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Auswirkungen des Emissionshandels auf das strategische Management

Auswirkungen des Emissionshandels auf das strategische Management
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dominik Glock
  • Abgabedatum: Mai 2003
  • Umfang: 157 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6870-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6870-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6870-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Glock, Dominik Mai 2003: Auswirkungen des Emissionshandels auf das strategische Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Produktion, CO2, Zertifikat, Emissionsminderung, Emissionsquantifizierung

Diplomarbeit von Dominik Glock

Einleitung:

Durch den Start des EU-weiten Emissionshandelssystem am 1. Januar 2005 wird es in den betroffenen Unternehmen zu teilweise starken Veränderungen kommen. Leider sind die deutschen Unternehmen nur sehr wenig über den Emissionshandel informiert und dementsprechend schlecht darauf vorbereitet.

In Deutschland verfügt man bislang nur durch einige Pilotprojekte über Erfahrungen zum Thema Emissionshandel. Zur effizienten Reduktion von CO2-Emissionen bietet sich dieses Instrument auf jeden Fall an. Es bringt zwar zunächst einige zusätzliche Kosten mit sich, weist aber zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Klimaschutzinstrumenten auf. Das Emissionshandelssystem der EU ist anlagenbezogen und beinhaltet zunächst nur das Treibhausgas CO2. Eine Ausweitung auf weitere Anlagen und Treibhausgase ist vorgesehen. Die Staaten haben sich im Rahmen der EU-Lastenverteilung zu bestimmten Emissionszielen verpflichtet. Für die dadurch zugeteilten CO2-Zertifikate müssen sie nationale Allokationspläne erstellen, um den betroffenen Anlagen ihren Anteil an den Zertifikaten zuzuteilen. Die Unternehmen müssen dafür sorgen, dass die relevanten Emissionen gemessen und Emissionsberichte darüber an die zuständige Behörde übermittelt werden. Es können auch Anlagen mehrerer Unternehmen zu einem Anlagenpool zusammengeschlossen werden. Der Handel kann bilateral, über Makler oder über eine Börse abgewickelt werden. Der Emissionshandel kann die sonstigen bestehenden Regelungen zum Klimaschutz nicht komplett ersetzen. Es muss geprüft werden, inwiefern eine Koexistenz verschiedener Instrumente mit dem Emissionshandel möglich ist. Um sich ein Bild über die Wirkungsweise des Emissionshandel machen zu können, sollte man bereits bestehende Emissionshandelssysteme betrachten und analysieren.

Durch den Emissionshandel kommen auf die Unternehmen zahlreiche Veränderungen zu. Die Unternehmensführung muss sich bei der Strategieplanung damit befassen, während auch das Umweltmanagement einige Umstellungen vornehmen muss. Evtl. kann es sinnvoll sein, ein betriebsinternes Emissionshandelssystems zu etablieren. Auf jeden Fall muss eine zuständige Stelle für den externen Handel mit den Zertifikaten eingerichtet werden. Sie sollte sich auch mit der Schätzung der Zertifikatspreisentwicklung befassen, da diese ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Notwendigkeit eigener Emissionsminderungsmaßnahmen ist. Abhängig von der Unternehmensgröße kann für den Handel, die Zertifikatspreisprognostizierung und die sonstigen Aufgaben einer Emissionshandelsstelle eine eigene Abteilung eingerichtet werden. Die entsprechenden Aufgaben können aber auch einer bereits bestehenden Abteilung, z.B. dem Einkauf übertragen oder an ein externes Unternehmen vergeben werden. Ob es durch den Emissionshandel zu veränderten Preisstrukturen kommen wird ist noch nicht abzuschätzen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit lässt sich das Engagement der „First Mover“ vermarkten. Grundsätzlich gibt es in allen Abteilungen Möglichkeiten zu Emissionsminderungen. So können z.B. allgemeine Energiesparmaßnahmen oder Verkürzungen der Transportwege zu einem Rückgang beim Ausstoß von CO2 führen. Je nach Art und Struktur des Unternehmens kann die Logistik eine große Rolle hinsichtlich der Minderung des CO2-Ausstoßes spielen. Die Abteilung für Forschung und Entwicklung muss sich um neue Technologien und die Entwicklung neuer Produkte kümmern. Für das betriebliche Rechnungswesen werden die CO2-Emissionen als neuer Produktionsfaktor auftreten, der wie die anderen Produktionsfaktoren in die Finanzbuchhaltung und die Kosten- und Leistungsrechnung einfließen muss. Es ist allerdings noch ungeklärt, wie die Integration aussehen wird. Auch auf das Berichtswesen kommen zahlreiche neue Aufgaben zu. Es muss ein Überwachungs- und Berichtssystem für die CO2-Emissionen aufgebaut und es müssen bestimmte Anforderungen an die interne und externe Berichterstattung erfüllt werden. Das Finanzwesen ist ebenfalls gefordert, da durch den Emissionshandel ein weiterer Unsicherheitsfaktor auf das Unternehmen zukommt, den es gilt, finanziell abzusichern. Natürlich muss man sich auch um das entsprechend geschulte Personal bemühen und sich genau mit den Regelungen des Emissionshandels vertraut machen.

