Auswirkungen von Online-Medien auf Tageszeitungen
Fallbeispiel Niedersachsen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thorsten Kucklick
- Abgabedatum: Juli 2001
- Umfang: 82 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4861-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4861-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4861-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kucklick, Thorsten Juli 2001: Auswirkungen von Online-Medien auf Tageszeitungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Anzeigenmarkt, Verlag
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Diplomarbeit von Thorsten Kucklick
Einleitung:
Trotz der Katerstimmung in der Internet-Branche hat das Thema Online für Tageszeitungen nichts an Aktualität eingebüßt - im Gegenteil. Verlage von Tageszeitungen haben zwar früh die Bedrohung des Internets für ihr Print-Geschäft wahrgenommen und schnell reagiert, doch ist bei den Verlagen noch keine durchgängige Strategie erkennbar, welche sich die vielfältigen Möglichkeiten des Internets offensiv zunutze macht. Der Autor zeigt deshalb Chancen für die Weiterentwicklung der Tageszeitung auf neuen Marktfeldern. Dabei gibt die Arbeit keinen strategischen „Königsweg“ vor. Statt dessen beleuchtet Kucklick unterschiedliche Herangehensweisen, mit denen die Verlage aufgrund ihrer jeweils eigenen Stellung im Markt die Herausforderung Online annehmen können.
Untermauert werden diese Ansätze mit der grundsätzlichen Betrachtung der für Tageszeitungen und Online-Medien relevanten Märkte und den zukünftigen strategischen Rahmenbedingungen. Anschaulich stellt Kucklick daraus folgend die Auswirkungen auf den Wettbewerb dar und bietet für die Tageszeitungsverlage ein breites Spektrum an Strategieoptionen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 1 | |
| Vorwort | 3 | |
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Märkte für Tageszeitungen und Online-Medien | 5 |
| 2.1 | Marktteilnehmer | 5 |
| 2.1.1 | Anbieter | 5 |
| 2.1.2 | Nachfrager | 7 |
| 2.2 | Grundsätzliche Betrachtung von Produkt- und Wettbewerbsmerkmalen der Märkte | 9 |
| 2.2.1 | Konsumentenmarkt | 9 |
| 2.2.1.1 | Determinanten der Nachfrage | 10 |
| 2.2.1.2 | Determinanten des Angebots | 14 |
| 2.2.1.3 | Mögliche Beziehungen zwischen altem und neuen Medium | 16 |
| 2.2.2 | Werbemarkt | 20 |
| 2.2.2.1 | Determinanten der Nachfrage | 20 |
| 2.2.2.2 | Determinanten des Angebots | 22 |
| 2.2.2.3 | Mögliche Beziehungen zwischen altem und neuen Medium | 26 |
| 2.2.3 | Interdependenzen zwischen Konsumentenmarkt und Werbemarkt | 29 |
| 2.3 | Marktsituation in Niedersachsen | 32 |
| 2.3.1 | Verlagsstruktur und Zeitungsangebot | 32 |
| 2.3.1.1 | Niedersächsische „Zeitungslandschaft“ | 32 |
| 2.3.1.2 | Entwicklung und Stand der Pressekonzentration in Niedersachsen | 35 |
| 2.3.2 | Niedersächsische Tageszeitungen im Online-Markt – eine Bilanz nach sechs Jahren | 37 |
| 2.3.2.1 | Ängste und Abwehrstrategien | 37 |
| 2.3.2.2 | Konzentration im Online-Sektor | 39 |
| 3. | Auswirkungen auf den Wettbewerb | 41 |
| 3.1 | Zukünftige Entwicklungen als strategische Rahmenbedingungen | 41 |
| 3.1.1 | Prognosen zur Marktentwicklung | 41 |
| 3.1.1.1 | Online-Nutzung | 41 |
| 3.1.1.2 | Online-Werbemarkt | 44 |
| 3.1.1.3 | Online-Angebot | 46 |
| 3.1.2 | Prognosen aus technologischer Perspektive | 48 |
| 3.1.2.1 | Hardware | 48 |
| 3.1.2.2 | Software | 50 |
| 3.2 | Strategien für niedersächsische Tageszeitungsverlage | 52 |
| 3.2.1 | Lokal-regionaler Kommunikationsraum als zentraler strategischer Anknüpfungspunkt | 53 |
| 3.2.2 | Defensivstrategie: Verhinderung von Konkurrenz durch Marktbesetzung | 55 |
| 3.2.3 | Offensivstrategie: Produktvariationen als Innovation und Monopolstrategie | 57 |
| 3.2.3.1 | „Zwei-Kanäle-Theorie“ | 57 |
| 3.2.3.2 | Inhalte | 59 |
| 3.2.3.3 | Werbung | 63 |
| 3.2.3.4 | Plattformen | 64 |
| 3.2.3.5 | Services | 66 |
| 4. | Fazit und Ausblick | 69 |
| Abbildungsverzeichnis | 73 | |
| Literaturverzeichnis | 74 |
