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Auswirkungen von Kulturunterschieden bei grenzüberschreitenden Akquisitionen

Integrationsansätze für das mittlere Management

Auswirkungen von Kulturunterschieden bei grenzüberschreitenden Akquisitionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Melanie Senczek
  • Abgabedatum: Februar 2000
  • Umfang: 78 Seiten
  • Dateigröße: 512,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2482-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2482-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2482-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Senczek, Melanie Februar 2000: Auswirkungen von Kulturunterschieden bei grenzüberschreitenden Akquisitionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: mergers& acquisitions, mittleres Management, Mitarbeiterintegration, grenzüberschreitende Akquisition

Diplomarbeit von Melanie Senczek

Einleitung:

Im Zuge von weltweit zu beobachteten Globalisierungstendenzen werden Unternehmensakquisitionen immer mehr als geeignete Reaktion auf erhöhten Wettbewerbs- und Kostendruck angesehen. In letzter Zeit ist dabei eine deutliche Tendenz hin zu grenzüberschreitenden Unternehmensübernahmen zu beobachten. Mit solchen Akquisitionen sind klar definierte Erwartungen verbunden, so werden vor allem Synergieeffekte geplant, welche sich in strategischen und besonders in finanziellen Vorteilen niederschlagen sollen.

Nicht jede Akquisition bringt jedoch den erhofften Erfolg mit sich, gerade wenn eine solche Unternehmensübernahme grenzüberschreitend stattfindet, ist die Mißerfolgsquote besonders hoch. So untersuchte die Unternehmensberatung McKinsey & Company z.B. in der Zeitspanne von 1981 bis 1987 319 grenzüberschreitende Unternehmenszusammenschlüsse anhand von jahresabschlußorientierten Erfolgsindikatoren. 57.1% aller Zusammenschlüsse wurden dabei als Erfolg, 42,9% jedoch als Mißerfolg eingestuft.

Einer der Hauptgründe, warum mehr als die Hälfte aller Fusionen und Akquisitionen in Deutschland scheitern, ist eine fehlende oder mangelhafte Politik mit Ziel der Integration der beiden betroffenen Mitarbeitergruppen. Gerade bei grenzüberschreitenden Akquisitionen werden zudem oftmals die Auswirkungen, welche sich aus dem Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen ergeben können, vernachlässigt bzw. gar nicht bedacht.

Diese Umstände führen oftmals dazu, daß gesamte Akquisitionen als gescheitert betrachtet werden müssen. Nicht selten endet dies darin, daß das übernommene Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt wieder veräußert wird. Ein Ende des Trends hin zu internationalen Unternehmensübernahmen ist für die nahe Zukunft nicht abzusehen. Ein gezieltes Integrationsmanagement der betroffenen Mitarbeitergruppen wird daher für einen erfolgreichen Akquisitionsprozeß für die Zukunft immer wichtiger.

Zu den Zielsetzungen der vorliegenden Arbeit gehört zum einen, mögliche negative Auswirkungen einer grenzüberschreitenden Akquisition für die betroffenen Mitarbeiterschaften darzulegen. Insbesondere soll dabei aufgezeigt werden, daß diese Folgen speziell für das mittlere Management von besonderer Tragweite sind. Hierdurch wird eine Sensibilisierung für die Wichtigkeit speziell dieser Führungsebene für den Erfolg einer grenzüberschreitenden Akquisition angestrebt.

Aus dieser Erkenntnis heraus leitet sich eine weitere Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ab: Um die Erfolgsaussichten einer grenzüberschreitenden Akquisition zu steigern, soll ein Maßnahmenprogramm entwickelt werden, welches speziell auf die Integration des mittleren Managements ausgerichtet ist.

Gang der Untersuchung:

Die Erreichung oben genannter Zielsetzungen wird folgendermaßen angestrebt:

In den weiteren Ausführungen von Teil A wird zunächst der relevante Erkenntnisbereich erschlossen. Nach einer Abgrenzung des Begriffes Integration schließt sich eine Vorstellung des Konzeptes Kultur in der Betriebswirtschaft an. Als weiterer Bestandteil des Erkenntnisbereiches wird anschließend das mittlere Management als Hierarchieebene in deutschen Wirtschaftsunternehmen charakterisiert.

