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Auswirkungen von Pensionszusagen auf die wirtschaftliche Lage

Ein Vergleich alternativer Periodisierungskonzepte

Auswirkungen von Pensionszusagen auf die wirtschaftliche Lage
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Sasse
  • Abgabedatum: Oktober 2006
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 447,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • Originaltitel: Konsequenzen von Pensionszusagen für die Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Ein Vergleich alternativer Periodisierungskonzepte
  • Bibliografie: ca. 77
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0341-6
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0341-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sasse, Christian Oktober 2006: Auswirkungen von Pensionszusagen auf die wirtschaftliche Lage, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Betriebliche Altersversorgung, Rechnungslegung, Pensionsrückstellung, Controlling, Altersversorgung

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Diplomarbeit von Christian Sasse

Einleitung:

Seit Anfang 2005 schreibt die EU für kapitalmarktorientierte Konzerne verpflichtend die Anwendung der internationalen Rechnungslegungsstandards der IAS/IFRS (International Accounting Standards bzw. International Financial Reporting Standards) vor. Auch deutsche Unternehmen sind davon betroffen und müssen entsprechende Konzernabschlüsse aufstellen. Hinsichtlich der betrieblichen Altersversorgung bedeutet dies, dass in den Konzernabschlüssen nur noch ein einziges Verfahren zur Bewertung von betrieblichen Pensionszusagen erlaubt ist. Bei einem Anteil von 36% an der Marktkapitalisierung der DAX-30-Unternehmen (Stand: 31.12.2004) wird klar, dass die betriebliche Altersversorgung aus Sicht der Unternehmen eine große Bedeutung haben muss. Die Frage, nach welchen Regeln sie diese Verpflichtungen bewerten und periodisieren sollen, hat für sie ein großes Gewicht. Die Bewertungsmethode beeinflusst Bilanzrelationen und damit auch die Finanzierungskosten. Zunehmende bilanzielle Auslagerung der Verpflichtungen ist die Folge.

Gleichzeitig ist festzustellen, dass nach den IAS/IFRS bilanzierende Unternehmen zunehmend auf eine interne Erfolgsrechnung verzichten. Statt der klassischen Trennung von Kosten- und Leistungsrechnung auf der einen und dem Jahresabschluss auf der anderen Seite findet lediglich ein externes Rechnungslegungssystem nach IAS/IFRS Anwendung – auch auf interner Ebene. Begründet wird dies mit der Ausrichtung der IAS/IFRS an der Informationsfunktion des Jahresabschlusses. Wenn Investoren bestimmte Informationen erhalten, so die Idee, dann sei es nur konsequent, diese Informationen auch intern zu nutzen und auf ein zweites Rechnungssystem zu verzichten. Dafür spricht der in mehreren Standards der IAS/IFRS vorgeschriebene „Management Approach“. Er sieht vor, Daten des internen Reportings für die externe Rechnungslegung zu nutzen und so den Investoren die Sichtweise des Managements zu ermöglichen.

Insofern herrscht eine zweifache Konvergenz: Zum einen werden interne Daten und Informationen nach außen kommuniziert. Dies hat eine stärkere Bedeutung des Controlling für die externe Rechnungslegung zur Folge. Zum anderen dienen extern publizierte Informationen als Grundlage für interne Ergebnisgrößen.

