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Auswirkungen der Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung auf Maßnahmen zur Kundenbindung

Auswirkungen der Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung auf Maßnahmen zur Kundenbindung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Dressel
  • Abgabedatum: September 2001
  • Umfang: 134 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Hof Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4855-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4855-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4855-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dressel, Stefan September 2001: Auswirkungen der Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung auf Maßnahmen zur Kundenbindung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kunden, Rabatt, Kunden

Diplomarbeit von Stefan Dressel

Einleitung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf Maßnahmen zur Kundenbindung nach der Aufhebung des Rabattgesetzes und der Zugabeverordnung. Am 25.Juli diesen Jahres war es soweit: Nach einer letzten Anhörung im Wirtschafts- und Rechtsausschuss am 25.Juni und der Zustimmung durch den Bundestag am 29.Juni und des Bundesrates am 13.Juli, wurde in Deutschland das Rabattgesetz und die Zugabeverordnung ersatzlos abgeschafft. Nachdem die E-Commerce-Richtlinie der EU festlegte, dass im Internethandel das Recht des Anbieterlandes gelten soll, musste die Bundesregierung handeln. Denn in Deutschland galt seit fast siebzig Jahren die restriktivsten Vorschriften hinsichtlich der Vergabe von Preisnachlässen und Zugaben. Kunden bekamen höchstens drei Prozent Nachlass, als Zugaben nur geringfügige Kleinigkeiten. Ein für vergleichbare Marktwirtschaften einmaliges Kuriosum. Zeitgemäß waren diese beiden Regelungen schon lange nicht mehr. Ein Frisör, der seinen Kunden über sechzig Jahren einen Haarschnitt zum ermäßigten Preis anbot, kam mit dem Rabattgesetz in Konflikt. Ein Apotheker schickte seinen Kunden zum Geburtstag Glückwunschgutscheine, die sie bei Einkäufen ab 25 Mark einlösen konnten. Unzulässiger Sonderpreis, urteilten die Richter. Ein Kunde, der gerade ein neues Auto für mehrere tausend Mark gekauft hatte, konnte als kleines Dankeschön nicht einmal ein Spielzeugmodells des selben Typs als Dreingabe geschenkt werden. Sogar eine besonders lange Garantie galt als unzulässige Zugabe. Die bisherigen Vorschriften haben moderne Marketingmethoden nicht oder nur beschränkt zugelassen. Das konnten in vielen Fällen weder Anbieter noch Kunden verstehen. Die Folge war, dass vielfach gegen kleinkarierte Beschränkungen des Marktes verstoßen wurden, die jedoch meist weder verfolgt noch geahndet wurden. Ursprünglich zum Schutze des Verbrauchers gedacht, erwiesen sich die siebzig Jahre alten Regelungen als überflüssiges Wettbewerbshindernis. Mit dem Fall des Rabattgesetzes und der Zugabeverordnung reiht sich Deutschland nun in die Gruppe der liberalsten Länder in der EU ein. Nun ist der Weg frei für kundenorientierten Service, moderne Marketinginstrumente und mehr Vielfalt und Ideen für Deutschlands Servicelandschaft.

Das Schlagwort heißt „Kundenbindungssysteme“. Marktstarke Handelsunternehmen wollen sich branchenübergreifend zu Rabattkartellen verbinden und ihren Kunden, neben interessanten Prämien, auch mit dem Umsatz steigende Rabatte einräumen. Hier beginnen die Sorgen vieler mittelständischer Einzelhändler. Sie fürchten, dass große Handelsriesen ihnen auf diese Weise Kunden weglocken. Erste Erfahrungen zeigen aber, dass auch Mittelständler durchaus eine Chance haben, ihre Marktanteile auszubauen, wenn sie ihre Vorteile aus der Kundennähe gegenüber zentral gesteuerten Handelsketten gezielt nutzen.

