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Auswirkungen einer Cadmium-Kontamination auf das Wirt-Parasit-Verhältnis von Ratten und dem intestinalen Helminthen Moniliformis moniliformis (Acanthocephala)

Auswirkungen einer Cadmium-Kontamination auf das Wirt-Parasit-Verhältnis von Ratten und dem intestinalen Helminthen Moniliformis moniliformis (Acanthocephala)
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gregor Scheef
  • Abgabedatum: August 1998
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 6,3 MB
  • Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1097-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1097-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1097-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scheef, Gregor August 1998: Auswirkungen einer Cadmium-Kontamination auf das Wirt-Parasit-Verhältnis von Ratten und dem intestinalen Helminthen Moniliformis moniliformis (Acanthocephala), Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Streßhormone, Immunantwort, Bioindikation, Cadmium, Parasitierung

Diplomarbeit von Gregor Scheef

Zusammenfassung:

Die Anreicherung des Schwermetalles Cadmium in dem Acantocephalen Moniliformis moniliformis gegenüber den Organen seines Wirtes (Rattus norvegicus) sowie die Auswirkungen der Schwermetall-Exposition auf das Wirt-Parasit-Verhältnis wurden erstmals in einer Laborstudie untersucht. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf eine mögliche Beeinflussung der Immunabwehr gegen M. moniliformis sowie den Streßhormon-Haushalt durch das Schwermetall gelegt.

Zur Analyse der Cd-Konzentrationen in Muskel, Hämatokrit, Nebenniere, Darm, Niere und Leber der Ratten sowie im Acanthocephalen wird ein Mikrowellenaufschlußverfahren gekoppelt mit der elektrothermalen Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) verwendet.

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen eine enorme Anreicherung von Cadmium in M. moniliformis, die das Akkumulationsvermögen des Wirtes für das Schwermetall bei weitem übertrifft. Folgerichtig unterscheiden sich die Cd-Konzentrationen in M. moniliformis signifikant von denen im Gewebe der Ratten. Eine Beeinflussung der Schwermetall-Resorption durch die Parasitose kann bedingt nachgewiesen werden. Dabei wird von einer in Folge der Nährstoffkonkurrenz auftretenden erhöhten Resorptionsrate der Darmzellen des Wirtes ausgegangen, in deren Folge eine verringerte Cd-Konzentration des Darmes bei erhöhter Cd-Akkumulation in den Nieren sowie der Leber nachweisbar ist. Aufgrund der enormen Anreicherung von Cadmium gegenüber den Geweben des Wirtes wird die Verwendung des Acanthocephalen zu Zwecken des Biomonitorings in terrestrischen Ökosystem postuliert. Dies erscheint sinnvoll, da gerade das Wirt-Parasit-System Ratte-M. moniliformis insbesondere in urbanen Ökosysteme weit verbreitet ist.

Die Bestimmung der Antikörper-Gehalte gegen in M. moniliformis erfolgt mit Hilfe eines Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay (ELISA). Unter dem Einfluß der Cd-Exposition läßt sich ein deutlicher Rückgang der Immunglobuline im Serum der Ratten feststellen. Als Ursache wird hierfür einerseits die Störung von Enzymsystemen durch die Schwermetallionen genannt, andererseits ist eine Beeinflussung der Immunantwort durch den starken Anstieg der Cortisol-Konzentrationen (siehe unten) wahrscheinlich. Cortisol zeichnet sich in hohen Konzentrationen zum einen durch eine immunsuppressive Wirkung aus, daneben ist eine Hemmung der Protein-Biosynthese bekannt, so daß durch die damit verbundene Beeinträchtigung der lymphatischen Organe eine verminderte Immunglobulin-Synthese vorstellbar ist.

Die Auswirkungen der Kombination Cd-Exposition-Parasitose auf den Akutstreß wird durch die Quantifizierung der Katecholamin-Konzentrationen mittels High Performance Liquid Chromatography (HPLC) untersucht. Dabei kann eine antagonistische Wirkung der beiden Einflußparameter auf die Bildung der Katecholamine festgestellt werden. Cadmium bewirkt eine deutliche Suppression der Katecholamin-Synthese, wohingegen diese durch den intestinalen Helminthen stimuliert wird.

Mit Hilfe eines Radioimmunoassay (RIA) erfolgt die Quantifizierung der Cortisol-Gehalte, so daß ein Einfluß der Cd-Exposition sowie der Infektion auf den Langzeitstreß beurteilt werden kann. Im Gegensatz zur Beeinflussung des Kurzzeitstresses ist beim Langzeitstreß eine Potenzierung der beiden Einzelwirkungen festzustellen. Sowohl Cadmium als auch die Infektion mit M. moniliformis stellt offensichtlich einen starken Stressoren dar. Die Wirkung des Schwermetalles auf den Cortisolhaushalt wird vor allem durch eine Beeinflussung des Blutzuckerspiegels sowie eine Störung des Mineralhaushaltes und der Homöostasie durch das Cadmium erklärt.