Am stärksten sind die Produktionsabteilungen vom Emissionshandel betroffen. Dabei kommen auf das strategische Produktionsmanagement große Herausforderungen zu. Seine Aufgabe ist es, die Ziele und Strategien für die Leistungserstellung festzulegen. Dazu ist es notwendig, die eigene Unternehmensposition zu bestimmen und sie im Rahmen einer Marktanalyse mit der seiner Mitbewerber zu vergleichen. Daraus kann man die Entwicklungschancen ableiten und die Strategien zur Bestimmung der geplanten, zukünftigen Unternehmensposition bestimmen. Von besonderem Interesse ist dabei natürlich die Produktionsstrategie mit ihren Teilstrategien.

Durch die Einführung des EU-Emissionshandelssystems werden die CO2-Emissionen zu einem Produktionsfaktor, der bei sämtlichen Produktionsprozessen, bei denen vom Emissionshandel betroffene Anlagen beteiligt sind, in die Kalkulation einbezogen werden muss. Da die klimapolitischen Maßnahmen langfristigen Charakter haben, ist es wichtig, die Emissionswirkungen in die langfristige Unternehmensplanung einzubeziehen. Besonders bei Investitionen, die langfristig Kapital binden (lange Vorlaufzeiten und Investitionszyklen) sollten die CO2-Emissionen berücksichtigt werden. Es ist auch wichtig, die Konkurrenz zu beobachten und deren Grenzvermeidungskosten von CO2 zu kennen. Man muss durch emissionsmindernde Maßnahmen die Kosten senken und dadurch eine geringere CO2-Emissionsintensität erreichen als die Konkurrenz. Dies kann durch Variation bei der Produktpalette oder bei der Herstellungsweise geschehen. Zunächst muss die gegenwärtige Unternehmensposition bestimmt und mit der Situation in Konkurrenzunternehmen verglichen werden. Bei der Bestimmung der Unternehmensposition ist es in bezug auf den Emissionshandel natürlich wichtig, den Umfang der eigenen CO2-Emissionen zu kennen. Dieser kann durch eine Emissionsquantifizierung bestimmt werden. Weiß man, wie viel CO2-Emissionen die Herstellung der einzelnen Produkte verursacht, so kann man die Unternehmensstrategie anpassen. Um einschätzen zu können, in welchem Maße die Unternehmensstrategie allgemein und die Produktionsstrategien speziell angepasst werden müssen, ist es notwendig zu untersuchen, in welchen Bereichen Emissionsminderungsmaßnahmen durchgeführt werden können und wie diese zu bewerten sind. Man kann daraus dann die Auswirkungen auf die Teilstrategien der Produktionsstrategie ableiten. Abschließend kann unter Berücksichtigung des CO2-Emissionshandels ein neuer Strategieplan entworfen werden. Die wichtigsten Punkte bei der Strategieentwicklung sind die eigenen Emissionsminderungsmaßnahmen und der Vergleich der Kostenpotenzialkurve mit der prognostizierten Entwicklung des Zertifikatspreises. Dabei sollte auch geprüft werden, inwiefern die üblichen Investitionszyklen eingehalten werden können oder ob es vielleicht wirtschaftlich sinnvoll ist, Investitionen vorzuziehen. Auch die Standortplanung muss neu überdacht werden. Man muss entscheiden, wann welche Emissionsminderungsmaßnahmen durchgeführt werden und ob man am Zertifikatemarkt aktiv werden muss.

