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Auswirkung eines funktionellen Komplextrainings auf Körperwahrnehmung und Bewegungsmerkmale im Golfschwung

Auswirkung eines funktionellen Komplextrainings auf Körperwahrnehmung und Bewegungsmerkmale im Golfschwung
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Kathrin Appell
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 153 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 0,8
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8728-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8728-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8728-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Appell, Kathrin Februar 2005: Auswirkung eines funktionellen Komplextrainings auf Körperwahrnehmung und Bewegungsmerkmale im Golfschwung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Golf, Kinästhetik, Beweglichkeit, Bewegungsanalyse, Sport

Dissertation / Doktorarbeit von Kathrin Appell

Einleitung:

Golf ist weltweit ein beliebter Freizeitsport und kann allgemein zu den koordinativ komplexesten Sportarten gerechnet werden. Ausreichend viele und umfangreiche Abhandlungen über den Bewegungsablauf belegen dies. Die meisten Spieler, die sich natürlich auch mit diesen Schriften und regelmäßig in Golfzeitschriften suggerierten Techniktipps - im Bemühen um Optimierung ihres eigenen Schwungs - beschäftigen, neigen in theoretischer und damit mentaler Überfrachtung dazu, ihre Bewegung viel mehr zu komplizieren als es notwendig wäre, sind sich aber dessen meistens nicht bewusst. Dabei folgt die Bewegung des Golfschwungs jedoch prinzipiell ganz elementaren Gesetzen und ist im Grundsatz viel einfacher, als sie aufgrund der zum Teil minutiösen und komplizierten Beschreibungen zu sein scheint.

Die Einfachheit der Bewegung liegt in einer Kompaktheit, die in sich zwar komplex ist, jedoch nach einem logischen Kettenreaktionsprinzip relativ selbständig ablaufen kann. Wichtig ist der richtige Impuls der Bewegung als Initialzündung des Folgemechanismus. Es wirken untereinander gekoppelte Aktions-Reaktions-Mechanismen sowie Kräfte und Momente, die den Bewegungsablauf in seiner physikalischen Logik steuern. Diese unterliegen jedoch erheblichen Störungen, sobald der Spieler versucht, manipulativ an bestimmten Punkten der Bewegung einzugreifen.

Verzichtet man jedoch auf solche Manipulationen und vollzieht die Körperbewegung so, dass der Schläger auf seiner natürlichen Ebene schwingt, kommt in der Regel ein gutes Ergebnis zustande. So beschreiben Amateure häufig, dass der Golfschwung umso besser funktioniert, je weniger sie selbst aktiv tun. Cochran und Stobbs (1986) betonen, dass die Bewegungen im Golf natürlich und selbständig ablaufen, wenn der Spieler es nur zulässt.

Gang der Untersuchung:

Nach einer Beschreibung der Technik in den einzelnen Phasen des Golfschwungs soll die aus den Bewegungen resultierende Belastung auf den Körper dargestellt werden. Häufig resultierende Überlastungsschäden und Verletzungen werden dargelegt und verschiedene Facetten möglicher Prävention aufgezeigt. So wird zu der Thematik Körperwahrnehmung hingeleitet, die neben ihrer wichtigen Bedeutung beim motorischen Lernen auch einen präventiven Charakter erhalten dürfte.

Ausgehend von einer Technikbeschreibung des Golfschwungs, die auch besonders das Bewegungssystem belastende Faktoren herausarbeitet, wird einleitend dargestellt, wie Überlastungsschäden entstehen können und welche präventive Bedeutung einer korrekten, den körperlichen Voraussetzungen entsprechende Schwungausführung zukommt. Eine gut ausgeprägte Körperwahrnehmung dürfte in diesem Zusammenhang eine unterstützende Rolle spielen, so wie diese Fähigkeit insbesondere eine konstitutionelle Determinante beim motorischen Lernen des koordinativ hoch anspruchsvollen Golfschwungs darstellt.

Am Gyrotonic Expansion System® (GXS®) kann ein kinästhetisch orientiertes funktionelles Komplextraining durchgeführt werden, dessen Effekte auf die Körperwahrnehmung und auf Modifikationen des Golfschwungs bei einer Probandengruppe von zehn Golfern unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Spielstärke untersucht wurden. Entsprechend der verwendeten Methodik konnten vier Hypothesen formuliert werden:

1. Probanden mit guter Beweglichkeit besitzen eine bessere Körperwahrnehmung als Probanden mit schlechter Beweglichkeit.

2. Die Qualität der Körperwahrnehmung hinsichtlich der allgemeinen Beweglichkeit gegenüber der Körperwahrnehmung im Golfschwung ist intraindividuell gleich oder wenigstens ähnlich.

