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Auswirkungen des Löhr-Centers auf den Einzelhandel und das Einkaufsverhalten in der Koblenzer Innenstadt

Auswirkungen des Löhr-Centers auf den Einzelhandel und das Einkaufsverhalten in der Koblenzer Innenstadt
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rebecca Neuwirth
  • Abgabedatum: Oktober 2001
  • Umfang: 121 Seiten
  • Dateigröße: 5,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5232-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5232-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5232-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Neuwirth, Rebecca Oktober 2001: Auswirkungen des Löhr-Centers auf den Einzelhandel und das Einkaufsverhalten in der Koblenzer Innenstadt, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Einkaufszentrum, Shopping-Center, Wirtschaftsgeographie, Koblenz, Geomarketing

Diplomarbeit von Rebecca Neuwirth

Einleitung:

Im Rahmen der grundlegenden Veränderungen, die der Einzelhandel in der Bundesrepublik Deutschland seit den 60er Jahren erfährt, nimmt die rasche Ausbreitung von Shopping-Centern zweifellos eine besondere Stellung ein. Das in Koblenz ansässige Einkaufszentrum „Löhr-Center“ ist am Innenstadtrand gelegen und optimal an die Haupteinkaufsstraße angebunden. Diese Arbeit untersucht, ob eine Stärkung des Standortes „Innenstadt Koblenz“ durch das Löhr-Center stattgefunden hat sowie ob es eine Änderung des Standortgefüges in der Innenstadt gab und inwieweit dies durch das Löhr-Center beeinflusst wurde.

Für eine genauere Beleuchtung dieser Aspekte wurden Experten der Koblenzer Wirtschaft und des Einzelhandels interviewt. Zudem wurde eine Passantenbefragung in der Koblenzer Innenstadt, inklusive des Löhr-Centers, durchgeführt. Anhand von Indikatoren wie Mietniveau, Filialisierung und Branchenkonzentration, Fußgängerfrequentierung, Einzugsgebiet der Innenstadt, Einkaufspräferenzen und -gewohnheiten sowie dem Aktivitätsradius der Passanten konnte ein Überblick über die gegenwärtige Situation des Einzelhandels in der Koblenzer Innenstadt erstellt werden. Zusammenhänge und Ursachen wurden herausgearbeitet. Hierdurch wurden Synergien deutlich, die durch gezielte Planung in der Zukunft gestärkt werden sollen. Weiter werden Fehlentwicklungen analysiert und Alternativen besprochen, um diesen entgegenzuwirken und sie langfristig zu beheben.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass durch die Magnetfunktion des Löhr-Centers die Innenstadt als Ganzes gestärkt werden konnte. Innerhalb des Stadtzentrums kam es jedoch durch die Dominanz des Einkaufscenters zu einer Verlagerung des Haupteinkaufsgeschehens zugunsten des centernahen Innenstadtgebietes und damit zu einer Veränderung des Standortgefüges. Um weiterhin eine intakte Innenstadt zu erhalten, müssen jetzt stadtplanerische Maßnahmen ergriffen werden. Hierbei sind nun insbesondere Experten der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings gefragt, ein zukunftsträchtiges Konzept zu erarbeiten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Fragestellung 4
1.1 Untersuchungsdesign 6
1.2 Aufbau der Arbeit 9
2. Strukturwandel im Einzelhandel 10
2.1 Merkmale des Strukturwandels im Einzelhandel 10
2.2 Ursachen des Strukturwandels im Einzelhandel 20
2.2.1 Handelsendogene Faktoren 20
2.2.2 Handelsexogene Faktoren 23
2.3 Standortstruktur 28
2.4 Konzept der Shopping-Center 30
2.4.1 Typen von Einkaufszentren 31
2.4.2 Shopping-Center-Entwicklung in Deutschland 33
2.5 Einzelhandel und Innenstadt 37
2.5.1 Bedeutung des Einzelhandels für die Innenstadt 37
2.5.2 Probleme von Innenstädten 39
2.5.3 Konsequenzen von innerstädtischen Shopping-Centern 43
3. Untersuchungsraum 45
3.1 Rahmenbedingungen der Stadt Koblenz 45
3.2 Situation des Einzelhandels im Raum Koblenz/Neuwied 48
3.2.1 Einzelhandelsentwicklung 49
3.2.2 Einzugsbereich 52
3.2.3 Marktpotenzial und Kaufkraftbindung 53
3.3 Einzelhandelsangebot der Koblenzer Innenstadt 55
3.4 Löhr-Center 58
4. Auswirkungen des Löhr-Centers in der Innenstadt 62
4.1 Auswirkungen des Löhr-Centers auf den Einzelhandel 62
4.1.1 Folgen für den Einzelhandel der Innenstadt von Koblenz 63
4.1.2 Verschiebung des Standortgefüges der Koblenzer Innenstadt 65
4.1.3 Erweiterung des Einzugsgebiets der Koblenzer Innenstadt 68
4.1.4 Stärkung des Standortes Koblenzer Innenstadt 68
4.2 Auswirkungen des Löhr-Centers auf das Einkaufsverhalten in der Koblenzer Innenstadt 71
4.2.1 Soziodemografisches Profil der befragten Passanten 73
4.2.2 Einzugsgebiet und Verkehrsmittelnutzung 78
4.2.3 Besuchsmotive 84
4.2.4 Hauptziel 89
4.2.5 Kundenbindung 92
5. Das Löhr-Center – ein Segen für Koblenz? 103
6. Literaturverzeichnis 108
7. Interviewverzeichnis 114
8. Anhang 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