Wenn nun aber einerseits nach IAS/IFRS durch den „Management Approach“ dem Controlling eine größere Bedeutung für die externe Rechnungslegung beigemessen wird, andererseits aber im Bereich der betrieblichen Altersversorgung explizit nur ein einziges Bewertungsverfahren zulässig ist, dann drängt sich die Frage auf, ob dieses Verfahren auch aus Controllingsicht optimal ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte, hieße dies, dass im Zweifelsfall Investoren Managemententscheidungen nur eingeschränkt nachvollziehen können. Informationen hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wären für die Adressaten des Konzernabschlusses möglicherweise nicht aussagekräftig. Zur Beantwortung der o.g. Frage soll deshalb in der vorliegenden Arbeit ein Vergleich der denkbaren versicherungsmathematischen Verfahren durchgeführt werden. Der dafür benötigte Vergleichsmaßstab soll ebenfalls hergeleitet werden.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit beginnt in Kapitel 2 mit begrifflichen Grundlagen zur betrieblichen Altersversorgung und dem Begriff der wirtschaftlichen Lage. In Kapitel 3 schließt sich eine Darstellung sowie der Vergleich der unterschiedlichen versicherungsmathematischen Verfahren an. Es bildet den Hauptteil der Arbeit. Die Darstellung erfolgt sowohl formal als auch mit Bezug zu den Vorschriften der Rechnungslegung. Der für den Vergleich notwendige Vergleichsmaßstab – die Erfolgslage als aus Controllingsicht bedeutsamster Teil der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens – wird dort hergeleitet. Kapitel 4 enthält ein Beispiel, dass die Auswirkungen der versicherungsmathematischen Periodisierungskonzepte auf die Periodenerfolge eines Unternehmens erläutert. Kapitel 5 schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse.

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass sowohl das Teilwertverfahren als auch das Anwartschaftsbarwertverfahren aus der Controllingperspektive als nachteilig angesehen werden müssen. Sie führen unter Steuerungsgesichtspunkten zu einer im Vergleich mit dem Gegenwartswertverfahren zu starken Verzerrung der Erfolgslage. Dieses Ergebnis ist insoweit interessant, als dass die IAS/IFRS zwar zunehmend dem „Management Approach“ folgen, IAS 19 aber explizit das Anwartschaftsbarwertverfahren zur Bewertung von leistungsdefinierten Pensionszusagen vorschreibt. Es wird also vom „Management Approach“ abgewichen. Bei konsequenter Anwendung des „Management Approach“ innerhalb der IAS/IFRS müsste dagegen das aus Controllingsicht optimale Gegenwartswertverfahren zum Einsatz kommen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Symbolverzeichnis V
Darstellungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Grundlagen 3
2.1 Pensionszusagen 3
2.1.1 Gründe für eine betriebliche Altersversorgung 3
2.1.2 Ausgestaltungsformen und Durchführungswege 4
2.2 Die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens 6
2.2.1 Begriff und Ausprägungen – Erfolg, Vermögen, Finanzen 6
2.2.2 Bedeutung für das Controlling 9
3. Existierende Periodisierungskonzepte und ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage 14
3.1 Darstellung existierender Periodisierungskonzepte 14
3.1.1 Anwartschaftsbarwertverfahren 15
3.1.2 Gegenwartswertverfahren 22
3.1.3 Teilwertverfahren 26
3.2 Vergleich der Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage 32
3.2.1 Aus Controllingsicht relevanter Vergleichsmaßstab 32
3.2.2 Erfolgslage 35
3.2.2.1 Anwartschaftsbarwertverfahren 36
3.2.2.2 Gegenwartswertverfahren 44
3.2.2.3 Teilwertverfahren 47
3.2.3 Vermögenslage 52
3.2.4 Finanzlage 54
3.2.5 Zwischenergebnis 56
3.3 Weitere Problemfelder 58
4. Erläuterndes Beispiel 62
5. Zusammenfassung 67
Literaturverzeichnis 68
Eidesstattliche Versicherung 76

