Auswirkungen durch Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf das Bilanzbonitätsrating
Eine Analyse anhand bedeutender Wertekategorien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Katheder
- Abgabedatum: Mai 2003
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7531-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7531-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7531-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Katheder, Stefan Mai 2003: Auswirkungen durch Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf das Bilanzbonitätsrating, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Fertigungsaufträge, Finanzinstrumente, IAS
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Diplomarbeit von Stefan Katheder
Einleitung:
In den letzten Jahren haben internationale Rechnungslegungsvorschriften im stetig zunehmen- den Maße an Bedeutung gewonnen und daraus folgend auch Eingang in die Bilanzierung und Bewertung deutscher Unternehmen gefunden. Diese Tendenz kann auf unterschiedliche Gegebenheiten und Entwicklungen zurückgeführt werden. So wurde bereits im Jahr 1997 mit der Gründung des Neuen Marktes als Börsensegment für technologieorientierte, wachstumsstarke Unternehmen die Anforderung seitens der Deutschen Börse AG erhoben, das alle in diesem Segment notierten Gesellschaften ihre Rechnungslegung nach den Vorschriften der IFRS (International Financial Reporting Standards - damals noch IAS) oder den US-GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) durchzuführen haben. Der immer noch weit verbreiteten Auffassung, dass die Internationalisierung der Rechnungslegung ausschliesslich eine Thema für die grossen, weltweit agierenden Konzerne ist, kann in so weit entgegnet werden, dass seit 2002 auch Unternehmen des Börsensegmentes SMAX zur Anwendung international anerkannter Vorschriften der Bilanzierung verpflichtet sind.
Hierbei handelt es um etablierte, mittelständische Unternehmen, welche den Sprung in die Klasse der kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaften geschafft haben. Viele gobal player, darunter unter anderem auch deutsche Unternehmen wie Siemens, Daimler-Chrysler oder die Deutsche Telekom wurden frühzeitig mit den internationalen Anforderungen seitens der Kapitalgeber und Investoren konfrontiert. Demnach fordert beispielsweise die amerikanische Börsenaufsicht SEC (Security Exchange Comission) von ausländischen Unternehmen, welche den hiesigen Kapitalmarkt z.B. in Form eines listings an der New York Stock Exchange (NYSE) oder durch die Emission von Schuldtiteln in Anspruch nehmen, eine zwingende Anwendung der us-amerikanischen Rechnungslegungsstandards US–GAAP oder mindestens eine Überleitung bestimmter Jahresabschlusspositionen. Neben diesen Verpflichtungen aus privatrechtlichen Vereinbarungen hat der Gesetzgeber bereits frühzeitig in Hinblick auf die zukünftigen Anstrengungen zur internationalen Harmonisierung der Rechnungslegung reagiert und durch Einfügung des § 292a HGB im Jahr 1998 eine Öffnungsklausel geschaffen, wonach für deutsche börsennotierte Konzernmutterunternehmen eine Bilanzierung nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards (IFRS oder US-GAAP) mit befreiender Wirkung eingeräumt wurde.
Der Geltungszeitraum für dieses Wahlrecht ist jedoch bis 31.12.2004 befristet. Ab diesem Zeitpunkt werden die IFRS noch stärker an Bedeutung gewinnen. Grund hierfür ist die am 07.06. 2002 verabschiedete Verordnung des Ministerrates der Europäischen Union. Demnach besteht für alle kaptialmarktorientierten Unternehmen ab 2005/2007 eine verpflichtende Anwendung der IFRS im Konzernabschluss.