Es gibt noch viele Unsicherheiten bezüglich des Emissionshandels. Dies sind hauptsächlich der nationale Allokationsplan und die Entwicklung des Zertifikatspreises. Auch existiert ein zu geringer Erfahrungsschatz, um die Auswirkungen des Handelssystems auf die Unternehmen genau abschätzen zu können. Es wird in Zukunft notwendig sein, die Entwicklungen und Veränderungen genau zu beobachten, um jederzeit angemessen reagieren zu können.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Lösungsweg 2
2. Der Emissionshandel 4
2.1 Bisherige Regelungen in Deutschland 4
2.2 Vor- und Nachteile eines Emissionshandelssystems 5
2.3 EU-Ratsbeschluss zum Emissionshandel 6
2.3.1 Verpflichtete Anlagen 6
2.3.2 Treibhausgase, Verpflichtungsperioden, Emissionsziele 7
2.3.3 Emissionsberechtigungen 7
2.3.4 Allokation 8
2.3.5 Monitoring / Reporting / Sanktionierung 11
2.3.6 Anlagenpools 13
2.4 Koexistenz bereits bestehender Regelungen 14
2.4.1 Ausstieg aus der Kernenergie 14
2.4.2 Emissionssteuern 14
2.4.3 IVU-Richtlinie 15
2.4.4 Kraft-Wärme-Kopplung 15
2.4.5 Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien 16
2.4.6 Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft 16
2.5 Handelsabwicklung 16
2.5.1 Handelsformen 17
2.5.2 Handelsprodukte 18
2.6 Bereits bestehende Emissionshandelssysteme 18
2.6.1 US-amerikanisches SO2-Zertifikatemodell 19
2.6.2 Dänisches Handelssystem für den Elektrizitätssektor 20
2.6.3 Firmeninternes Emissionshandelssystem bei BP Amoco 20
3. Auswirkungen des Emissionshandels auf das Gesamtunternehmen und auf einzelne Abteilungen 22
3.1 Gesamtunternehmen 22
3.1.1 Vorteile 22
3.1.2 Transaktionskosten 23
3.1.3 Schnittstellen zu externen Bereichen 25
3.1.4 Unternehmensführung / Strategische Planung 27
3.1.5 Umweltmanagement 29
3.1.6 Aufbau eines betriebsinternen Emissionshandelssystems 35
3.2 Emissionshandelsabteilung 35
3.2.1 Abwicklung des externen Handels mit CO2-Zertifikaten 36
3.2.2 Überwachung des internen Handels mit Emissionszertifikaten 36
3.2.3 Ermittlung des Zertifikatspreises 37
3.2.4 Beratung der Geschäftseinheiten bei der Identifikation und Durchführung von Emissionsminderungsmaßnahmen 38
3.2.5 Sonstige Aufgaben 39
3.2.6 Schnittstellen der Emissionshandelsabteilung 40
3.3 Produktion 41
3.3.1 Kurzfristige Maßnahmen 41
3.3.2 Mittelfristige Maßnahmen 41
3.3.3 Langfristige Maßnahmen 42
3.3.4 Schnittstellen der Produktion 42
3.4 Marketing 43
3.4.1 Produktgestaltung 43
3.4.2 Preispolitik 44
3.4.3 Öffentlichkeitsarbeit 44
3.5 Logistik 44
3.6 Forschung & Entwicklung 46
3.7 Rechnungswesen 47
3.7.1 Finanzbuchhaltung 48
3.7.2 Betriebliche Kostenrechnung 50
3.7.3 Schnittstellen des Rechnungswesens 53
3.8 Berichtswesen 54
3.9 Finanzierung 54
3.9.1 Sonderkredite 55
3.9.2 Finanzielle Absicherung 55
3.9.3 Hilfen für kleine und mittelständische Unternehmen 55
3.9.4 Contracting 55
3.10 Personalwesen 56
3.10.1 Personalplanung 56
3.10.2 Mitarbeiterschulung 56
3.10.3 Anreizsysteme 57
3.11 Rechtsabteilung 57
3.12 Zusammenfassung 58
4. Das strategische Produktionsmanagement 60
4.1 Produktionsmanagement 60
4.1.1 Strategisches, taktisches und operatives Produktionsmanagement 60
4.1.2 Strategische Planung 160
4.1.3 Strategisches Produktionsmanagement 61
4.2 Bestimmung der gegenwärtigen Unternehmensposition 62
4.2.1 Leitbilder, Ziele, Strategien 62
4.2.2 Bildung strategischer Geschäftseinheiten 62
4.2.3 Wettbewerbsanalyse 62
4.2.4 Portfoliokonzepte als Darstellungsform der gegenwärtigen Unternehmensposition 65
4.3 Strategien zur Bestimmung der geplanten, zukünftigen Unternehmensposition 66
4.3.1 Kosten- bzw. Preisführerschaftsstrategie 67
4.3.2 Differenzierungsstrategie 67
4.3.3 Strategie der Konzentration auf Schwerpunkte 67
4.3.4 Rückzugsstrategie 67
4.3.5 Strategieelemente 68
4.4 Produktionsstrategie 68
4.4.1 Innovation, Variation, Elimination 69
4.4.2 Technologiestrategie 70
4.4.3 Strategie zur Fertigungstiefe 72
4.4.4 Kapazitätsstrategie 73
4.4.5 Standortstrategie 74
4.4.6 Bewertung von Alternativen mittels einer Nutzwertanalyse 74
5. Auswirkungen des CO2-Zertifikatehandels auf das strategische Produktionsmanagement 75
5.1 Bestimmung der gegenwärtigen Unternehmensposition 75
5.1.1 Leitbilder, Ziele, Strategien 75
5.1.2 Bildung strategischer Geschäftseinheiten 76
5.1.3 Generelle Umweltanalyse 76
5.1.4 Spezielle Umwelt- oder Branchenanalyse 77
5.1.5 Unternehmens- und Wettbewerberanalyse 78
5.2 Emissionsquantifizierung 79
5.2.1 Erfassung und Analyse der aktuellen Emissionssituation 79
5.2.2 Anforderungen an ein CO2-Monitoring-System 79
5.2.3 Bestimmung der Systemgrenzen 80
5.2.4 Methoden zur Emissionsquantifizierung 80
5.2.5 Unsicherheitsbereiche 81
5.2.6 Zertifizierung der Emissionsberichte 82
5.2.7 Zuordnung der Emissionen zu den einzelnen Produkten 83
5.2.8 Bayerisches CO2-Monitoring-System 83
5.3 Strategieänderung durch den Emissionshandel 85
5.3.1 Kosten- bzw. Preisführerschaftsstrategie 85
5.3.2 Differenzierungsstrategie 86
5.3.3 Strategie der Konzentration auf Schwerpunkte 86
5.3.4 Rückzugsstrategie 86
5.4 Identifizierung und Bewertung von Emissionsminderungsmaßnahmen 86
5.4.1 Unterteilung der Emissionsminderungsmaßnahmen 87
5.4.2 Identifizierung von Emissionsminderungsmaßnahmen 88
5.4.3 Bewertung der Emissionsminderungsmaßnahmen 94
5.5 Auswirkungen auf die Teilstrategien der Produktionsstrategie 97
5.5.1 Technologiestrategie 98
5.5.2 Strategie zur Fertigungstiefe 98
5.5.3 Kapazitätsstrategie 99
5.5.4 Standortstrategie 99
5.6 Strategieplanung 99
5.6.1 Strategieplan 100
5.6.2 Periodenplan 104
5.6.3 Operatives Geschäft 104
5.7 Fallbeispiele 104
6. Schlussbetrachtung 109
6.1 Schlussfolgerung 109
6.2 Ausblick 111
6.3 Zusammenfassung 112