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Symbolverzeichnis V
Darstellungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Grundlagen 3
2.1 Pensionszusagen 3
2.1.1 Gründe für eine betriebliche Altersversorgung 3
2.1.2 Ausgestaltungsformen und Durchführungswege 4
2.2 Die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens 6
2.2.1 Begriff und Ausprägungen – Erfolg, Vermögen, Finanzen 6
2.2.2 Bedeutung für das Controlling 9
3. Existierende Periodisierungskonzepte und ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage 14
3.1 Darstellung existierender Periodisierungskonzepte 14
3.1.1 Anwartschaftsbarwertverfahren 15
3.1.2 Gegenwartswertverfahren 22
3.1.3 Teilwertverfahren 26
3.2 Vergleich der Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage 32
3.2.1 Aus Controllingsicht relevanter Vergleichsmaßstab 32
3.2.2 Erfolgslage 35
3.2.2.1 Anwartschaftsbarwertverfahren 36
3.2.2.2 Gegenwartswertverfahren 44
3.2.2.3 Teilwertverfahren 47
3.2.3 Vermögenslage 52
3.2.4 Finanzlage 54
3.2.5 Zwischenergebnis 56
3.3 Weitere Problemfelder 58
4. Erläuterndes Beispiel 62
5. Zusammenfassung 67
Literaturverzeichnis 68
Eidesstattliche Versicherung 76

Textprobe:

Kapitel 2.2.1 Begriff und Ausprägungen – Erfolg, Vermögen, Finanzen:

Der Begriff der „wirtschaftlichen Lage“ eines Unternehmens taucht zunächst im Zusammenhang mit der externen Rechnungslegung auf. So verlangt das HGB für Kapitalgesellschaften und Konzerne, dass der von diesen aufzustellende Lagebericht „ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild“ von Geschäftsverlauf, -ergebnis und der Lage des Unternehmens vermittelt.24 Ähnliches fordert das Rahmenkonzept der IAS/IFRS für den Jahresabschluss.25 Auch jeder andere ordentliche Kaufmann muss gemäß HGB seine Bücher so führen, dass ein sachverständiger Dritter sich über die Lage des Unternehmens informieren kann.

Die wirtschaftliche Lage scheint also ein zentrales Thema der Rechnungslegung zu sein. Zu fragen ist nun zunächst, was unter der wirtschaftlichen Lage zu verstehen ist. In der Literatur ist eine Aufspaltung des Begriffs auf drei Teilbereiche üblich, von denen jeder eine bestimmte Ausprägung des Oberbegriffs der wirtschaftlichen Lage darstellt. Es wird unterschieden zwischen der Erfolgslage, der Vermögenslage und der Finanzlage.

Die Erfolgslage als erster Teilbereich beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, Erträge zu erwirtschaften, die die dabei entstehenden Aufwendungen exakt decken oder übersteigen. Typische Messgröße zur Beurteilung der Erfolgslage ist der Periodenerfolg. Ein möglichst hoher Periodenerfolg in einer jeweiligen Berichtsperiode wird dabei als optimal unterstellt. Seine Feststellung erfolgt im externen Rechnungswesen mithilfe der Gewinn- und Verlustrechnung, im internen Rechnungswesen dagegen mittels der Kosten- und Leistungsrechnung.

Den zweiten Teilbereich der wirtschaftlichen Lage bildet die Vermögenslage. Die Vermögenslage umfasst die Veränderung des Vermögensbestandes im Lauf einer Berichtsperiode. Der Anfangs- und der Endbestand des gesamten Vermögens werden verglichen und eine Steigerung des Bestands vom Unternehmen als positiv angesehen. Zunächst muss aber hinsichtlich des Vermögensbegriffs selbst differenziert werden zwischen dem Bruttovermögen, das dem Wert aller Aktiva eines Unternehmens entspricht, und dem Nettovermögen, das dem Saldo aus Aktiva und Fremdkapital entspricht und daher gleich dem Eigenkapital ist.

In beiden Fällen kann der Wert des Vermögens auf zwei Arten gemessen werden, entweder mittels Gesamt- oder mittels Einzelbewertung. Die Gesamtbewertung nimmt dabei eine Bewertung der zukünftig erwarteten Erträge vor und liefert so den Wert des Effektivvermögens, während die Einzelbewertung einer bilanziellen Bewertung entspricht. Zwar ist die Effektivvermögensbewertung für die Jahresabschlussadressaten von größerem Interesse, aber im Rahmen der o.g. handelsrechtlichen Rechnungslegungsnormen kann eine solche Bewertung nicht stattfinden.