In Teil B werden mögliche Folgen beschrieben, welche sich für die betroffenen Mitarbeiter aus einer grenzüberschreitenden Akquisition sowohl auf intra- als auch auf interpersoneller Ebene ergeben können. Insbesondere wird dabei auch auf die Auswirkungen speziell für das mittlere Management eingegangen. Unter Bezugnahme auf Ergebnisse der Innovationsforschung werden aus diesen Folgen zudem mögliche Reaktionen des mittleren Managements auf eine grenzüberschreitende Akquisition abgeleitet.

Auf Basis der Erkenntnisse aus Teil B wird im anschließenden Teil C ein Integrationsprogramm entwickelt, welches speziell auf die Integration des mittleren Managements ausgerichtet ist.

Teil D schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick ab.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Literaturverzeichnis 66
Teil A - Grundlagen 1
I. Einleitung 1
1. Ausgangslage 1
2. Zielsetzung 2
3. Gang der Arbeit 3
II. Erschließung des Erkenntnisbereiches 4
1. Arbeitsdefinition des Begriffes Integration 4
2. Kultur 5
2.1 Kultur in der Betriebswirtschaft - Ein historischer Überblick 5
2.2 Klassifikation von Kulturebenen 8
2.2.1 Nationale Kultur 9
2.2.2 Branchenkultur 10
2.2.3 Unternehmenskultur 11
2.3 Verhältnis Kultur / Unternehmung 13
2.3.1 Kulturgebundener- vs. kulturfreier Ansatz 13
2.3.2 Variablen- vs. Metapheransatz 16
2.4 Zusammenfassende Betrachtung und Arbeitsdefinition 20
3. Das mittlere Management 22
3.1 Hierarchische Abgrenzung / Definitionsversuch 22
3.2 Charakterisierung des mittleren Managements 24
3.2.1 Demographie / Qualifikation 24
3.2.2 Besonderheiten der Position des mittleren Managers 26
3.2.3 Das mittlere Management im Spannungsfeld des exogenen Wandels 28
3.3 Zusammenfassende Betrachtung 30
Teil B - Auswirkungen von Kulturunterschieden bei grenzüberschreitenden Akquisitionen 31
I. Die Situation von betroffenen Mitarbeitern allgemein 32
1. Folgen auf intrapersoneller Ebene 32
2. Folgen auf interpersoneller Ebene 37
2.1 Kommunikationsstörungen 37
2.2 Produktivitätsverluste in Teams 39
2.3 Probleme in Führungssituationen 40
II. Die Situation des mittleren Managements 42
1. Folgen auf intra- und interpersoneller Ebene 42
2. Mögliche Reaktionen des mittleren Managements 44
Teil C - Ein Integrationsprogramm für das mittlere Management 51
I. Ziele des Integrationsprogrammes 51
II. Maßnahmen des Integrationsprogrammes 52
1. Kommunikation 53
1.1 Kommunikationsinhalte 54
1.2 Kommunikationszeitpunkt 56
1.3 Kommunikationskanäle und -mittel 57
1.4 Zusammenfassende Betrachtung 60
2. Interkulturelles Training 61
3. Streßbewältigungsmaßnahmen 63
Teil D - Zusammenfassung und Ausblick 64

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die folgenden Abschnitte liefern daher zunächst eine Darstellung der Auswirkungen einer grenzüberschreitenden Akquisition auf betroffene Mitarbeitergruppen allgemein; im Anschluß daran werden die Folgen einer Übernahme speziell für das mittlere Management abgeleitet. I Die Situation von betroffenen Mitarbeitern allgemein Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen treffen Kulturen schnell und meist unvorbereitet aufeinander. Während sich kulturelle Anpassungsprozesse normalerweise über einen längeren Zeitraum erstrecken und bei den Mitarbeitern eher unbewußt ablaufen, werden sie bei grenzüberschreitenden Akquisitionen durch die kurzfristige Konfrontation der Kulturen „übers Knie gebrochen“ bzw. erzwungen. Das Potential für Konfliktsituationen ist dementsprechend hoch.70 Die Folgen dieser Konflikte können sich sowohl auf intrapersoneller Ebene, d.h. beim Mitarbeiter selbst, als auch auf interpersoneller Ebene, d.h. bei sozialen Interaktionen, offenbaren. 1. Folgen auf intrapersoneller Ebene „M & A activity may be increasing in frequency, but for those affected, it is still an extraordinary and destabilizing life event, requiring considerable personal adjustment.“71 Eine Unternehmensübernahme stellt ein einschneidendes Erlebnis für die betroffenen Mitarbeiter dar. Die Auswirkungen sind nicht allein im Berufsleben zu spüren, oftmals wirken sie sich auch auf das Familien- und Privatleben der Betroffenen aus. Untersuchungen haben herausgefunden, daß bei den betroffenen Mitarbeitern generell eine Zunahme von Verunsicherung, Streß und Ängsten zu beobachten ist, deren genauen Ausprägungen von der jeweiligen individuellen Verfassung abhängen.72 [...]

