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Die Auswirkungen von Technical Awareness und Qualitätsdimensionen auf den Perceived Value von Mobile Services

Die Auswirkungen von Technical Awareness und Qualitätsdimensionen auf den Perceived Value von Mobile Services
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Torsten Schollmayer
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 830,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8899-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8899-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8899-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schollmayer, Torsten Dezember 2004: Die Auswirkungen von Technical Awareness und Qualitätsdimensionen auf den Perceived Value von Mobile Services, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Telekommunikation, Handy, Mobile Unterhaltungen, SMS, Video Telefonie

Diplomarbeit von Torsten Schollmayer

Zusammenfassung:

Mobile Service Provider in Deutschland unterschätzen die Tatsache, dass viele Kunden lieber billiger telefonieren und einfache Dienste bevorzugen. Indem sie die Bedürfnisse ihrer Kunden falsch einschätzen, verschenken die Anbieter potentielles Wachstum und verlieren deutlich an Kundenzufriedenheit, bzw. Loyalität. Die Service Provider sind zu sehr darauf bedacht, ihren Wettbewerbern über Funktionen wie MMS oder andere multimedialen Datendienste, Marktanteile zu nehmen und vernachlässigen dabei den Wunsch der Kunden nach einfachen und günstigen Verbindungspreisen.

In Skandinavien ist der Anbieter Comviq mit seiner „Simplicity-Strategie“ aus günstigen Preisen und geringen Kosten erfolgreich. Der Service-Provider setzt auf leicht verständliche Tarife und hat damit die Preisführerschaft in Schweden übernommen. Geringe Preise und einfache Tarifstrukturen benötigen keinen großen Aufwand an Informationsbeschaffung und –weitergabe. Dies hat zur Folge, dass die Bewusstseingruppen „Interessierte“ und besonders „User“ erreicht und zufrieden gestellt werden. Mit einem Marktanteil von 39 Prozent (eigene Angaben) liegt Comviq inzwischen nur knapp hinter Telia, dem ehemaligen Monopolisten in Schweden. Kosten spart Comviq, indem sie die Services über den Einzelhandel vertreiben, anstatt eigene Filialen zu betreiben. Außerdem hat Comvic nur wenig finanzielle Mittel in die Aufrüstung seiner Infrastruktur mit Datendiensten gesteckt, mit der Folge, dass Comvic-Kunden nur eine kleine Auswahl datenintensiver mobiler Dienste wie MMS oder Unified Messaging haben, diese aber auch nicht vermissen. Dies erscheint nicht verwunderlich, wenn man die deskriptiven Ergebnisse (s.S. 76 ff.) meiner Studie miteinbezieht, da ja nur 12% der Probanden 1-10 MMS, und 88% gar keine MMS im letzten Monat verschickt haben. Setzt man dies dem Verbrauch der Kunden an SMS zum Vergleich, so schreiben 96% eine oder mehrere SMS im Monat, und 66% schreiben sogar 11 und mehr SMS pro Monat. Das Multimedialität vom Großteil der Kunden (noch) nicht mobil benötigt, bzw. genutzt wird, zeigen auch die Zahlen für Video-Telefonie und die Übertragungsraten: 69% wollen ihren Gegenüber beim Telefonieren nicht sehen, nur 12% sind daran interessiert, 19% sind unentschlossen. Bei der Übertragungsleistung bevorzugen Kunden noch immer GPRS mit 35% gegenüber UMTS mit 23%, da eine höhere Übertragungsleistung den höheren Preis nicht adäquat im Nutzen-Stiften ersetzen kann. Im Status Quo stellt sich die Mehrheit der Kunden vor, ein mobiles Endgerät in Form eines PDA für das Schreiben von Emails zu besitzen und kostengünstig damit telefonieren zu können.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gilt in der Medien- und Computerindustrie als Meilenstein für Innovationen. Das Mobiltelefon, über welches theoretisch Auszüge, Schlüsselminuten oder gar die kompletten Spiele in Echtzeit flimmern können, ist der Hoffnungsträger der Service-Provider. Häufig ist in diesem Zusammenhang vom erwarteten Durchbruch für das Handy-TV über UMTS oder DVB-H die Rede. Doch technische und rechtliche Probleme könnten dem mobilen TV-Event auf den Kleindisplays portabler Endgeräte Grenzen setzen. Die sich abzeichnenden Schwierigkeiten spielen Experten in die Hände, die den multimedialen Einsatzschwerpunkt für mobile Endgeräte nicht beim Fernsehen, sondern beim Audio-Rundfunk sehen. Es gilt abzuwarten inwieweit die Technik bis dahin sich entwickelt hat.