Dies liegt an den Jahresabschlussinstrumenten Buchführung und Bilanz. Sie ermöglichen lediglich eine Bilanzvermögensbewertung, können aber immerhin Hinweise auf eine wesentliche Änderung des Effektivvermögens geben. Die Finanzlage bildet schließlich den dritten Teilbereich. Sie bezieht sich auf die Liquidität eines Unternehmens, also den Bestand an Zahlungsmitteln. Beeinflusst wird dieser durch Ein- und Auszahlungen. Demnach beschreibt die Finanzlage die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Auszahlungen durch Einzahlungen zumindest zu decken. Angestrebt werden positive Einzahlungsüberschüsse. Beurteilt werden kann die Finanzlage typischerweise mithilfe der Kapitalflussrechnung.

Die bisherigen Ausführungen beschränkten sich auf eine einzelne Berichtsperiode. Diese einperiodische Sichtweise ist aber zu statisch und vernachlässigt, dass Unternehmen in einer dynamischen Umwelt agieren. Deshalb kann die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens nur dann zutreffend wiedergegeben werden, wenn auch zukünftige Entwicklungen Berücksichtigung finden, hängt doch die Lage eines Unternehmens stark von seiner künftigen Leistungsfähigkeit ab. Im Rahmen der Erfolgslage sind also auch jene Erfolgspotentiale zu erfassen, die für positive Periodenerfolge in der Zukunft sorgen werden.

Es ist außerdem zu beachten, dass zwischen den einzelnen Teilbereichen der wirtschaftlichen Lage nicht unerhebliche Interdependenzen bestehen. So geht eine steigende Liquidität als Ausdruck der finanziellen Lage häufig mit einer Reihe hoher Periodenerfolge einher. Auch die Vermögenslage ist mit den Periodenerfolgen verknüpft. Im System der doppelten Buchhaltung zeigen sich Periodenerfolge nicht nur in der Erfolgsrechnung, sondern auch in der Bilanz. Werden nämlich positive Periodenerfolge nicht ausgeschüttet, so erhöht sich c.p. das Eigenkapital, das, wie erwähnt, dem Nettovermögen entspricht. Gemäß dem Lücke-Theorem besteht ein weiterer Zusammenhang zwischen Nettovermögen und Periodenerfol gen: Eine Berücksichtigung von kalkulatorischen Zinsen bei den Erfolgen und anschließende Diskontierung liefert hier den Marktwert des Eigenkapitals. Darüber hinaus sind zur Bestimmung von Rentabilitätskennzahlen wie ROCE (Return On Capital Employed) Informationen über Erfolg und Vermögen nötig.

Auch Vermögen und Finanzen sind miteinander verbunden. Langfristig negative Zahlungsströme werden zu einer Aufzehrung des Vermögens führen. Umgekehrt führt eine Erhöhung des Eigenkapitals nicht nur zu einem höheren Nettovermögen, sondern – sofern die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen durchgeführt wird – auch zu einer verbesserten Liquidität. Diese Interdependenzen lassen eine isolierte Beurteilung lediglich einzelner der genannten Teilbereiche nicht sinnvoll erscheinen.

Vielmehr müssen jeweils alle drei Teilbereiche gemeinsam betrachtet werden, um ein aufschlussreiches Bild der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens gewinnen zu können. Hierbei kommt aber insbesondere der Erfolgslage eine zentrale Stellung zu. Bei den bisherigen Ausführungen zur wirtschaftlichen Lage wurde als Ausgangsund Bezugspunkt das externe Rechnungswesen gewählt. Doch auch für das interne Rechnungswesen, vor allem das Controlling, ist die wirtschaftliche Lage von Relevanz.

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Arbeit zitieren:
Sasse, Christian Oktober 2006: Auswirkungen von Pensionszusagen auf die wirtschaftliche Lage, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Betriebliche Altersversorgung, Rechnungslegung, Pensionsrückstellung, Controlling, Altersversorgung

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