Vor einer Akquisition stehen oft langwierige Prozesse der Überprüfung, bei denen sich Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Analysten usw. mit der Frage beschäftigen, ob die angestrebte Unternehmensübernahme auch wirklich die gewünschten finanziellen und strategischen Vorteile bringen wird. Doch auch wenn diese Checks allesamt positive Ergebnisse gebracht haben, stellt sich doch nach Vollzug des Zusammenschlusses häufig heraus, daß die erhofften und errechneten Resultate ausbleiben. Oftmals liegt dies daran, daß die menschliche Komponente im Akquisitionsprozeß unterschätzt bzw. sogar gänzlich mißachtet wurde. Vor allem bei grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen werden zudem speziell die Auswirkungen des Aufeinandertreffens zweier unterschiedlicher Kulturen unterschätzt. Bedenkt man jedoch die komplexen Strukturen, welche hinter einer Landes- bzw. Unternehmenskultur stehen, so wird deutlich, daß gerade solche Unterschiede weitreichende Konsequenzen für jeden einzelnen Mitarbeiter und damit auch für das gesamte Unternehmen bewirken können. KILMAN/ SAXTON/ SERPA verdeutlichen speziell diese Problematik mit dem Bild des „organisatorischen Eisberges“: „Picture two icebergs in the ocean, where the tip of each represents the top-management groups – primarily financial people – deciding the fate of the two companies and how the merger will work. As these top-management groups set the merger in process, the two icebergs begin moving toward one another until the tips meet and mesh as one. Such a consolidation, however, can never take place. As the icebergs approach one another, it is not the top that meets; rather it is the much larger mass below the surface of the water, the respective cultures of the organization, that collide. Instead of synergy, there is culture clash.“69 Für eine erfolgreiche Integrationspolitik müssen daher nicht nur Strukturen, Systeme usw. abgestimmt werden, die Folgen für die „soft side“ der Unternehmen müssen ebenso erkannt und auch verstanden werden. [...]

Die oben genannten Ausführungen zeigen: Die Rolle des mittleren Managers ist durch seine Position zwischen der strategischen und der operativen Ebene bereits traditionell mit einigem Konfliktpotential behaftet. Durch Änderungen von exogenen Faktoren gerät diese Führungsebene noch zusätzlich unter Druck. So sehen sich die mittleren Manager von heute mit steigenden Anforderungen konfrontiert, welche sie allein aufgrund ihrer sehr fachlich geprägten Ausbildung nicht bewältigen können. Zusätzlich stellen Änderungen in den Organisationsstrukturen und auch der technische Fortschritt allgemein eine zusätzliche Infragestellung der Daseinsberechtigung der mittleren Führungskräfte dar. Das mittlere Management in Deutschland sieht sich also generell einem hohen Druck von verschiedenen Seiten ausgesetzt. Diese Ausgangslage ist von Wichtigkeit für die weiteren Ausführungen dieser Arbeit, da nun im Anschluß auf die Auswirkungen eines weiteren Streßfaktors für das mittlere Management, den Kulturunterschieden bei grenzüberschreitenden Akquisitionen, eingegangen wird. [...]

Arbeit zitieren:
Senczek, Melanie Februar 2000: Auswirkungen von Kulturunterschieden bei grenzüberschreitenden Akquisitionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
mergers& acquisitions, mittleres Management, Mitarbeiterintegration, grenzüberschreitende Akquisition

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