaltens“ erfüllen, kann aber langfristig als sehr problem-atisch angesehen werden. Auch Düren-matt scheint die Frei-zeit kompensatorisch und nicht suspensiv zu nutzen, da er schreibt: „Mein Beruf als Schriftsteller verhindert eine mehr als gelegentliche und freizeitliche Beschäftigung mit Literatur“331. Die „wechselseitige Beeinflussung“ von Arbeit und Freizeit erklärt sich weitestgehend selbst. Beide Bereiche wirken gleichermaßen aufeinander. [...]

Arbeit zitieren:
Thomas Förster, Silke Pfaff August 2003: Die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September auf die subjektive Arbeits- und Freizeitdefinition der amerikanischen Bevölkerung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kultur, Osama bin Laden, George W. Bush, Terrorismus, USA

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