Für die übrigen Unternehmen und für die Einzelabschlüsse aller Unternehmen wird den nationalen Gesetzgebern ein Mitgliedstaaten- wahlrecht eingeräumt. Demnach können je nach Entscheidung der Länder die IFRS verpflichtend vorgeschrieben, den bilanzierenden Unternehmen ein Wahlrecht eingeräumt, oder auf die Umsetzung vollständig verzichtet werden. Falls Deutschland einer Ausübung des Wahlrechtes nachgeht, sind vor allem eine Vielzahl von mittelständischen, HGB – bilanzierenden Unternehmen betroffen. Neben diesem rechtlichen Szenario könnte sich zukünftig aber auch ein faktischer Anreiz oder sogar Druck auf Unternehmen, zur Anwendung der IFRS, ergeben. Der Grund hierfür ist unter anderem in der neuen Basler Eigenkapitalverordnung (BASEL II) zu sehen. Die gesetzlichen Folgen des sogenannten BASEL II – Akkords verpflichten Banken ab dem Jahr 2005 ihre Kredite, in Abhängigkeit von der Bonität der Kunden, mit Eigenkapital zu unterlegen. BASEL II führt mithin dazu, dass Banken weit intensiver als bisher die Bonität ihrer Kunden beurteilen müssen. Durch Anwendung der IFRS haben die betroffenen Unternehmen die Chance den gehobenen Anforderungen an Transparenz und wertorientierter Rechnungslegung seitens der Banken und/oder externen Ratingagenturen zu begegnen.
Im Rahmen einer Studie ist die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young der Frage nachgegangen, welche Erwartungen die Unternehmen durch die Umstellung auf IFRS – Bilanzierung, in Hinblick auf die künftige Kreditwürdigkeitseinstufung und die damit unmittelbar zusammenhängenden Finanzierungskosten, sowie Finanzierungsmöglichkeiten im internationalen Bereich anstellen. In der Summe erhofft sich jedes fünfte der befragten Unternehmen einen in diesem Zusammenhang einen direkten Vorteil durch die neuen Rechnungslegungsvorschriften. Eine Befragung unter potentiellen Investoren, welche durch ein Team um Prof. Marten von der Universität Wuppertal zu diesem Thema durchgeführt wurde kam zu dem Ergebnis, dass sogar 40% der befragten Kapitalmarktexperten eine Stärkung der Position der Unternehmen gegenüber den Banken sehen und dies auch unmittelbar mit günstigeren Fremdkapitalkosten in Verbindung bringen. Vor allem die Erschliessung neuer Finanzierungsquellen auf den internationalen Kapitalmärkten könnte für viele deutsche Unternehmen auf Grund des zunehmenden knappen Kapitalangebots in Deutschland, welches unter anderem auch auf die angespannte Ertragslage der Banken zurückzuführen ist, einen hohen Stellenwert einnehmen.
Durch die bessere internationale Vergleichbarkeit und der erhöhten Transparenz durch IFRS – Abschlüsse haben die Unternehmen diesbezüglich zu mindest die Möglichkeit die formalen Voraussetzungen zu schaffen. Anhand der kurz dargestellten historischen Entwicklung und der gesetzlichen Vorhaben werden die IFRS in Zukunft auch in der deutschen Rechnungslegung einen hohen Stellenwert einnehmen und aus der Bilanzierungspraxis nicht mehr wegzudenken sein. Gleiches gilt für die zunehmende Orientierung an Bonitätsgesichtspunkten bei der Bereitstellung von Finanzierungsmitteln. Auf Grund der Aktualität und der zukünftigen Bedeutung der internationalen Rechnungsegungsstandards sowie der zunehmenden Differenzierung von Schuldner nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, möchte ich im Rahmen meiner Diplomarbeit der Frage nachgehen, in wie fern eine Anwendung von den deutschen, handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften, hin zu den International Financial Reporting Standards Auswirkungen auf das Bilanzbonitätsrating haben kann. Um eine konforme Basis für den Vergleich zwischen HGB und IFRS zu schaffen gilt beiderseits die Prämisse eines progressiven Bilanzansatzes. Hierbei wird durch Ausschöpfung bilanz-politischer Bilanzierungs- und Bewertungsspielräume das Ziel verfolgt, eine möglichst positive Darstellung der wirtschaftlichen Lage des Unternnehmens zu erlangen.
