Auswirkungen von Factory-Outlet-Center auf den Einzelhandel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carsten Diekmann
- Abgabedatum: April 2000
- Umfang: 148 Seiten
- Dateigröße: 4,9 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Osnabrück Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2540-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2540-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2540-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Diekmann, Carsten April 2000: Auswirkungen von Factory-Outlet-Center auf den Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gutachten, Raumverträglichkeit, FOC, Bestimmung von Einzugsbereichen, Potentialmodell
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Diplomarbeit von Carsten Diekmann
Einleitung:
Die aus den USA kommenden Factory-Outlet-Center haben dabei eine heftige Diskussion ausgelöst. Im Mittelpunkt dieser Diskussion standen die Auswirkungen auf den bestehenden innerstädtischen Einzelhandel und damit auch auf das zentralörtliche Gliederungsprinzip der Raumordnung. Dabei sind zwei Punkte vor allem als unklar zu betrachten. Zum einen ist es fraglich, inwieweit ein Factory-Outlet-Center tatsächlich auch in Zukunft seine betriebstypischen Merkmale behält oder inwieweit eine Umwandlung in andere Betriebsformen wahrscheinlich ist. Zum anderen stellt sich die Frage nach der Reichweite dieser neuen Einrichtung und ihre Bewertung. So wird von den Betreibern eine enorme Reichweite von 90 min. Fahrzeit und mehr angegeben. Offen bleibt aber die Frage, ob dies nun ein Indiz für seine verheerende Wirkung oder seinen geringen Einfluß aufgrund der großen Streuung ist.
Diese Arbeit befaßt sich in ihrem Schwerpunkt mit dem Problem der Reichweitendefinition und ihrer Auswirkungen auf den Einzelhandel. Es wird festgestellt, daß die Wahl der Reichweite einen entscheidenden Einfluß auf das Ergebnis eines Marktgutachtens hat, wie es auch als Grundlage für raumordnerische Beurteilungen zur Verfügung steht. Folglich erlangt die Schätzung einer Reichweite für neue Betriebsformen eine tragende Bedeutung. Wenn diese nicht zweifelsfrei geschehen kann, weil Erfahrungen aus anderen Ländern nicht direkt auf deutsche Verhältnisse übertragen werden können, ist eine alternative Vorgehensweise zu den üblichen Marktgutachten erforderlich.
Zu diesem Zweck wird in dieser Arbeit mittels der Szenariotechnik die Wirkung eines Factory-Outlet-Centers auf den Einzelhandel und damit auch auf die Zentrenstruktur untersucht. Gegenstand der Szenarien ist in erster Linie die Reichweite. So werden drei mögliche Distanzszenarien auf ihre Einflüsse auf die Kaufkraftströme im Untersuchungsgebiet analysiert. Als Subszenarien werden zudem zwei Projektgrößen und drei Marktsegmente berücksichtigt. Zur Auswertung der Szenarien wurde auf ein Potentialmodell zurückgegriffen, welches für die Zwecke der Untersuchung ergänzt, erweitert und programmtechnisch umgesetzt wurde.
Die Methode läßt sich hierbei kritisch hinterfragen. Defizite in der theoretischen Begründung des Modells wurden nicht beseitigt, und wie auch bei Huff, Löffler und Klein stieß die Operationalisierung der nötigen Inputdaten auf Probleme. Es konnte aber eine Lösung gefunden werden, die einen wertenden Vergleich der Distanzszenarien derart ermöglichte, daß eine zuverlässige Trendaussage gemacht werden konnte. Eine detaillierte Aussage zu einem konkreten Ort ist mit diesem Verfahren jedoch nicht möglich.
Der Vergleich der Distanzszenarien zeigt, daß eine Reihe von Bedingungen definiert werden können, nach denen eine Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers raumverträglich gestaltet werden kann. Dabei zeigt sich, daß neben der Wahl der Reichweite sich vor allem die Ansprache einzelner Marktsegmente auf die Umsatzverlagerung auswirken. Hierbei muß nun auch berücksichtigt werden, inwieweit es sich bei der Marktsegmentierung um ein für die Zentrenbildung strategisches Segment handelt.