36 Nicht nur den Lesern fehlt die Auswahl am Tageszeitungsmarkt, auch die Anzeigenkunden erleiden große Nachteile, da sie als größtenteils lokal orientierte Unternehmen meist keine Ausweichmöglichkeit haben, als die hohen Monopolpreise zu zahlen, wenn sie eine flächendeckende Werbekampagne durchführen wollen. Zwar spricht die kleinstrukturierte Branche für eine publizistische Vielfalt Niedersachsens, jedoch kann man von echtem Wettbewerb in den meisten Regionen nicht sprechen, da auch in Gebieten mit mehreren Tageszeitungen die einzelnen Blätter oft zu einem Verlag gehören. Wegen des fehlenden Wettbewerbs gehen Pätzold und Röper so weit und sprechen im Falle Niedersachsens von einem „Paradies für Verleger“.1 Dabei kommt es mitunter sogar auch zu Fällen, in denen das Bundeskartellamt von Verlegerseite regelrecht ausgetrickst wird. Ein interessantes Beispiel dafür ereignete sich 1997 im Südharz. Bis dahin hatten nämlich die beiden Titel „Bad Lauterberger Tageblatt“ und „Osteroder Kreis-Anzeiger“ gegen den dominanten „Harz-Kurier“ konkurriert. Plötzlich stellten beide Blätter ihr Erscheinen von einem Tag auf den anderen ein, ohne dass sie verkauft wurden. Der „Harz-Kurier“ brauchte anschließend die ehemaligen Leser und Anzeigenkunden der beiden Tageszeitungen, quasi als „GratisKundenstamm“ nur noch einzusammeln. Zufälligerweise hatte „Harz-Kurier“-Verleger Siegfried Jungfer kurz zuvor eine neue Rotation in Betrieb genommen, die für den damaligen „Harz-Kurier“ wohl etwas zu groß ausgelegt war. Die technischen Voraussetzungen für die plötzliche Expansion waren also schon gegeben. Der naheliegenden Vermutung, Jungfer habe den beiden „müden“ Verlegern den Marktausstieg mit verdeckten Zuwendungen schmackhaft gemacht, hat der Verleger freilich widersprochen. Die Geschichte von den „müden“ Verlegern ist umso verwunderlicher, da es mindestens einen Kaufinteressenten, den Verleger der „Einbecker Morgenpost“ Jürgen Rüttgerodt, gab. Rüttgerodt sagte über die Übernahmegespräche: „Ich kam mir vor, als lebte ich auf einem anderen Stern.“ Mitarbeiter der Landeskartellbehörde haben daraufhin die Büros der beiden Verlage gefilzt, sind aber auf keine stichhaltigen Indizien für eine Bestechung gestoßen. Bei den auflagenstarken Tageszeitungen in Niedersachsen ist, wie Abbildung 4 zeigt, zwar die „Neue Osnabrücker Zeitung“ an erster Stelle, die größte Marktmacht besitzt allerdings die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“, da sie das Feld der publizistischen Einheiten (eigenständige Vollredaktionen) anführt. Geht man nämlich von der Betrachtungsweise der publizistischen Einheiten aus, so kommt die „Hannoversche Allgemeine [...]
35 2.3.1.2 Entwicklung und Stand der Pressekonzentration in Niedersachsen Das Phänomen der Pressekonzentration hat seine Hauptursache in der in Abschnitt 2.2.3 erläuterten Anzeigen-Auflagen-Spirale. Dieser Mechanismus hat in Verbindung mit Größenvorteilen (vor allem die Möglichkeiten zur Fixkostendegression) in vielen Presseregionen Niedersachsens dazu geführt, dass sich jeweils eine „starke“ Tageszeitung, die sich die Effizienzvorteile der Konzentration zunutze machen konnte, durchgesetzt hat, und es somit in Niedersachsen eine Vielzahl von sogenannten „Ein-ZeitungsKreisen“ gibt (zu erkennen an den roten Flächen in Abbildung 5). Die Monopolisierung ist so weit vorangeschritten, dass die Mehrheit der Bevölkerung keine Wahl mehr hat zwischen unterschiedlichen Tageszeitungen mit regionalen und lokalen Informationen.1 [...]
Die kleinräumige Struktur der niedersächsischen „Zeitungslandschaft“ ist auch zurückzuführen auf den weitgehenden Wettbewerbsverzicht zwischen den Kleinverlagen, der bislang ein Garant für einen relativ stabilen Markt war. Verbreitungsgebiete wurden meist klar gegeneinander abgegrenzt.2 Zudem ist der niedersächsische Zeitungsmarkt geographisch nach außen ziemlich abgeschottet. Einerseits engagieren sich niedersächsische Verlage nur sehr vereinzelt außerhalb des Bundeslandes, zum Beispiel die Verlagsgruppe Madsack mit einer Beteiligung an der „Leipziger Volkszeitung“, auf der anderen Seite spielen Verlage von außerhalb, abgesehen von der „Bild“-Zeitung, einigen Ablegern aus Bremen und Hamburg sowie des nordrhein-westfälischen Verlegers Dirk Ippen, ebenso eine geringe Rolle. Trotz der beschriebenen stabilen Marktlage und einiger Konzentrationsvorgänge, die im nächsten Abschnitt 2.3.1.3 näher beleuchtet werden, sowie hoher Markteintrittsbarrieren wäre es zu voreilig, den Tageszeitungsmarkt in Niedersachen als „ausgereizt“ zu beurteilen. Zunächst ist zu beachten, dass es bei der Haushaltsabdeckung in den Landkreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens noch beachtliche Unterschiede und damit Expansionsmöglichkeiten gibt. Auch besteht bei den Preisen auf dem Konsumentenmarkt für monatliche Abonnements und auf dem Werbemarkt für den TKP noch eine bemerkenswerte Spannweite. Hinzu kommt eine Belebung des Wettbewerbs durch neue Anzeigen- und Offertenblätter sowie durch die Etablierung von Online-Medien.3 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832448615
Arbeit zitieren:
Kucklick, Thorsten Juli 2001: Auswirkungen von Online-Medien auf Tageszeitungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Anzeigenmarkt, Verlag