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im Rahmen der strategischen Personalplanung sollte geprüft werden, in welchen Bereichen durch den Emissionshandel Bedarf an neuen Mitarbeitern besteht. Hierbei sollte sowohl die Anzahl der benötigten Mitarbeiter festgestellt, als auch ein Anforderungsprofil der Stellen erarbeitet werden. Dabei kann eine Zuordnung bestimmter Tätigkeiten und Zuständigkeiten an bereits bestehende Stellen erfolgen. In anderen Bereichen wird die Einrichtung neuer Stellen erforderlich sein. Dies hängt stark von der Größe und Struktur des Unternehmens ab. So wird es bei größeren Unternehmen sinnvoller sein, bestimmte Zuständigkeiten einer zentralen, neu einzurichtenden Stelle zuzuordnen, während in KMU wohl eher bereits vorhandene Stellen in ihrem Anforderungsprofil erweitert werden. Beim Anforderungsprofil können evtl. auch taktische Anpassungen vonnöten sein. Zudem kann es durch eine Änderung interner oder externer Gegebenheiten zu einer Veränderung des taktischen oder operativen Personaleinsatzplanes kommen. Müssen Stellen neu besetzt werden, so steht man grundsätzlich vor der Überlegung, diese intern oder extern zu besetzen. Der Vorteil einer internen Lösung besteht darin, dass sich der Mitarbeiter bereits mit den Gegebenheiten des Unternehmens auskennt. Evtl. muss er für die spezifischen Aufgaben, die im Rahmen des Emissionshandels auf ihn zu kommen, geschult werden. Eine externe Lösung bringt evtl. ein größeres Fachwissen in bezug auf den Emissionshandel mit sich und geht leichter eine evtl. notwendige Auflösung alter Strukturen an. Inwiefern in den einzelnen Abteilungen ein veränderter Personalbedarf aufgrund des Emissionshandels besteht, lässt sich aus den einzelnen Abschnitten dieses Kapitels ableiten. [...]