Ziel der Arbeit soll es sein, die Bedeutung und den möglichen Nutzen der Aufhebung der Zugabeverordnung und des Rabattgesetzes aufzuzeigen, die sich aus der Abschaffung der Gesetze ergeben. Zudem soll dargestellt werden, welche neuen Möglichkeiten sich durch diese neue Rechtslage in bezug auf die Kundenbindung ergeben. Dabei sollen die entscheidenden Aspekte dargelegt und gleichzeitig kritisch analysiert werden.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil dieser Arbeit wird die bisherige Rechtslage von Rabattgesetz und Zugabeverordnung dargestellt. Es soll verdeutlicht werden, welchen restriktiven Vorschriften deutsche Unternehmer bisher aufgrund dieser rechtlichen Situation ausgesetzt waren und bisher innovative Ideen hinsichtlich moderner Marketingmaßnahmen des Handels und der Dienstleistung verhinderten. Die sich durch die Abschaffung der Gesetze ergebenden Auswirkungen auf das Marktgeschehen und die Rechtslage werden in Kapitel 4 näher erläutert. Im Anschluss wird in Kapitel 5 eingehend auf die Bedeutung der Kundenbindung für das Marketing eingegangen. Daraufhin werden in Kapitel 6 Möglichkeiten zur Kundenbindung dargestellt, die sich durch den Wegfall von Zugabeverordnung und Rabattgesetz für die deutsche Handelslandschaft ergeben.

Die Arbeit schließt mit Kapitel 7 und einer Zusammenfassung der entscheidenden Erkenntnisse.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Bisherige Rechtslage 3
2.1 Zugabeverordnung 3
2.2 Gesetz über Preisnachlässe (Rabattgesetz) 6
3. Gründe für die Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung 12
3.1 Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen 12
3.2 Rechtslage in Europa 15
3.3 Akzeptanz und Rechtswirklichkeit 18
3.4 Meinungsstand betroffener Wirtschaftskreise 22
4. Auswirkungen der Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung 26
4.1 Rechtliche Auswirkungen 26
4.2 Auswirkungen auf das Marktgeschehen 32
5. Bedeutung und Wirkungsrahmen der Kundenbindung 36
5.1 Marktveränderungen 36
5.2 Konsequenzen für das Marketing 44
5.3 Kundenbindung als Zielgröße 49
5.4 Maßnahmen zur Kundenbindung im Marketing-Mix 59
5.5 Database-Marketing als Voraussetzung für die Durchführung von Kundenbindungsstrategien 65
6. Neue Potentiale für Maßnahmen zur Kundenbindung nach Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung 74
6.1 Neue Möglichkeiten für Kundenbindungsprogramme 77
6.1.1 Kundenkarten und Kundenclubs 79
6.1.2 Regionale Kartenverbände 90
6.1.3 Rabatt- und Bonussysteme im Internet 93
6.2 Coupon - Shopping 95
6.3 Vergabe von Zugaben und Gutscheinen 98
6.4 Community - Shopping 103
7. Schlussbetrachtung 106
Literaturverzeichnis 108

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Dauerhaftigkeit und das Ausmaß des Unternehmenserfolges hängt davon ab, wie die loyalen Kundenpotentiale auf dem Wege eines flexiblen, langfristig ausgelegten Kundendialogs gezielt gepflegt bzw. ausgeweitet werden.218 „Dafür ist es erforderlich in sämtlichen Stufen des Marketing-Entscheidungsprozesses die Perspektive der Kundenbindung zu berücksichtigen und im Rahmen eines Kundenbindungs-Managements im Unternehmen durchzusetzen.“219 Nach einer Definition von Homburg / Bruhn bedeutet der Begriff des Kundenbindungsmanagements „die systematische Analyse, Planung, Durchführung sowie Kontrolle sämtlicher auf den aktuellen Kundenstamm gerichteten Maßnahmen mit dem Ziel, dass diese Kunden auch in Zukunft die Geschäftsbeziehung aufrechterhalten oder intensiver pflegen.“220 Voraussetzung für ein erfolgreiches Kundenbindungsmanagements ist daher die kundenorientierte Ausrichtung des gesamten Geschäftssystems eines Unternehmens. Kundenbindung muss in das Zielsystem der Unternehmung aufgenommen werden und folglich bei der Umsetzung im gesamten Wertschöpfungsprozess berücksichtigt werden. Grundvoraussetzung ist eine kundennahe Organisationsstruktur sowie das zielkonforme Verhalten aller Mitarbeiter eines Unternehmens zur erfolgreichen Durchsetzung von Loyalitätsprogrammen.221 [...]