Beginnend möchte ich dem Leser einen kurzen Überblick über die unterschiedlichen Auswertungsmethoden für ein Bilanzbonitätsrating geben. Darauf folgend stelle ich zunächst die grundsätzlichen Bilanzierungs- und Bewertungs- unterschiede zwischen den HGB -Richtlinien und den IFRS hervor, bevor ich anschliessend im Hauptteil der Diplomarbeit die wesentlichen Differenzen zwischen diesen beiden Rechnungslegungskonzepten an konkreten Bilanzpositionen herausarbeiten und die jeweilige Konsequenz auf das quantitative Bonitätsrating aus bilanzieller Sicht ableiten werde. In diesem Zusammenhang sollte noch darauf hingewiesen werden, dass bis zum Abgabedatum dieser Arbeit alle neuesten Entwicklungen (Exposure Drafts, Kommentierungen,..) mit berücksichtigt wurden. Um die theoretischen Ausführungen noch plastischer darzustellen, habe ich für jede Bilanzierungsproblematik konkrete Anwendungsbeispiele mit den Lösungen entwickelt, die im Anhang dem interessierten Leser zur Vertiefung der theoretisch gewonnen Erkenntnisse zur Verfügung stehen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| A. | Einleitung, Aufbau und Inhalt der Diplomarbeit | 1 |
| B. | Auswirkungen durch Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf das Bilanzbonitätsrating | 4 |
| I. | Ausgewählte quantitative Verfahren der Kreditwürdigkeitsprüfung | 4 |
| 1. | Traditionelle Jahresabschlussanalyse | 6 |
| 1.1 | Definition | 6 |
| 1.2 | Informationsgrundlage | 6 |
| 1.3 | Untersuchungsbestandteile | 6 |
| 1.3.1 | Finanzwirtschaftliche Analyse | 6 |
| 1.3.2 | Erfolgswirtschaftliche Analyse | 7 |
| 1.4 | Instrumente und Bildung eines Gesamturteils | 8 |
| 2. | Mathematisch - Statistische Analyseverfahren | 9 |
| 2.1 | Diskriminanzanalyse | 9 |
| 2.1.1 | Univariate Diskriminanzanalyse | 11 |
| 2.1.2 | Multivariate Diskriminanzanalyse | 11 |
| 2.2 | Regressionsanalyse | 12 |
| 3. | Verfahren mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz | 14 |
| 3.1 | Expertensysteme | 14 |
| 3.2 | Künstliche Neuronale Netze | 15 |
| 4. | Zusammenfassung und Überleitung auf die IFRS | 17 |
| II. | Grundsätzliche Rechnungslegungsunterschiede zwischen IFRS und HGB | 19 |
| 1. | Zielsetzung und Adressaten | 19 |
| 2. | Vermögens- und Schuldbegriff | 20 |
| 3. | Periodisierung (Aufwands- und Ertragsrealisation) | 22 |
| III. | Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede bei bedeutenden Wertekategorien und deren Einfluss auf das Bilanzbonitätsrating | 25 |
| 1. | Immaterielles Anlagevermögen / IAS 38 | 25 |
| 1.1 | Begriffsdefinition | 25 |
| 1.2 | Ansatzvorschriften | 26 |
| 1.3 | Bewertungskonzeption | 27 |
| 1.3.1 | Zugangs- /Erstbewertung | .27 |
| 1.3.2 | Folgebewertung | 28 |
| 1.4 | Forschungs- und Entwicklungskosten | 32 |
| 1.5 | Goodwill (Geschäfts- oder Firmenwert) | 33 |
| 1.5.1 | Begriff und Entstehung | 34 |
| 1.5.2 | Ansatz und Bewertung | 35 |
| 1.6 | Resümee | 36 |
| 2. | Finanzanlagen / Investments - IAS 32 / 39 | 37 |
| 2.1 | Begriffsdefinition | 37 |