Betrachtet man zusammenfassend die Auswirkungen der Cd-Exposition auf das Wirt-Parasit-Ver-hältnis, kann sowohl von einer Verstärkung der Pathogenität des Parasiten als auch von einer Erhöhung der Sensibilität des Organismus gegen die Schadstoffexposition ausgegangen werden, so daß die toxische Wirkung des Schwermetalles zunimmt. Ausgehend von dieser Erkenntnis wird eine vorsichtige Einschätzung der in experimentellen Toxizitätstests ermittelten Schadkonzentrationen vorgeschlagen, da diese in aller Regel eine mögliche Parasitose des Organismus nicht berücksichtigen. Des weiteren wird eine Übertragbarkeit der im Labor bestimmten Grenzwerte auf freilebende Organismen oder gar gesamte Ökosysteme angezweifelt.

Da der Mensch speziell in urbanen Ballungsräumen einer zunehmenden Schadstoffbelastung ausgesetzt ist, haben die erzielten Resultate auch eine medizinisch-humantoxikologische Bedeutung. Einerseits ist ein Großteil der Weltbevölkerung mit hochpathogenen Parasiten infiziert, andererseits ist der Mensch oftmals starkem gesellschaftlichen Streß ausgesetzt. Somit kann auch im humanen Bereich sowohl von einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufes bei Parasitosen als auch einer Erhöhung der Sensibilität gegen Umweltschadstoffe ausgegangen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Material und Methode 10
2.1 Versuchstiere 10
2.1.1 Moniliformis moniliformis 10
2.1.2 Periplaneta americana 13
2.1.3 Rattus norvegicus 14
2.2 Tierhälterung 14
2.2.1 Hälterung von Periplaneta americana 14
2.2.2 Hälterung von Rattus norvegicus 14
2.3 Versuchsdurchführung 15
2.4 Infektion der Versuchstiere 16
2.4.1 Infektion von Periplaneta americana 16
2.4.2 Infektion von Rattus norvegicus 17
2.5 Applikation des Cadmiums 17
2.6 Blutentnahme bei Rattus norvegicus 18
2.7 Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) 19
2.7.1 Grundlagen der AAS 19
2.7.2 Entnahme der Proben 20
2.7.3 Mikrowellenaufschluß der Proben 21
2.7.4 Probenmessung 23
2.7.5 Kalibrierung 24
2.8 Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay (ELISA) 25
2.8.1 Grundlagen des ELISA 25
2.8.2 Weiterbehandlung der Blutproben 27
2.8.3 Beschichtung der Mikrotiterplatten 27
2.8.4 Probenmessung 27
2.8.5 Auswertung der Meßergebnisse 28
2.9 High Performance Liquid Chromatography (HPLC) 28
2.9.1 Grundlagen der HPLC 28
2.9.2 Aufarbeitung der Blutproben 29
2.9.3 Probenmessung 30
2.10 Radioimmunoassay (RIA) 30
2.10.1 Grundlagen des RIA 30
2.10.2 Probenaufbereitung 31
2.10.3 Probenmessung und Auswertung 33
2.11 Statistische Auswertung 33
3. Ergebnisse 36
3.1 Parasitierungsraten 36
3.1.1 Parasitierungsrate bei Periplaneta americana 36
3.1.2 Parasitierungsrate des Endwirtes Rattus norvegicus 37
3.2 Massenzuwachs bei Rattus norvegicus 39
3.3 Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) 40
3.3.1 Blindwerte, Nachweis- und Bestimmungsgrenzen 40
3.3.2 Cd-Gehalte im Gewebe der Ratten und in M. moniliformis 41
3.3.3 Cadmium-Akkumulation in Moniliformis moniliformis 46
3.4 Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay (ELISA) 48
3.4.1 Antikörperbildung 48
3.5 High Performance Liquid Chromatography (HPLC) 50
3.5.1 Katecholamin-Bildung im Zeitverlauf des Versuches 50
3.5.2 Katecholamin-Bildung bei Akutstreß 53
3.6 Radioimmunoassay 55
3.6.1 Cortisol-Bildung im Zeitverlauf des Versuches 55
3.6.2 Cortisol-Bildung am Versuchsende 57
3.7 Masse der Nebennieren 58
3.8 Korrelationen 58
4. Diskussion 66
4.1 Parasitierungsraten 66
4.1.1 Parasitierungsrate des Zwischenwirtes 66
4.1.2 Parasitierungsrate des Endwirtes 67
4.2 Massenzuwachs bei Rattus norvegicus 70
4.3 Quantitative Bestimmung der Cadmium-Gehalte 70
4.3.1 Analytik 71
4.3.2 Cadmium-Gehalte in Rattus norvegicus und M. moniliformis 72
4.3.3 Bioakkumulation von Cadmium in M. moniliformis 76
4.4 Verwendung von M. moniliformis als Bioindikator 77
4.5 Antikörperbildung 79
4.6 Streßhormon-Bildung 83
4.6.1 Akutstreß und Katecholamine 83
4.6.2 Langzeitstreß und Cortisol 86
4.7 Masse der Nebennieren 89
4.8 Beeinflussung des Wirtes durch Cd-Exposition und Parasitose 89
4.9 Bedeutung der Ergebnisse für den Menschen in urbanen Lebensräumen 92
5. Zusammenfassung 94
6. Literaturverzeichnis 96
7. Anhang 110
8. Danksagung 119

Arbeit zitieren:
Scheef, Gregor August 1998: Auswirkungen einer Cadmium-Kontamination auf das Wirt-Parasit-Verhältnis von Ratten und dem intestinalen Helminthen Moniliformis moniliformis (Acanthocephala), Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Streßhormone, Immunantwort, Bioindikation, Cadmium, Parasitierung

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