Aussagen über die Kaufkraftbindung eines Ortes gibt die Zentralitätskennziffer. Eine Zentralitätskennziffer von 100 bedeutet, dass sich Kaufkraftzufluss und -abfluss die Waage halten, Werte über 100 zeigen einen Zu-, unter 100 einen Abfluss. Die Zentralitätskennziffer der Stadt Koblenz betrug 1996 169,0 und stieg bis zum Jahr 1999 auf 170,9 an. Damit ist Koblenz gleich hoch wie Lahnstein (170,5) und wird nur von Mühlheim-Kärlich mit 221,6 übertroffen. (IHK Koblenz 2000: 63). 1992 hatte Koblenz allerdings noch eine Kaufkraftbindung von 202 % vorzuweisen. Verglichen mit der heutigen Kennziffer lässt sich ein deutlicher Zentralitätsverlust des Oberzentrums Koblenz gegenüber anderen Standorten ablesen, vor allem gegenüber Mühlheim-Kärlich, das eine Kaufkraftbindungssteigerung von 105 % zwischen 1992 und 1996 aufweist, aber auch gegenüber Neuwied und Lahnstein. Im Vergleich zu ihrer Stellung im zentralörtlichen System realisieren die beiden Mittelzentren Neuwied und Lahnstein sowie das Grundzentrum Mühlheim-Kärlich überdurchschnittlich hohe Kaufkraftbindungen, während das Oberzentrum Koblenz unter Beachtung der Kaufkraftbindung ein Zentralitätsdefizit zu verzeichnen hat. (PLG Mittelrhein-Westerwald 1997: 69-71). Ferner haben sich durch die Angebotsvielfalt neuer Geschäfte und Betriebsformen in den Außenbereichen Teile der Kaufkraftströme und damit die Einzelhandelszentralitäten an die peripheren Standorte verlagert. (Lüthje 1998: 175). Dies führt zu deutlichen Umsatzrückgängen in den Innenstädten. Diese Entwicklung geht einher mit einem zunehmenden Bedeutungsverlust der Orte höherer Zentralität, insbesondere von Koblenz als Oberzentrum. (Lüthje/Hayer 1999: 9). [...]

Als Kaufkraft wird das verfügbare Einkommen der Wohnbevölkerung bezeichnet, also Erwerbseinkommen und empfangene Transfereinkommen. Die Kaufkraftkennziffern je Einwohner zeigen, welche Gebiete im Pro-Kopf-Einkommen über oder unter dem Bundesdurchschnitt (= 100,0) liegen. Um die einzelhandelsrelevante Kaufkraft zu ermitteln, müssen von der Kaufkraft die Sparquote und die Ausgaben für Miete, Verkehr und für Dienstleistungen aller Art abgezogen werden. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraftkennziffer lag im Jahre 1999 in der Stadt Koblenz mit 107,7 deutlich höher als der Bundesdurchschnitt und auch als in Rheinland-Pfalz (100,6). Damit stehen jedem Koblenzer Einwohner durchschnittlich 11.061,1 DM pro Jahr für den Einzelhandel zur Verfügung, insgesamt ist so ein Potenzial von 1.210,1 Mio. DM vorhanden. (IHK Koblenz 2000: 63-64) Zu diesem Kaufkraftpotenzial kommen nochmals 88 % als Kaufkraftzufluss aus dem Umland hinzu, wobei Koblenz selbst einen Abfluss von 19 % ins Umland hat. Insgesamt hat Koblenz einen Anteil von 45 % am Marktpotenzial des Raumes Koblenz/Neuwied. (PLG Mittelrhein-Westerwald, 1997: 69-70). [...]

Die Stadt Koblenz selbst verfolgt seit den 70er Jahren eine restriktive Politik bei der Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsbetriebe. Neuansiedlungen erfolgten im Außenbereich nur im Gewerbegebiet Koblenz-Nord, wo weitere Flächenpotenziale vorhanden sind. In der Innenstadt siedelte sich Anfang der 80er Jahre das Einkaufszentrum „Löhr-Center“ mit damals 29.500 m² an, heute hat das Shopping-Center eine Verkaufsfläche von etwa 32.000 m². Darüber hinaus werden am Zentralplatz vorhandene Einzelhandelsflächen saniert und ausgeweitet. (PLG Mittelrhein-Westerwald 1997: 28). Wie in Abbildung 8 ersichtlich, gehören zur Stadt Koblenz mehrere Einzelhandelsstandorte. Insgesamt verfügte Koblenz 1996 über eine Verkaufsfläche von etwa 283.666 m². Bei der damaligen Einwohnerzahl von 109.280 ergibt sich eine durchschnittliche Verkaufsfläche pro Einwohner von 2,6 m², im gesamten Planungsraum Koblenz/Neuwied sind es 2,2 m² pro Einwohner. Zum Vergleich: der Raum Köln/Bonn liegt mit 1,2 m² Verkaufsfläche pro Einwohner deutlich niedriger. Das Innenstadtzentrum von Koblenz mit dem historischen Stadtkern, der Fußgängerzone, dem Zentralplatz und dem Einkaufszentrum „Löhr-Center“ verfügte 1996 über 104.063 m² Verkaufsfläche, wobei das Löhr- [...]

Arbeit zitieren:
Neuwirth, Rebecca Oktober 2001: Auswirkungen des Löhr-Centers auf den Einzelhandel und das Einkaufsverhalten in der Koblenzer Innenstadt, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Einkaufszentrum, Shopping-Center, Wirtschaftsgeographie, Koblenz, Geomarketing

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