| 2.2 | Klassifizierung | 38 |
| 2.3 | Bewertungskonzeption | 39 |
| 2.3.1 | Zugangsbewertung | 39 |
| 2.3.2 | Folgebewertung | 40 |
| 2.4 | Resümee | 43 |
| 3. | Langfristige Fertigungsaufträge / IAS 11 | 44 |
| 3.1 | Wesen und Merkmale langfristiger Fertigung | 44 |
| 3.2 | Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach HGB | 45 |
| 3.2.1 | Bewertung unfertiger Anlagen | 45 |
| 3.2.2 | Gewinnrealisierung bei langfristiger Fertigung | 47 |
| 3.2.2.1 | Strenges Realisationsprinzip | 48 |
| 3.2.2.2 | Selbskostenaktivierung | 48 |
| 3.2.2.3 | Teilgewinnrealisierung durch Teilabnahme | 48 |
| 3.2.3 | Verlustantizipation | 49 |
| 3.3 | Bilanzierung von construction contracts nach IFRS | 49 |
| 3.3.1 | Vertragstypen | 49 |
| 3.3.2 | Anwendungsvoraussetzungen | 50 |
| 3.3.3 | Erfassung von construction contracts nach der pcM in Bilanz und GuV | 52 |
| 3.3.3.1 | Bei verlässlicher Schätzung und positiven Auftragsergebnis | 52 |
| 3.3.3.2 | Bei verlässlicher Schätzung aber negativen Auftragsergebnis | 53 |
| 3.3.3.3 | Bei nicht verlässlicher Schätzung des Auftragsergebnisses | 53 |
| 3.3.4 | Resümee | 54 |
| 4. | Rückstellungen / IAS 19/37 | 55 |
| 4.1 | Begriffsabgrenzung und Kategorisierung | 55 |
| 4.2 | Bilanzierung und Bewertung von Verbindlichkeitsrückstellungen | 57 |
| 4.2.1 | Verbindlichkeitsrückstellung nach HGB | 57 |
| 4.2.1.1 | Ansatzvorschriften | 57 |
| 4.2.1.2 | Bewertungskonzeption | 59 |
| 4.2.2 | Verbindlichkeitsrückstellung nach IFRS | 60 |
| 4.2.2.1 | Ansatzvorschriften | 60 |
| 4.2.2.2 | Bewertungskonzeption | 61 |
| 4.2.3 | Teilresümee | 62 |
| 4.3 | Bilanzierung und Bewertung von Drohverlustrückstellungen | 62 |
| 4.3.1 | Drohverlustrückstellung nach HGB | 62 |
| 4.3.1.1 | Ansatzvorschriften | 62 |
| 4.3.1.2 | Bewertungskonzeption | 63 |
| 4.3.2 | Drohverlustrückstellung nach IFRS | 64 |
| 4.3.2.1 | Ansatzvorschriften | 64 |
| 4.3.2.2 | Bewertungskonzeption | 65 |
| 4.3.3 | Teilresümee | 65 |
| 4.4 | Bilanzierung und Bewertung von Aufwandsrückstellungen | 66 |
| 4.4.1 | Aufwandsrückstellungen nach HGB | 66 |
| 4.4.2 | Aufwandsrückstellungen nach IFRS | 66 |
| 4.4.3 | Teilresümee | 67 |
| 4.5 | Bilanzierung und Bewertung von Pensionsrückstellungen | 67 |
| 4.5.1 | Pensionsrückstellungen nach HGB | 67 |
| 4.5.1.1 | Ansatzvorschriften | 67 |
| 4.5.1.2 | Bewertungskonzeption (-en) | 68 |
| 4.5.2 | Pensionsrückstellungen nach IFRS | 71 |
| 4.5.2.1 | Ansatzvorschriften | 71 |
| 4.5.2.2 | Bewertungskonzeption | 71 |
| 4.5.3 | Teilresümee | 73 |
| 4.6 | Resümee | 74 |
| C. | Schlussbetrachtung | 75 |
| Anhangsverzeichnis | 78 | |
| Übungsaufgaben | 79 | |
| Literaturverzeichnis | 103 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832475314
Arbeit zitieren:
Katheder, Stefan Mai 2003: Auswirkungen durch Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf das Bilanzbonitätsrating, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Fertigungsaufträge, Finanzinstrumente, IAS