3. Die golfspezifische Körperwahrnehmung nimmt mit besserer Spielstärke zu.

4. Ein kinästhetisch orientiertes funktionelles Komplextraining verbessert die golfspezifische Körperwahrnehmung und führt zu einer Modifikation des Golfschwungs.

Die Probandengruppe bestand aus vier Professionals und sechs Amateuren mit Spielstärke von 12 bis 54. Sie wurden anamnestisch hinsichtlich ihrer Spielgewohnheiten und möglicher Beschwerdebilder bzw. Beweglichkeitseinschränkungen befragt. Anhand ausgewählter Übungen am GXS® wurde im Rahmen einer Pilotstudie die Beweglichkeit verschiedener Gelenke bzw. Körperregionen durch einen Therapeuten beurteilt; diese Beurteilung wurde mit den Aussagen eines Erhebungsbogens verglichen, in dem die Probanden die eigene Wahrnehmung der Beweglichkeit einschätzen sollten.

Aus dem Vergleich der Selbsteinschätzung und der Beurteilung ließ sich ein Quotient bilden, der über die Körperwahrnehmung der Beweglichkeit Auskunft gibt. Die Effekte des funktionellen Komplextrainings, das über drei Monate mit insgesamt 20 Trainingseinheiten durchgeführt wurde, wurden als longitudinale Interventionsstudie (pre-test / post-test Design ohne Kontrollgruppe) mit intraindividuellem Vergleich untersucht.

Vor und nach der Intervention absolvierten die Probanden unter Laborbedingungen drei Golfschwünge, die auf Video und hinsichtlich biomechanischer Kenngrößen durch ein Infrarotkamerasystem (Vicon) aufgezeichnet wurden. Dabei beschränkte sich die biomechanische Datenerhebung auf die Rotationsbewegungen von Becken und Torso, um insbesondere die Verwringung dieser Körpersegmente, die den funktionell wichtigen sog. X-Faktor bilden, zu dokumentieren.

Nach der jeweiligen Absolvierung der Golfschwünge füllten die Probanden einen Fragebogen zur Körperwahrnehmung im Golfschwung aus, dessen Aussagen mit der Beurteilung der Videoanalyse hinsichtlich Übereinstimmungen und Abweichungen ausgewertet wurden. Auch hierfür wurde ein Übereinstimmungsquotient gebildet, der eine Aussage über die Qualität der golfspezifischen Körperwahrnehmung erlaubt.

Aufgrund der Tatsache, dass es in der Literatur praktisch keine experimentell fundierten Studien zur Thematik gibt, hat diese Untersuchung ein bisher kaum bearbeitetes und durch Laborexperiment schwer zugängliches Feld beschritten; somit erhält sie den Charakter einer Pilotstudie.

Aus den Ergebnissen wird insgesamt gefolgert, dass eine verbesserte Körperwahrnehmung im Golf das Verletzungs- und Überlastungsrisiko verringern kann und eine gute Voraussetzung darstellt, innerhalb eines Techniktrainings gute Fortschritte zu machen und damit langfristig die Spielstärke über eine Stabilisierung des individuell angemessenen Golfschwungs zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Technikbeschreibung des Golfschwungs 2
1.2 Überlegungen zur Belastung im Golfschwung 6
1.3 Möglichkeiten der Entstehung von Überlastungsschäden im Golf 10
1.4 Aspekte des Bewegungslernens und der Körperwahrnehmung im Golf 17
1.5 Prinzipien und Effekte eines auswählten Komplextrainings 28
1.6 Fragestellungen der Arbeit 33
2. Methodik 36
2.1 Probanden 36
2.2 Ablauf der Studie 37
2.3 Anamnese 38
2.4 Biomechanische Analyse des Golfschwungs 38
2.4.1 Untersuchungsvorbereitung und -durchführung 38
2.4.2 Datenerfassung und -verarbeitung 41
2.4.3 Statistik 42
2.5 Videoaufzeichnung und -analyse des Golfschwungs 43
2.6 Fragebogen zur Körperwahrnehmung im Golfschwung 44
2.6.1 Durchführung und Auswertung 44
2.6.2 Statistik 45
2.7 Pilotstudie zur Körperwahrnehmung der Beweglichkeit 45
2.7.1 Durchführung und Auswertung 45
2.7.2 Statistik 46
2.8 Funktionelles Komplextraining 46
2.8.1 Darstellung des Gyrotonic Expansion Systems® 46
2.8.2 Durchführung des Trainingsprogramms 47
2.8.3 Auswahl und Beschreibung der Übungen 47
3. Ergebnisse 59
3.1 Anamnese 59
3.2 Pilotstudie zur Körperwahrnehmung der Beweglichkeit 62
3.3 Spezifische Körperwahrnehmung im Golfschwung 76
3.3.1 Zusammenhänge zwischen Körperwahrnehmung, Beweglichkeit und Spielstärke 76
3.3.2 Einfluss des funktionellen Komplextrainings auf die Körperwahrnehmung im Golf 79
3.4 Biomechanische Analyse des Golfschwungs 84
4. Diskussion 101
4.1 Methodenkritik 101
4.2 Interpretation der Ergebnisse 107
5. Zusammenfassung 122
6. Literaturverzeichnis 125
Anhang 134
Anamnese-Bogen i
Fragebogen zur Körperwahrnehmung im Golfschwung ii
Videoanalyse-Bogen v
Fragebogen zur Körperwahrnehmung der Beweglichkeit ix