Das Festnetz-Telefon wird von immer mehr Firmen- und Privatkunden durch Handy oder Voice-over-IP-Telefone ersetzt. 45 Millionen Kunden in Deutschland, Großbritannien, Südkorea und den USA haben ihre Festnetzanschlüsse abgemeldet und nutzen ausschließlich das Handy. Die Mehrheit dieser Kunden sind Besitzer eines eigenen Breitband-Zugangs zum Internet. In Südkorea wollten 65 Prozent der Befragten bei einem Wohnungswechsel kein Festnetz mehr beantragen. Darin sieht man eine voranschreitende Entwicklung, die bislang durch die hohen Verbindungspreise für Mobilgespräche gebremst wurde. So gaben 69 Prozent der befragten britischen Festnetz-Kunden die niedrigeren Kosten als Hauptgrund dafür an, das alte Telefon zu behalten.

In Deutschland und den USA gilt dagegen die höhere Zuverlässigkeit des Festnetzes als wichtiger Grund, einen Festnetzanschluss zu behalten. Doch sehen viele der Teilnehmer mobile Telefondienste als zukunftsweisend an. Je günstiger und zuverlässiger der Mobilfunk wird, desto weniger Festnetzverträge dürften sich verkaufen lassen. Anders als Privatkunden setzen Firmen schon heute vermehrt auf Voice-over-IP-Angebote. So wechseln große Unternehmen wie Ford oder die Bank of America ihre Telefonanlagen nicht nur aus, sondern rüsten im selben Schritt gleich auf VoIP-Anlagen um. Davon profitieren große Telefonausstatter wie Avaya und mehr noch Netzwerkspezialisten wie Cisco. Dominierten bislang Festnetz-Zulieferer wie Lucent und Nortel Networks den Hardware-Telefoniemarkt, liefern sich jetzt nach Angaben von Synergy-Research-Analysten Avaya und Cisco ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Marktanteile. So führt demnach Avaya zurzeit mit 23,9 Prozent um 0,6 Prozentpunkte vor Cisco.

Privatanwender und kleinere Unternehmen werden derweil von den Mobilfunkanbietern hofiert. So bietet O2 seine Mobilfunkverträge schon lange mit einer Homezone an, mit der mobile Telefonate von Zuhause aus kaum teurer als Festnetzgespräche sind. Demnächst soll zusätzlich das surf@home-Angebot starten, welches schnellen Internetzugang zu Festnetztarifen über das UMTS-Netz liefern soll und damit in Konkurrenz zu DSL-Angeboten tritt. Vodafone zielt mit seinen UMTS-Angeboten unter dem Namen Wireless Office mehr auf Unternehmen, die mit vorgefertigten Lösungen und besser kalkulierbaren Verträgen das Festnetz komplett einsparen können. Es wird wohl von der Preisgestaltung der Kommunikationsanbieter abhängen, ob das Festnetztelefon noch eine Zukunft hat.

Eigentlich sollte „Triple Play“, also die Kombination von Telefonie, Breitband und Unterhaltungsangeboten wie Fernsehen oder „Video on Demand“, die Rettung für die bisherigen Festnetz-Telefonie-Provider sein. In Österreich übernehmen diesen neuen Segment-Markt aber das UMTS-Konsortium „3“ und deren Wettbewerber am mobilen Markt. Mobile Telefonie, bzw. die Tarife, sind bereits billiger verfügbar als im Festnetz, und seit kurzem sind auch Datentransfer-Pakete mit 500 Megabyte pro Monat per UMTS billiger zu haben als gleich große ADSL-Pakete in Österreich. Kunden werden keinen Vertrag mit einem Fix-Carrier-Provider abschließen, wenn sie denselben Service für einen ähnlichen oder sogar niedrigeren Preis mobil bekommen können. Die beiden regionalen Märkte Österreich und Schweden sind beispielhafte Fallstudien, die auch in Kürze für den deutschen Markt für mobile Service auftreten werden.

