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Auswirkungen von Konflikten in Projektteams

Eine Meta-Analyse

Auswirkungen von Konflikten in Projektteams
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Agnieszka Lyszkiewicz
  • Abgabedatum: Dezember 2005
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 489,6 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 57
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9961-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9961-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9961-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lyszkiewicz, Agnieszka Dezember 2005: Auswirkungen von Konflikten in Projektteams, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Team, Projekt, Teamleistung, Konflikt, Erfolgsfaktoren

Diplomarbeit von Agnieszka Lyszkiewicz

Einleitung:

Um sich im heutigen Wettbewerb behaupten zu können, sind Unternehmen zur Erbringung überdurchschnittlicher Leistung und fortlaufender Innovation gezwungen. Dabei können die damit verbundenen, immer komplexer werdenden Aufgaben nicht mehr von einzelnen Personen bewältigt werden, sondern erfordern die koordinierte Zusammenarbeit von mehreren Menschen, die ihre individuellen Stärken und Kompetenzen in den Lösungsprozess einbringen. Aus diesem Grund ist die Projektarbeit aus der Unternehmensorganisation nicht mehr wegzudenken. Da jedoch Projekte nicht immer mit einem Erfolg beendet werden und misslungene Projekte einen erheblichen Kostenfaktor darstellen, ist es sinnvoll, die entscheidenden Erfolgsfaktoren des Projektmanagements zu diskutieren.

Ein Projektteam wird, neben dem Top-Management, als einer der kritischen Erfolgsfaktoren eines Projekts angesehen. Die Zusammenarbeit in einem Team kann durch mehrere Größen und auf unterschiedliche Weise beeinflusst werden. In dem Zusammenhang gewinnt die Teamforschung, die einen Aufschluss über das Funktionieren eines Teams und über Erfolgsfaktoren einer Teamarbeit geben soll, zunehmend an Bedeutung.

Wie De Dreu und Van Vianen in ihrem Artikel verdeutlichen: „… team effectiveness is not only a function of individuals` task performance and goal achievement; team effectiveness also depends on the extent to which team members need to avoid process losses by helping each other, coordinating activities, complying with demands and requirements, and voicing opinions and ideas.” Eine solche Herausforderung hinsichtlich der Kooperation im Team stellen die zwischen den einzelnen Teammitgliedern auftretenden Konflikte dar. Bei einer engen Zusammenarbeit von Individuen, deren Wissensbestände und Erfahrungen, Charaktere, Einstellungen sowie Interessen sehr stark voneinander abweichen können, ist das Auftreten von Konflikten unvermeidbar. Eine Auseinandersetzung mit dem Konflikt, sowie die Thematisierung desselben im Team und das Bewusstmachen über die Auswirkungen von Konflikten werden unter dem Schwerpunkt Konfliktmanagement zu einer Notwendigkeit.

Innerhalb der letzten Jahre hat sich die Teamforschung weiterentwickelt und es lässt sich ein breiter Fundus an Untersuchungen zu Konflikten im Team konstatieren. Dabei sind sich die Autoren der Studien allerdings nicht einig, welche Auswirkungen von welchen Konflikten, unter welchen Bedingungen ausgehen können. Haben Konflikte – wie es die traditionelle Denkweise darstellt – immer nur destruktiven Einfluss auf Teamarbeit, indem sie beispielsweise ein Projekt verformen, verzögern oder im schlimmsten Fall sogar verhindern? Oder gehen von Konflikten auch positive Effekte auf das Ergebnis eines Teams aus, so dass Konflikte beispielsweise in innovativen Projektteams zur Neuideengenerierung sogar zwingend notwendig sind? Hängen die unterschiedlichen Konfliktauswirkungen mit den Konflikt- und Teamarten zusammen?

Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, einen Überblick über die unterschiedlichen Ergebnisse der empirischen Studien, die sich mit Auswirkungen der Konflikte im Team beschäftigen, zu geben. Dazu wird die Methode der so genannten Metaanalyse eingesetzt, die sich – im Gegensatz zu herkömmlichen Reviews – der statistischen Methoden bedient und einen systematischen Überblick über ein schwer überschaubares Forschungsgebiet ermöglicht. Mit Hilfe der Metaanalyse soll der von Konflikten im Team auf das Teamergebnis ausgehende Gesamteffekt bestimmt werden. Des Weiteren werden Faktoren aufgezeigt, die Einfluss auf das Verhältnis zwischen den Konflikten im Team und dem Teamergebnis haben können.