Automatisiert erstellter Textauszug:

54 5. Wave (Abb. 12): Die Übung wird im Grätschsitz auf der Bank mit Hilfe des Pull Towers durchgeführt. Der Übende sitzt mit Blickrichtung auf den ca. 1,5 m entfernten Pull Tower am Ende der Bank. Die Beine sind ca. 45° abduziert, die Füße stehen in der Achse der Beine mit den Fersen fest auf dem Boden, die Zehen werden angezogen. Der Übende greift mit den Händen in die unteren Schlaufen des Pull Towers und verschränkt die Hände am Hinterkopf. Die Ellbogen zeigen dabei nach außen, wobei die Arme sich in der Frontalebene befinden. Die Schulterblätter sind nach hinten abgesenkt. Aus aufrechter Position auf den Sitzbeinhöckern sitzend beginnt die Wave-Bewegung mit einer Extension der Wirbelsäule nach vorne. Der Kopf bleibt in Verlängerung der Wirbelsäule. Hat der Oberkörper die Horizontale überschritten beginnt die Curl-Bewegung mit einer Aufrichtung des Beckens. Die Wirbelsäule wird nun Wirbel für Wirbel aufgerichtet bis die absolute Extension wieder erreicht ist. Während der gesamten Bewegung [...]

53 4. Window (Ausgangsposition sitzend) (Abb. 11): Die Ausgangsposition ist der Grätschsitz mit 45° ausgestellten Beinen, die Füße stehen in der Achse der Beine, die Zehen werden angezogen. Der Hand, zu deren Seite die spätere Bewegung stattfindet, liegt auf der entsprechenden Dreheinheit der Handle Unit, die andere umfasst den Griff derselben Dreheinheit. Die Bewegung startet in aufrechter Position bei angehobenem Brustkorb. Die Wirbelsäule geht zu Beginn der Bewegung in Extension nach vorne, der Kopf bleibt in gerader Verlängerung. Der Brustkorb wird nach vorne oben angehoben. Die Schulterblätter sind nach hinten abgesenkt und halten ihre Position während der gesamten Bewegung. Die Vorwärtsbewegung des Oberkörpers dreht die Dreheinheit mit beiden Armen gegen den Uhrzeigersinn bis zum Scheitelpunkt der Dreheinheit. Von dort aus rotiert der Oberkörper nach außen. Der linke Ellbogen wird mit einer Innenrotation aktiv nach außen oben gewinkelt, sodass der Kopf nach Einleitung der Curl-Bewegung über die Aufrichtung des Beckens eintauchen kann. Der Übende erhält die Bewegungsvorstellung, durch ein Fenster zu schauen. Der Thorax schließt sich dabei frontal und öffnet sich nach hinten oben. Zum Ende der Curl-Bewegung rotiert der Oberkörper wieder in die neutrale Position und richtet sich langsam wieder auf. In erreichter Extension beginnt die Bewegung wieder nach vorne. [...]

52 Figure eight (frontal) (Abb. 10), Gesamtbewegung: Die Figure eight-Grundbewegung beginnt entsprechend der Vorübung in beschriebener Ausgangsposition. Der Beginn der Bewegung bleibt bis zum Erreichen des Endpunktes der Vorübung identisch. Dieser Endpunkt wird jedoch in der Vollversion zum Scheitelpunkt der Bewegung. Der gestreckte Arm geht in eine Flexion und Innenrotation über, der gebeugte Arm wird bei leichter Außenrotation gestreckt. Ab dem Scheitelpunkt wird der Körper über eine Retroversion des Kreuzbeins und eine folgende leichte Curl-Bewegung wieder in die Extension gebracht. Die gesamte Bewegung wird über die Rotation des Oberkörpers geleitet, die Arme folgen nur der kreisförmigen Bewegung, welche die Handle Unit vorgibt. Während der Aufrichtung erfolgt die Einatmung durch die Nase, während der gesamten Bewegung wird langsam über den Mund ausgeatmet. [...]

Arbeit zitieren:
Appell, Kathrin Februar 2005: Auswirkung eines funktionellen Komplextrainings auf Körperwahrnehmung und Bewegungsmerkmale im Golfschwung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Golf, Kinästhetik, Beweglichkeit, Bewegungsanalyse, Sport

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