„Kundenzufriedenheit lässt sich nur verwirklichen, wenn nicht isolierte, zeitpunktbezogene Transaktionen, sondern die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden über den gesamten Zeitraum des Kaufprozesses im Mittelpunkt der Marketinganstrengungen stehen.“211 „Der Dienst am Kunden ist die effektivste Möglichkeit für ein Unternehmen, sich von der Konkurrenz abzuheben.“212 „Festzuhalten bleibt, dass interne Voraussetzungen geschaffen werden müssen, bevor das Kundenbindungsmanagement in der Unternehmenspraxis implementiert werden kann. Diese sind mit Investitionen verbunden, bringen jedoch auch außerhalb des Kundenbindungsmanagements zusätzliche Vorteile für ein Unternehmen.213 Um vor dem Hintergrund der Unternehmensziele eine systematische Gestaltung des Kundenbindungsmanagements zu gestalten, ist eine Kontrolle der geplanten und umgesetzten Aktivitäten notwendig. Eine mögliche Systematisierung verschiedener Verfahren zur Zufriedenheitsmessung bietet Abbildung 28 auf Seite 58. „Für wettbewerbsstarke Unternehmen können Verbundenheitsstrategie und die Augmentierung dieser Strategie durch Gebundenheitselemente erfolgsversprechende Sollstrategien darstellen. Wettbewerbsschwache Unternehmen müssen hingegen zunächst Kundenzufriedenheit herstellen, bevor eine Verbundenheit und dann eine zusätzliche Gebundenheit der Kunden möglich wird.“214 „Die Bewertung der Kundenzufriedenheit ist lediglich der erste Schritt in Richtung „Erhöhung der Kundenorientierung“.“215 Die ermittelte Zufriedenheit lässt Rückschlüsse auf die Kundenloyalität zu, die sich in Wiederholungskäufen und Weiterempfehlungen allerdings nur schwer messen lässt. Bei den vielfältigen kreative Möglichkeiten der Ausgestaltung von Kundenbindungsmaßnahmen sollte eines aber immer berücksichtigt werden: „Kundenbindungsprogramme stellen stets Mittel zum Zweck eines übergreifenden-ökonomischen Unternehmenserfolges dar.“216 [...]

Die Konsequenz muss daher ein aktives Beschwerdemanagement sein, wie es sich in vielen Unternehmen heute bereits etabliert hat.204 Umgekehrt müssen aber zufriedene Kunden nicht zwangsläufig loyal sein. „Eine Untersuchung zeigt, dass 60-80 % der Kunden ihre Automarke wechseln, obwohl sie zufrieden sind.“205 So können beispielsweise kurze Kauffrequenzen, gering wahrgenommene Unterschiedlichkeiten von Alternativen, hohe verfügbare Zahl an Alternativen, niedriges Produktinvolvement, oder als niedrig wahrgenommene Risiken den verstärkten Wechsel zwischen alternativen Leistungen fördern.206 „Obwohl Kundenzufriedenheit keine hinreichende Voraussetzung für Kundenbindung darstellt, schafft sie eine wichtige Wechselbarriere. In wettbewerbsintensiven Käufermärkten bleibt sie ein oberes Ziel, welches durch weitere Bindungsdeterminanten unterstützt werden muss.“207 „Heute gehört die Kundenzufriedenheit unbestritten zu den wesentlichsten unternehmerischen Zielgrößen.“208 „Die Ermittlung der Kundenzufriedenheit sollte fester Bestandteil des Mess- und Controllingsystems eines Unternehmens sein (...) und als entscheidende Grundlage für alle Optimierungen und Veränderungen in einem Unternehmen betrachtet werden.“209 [...]

Arbeit zitieren:
Dressel, Stefan September 2001: Auswirkungen der Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung auf Maßnahmen zur Kundenbindung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kunden, Rabatt, Kunden

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