Hierzu werden im zweiten Kapitel vorab die theoretischen Grundlagen des Themas näher erläutert. Dies beinhaltet sowohl die Verdeutlichung der begrifflichen Basis als auch die Herausarbeitung der Hypothesen, die sich auf die Auswirkungen von Konflikten im Team beziehen. Das dritte Kapitel beschreibt ausführlich die Methode der Metaanalyse. Die Durchführung der Metaanalyse und die darauf folgende Darstellung der Ergebnisse erfolgt im vierten Kapitel. Das fünfte Kapitel beinhaltet die Diskussion und Analyse der gewonnenen Resultate. Eine zusammenfassende Schlussbetrachtung wird im letzten Abschnitt dieser Diplomarbeit zum Tragen kommen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlagen 3
2.1 Das Team 3
2.1.1 Team als kritischer Erfolgsfaktor eines Projektes 3
2.1.2 Definition des Team-Begriffs 4
2.1.3 Teamarten 5
2.1.3.1 Teams mit routinemäßigen Aufgaben 6
2.1.3.2 Teams mit innovativen Aufgaben 6
2.1.3.3 Projektteams als eine spezielle Teamart 6
2.1.4 Phasen der Teamentwicklung 7
2.1.4.1 Formierungsphase (forming) 7
2.1.4.2 Konfliktphase (storming) 8
2.1.4.3 Normierungsphase (norming) 8
2.1.4.4 Leistungsphase (performing) 9
2.1.5 Teamergebnis 9
2.1.5.1 Teamleistung 10
2.1.5.2 Arbeitszufriedenheit der Teammitglieder 10
2.2 Konflikte im Team 11
2.2.1 Konfliktdefinition 11
2.2.2 Konfliktverlauf 12
2.2.3 Konfliktursachen 14
2.2.4 Konfliktarten 15
2.2.4.1 Konflikte nach Erscheinungsformen 16
2.2.4.2 Konflikte nach Konfliktursachen 16
2.2.4.3 Konflikte nach Streitgegenständen 17
2.2.5 Konfliktnormen 18
2.2.6 Auswirkungen von Konflikten 19
2.2.6.1 Auswirkungen von emotionalen Konflikten 20
2.2.6.2 Auswirkungen von sachbezogenen Konflikten 21
3. Methode 25
3.1 Grundgedanke, Definition und Ziele der Metaanalyse 25
3.2 Ablauf einer Metaanalyse 26
3.2.1 Explizite Formulierung der Fragestellung 26
3.2.1.1 Identifikation und Operationalisierung relevanter Konstrukte 26
3.2.1.2 Formulierung der Hypothesen 27
3.2.1.3 Breite der Fragestellung 27
3.2.2 Erfassung und Erhebung der empirischen Primärbefunde 28
3.2.2.1 Identifikation relevanter Primärstudien 28
3.2.2.2 Erhebungsumfang der Literaturrecherche 29
3.2.2.3 Verbreitete Probleme bei der Literaturrecherche 29
3.2.3 Kodierung 30
3.2.3.1 Ermittlung kodierungsrelevanter Variablen 30
3.2.3.2 Kodierung relevanter Studienmerkmale 30
3.2.3.3 Methodische Qualität der Primärstudien 31
3.2.4 Aggregation der Primärbefunde 31
3.2.4.1 Berechnung der Primärstudieneffekte 31
3.2.4.2 Integration der Primärstudieneffekte 31
3.2.5 Präsentation und Interpretation der Ergebnisse 32
3.2.5.1 Präsentation der Ergebnisse 32
3.2.5.2 Interpretation der Ergebnisse 33
3.3 Statistische Methoden der Metaanalyse 33
3.4 Kritik 34
3.4.1 Vorteile der Metaanalyse 34
3.4.2 Probleme bei der Metaanalyse 35
3.4.2.1 Das „garbage in-garbage out“-Problem 35
3.4.2.2 Das „Äpfel-und-Birnen“-Problem 35
3.4.2.3 Das Problem abhängiger Untersuchungsergebnisse 36
3.4.2.4 Das Publikationsverzerrungs- und „file-drawer“-Problem 36
4. Durchführung der Metaanalyse 37
4.1 Fragestellung 37
4.2 Vorgehensweise 38
4.2.1 Literaturrecherche 38
4.2.2 Kodierung 45
4.2.2.1 Kodierschema zur systematischen Beschreibung der Studien 46
4.2.2.2 Darstellung der Studien anhand des Kodierschemas 51
4.3 Präsentation der Ergebnisse 64
4.3.1 Berechnung der mittleren Effektstärken des Haupteffekts 64
4.3.2 Untersuchung des moderierenden Effektes des Aufgabentyps 67
4.3.3 Untersuchung des moderierenden Effektes der Konfliktnormen 69
5. Diskussion der Ergebnisse 73
5.1 Haupteffekt der Konflikte im Team auf das Teamergebnis 73
5.2 Moderierender Effekt des Aufgabentyps 75
5.3 Moderierender Effekt der Konfliktnormen 76
6. Schlussbetrachtung 79
Literaturverzeichnis 82
Anhang A: Übersicht der Ergebnisse der Literaturrecherche 87
Anhang B: Kodiersystem 93

