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Die Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima von Unternehmen

Die Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima von Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Silke Jena
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 783,0 KB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Hof Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9751-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jena, Silke Juli 2004: Die Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima von Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Personalführung, Unternehmensführung, Sozialforschung, Personalmanagement, Arbeitsklima

Diplomarbeit von Silke Jena

Problemstellung:

Das Thema Betriebssport und seine Auswirkungen auf Mensch und Betrieb ist gerade in einer Zeit fortschreitender Technisierung und Automatisierung ein aktuelles Thema. Auf Grund des zunehmenden PC-Einsatzes in allen betrieblichen Bereichen führt die Mehrheit der Arbeitnehmer ihre Tätigkeit im Sitzen aus, wodurch der Körper einer sehr einseitigen Belastung unterliegt. Als Hauptursache krankheitsbedingter Fehltage in Unternehmen werden heute nicht mehr infektiöse oder berufsbedingte Erkrankungen genannt, sondern die so genannten „Zivilisationskrankheiten“. Dazu gehören u. a. Fettleibigkeit, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Wirbelsäulenerkrankungen und Schädigungen am Bewegungsapparat und dem Herz-Kreislaufsystem. Zurückzuführen sind diese Erkrankungen auf falsche oder einseitige Ernährung, überhöhten Alkohol- und Tabakkonsum und vor allem fehlende Bewegung.

In diesem Zusammenhang stellt die so genannte Frühverrentung ein großes gesellschaftliches Problem dar, weil immer mehr Arbeitnehmer vorzeitig in den Ruhestand treten und somit enorme Kosten entstehen, die von Staat und Krankenkasse nicht mehr getragen werden können. Eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland ist der Herzinfarkt, an dem jedes Jahr rund 180 000 Menschen sterben. Wenn man bedenkt, dass die Ursachen eines Herzinfarktes (Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen, etc.) meist Folgen von Übergewicht sind, wird deutlich wie unverzichtbar sinnvolle körperliche Aktivität ist.

Für die Unternehmen stellt Betriebssport eine freiwillige betriebliche Sozialleistung dar, durch die der Arbeitnehmer neben seinem Arbeitsentgelt eine zusätzliche Zuwendung bekommt. Da diese Sozialleistungen einen nicht unwesentlichen Kostenfaktor für den jeweiligen Betrieb bedeuten, wird nicht nur von einem entsprechenden Nutzen für den Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber ausgegangen. Die Motive der Betriebssport fördernden Unternehmen sind dabei sehr zahlreich. So erwartet man von der Sport treibenden Belegschaft u. a. einen verbesserten Gesundheitszustand, eine erhöhte Leistungsfähigkeit, eine wachsende Leistungsbereitschaft, die Förderung sozialer Kontakte und geringere Fehlzeiten.

Die Wechselwirkungen zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit sind bereits seit langem bekannt. Ein gesunder Körper bewirkt somit nicht nur einen gesunden Geist, sondern dies gilt auch umgekehrt. Die Auswirkungen mentaler Fitness können auch körperlich gespürt werden, denn wer in einem gesunden Körper steckt, „hat gute Voraussetzungen, auch im Kopf fit zu bleiben“. Die Geschäftsführung der Verlagsgruppe Milchstraße in Hamburg verfolgt mit ihrem breiten Sport- und Gesundheitsangebot für die Mitarbeiter das Ziel: „Die viel zitierten Softskills der Beschäftigten, also Teamgeist, gegenseitiger Respekt und Vertrauen, Selbstverantwortung, körperliche und geistige Belastbarkeit, sollen möglichst gut entwickelt und ausgebildet sein.“ Treffen diese Erwartungen zu, könnte dies durchaus positive Auswirkungen auf das Betriebsklima der betreffenden Unternehmen haben. Viele Unternehmen unterstellen deshalb intuitiv einen direkten Zusammenhang zwischen angebotenem Betriebssport und einem guten Betriebsklima. So widmet sich z. B. die Firma Jungheinrich, ein Logistikunternehmen aus Hamburg, in ihrem Personal- und Sozialbericht 2001 sehr ausführlich dem internen Sportwesen und behauptet, dass dadurch „für ein positives Arbeitsklima“ gesorgt wird.