Abschließend wird vom Autor festgestellt, daß es gelungen ist, die Bedeutung einer alternativen Gutachterpraxis zu verdeutlichen und Trendaussagen zu entwickeln, die es ermöglichen, auch zukünftige Veränderungen im Marktgeschehen (z.B. Standortverdichtung) und der Projektgestaltung (z.B. Flächenausbau oder Sortimentumstellung) zu berücksichtigen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | FRAGESTELLUNG UND ZIELE DER ARBEIT | 1 |
| 1.3 | EINORDNUNG IN DIE GEOGRAPHIE | 3 |
| 1.4 | VORGEHENSWEISE UND AUFBAU DER ARBEIT | 3 |
| 2. | FACTORY-OUTLET-CENTER ALS AUSDRUCK DES STRUKTURWANDELS IM EINZELHANDEL | 5 |
| 2.1 | DER STRUKTURWANDEL IM EINZELHANDEL IM ÜBERBLICK | 5 |
| 2.1.1 | DER WANDEL DER BETRIEBSFORMEN | 6 |
| 2.1.2 | DIE ENTWICKLUNG DES GROßFLÄCHIGEN EINZELHANDELS SEIT 1960 | 7 |
| 2.1.3 | ENTWICKLUNG, STAND UND PERSPEKTIVEN VON SHOPPINGCENTERN | 10 |
| 2.1.3.1 | Definition des Shopping-Center Begriffs | 10 |
| 2.1.3.2 | Unterarten der Betriebsform Shopping-Center | 11 |
| 2.1.3.3 | Die Entwicklung der Shopping-Center in der Bundesrepublik Deutschland | 13 |
| 2.1.4 | ERKLÄRUNGSVERSUCHE ZUM STRUKTURWANDEL | 14 |
| 2.1.4.1 | Das Wirkungsgefüge handelsexogener und handelsendogener Faktoren | 14 |
| 2.1.4.2 | Theoriegeleitete Erklärungsversuche des Strukturwandels im Einzelhandel | 17 |
| 2.1.4.3 | Die Raum- und Planungsrelevanz des Strukturwandels | 19 |
| 2.2 | FACTORY-OUTLET-CENTER: DEFINITION UND DISKUSSIONSSTAND | 21 |
| 2.2.1 | DEFINITION DER VERTRIEBSFORM FACTORY-OUTLET-CENTER | 21 |
| 2.2.1.1 | Klassischer Fabrikverkauf | 21 |
| 2.2.1.2 | Definition eines Factory-Outlet-Centers | 22 |
| 2.2.1.3 | Abgrenzungen zu ähnlichen Erscheinungsformen im Einzelhandel | 23 |
| 2.2.1.4 | Betriebstypische Kennzeichen | 24 |
| 2.2.1.5 | Konzeption und Aufbau eines Factory-Outlet-Centers | 27 |
| 2.2.2 | AUSLÄNDISCHE ERFAHRUNGEN MIT FACTORY-OUTLET-CENTER | 28 |
| 2.2.2.1 | Factory-Outlet-Center in den USA | 28 |
| 2.2.2.2 | Factory-Outlet-Center in Europa | 30 |
| 2.2.3 | DISKUSSIONSSTAND ZU RÄUMLICHEN AUSWIRKUNGEN VON FACTORY-OUTLET-CENTER | 31 |
| 2.2.3.1 | Auswirkungen auf das Ausgabeverhalten | 31 |
| 2.2.3.2 | Auswirkungen auf den Handel | 32 |
| 2.2.3.3 | Auswirkungen auf Städtebau und Raumordnung | 34 |
| 2.2.3.4 | Entwicklungspotential | 36 |
| 2.2.4 | FACTORY-OUTLET-CENTER IM PLANUNGSRECHT | 37 |
| 2.2.5 | FAZIT | 40 |
| 3. | FORSCHUNGSVORHABEN UND METHODISCHES VORGEHEN | 41 |
| 3.1 | DIE BEDEUTUNG VON MARKTGUTACHTEN FÜR DIEGENEHMIGUNGSFÄHIGKEIT | 41 |
| 3.1.1 | FORMEN VON MARKTGUTACHTEN | 41 |
| 3.1.2 | DIE NOTWENDIGKEIT EINER ALTERNATIVEN VORGEHENSWEISE | 42 |
| 3.1.3 | DURCHFÜHRUNG EINES DISTANZSZENARIOORIENTIERTEN MARKTGUTACHTENS | 44 |
| 3.1.3.1 | Das Kaufkraftverteilungsmodell als Herzstück eines Marktgutachtens | 44 |
| 3.1.3.2 | Das Potentialmodell von Huff als Ausgangsmodell | 46 |