Es bleibt zusammenzufassen, dass sich mobile Service-Provider mit ihrer bisherigen Strategie im klassischen „stuck-in-the-middle“ befinden. Sie bieten unausgereifte multimediale Dienste für einen hohen Preis an und sorgen nicht für eine einfache und verständliche Tarif-Struktur. Um langfristig ihre Kunden zu halten, zufrieden zu stellen und neue Kunden hinzuzugewinnen, benötigt es entweder einer „Simplicity-Strategie“, wobei alle Mehrwerte und Premium-Dienste entfallen und man sich auf das Nötigste beschränkt, oder die Unternehmensziele an der „totalen Multimedialität“ ausgerichtet werden und alle technisch möglichen Services zeitnah und qualitativ hochwertig angeboten werden.

Für beide Strategien gilt, dass der schon vorhandene Kunde befragt werden muss, welche Vorgabe er langfristig präferiert, da auch von einer Teilung der Kundengruppe langfristig ausgegangen werden muss. Analog zu meiner Bewusstseins-Differenzierung gehe ich von einer Zweiteilung in „advanced“ und „basic“ User aus, für die jeweils die Strategie angepasst werden sollte. Ist der Provider im Besitz beider Gruppen, empfiehlt es sich auch beide Strategien parallel anzubieten, ggf. eine Premium- und eine „Billig“-Marke zu installieren. Dieses gilt es dann zu kommunizieren, und den Informations-Level des Kunden zu erhöhen.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSANGABE I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
TABELLENVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
1. RELEVANZ VON MOBILE SERVICES FÜR E-COMMERCE 1
1.1 MARKTÜBERSICHT DES MOBILEN INTERNETS 1
1.2 EINFLUSS VON QUALITÄT AUF DEN PERCEIVED VALUE 6
2. KONZEPT UND DETERMINANTEN VON PERCEIVED VALUE 7
2.1 PERCEIVED VALUE IM KONTEXT VON MOBILE SERVICES 7
2.1.1 Kundenerwartungen und Wahrnehmung von Service Qualität 7
2.1.2 Wert aus Sicht des Kunden 10
2.2 SERVICE DEVELOPMENT VON MOBILE SERVICES 13
2.2.1 Technologie und Service 14
2.2.1.1 UMTS – Heute und Morgen 15
2.2.1.2 Alternative Techniken 17
2.2.1.3 Premium Services 18
2.2.2 Netzwerke und Services 20
2.2.3 End-Kunde von Services in der New Economy 21
2.2.4 Service-Konzept 22
2.2.5 Qualitäts-Dimensionen von Mobile Services 24
2.3 TECHNICAL AWARENESS 29
2.3.1 Entscheidungsfindungs-Prozess und Information 29
2.3.1.1 Affektive und kognitive Faktoren von Verhalten 31
2.3.1.2 Wahl des Konsumenten und der Prozess des Denkens 33
2.3.2 Konsumenten und Information 36
2.3.2.1 Anziehungskraft von leicht-erreichbarer Information 36
2.3.2.2 Interne und externe Quellen von Information 37
2.3.2.3 Suche nach neuen Informationen 38
2.3.3 Informationen und Involvement 40
2.3.3.1 Definition von Involvement 40
2.3.3.2 Involvement mit dem Produkt oder Service 40
2.3.3.3 Involvement mit dem Service Provider 41
2.3.4 Bedeutung von Wissen 44
2.3.4.1 Wert von Wissen 44
2.3.4.2 Verbindungen von Wissen 44
2.3.4.3 Preis-Sensitivität bei Wissen 45
2.3.4.4 Auswahl von Alternativen 46
2.3.4.5 Abstimmung von Wissen 47
2.4 LOYALITÄT ALS DETERMINANTE DER SERVICE-ENTWICKLUNG 48
3. KONZEPTIONELLES MODELL VON PERCEIVED VALUE 51
3.1 HYPOTHESEN 51
3.2 METHODE PLS 54
4. ÜBERPRÜFUNG DES KONZEPTIONELLEN MODELLS 57
4.1 UNTERSUCHUNGSAUFBAU 57
4.1.1 Beurteilung der Schätzergebnisse 57
4.1.2 Modellkonstrukt 61
4.2 OPERATIONALISIERUNG 62
4.3 ERGEBNISDARSTELLUNG 66
4.3.1 Ergebnisse des PLS-Modells 66
4.3.1.1 Gütekriterien 66
4.3.1.2 Ergebnisse der Sub-Modelle 71
4.3.2 Deskriptive Ergebnisse 78
4.4 INTERPRETATION 81
5. FAZIT 87
LITERATURVERZEICHNIS 91
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 97