Eine Möglichkeit zur Finanzierung und Durchführung von emissionsmindernden Maßnahmen, insbesondere für Energiesparmaßnahmen bei Gebäuden, stellt die Beauftragung eines Contracting-Unternehmens dar. Die Dienstleistung eines solchen Unternehmens umfasst die Identifikation, Planung, Umsetzung, Finanzierung, Instandhaltung und das Controlling der Maßnahmen. Zusätzlich werden die Energiesparmaßnahmen vorfinanziert. Die eingesparten Energiekosten während des Vertragszeitraums (üblicherweise 5-10 Jahre) stellen dabei den Erlös des Contracting-Unternehmens dar. Dieser kann allerdings bei Nichteinhaltung einer Einspargarantie entsprechend gemindert werden. Nach Ablauf der Vertragsdauer profitiert der Auftraggeber von den Energiesparmaßnahmen. Möglich ist auch eine Komplettsanierung von Gebäuden, für die der Auftraggeber lediglich einen Zuschuss leisten muss. Die Schwelle, ab der sich die Durchführung für die Unternehmen lohnt wird auf 22.000 € an Strom- und Heizkosten beziffert. Die Beauftragung eines Contracting-Unternehmens stellt eine interessante Möglichkeit dar, Emissionsminderungen in Bereichen durchzuführen, die von den Unternehmen sonst nicht betrachtet würden (z.B. Bürogebäude) [Freund 2002]. Ob sich ContractingMaßnahmen im Rahmen des Emissionshandels auszahlen ist deshalb fraglich, da wohl nur wenige der für Contracting-Unternehmen interessanten Objekte Inhalt des EU-EHS sind. [...]

Aufgabe des Berichtswesens (Reporting) ist die Erfassung, Verwaltung, verwenderspezifische Aufbereitung und Bereitstellung von Daten für verschiedene interne und externe Zwecke. Betriebliche Umweltinformationssysteme betrachten hauptsächlich Stoff- und Energiedaten und ihre ökologischen Wirkungen [Wietschel 2002, S. 41f]. Es muss ein strategisches Überwachungs- und Berichtssystem für die CO2-Emissionen eingerichtet werden. Für die Erfassung von CO2-Emissionsdaten kann auf Daten des Einkaufs von Energieträgern, der auftrags- oder produktbezogenen Zuordnung des Verbrauchs dieser Energieträger und der Emissionsüberwachung zurückgegriffen werden74. Im Rahmen des Emissionshandels kommt auf das Berichtswesen ein großer Aufgabenblock hinzu. Die CO2-Emissionen müssen überwacht und zugeordnet werden. Das Berichtswesen muss viele zusätzliche Daten bzgl. der CO2-Emissionen sammeln und verwalten und zusätzliche interne und externe Berichte erstellen75. Eine wichtige Rolle spielen hierbei natürlich die Umweltkennzahlen. Als Grundlage eignet sich ein Monitoring-System76. Grundsätzlich sind folgende internen Berichte denkbar [LfU 1999, S. 27]: 1. Einzelbericht (Entwicklung einer einzelnen Kennzahl, z.B. CO2-Emissionen pro Produkteinheit) 2. Abteilungsbericht (Entwicklung mehrerer Kennzahlen einer Abteilung, z.B. Emissionen aller Kyoto-Gase) 3. Strategischer Bericht (Ausgewählte Kennzahlen für die Geschäftsführung) 4. Gesamtbericht (Gesamtübersicht für die Umweltabteilung) Diese Berichte können sowohl strategischer Natur sein, als auch taktischen oder operativen Zwecken dienen und dementsprechend kurzfristig angefordert werden (beispielsweise, falls eine Produktionsabteilung einen sprunghaften Anstieg an CO2-Emissionen feststellt oder vermutet). Zudem müssen Daten für externe Gruppen (Behörden, Öffentlichkeit, Versicherungen etc.) aufbereitet werden [Wietschel 2002, S. 137]. Über die CO2-Emissionen der betroffenen Anlagen eines Unternehmens muss mindestens einmal jährlich Bericht an die Behörden erstattet werden, um die angefallenen Emissionen und deren Deckung durch Zertifikate zu belegen. Zusätzlich sind Zuverlässigkeits- und Genauigkeitsabschätzungen erforderlich77. Des Weiteren müssen evtl. Sanktionen berücksichtigt werden. [...]

Arbeit zitieren:
Glock, Dominik Mai 2003: Auswirkungen des Emissionshandels auf das strategische Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Produktion, CO2, Zertifikat, Emissionsminderung, Emissionsquantifizierung

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