| 3.1.3.3 | Der modifizierte Potentialansatz nach Löffler und Klein | 49 |
| 3.1.3.4 | Die Berichtigung der Hauptdiagonalen in der Interaktionsmatrix | 49 |
| 3.1.3.5 | Die Relativierung der Einzelhandelsattraktivitäten | 49 |
| 3.1.3.6 | Die Einschränkung des Wirkungsbereiches | 49 |
| 3.2 | ERGÄNZUNGEN DES POTENTIALMODELLS UND TECHNISCHE UMSETZUNG | 50 |
| 3.2.1 | ABGRENZUNG DES UNTERSUCHUNGSGEBIETES | 50 |
| 3.2.1.1 | Räume verschiedener Aussagekraft | 50 |
| 3.2.1.2 | Räumliche Bezugsebene | 52 |
| 3.2.1.4 | Ermittlung der Entferungsmatrix | 53 |
| 3.2.1.5 | Implementierung einer hierarchischen Versorgungsstruktur | 54 |
| 3.2.1.6 | Die Berechnung der Marktpotentiale | 55 |
| 3.2.1.7 | Berechnen der Umsatzverlagerungen | 56 |
| 3.2.2 | OPERATIONALISIERUNG DER FÜR DAS MODELL NÖTIGEN DATEN | 57 |
| 3.2.2.1 | Distanz und Distanzempfindlichkeit | 57 |
| 3.2.2.2 | Attraktivität | 58 |
| 3.2.2.3 | Umsatz | 59 |
| 3.2.2.4 | Kaufkraft | 60 |
| 3.2.2.5 | Ermittlung der Distanzempfindlichkeit und Kalibrierung des Modells | 61 |
| 3.2.2 | DEFINITION DER SZENARIEN | 63 |
| 3.2.2.1 | Projektszenarien | 63 |
| 3.2.3.2 | Standort Cloppenburg | 64 |
| 3.2.3.3 | Bestimmung von Segmenten | 66 |
| 3.2.3.4 | Segmentszenarien | 67 |
| 3.2.3.5 | Distanzszenarien | 68 |
| 3.2.4 | BEWERTUNG DER ERGEBNISSE AUS RAUMPLANERISCHER SICHT | 69 |
| 4. | UNTERSUCHUNG DER SZENARIEN | 71 |
| 4.1 | DAS 90 MIN. DISTANZSZENARIO | 71 |
| 4.1.1 | AUSWIRKUNGEN EINES FACTORY-OUTLET-CENTERS MIT EINER GESAMTFLÄCHE VON 10.000 M² AUF DEN EINZELHANDEL MIT BEKLEIDUNG | 71 |
| 4.1.1.1 | Distanzempfindlichkeit und Umsatzentwicklung | 71 |
| 4.1.1.2 | Untergliederung der Reichweite nach Umsatzanteilen | 72 |
| 4.1.1.3 | Entwicklung der Umsätze nach der Ansiedlung eines Factory-Outlet-Center | 73 |
| 4.1.1.4 | Erwartete Flächenverluste durch die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers | 75 |
| 4.1.1.5 | Auswirkungen auf die Kaufkraftströme im Aussageraum | 77 |
| 4.1.2 | AUSWIRKUNGEN EINES FACTORY-OUTLET-CENTERS MIT EINER GESAMTFLÄCHE VON 5.000 M² AUF DEN EINZELHANDEL MIT BEKLEIDUNG | 79 |
| 4.1.2.1 | Distanzempfindlichkeit und Umsatzentwicklung | 79 |
| 4.1.2.2 | Untergliederung der Reichweite nach Umsatzanteilen | 79 |
| 4.1.2.3 | Entwicklung der Umsätze nach der Ansiedlung eines Factory-Outlet-Center | 80 |
| 4.1.2.4 | Erwartete Flächenverluste durch die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers | 80 |
| 4.1.2.5 | Auswirkungen auf die Kaufkraftströme im Aussageraum | 81 |
| 4.2 | DAS 60 MIN. DISTANZSZENARIO | 81 |
| 4.2.1 | AUSWIRKUNGEN EINES FACTORY-OUTLET-CENTERS MIT EINER GESAMTFLÄCHE VON 10.000 M² AUF DEN EINZELHANDEL MIT BEKLEIDUNG | 81 |
| 4.2.1.1 | Distanzempfindlichkeit und Umsatzentwicklung | 81 |
| 4.2.1.2 | Untergliederung der Reichweiten nach Umsatzanteilen | 82 |
| 4.2.1.3 | Entwicklung der Umsätze nach der Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers | 83 |