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Wissen des Konsumenten ist selten umfassend oder fehlerlos. Die Abstimmung ist wichtig innerhalb des Entscheidungsfindungsprozesses, wobei er in der Lage ist mit lückenhaften und fehlerhaften Information umzugehen. Oft treffen Konsumenten Entscheidungen oder versuchen Probleme zu lösen, ohne dabei über die Qualität ihres Evaluations-Krtiteriums im Bilde zu sein. Um dieses Problem zu lösen, benutzen Kunden die Abstimmung des Wissens, indem sie Zuversicht und Fehlerfreiheit mit einbeziehen. Die Fehlerfreiheit reflektiert was der Kunde weiß, die Zuversicht was sie denken zu wissen und die Abstimmung deren Korrespondenz75. Demnach ist die Abstimmung von Kunden-Wissen als das Einvernehmen zwischen objektiven und subjektiven Abschätzungen der Validität von Information definiert, im Besonderen die Information des Entscheidungsfindungsprozesses. [...]

Die Untersuchung des Konzepts von Involvement unterstützt auch meinen Ansatz zum Entscheidungsfindungsprozess des Kunden. In Anlehnung an Andreassen, impliziert das Benutzen von Information aus dem Gedächtnis und die Suche nach Information aus der Umgebung, dass der Konsument rational intelligent an Lösungen von Problemen geht, aber leider außen vorlässt, dass das Kunden-Verhalten nicht die extensive Suche nach Information und das Verarbeiten dergleichen mit einbezieht. In diesem Fall wird der Konsument als eine Dichotomie angesehen, was wiederum mit dem Verhalten bei Involvement verknüpft wird. Durch die starke Interferenz von Information und Involvement gilt es festzuhalten, dass Information den Level von Involvement bestimmt, und Involvement die Aufnahmefähigkeit für neue Information mitbestimmt. [...]

Möller64 postuliert, dass Beziehungen bedeutend für die Werte-Kreation von Firmen ist, welche der Gegenpartei die Möglichkeit einräumt von der Beziehung Nutzen zu ziehen. Diese Aussage ist konform mit der Marktwert-Theorie, in der angenommen wird, dass sich die Parteien, involviert in einer Beziehung, gleichbehandelt fühlen, und demnach zufrieden sind, wenn der Umfang ihres Einsatzes in der Beziehung mit dem Output gleichgewichtet ist65. Andreasson folgert im Weiteren daraus, dass der Konsument zuerst das Ergebnis mit seinem Einsatz vergleicht. Als vereinfachtes Beispiel innerhalb des Konsum-Kontextes bedeutet dies, dass der Konsument in den Glauben versetzt werden sollte, dass der Service den er von einem Provider erworben hat seinen Preis wert ist. Demzufolge sollte der Konsument dem Anbieter vertrauen, dass der Preis des angebotenen Servicen den entstandenen Kosten entspricht. Vertrauen entsteht durch den Austausch von Information66. [...]

Arbeit zitieren:
Schollmayer, Torsten Dezember 2004: Die Auswirkungen von Technical Awareness und Qualitätsdimensionen auf den Perceived Value von Mobile Services, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Telekommunikation, Handy, Mobile Unterhaltungen, SMS, Video Telefonie

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