In der Realität zeigt sich allerdings, dass die Zusammenhänge zwischen Betriebssport und Betriebsklima „komplizierte, empirisch schwer nachweisbare Beziehungsgefüge“ darstellen. Zwar sind die positiven Auswirkungen sportlicher Betätigung auf Körper und Psyche wissenschaftlich bewiesen, Zusammenhänge mit bestimmten zwischenmenschlichen Beziehungen lassen sich jedoch nur bedingt feststellen. Die gegenwärtige Forschungslage zeigt keine (mir bekannten) Ergebnisse zu dieser Problematik auf, weil der Betriebssport in der Bundesrepublik Deutschland ein weitestgehend unerforschtes Phänomen ist. Eine Umfrage aus dem Jahr 1968 zeigt lediglich, dass bereits damals ein Zusammenhang zwischen Betriebssport und einem guten Betriebsklima unterstellt wurde.

Ziel dieser Arbeit ist, einen Zusammenhang zwischen Betriebssport und positivem Betriebsklima fest zu stellen, bzw. zu untersuchen, ob sich die Teilnahme am Betriebssport förderlich auf das Betriebsklima auswirkt.

In Kapitel 2 werden zunächst die Begriffe Betriebssport und Betriebsklima abgegrenzt und definiert. Danach folgt in Kapitel 3 eine Darstellung der Auswirkungen von Sport auf den Menschen in physischer und insbesondere psychischer Hinsicht, da gerade die psychischen Auswirkungen in Zusammenhang mit einer Verbesserung des Betriebsklimas stehen könnten. Darauf aufbauend werden in Kapitel 4 Inhalt und Vorgehensweise der empirischen Untersuchung beschrieben. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden Interviews mit Personen aus unterschiedlichen Unternehmen mit Betriebssportangebot durchgeführt und ausgewertet. Abschließend folgen eine Darstellung der wichtigsten Ergebnisse und eine Zusammenfassung der Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung 9
2. Begriffliche Abgrenzungen 15
2.1 Betriebssport 15
2.1.1 Erscheinungsformen des Betriebssports 16
2.1.2 Aktuelle Situation in Deutschland 18
2.2 Betriebsklima 24
2.2.1 Wirkungen des Betriebsklimas 25
2.2.2 Wichtige Einflussfaktoren auf das Betriebsklima 28
3. Die Auswirkungen von Sport auf den Menschen 37
3.1 Physische Auswirkungen 38
3.1.1 Kräftigung des Bewegungsapparates 38
3.1.2 Vermeidung von Zivilisationskrankheiten 40
3.1.3 Stärkung des Immunsystems 43
3.2 Psychische Auswirkungen 47
3.2.1 Erhöhung der geistigen Leistungsfähigkeit 47
3.2.2 Förderung der Leistungsbereitschaft 51
3.2.3 Steigerung des Wohlbefindens 56
4. Die empirische Untersuchung der Auswirkungen von Betriebssport 59
4.1 Aufbau und Gestaltung der Untersuchung 59
4.1.1 Hypothesen 59
4.1.2 Gegenstand und Umfang der Untersuchung 61
4.2 Messinstrumente und Auswahl der geeigneten Methode 63
4.2.1 Datenanalyse 63
4.2.2 Beobachtung 64
4.2.3 Schriftliche Befragung 67
4.2.4 Das qualitative Interview 69
4.3 Entwicklung der Befragungstaktik 75
4.3.1 Frageformulierung 75
4.3.2 Fragearten 77
4.3.3 Fragebegründung 77
4.4 Durchführung der Untersuchung 81
4.4.1 Der Pretest 81
4.4.2 Die Hauptuntersuchung 82
4.5 Auswertung und Ergebnisse 84
4.5.1 Vorgehensweise bei der Auswertung 84
4.5.2 Darstellung der wichtigsten Ergebnisse 86
4.5.3 Gegenüberstellung von Hypothesen und Ergebnissen 92
5. Zusammenfassung 95
Anhang 97
Literaturverzeichnis 133

Automatisiert erstellter Textauszug:

Hinsichtlich der verschiedenen Fragearten lassen sich grundsätzlich offene und geschlossene Fragen unterscheiden. Offene Fragen enthalten keine Antwortvorgaben und gewähren somit einen großen Antwortspielraum. Offene Fragen werden unter anderem dann verwendet, „wenn die Information über die Einstellung von Personen zu einem gegebenen Problem gering ist“177 und wenn nur ein geringes Vorwissen über die vom Forscher zugrunde gelegten Annahmen besteht. Da dies bei der hier zu untersuchenden Problematik der Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima von Unternehmen der Fall ist, wurden die vorher festgelegten Fragen als Leitfaden für das Interview weitgehend offen gehalten. Im Gegensatz zu den offenen Fragen geben die geschlossenen Fragen dem Interviewten zwei oder mehrere Antwortmöglichkeiten vor. Bei den Fragen über die Einschätzung des Verhältnisses zu Kollegen oder Vorgesetzten wurden jeweils zwei Antwortmöglichkeiten vorgegeben, um das Verständnis der Frage zu gewährleisten. Auf diese Weise erhält man nicht nur die Antwort „gut“ oder „schlecht“, sondern man kann über die gegebene Antwort zum Beispiel auch auf den Führungsstil (partnerschaftlich, kollegial) schließen. [...]

Bei der Formulierung der Fragen kann bereits die Dimension der zu erwartenden Antwort festgelegt werden, indem man dem Befragten im vornherein Informationen gibt. Dies geschah bezüglich der Frage, ob sich am Betriebsklima etwas ändern würde, wenn mehr Mitarbeiter am Betriebssport teilnehmen würden. Da es für den Begriff des Betriebsklimas keine konkrete Definition gibt, wird dem Befragten kurz erläutert, was unter positivem oder negativem Betriebsklima verstanden wird, so dass er danach die Dimension seiner Antwort ausrichten kann. Bei der Frageformulierung ist weiterhin zu beachten, dass die Fragen nicht unabhängig von einander betrachtet werden dürfen, sondern dass es auf die Gesamtheit der Reihenfolge ankommt. Hierbei ist davon auszugehen, dass meistens ein so genanntes „Trichter“-Verfahren angewandt wird, bei dem vom Allgemeinen zum Besonderen vorgegangen wird175. So wird zum Beispiel erst erfragt, welche Art von Sport vom betreffenden Unternehmen angeboten wird und von wem dieser organisiert wird, bevor Auskunft darüber verlangt wird, wie viele Teilnehmer es am Betriebssport gibt. Das Problem bei der Reihenfolge der Fragen ist allerdings der Einfluss, den unmittelbar nacheinander gestellte Fragen aufeinander haben. Dieser so genannte Ausstrahlungseffekt (halo effect) rührt daher, „dass jede Frage einen Bezugsrahmen für die folgenden Fragen setzt“176. Um diesen Effekt möglichst gering zu halten wurden die Fragen in Blöcke eingeteilt, so dass der Befragte weiß, dass als nächstes Fragen zu einer anderen Thematik auf ihn zu kommen. [...]

Wie die jeweilige Frage zu formulieren ist, richtet sich nach einem Bezugsrahmen, der dem Befragten angemessen sein muss. Bei der Sprachauswahl kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Fragen in etwa der Sprache gefasst werden, „die der Befragte in der Unterhaltung mit einem Fremden benutzen würde“173. Demnach sind grammatikalisch schwierige Konstruktionen, komplizierte Satzgefüge und lange Nebensätze bei der Fragestellung zu vermeiden. 174 Weiterhin ist der Wissenstand des Befragten zu beachten. Es darf nicht zu viel Wissen, zum Beispiel über die psychologischen Auswirkungen von Sport, vorausgesetzt werden und abstrakte Begriffe, wie zum Beispiel „geistige Fitness“ müssen in gegenständliche verwandelt werden, damit sie für alle Befragten die gleiche Bedeutung haben. [...]

Arbeit zitieren:
Jena, Silke Juli 2004: Die Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima von Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Personalführung, Unternehmensführung, Sozialforschung, Personalmanagement, Arbeitsklima

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