Textprobe Kapitel 3 Methode:

In diesem Kapitel wird die Methode der Metaanalyse erklärt und diskutiert. Dies beinhaltet die Erläuterung des Grundgedankens, die Definition des Begriffs und die Darstellung der Ziele der Metaanalyse. Daneben wird der Ablauf einer Metaanalyse beschrieben und ein Überblick über die statistischen Methoden der Metaanalyse dargestellt. Anschließend werden die Vorteile und Nachteile der Metaanalyse aufgeführt.

Die ständig steigende Zahl an empirischen Untersuchungen führt dazu, dass ein Überblick über einzelne relevante Forschungsergebnisse in einem bestimmten Gebiet zunehmend erschwert wird. Aufgrund der unüberschaubaren Informationsüberflut in allen Wissenschaften, kommt einer systematischen Integration empirischer Einzelbefunde, die zu kumulierten und aggregierten Gesamtaussagen führt, eine besondere Bedeutung zu und wird mittlerweile zu einer Notwendigkeit.

Eine solche Integration ermöglicht die Metaanalyse. Der Grundgedanke einer Metaanalyse ist es, einen möglichst objektiven integrativen Überblick über die Einzelstudien unter derselben Fragestellung bzw. demselben Phänomenbereich zu erstellen. 74 Dazu werden die Ergebnisse der zu integrierenden Primärstudien wie „Rohdaten“ behandelt und auf der Basis der in den Studien enthaltenen Kriterien statistisch analysiert. Die Zuhilfenahme statistischer Methoden hebt die Metaanalyse von den herkömmlichen Integrationsmethoden – wie systematische Überblicksartikel und Reviews – positiv ab.

Der Begriff der Metaanalyse wurde von Gene Glass geprägt. Er definiert die genannte Integrationsmethode als eine Analyse von Analysen: „Meta-analysis refers to the analysis of analysis. I use it to refer to the statistical analysis of a large collection of analysis results from individual studies for the purpose of interpreting the findings“.76 Drink-mann liefert eine weiterreichende und umfassendere Definition: „Metaanalyse soll sein: eine an den Kriterien empirischer Forschung orientierte Methode zur quantitativen Integration der Ergebnisse empirischer Untersuchungen sowie zur Analyse der Variabili- tät dieser Ergebnisse“.

Somit verfolgt die Metaanalyse zwei grundlegende Ziele. Erstens ist die Metaanalyse eine Methode, die die wachsende Anzahl an empirischen Ergebnissen integriert und somit den Überblick erleichtert. Zweitens verhilft die Metaanalyse – durch die Verwendung von statistischen Modellen und Verfahren – die Variabilität der Primärergebnisse zu erfassen, zu analysieren sowie beurteilen und erklären zu können.

Im folgenden Abschnitt wird die Durchführung einer Metaanalyse dargestellt. Generell läuft eine Metaanalyse in folgenden fünf Schritten ab: Formulierung der Fragestellung, Erfassung und Erhebung der Primärbefunde, Kodierung der Studienmerkmale, Aggregation der Primärbefunde, Präsentation und Interpretation der Ergebnisse.

Ausgangspunkt jeder Metaanalyse ist die systematische und explizite Formulierung der Forschungsziele sowie der relevanten Hypothesen. Die hier ausgearbeiteten Fragestellungen und Ziele können in weiteren Phasen der Metaanalyse noch weit reichend modifiziert werden. Dennoch beeinflussen alle in dieser Phase getätigten konzeptuellen Entscheidungen sämtliche anschließenden Phasen der Analyse im erheblichen Maße.