| 4.2.1.4 | Erwartete Flächenverluste durch die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers | 84 |
| 4.2.1.5 | Auswirkungen auf die Kaufkraftströme im Aussageraum | 84 |
| 4.2.2 | AUSWIRKUNGEN EINES FACTORY-OUTLET-CENTERS MIT EINER GESAMTFLÄCHE VON 5.000 M² AUF DEN EINZELHANDEL MIT BEKLEIDUNG | 85 |
| 4.2.2.1 | Distanzempfindlichkeit und Umsatzentwicklung | 85 |
| 4.2.2.2 | Untergliederung der Reichweite nach Umsatzanteilen | 85 |
| 4.2.2.3 | Entwicklung der Umsätze nach der Ansiedlung eines Factory-Outlet-Center | 86 |
| 4.2.2.4 | Erwartete Flächenverluste durch die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers | 86 |
| 4.2.2.5 | Auswirkungen auf die Kaufkraftströme im Aussageraum | 87 |
| 4.3 | DAS 45 MIN. DISTANZSZENARIO | 87 |
| 4.3.1 | AUSWIRKUNGEN EINES FACTORY-OUTLET-CENTERS MIT EINER GESAMTFLÄCHE VON 10.000 M² AUF DEN EINZELHANDEL MIT BEKLEIDUNG | 88 |
| 4.3.2.1 | Distanzempfindlichkeit und Umsatzentwicklung | 88 |
| 4.3.2.2 | Untergliederung der Reichweite nach Umsatzanteilen | 88 |
| 4.3.2.3 | Entwicklung der Umsätze nach der Ansiedlung eines Factory-Outlet-Center | 89 |
| 4.3.2.4 | Erwartete Flächenverluste durch die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers | 90 |
| 4.3.2.5 | Auswirkungen auf die Kaufkraftströme im Aussageraum | 90 |
| 4.3.2 | AUSWIRKUNGEN EINES FACTORY-OUTLET-CENTERS MIT EINER GESAMTFLÄCHE VON 5.000 M² AUF DEN EINZELHANDEL MIT BEKLEIDUNG | 91 |
| 4.3.2.1 | Distanzempfindlichkeit und Umsatzentwicklung | 91 |
| 4.3.2.2 | Untergliederung der Reichweite nach Umsatzanteilen | 92 |
| 4.3.2.3 | Entwicklung der Umsätze nach der Ansiedlung eines Factory-Outlet-Center | 92 |
| 4.3.2.4 | Erwartete Flächenverluste durch die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers | 93 |
| 4.3.2.5 | Auswirkungen auf die Kaufkraftströme im Untersuchungsraum | 93 |
| 4.4 | ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG DER SZENARIEN | 93 |
| 4.4.1 | BEURTEILUNG DES DISTANZPARAMETERS | 93 |
| 4.4.2 | DIE BEIDEN PROJEKTGRÖßEN IM VERGLEICH | 94 |
| 4.4.3 | BEURTEILUNG DER BEZUGSGRÖßE DERUMSATZVERLAGERUNG | 94 |
| 4.4.4 | VERGLEICHENDE BEURTEILUNG DER AUSWIRKUNGEN DER SZENARIEN | 96 |
| 4.4.4.1 | Festlegung der Unverträglichkeit | 96 |
| 4.4.4.2 | Prinzipien zur Feststellung der Genehmigungsfähigkeit | 97 |
| 4.4.4.3 | Plausibilitätsprüfung der Mindestreichweite | 99 |
| 4.4.4.4 | Abschließende Beurteilung zur Ansiedlungsfähigkeit eines Factory-Outlet-Centers | 100 |
| 5. | ZUSAMMENFASSUNG | 102 |
| ANHANG | 104 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 134 | |
| VERZEICHNIS DER DATENQUELLEN | 138 |