Zunächst ist die Konzeptualisierung der für die Integration relevanten Konstrukte anhand des aktuellen Forschungs- und Theoriestands (Lehrbücher, Monographien, Übersichtsarbeiten oder bereits vorliegende Primärstudien) vorzunehmen. Weiterhin sind wichtige Rahmenbedingungen für die Analyse, wie z.B. Studienort und -settings, aus der Theorie abzuleiten. Letztlich sind auch die Merkmale der Primärstudien selbst (Jahr, Autoren, Journal etc.) abzuwägen.

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bereits ein in der Definition verankerter großer Vorteil der Metaanalyse ist, dass sie eine brauchbare Methode zur Überblickserstellung darstellt. In einem Integrationsprozess sichert sie durch die Bestimmung und Quantifizierung der zentralen Tendenz den Durch- und Überblick über die immer weiter steigende Anzahl an Publikationen und Partialbefunden.95 Darüber hinaus ist hervorzuheben, dass bei einer Metaanalyse – anders als in traditionellen Übersichtsartikeln wie z.B. Reviews, Sammelreferaten, Forschungsberichten – ein ganzes Bündel von statistischen Modellen und Verfahren herangezogen wird, was die Validität der zusammengefassten Aussagen erhöht.96 Dank der statistischen Maßnahmen, kann in einer Metaanalyse, eine Homogenität bzw. Varianz der Integrationsergebnisse festgestellt und durch Rückführung auf korrelierende Einflussgrößen die Varianz in Stichproben der Primärergebnisse aufgeklärt werden. Als ein weiterer Vorteil der Integrationsmethode ist ihre Replizierbarkeit und Objektivität zu nennen. Darüber hinaus erleichtern die Verwendung zusammenfassender Kennwerte, die graphische Ergebnisdarstellung und die Orientierung an gängigen empirischen Kri- [...]

Kapitel 3: Methode Mit Hilfe der inferenzstatistischen Verfahren wird versucht, die Befunde in einzelnen Studien auf die Grundgesamtheit zu übertragen. Um den Gesamteffekt statistisch abzusichern, werden beispielsweise Signifikanzniveaus oder Irrtumswahrscheinlichkeiten einzelner Studien berechnet. Die Berechnung kann über „adding of logs“ (FischerMethode) und über eine Addition der t-Werte, der p-Werte und der z-Werte, sowie über ein Testen des mittleren z- oder p-Wertes erfolgen. So können Aussagen über die statistische Absicherung des Gesamteffekts getroffen werden. Dies erfordert natürlich, dass in den zu integrierenden Einzelstudien die exakten p-Werte, z-Werte etc. vorliegen. Liegen diese Informationen nicht vor und ist bspw. nur das Vorzeichen der Mittelwertsdifferenzen bzw. der Korrelationen bekannt, kommen die „vote-counting“-Methoden zum Einsatz.94 [...]

Die statistischen Methoden der Metaanalyse können generell, ähnlich wie bei Primäruntersuchungen, deskriptiver oder inferenzstatistischer Natur sein. Das Ziel deskriptiver Methoden ist die Berechnung von mittleren Effekten aus den Ergebnissen der Einzeluntersuchungen und der dazugehörigen Konfidenzintervallen. Die einschlägige deskriptive Methode der Metaanalyse – die heutzutage in unterschiedlichen Varianten als zentrale Statistik der Metaanalyse eingesetzt wird – ist die von Gene Glas vorgeschlagene Effektstärke.93 Bei der Integration experimenteller Studien wird somit der Effektstärke-Parameter als Mittelwertsdifferenz der abhängigen Variablen zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe in allen Einzelstudien, dividiert durch die Standardabweichung der Interventions- bzw. der Kontrollgruppe, geschätzt. Zur Charakterisierung der Effektstärke in Korrelationsstudien wird allerdings die Berechnung des gewichteten mittleren Produktmoment-Korrelationskoeffizienten vorgeschlagen. Falls in den Studien, die in die Metaanalyse eingehen, die Konstrukte mit mehreren Variablen und diese wiederum mit mehreren Messinstrumenten operationalisiert werden, so gehen auch entsprechend viele Effektstärken in die Analyse ein. Dementsprechend werden solche Studien auch höher gewichtet. [...]

Arbeit zitieren:
Lyszkiewicz, Agnieszka Dezember 2005: Auswirkungen von Konflikten in Projektteams, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Team, Projekt, Teamleistung, Konflikt, Erfolgsfaktoren

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