Die Flächenverluste, die sich im Modell auf die Ansiedlung des Factory-Outlet-Centers zurückführen lassen, sind als verschwindend gering zu betrachten (s. Tabelle 7A). So ist lediglich für die Standortgemeinde mit ein bis zwei Betriebsaufgaben zu rechnen. Die benachbarten Oberzentren verlieren je nach Segmentszenario zwischen 375 m² und 63 m² Verkaufsfläche. Somit ist allenfalls bei einer sehr ungünstigen Segmentierung im kleinsten Segment mit der Aufgabe eines Betriebes in Bremen und Oldenburg zu rechnen. Mit weiteren Betriebsaufgaben braucht nach Meinung des Autors nur noch in Einzelfällen und in Kombination mit weiteren, nicht in direktem Zusammenhang mit dem Factory-Outlet-Center stehenden, Einflüssen gerechnet werden. Die Verluste [...]
Wie zu erwarten, zeichnen sich die prozentualen Umsatzverluste in ihrer Wirkung durch eine deutliche Abschwächung gegenüber der größeren Ansiedlung aus, die im engen Verhältnis zu den Flächengrößen beider Projekte steht (s. Tabelle 6A). Die Strukturen der Umsatzverluste ähnelt sich somit weitgehend. Die Besetzungen der ersten Ränge aller Szenarien gleichen den entsprechenden Rängen der vorherigen Ausführung, und erst ab dem 10. Rang kommt es zu Verschiebungen. Auch hier zeigt sich deutlich die Bedeutung der Segmente. Bezogen auf den Gesamtumsatz erreicht nur die Standortgemeinde im "100% Segment" einen Umsatzverlust von 10%. Die nach Faustformel für den einzelnen Händler gefährlichen Einbußen in Höhe von 5% und mehr lassen sich im "100% Segment" nur für 5 Gemeinden, im "25% Segment" nur für 4 Gemeinden und im "10% Segment" nur für die Standortgemeinde feststellen. Die Berücksichtigung der Umsatzverluste im Segment zeigt aber auch hier wieder, daß die Schädigung eines segmenttypischen Einzelhändlers wesentlich weiter in den Raum reicht. Eine raumordnerische Relevanz läßt sich aber nur dann vermuten, wenn dem Segment, mittelbar und unmittelbar, zentrenbildende Funktionen zugerechnet werden können. [...]
Segmentszenarien kein Oberzentrum die Umsatzzone und die Bevölkerungszahlen des zweiten und dritten Rings verhalten sich noch konstanter. Der erste Ring vergrößert sich vom "100% Segment" zum "10% Segment" um sieben Minuten und erweitert damit sein Bevölkerungspotential um ca. 25%. Entsprechend verhaltener entwickelt sich auch die Abschöpfungsquote je Einwohner zwischen den Segmentszenarien. Auch für diese Projektgröße steigt mit Abnahme der Segmentgröße die Bedeutung, bezogen auf die dem Segment zur Verfügung stehende Kaufkraft, in allen Zonen an, während die Abschöpfung, bezogen auf die Gesamtkaufkraft, gerade in der ersten Zone sinkt. Die sich hieraus ergebenden Konsequenzen gleichen den des 10.000m² umfassenden Factory-Outlet-Center, sind aber in ihrer Größenordnung als deutlich geringer einzuschätzen. [...]
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Diekmann, Carsten April 2000: Auswirkungen von Factory-Outlet-Center auf den Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
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Gutachten, Raumverträglichkeit, FOC, Bestimmung von Einzugsbereichen, Potentialmodell



