Auswirkung der Währungsunion (Euro-Einführung) auf mittelständische Unternehmungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Susanne Martin
- Abgabedatum: August 1998
- Umfang: 150 Seiten
- Dateigröße: 885,4 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Gießen-Friedberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1093-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1093-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1093-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Martin, Susanne August 1998: Auswirkung der Währungsunion (Euro-Einführung) auf mittelständische Unternehmungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Euro, Mittelstand, EU, Europäische Union, Währungsunion
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Diplomarbeit von Susanne Martin
Problemstellung:
Mit Vollendung der Währungsunion am 01. Januar 1999 wird der europäische Binnenmarkt seine volle Macht entfalten. Die Unternehmen müssen sich frühzeitig auf die strategischen und die technisch-organisatorischen Auswirkungen der Währungsunion auf ihr Unternehmen und den damit verbundenen hohen Anpassungsbedarf vorbereiten, um möglichen Wettbewerbsnachteilen und Ressourcenengpässen zu entgehen. Die Vorbereitungen der Großunternehmen und des Finanzsektors sind schon weit fortgeschritten. Dagegen haben sich die meisten KMU noch nicht ausreichend mit den Konsequenzen der Währungsunion beschäftigt. Aufgrund der Tatsache, daß die Euro-Einführung alle Bereiche des Unternehmens betrifft, ist es erforderlich, sich so früh wie möglich mit dem Thema Euro zu beschäftigen.
Der Beschaffungsmarkt wird sich durch die Währungsunion verändern. Ein erleichterter Marktzugang, erhöhte Preistransparenz sowie der Wegfall der Kosten für Währungsumtausch und Kurssicherung werden das Angebot an Waren und Dienstleistungen erhöhen und attraktiver machen. Die Unternehmen können diese Vorteile zur Optimierung des Einkaufs nutzen, indem sie neue und günstigere Bezugsquellen -eventuell im Ausland- in Anspruch nehmen.
Die Währungsunion hat auch Konsequenzen für die Produktion. Hinsichtlich der Produktgestaltung- und Qualität muß sich die Produktion auf veränderte Kundenbedürfnisse einstellen. Eventuell müssen auch Änderungen der Verpackungsgrößen bzw. der Abfüllmengen -aufgrund neuer Schwellenpreise- vorgenommen werden.
Durch die Euro-Einführung werden die bisherigen Preisschwellen nicht mehr erreicht. Die durch die Umrechnung entstehenden Euro-Preise entsprechen nicht dem heutigen Denken der Kalkulation und der Preisbildung. Es müssen neue Preisschwellen durch Auf- oder Abrunden der Preise erreicht werden. Denkbar ist auch eine Erreichung neuer Preisschwellen durch Produktverbesserungen und neue Servicekomponenten. Durch die Währungsunion erhöht sich die Preistransparenz. Dies hat zur Folge, daß die bisherigen Preis- und Vertriebsstrategien eventuell hinfällig werden. Ferner öffnen sich neue Märkte, die für die Unternehmen die Frage aufwerfen, ob die heutigen Vertriebswege in Zukunft noch relevant sind oder ob neue Märkte mit neuen Produkten erschlossen werden sollten.
Die Umstellung von Bilanz und G. u. V. kann frühestens zum ersten Abschlußstichtag nach dem 31. Dezember 1998 erfolgen. Bis spätestens zum 31.Dezember2001 müssen die Unternehmen das gesamte Rechnungswesen auf Euro umgestellt haben. Die Bilanz wird anhand einer Euro-Umstellungsbilanz durch einfache Transformation auf Euro umgestellt. Die entstehenden Rundungsdifferenzen können erfolgsneutral als Eigenkapital verrechnet werden oder im Jahr ihrer Entstehung erfolgswirksam erfaßt werden. Die durch die Euro-Einführung entstehenden Kosten werden im Normalfall als Aufwand im Jahr ihrer Entstehung erfaßt. In der Kosten- und Leistungsrechnung werden sich die währungsbedingten Transaktionskosten sowie die Kosten für die Absicherung der Wechselkursrisiken reduzieren. Dagegen müssen die Kosten für die Euro-Umstellung in diesem Rechenwerk berücksichtigt werden. Aufgrund der unwiderruflichen Wechselkursfixierung wird die Kalkulationsbasis stabiler. Im internen Reporting ist auf eine klare Kennzeichnung der verwendeten Währung während der Übergangsphase zu achten.
Die Mitarbeiter sollten konkret über die Auswirkung der Euro-Einführung auf ihren Arbeitsplatz, ihre Arbeitsumgebung und ihre Abteilung informiert werden. Sie bedürfen einer auf ihre jeweiligen Aufgaben zugeschnittenen Schulung, da spätestens ab dem 01. Januar 2002 alle Mitarbeiter dazu übergehen müssen, mit dem Euro zu arbeiten. Bei der Umstellung der Lohn- und Gehaltszahlungen ist zu beachten, daß -aufgrund der Individualarbeitsverträge- die Mitarbeiter einer Umstellung auf Euro vor dem 01. Januar 2002 zustimmen müssen.
Ab dem 01. Januar 1999 findet der Euro auf dem Geldmarkt, im Verkehr zwischen Zentral- und Geschäftsbanken sowie im bargeldlosen Zahlungsverkehr Verwendung. Ab diesem Zeitpunkt werden die deutschen Kreditinstitute den Service der Konvertierung aller unbaren Zahlungen zwischen DM und Euro anbieten. Die Unternehmen können in der Übergangsphase wählen, ob sie ihr Konto auf Euro umstellen oder weiterhin in DM führen. Die statistische Meldepflicht gemäß Außenwirtschaftsverordnung bleibt bei Auslandszahlungen bestehen.
In allen Informations- und Steuerungssystemen des Unternehmens muß die DM durch den Euro ersetzt werden. Das Euro-Symbol muß auf die Tastatur gelegt werden. Der gesamte IT-Bereich ist der veränderten Situation anzupassen, eventuell sind veraltete Systeme zu ersetzen. Das Unternehmen muß ein Umstellungsszenario wählen, welches in allen verwendeten EDV-Systemen eingesetzt werden kann. Um einen reibungslosen Verlauf der Umstellung zu gewährleisten, kann Standardsoftware eingesetzt werden, die eine Euro-Fähigkeit gewährleistet.
Aufgrund der Euro-Einführung besteht kein Grund zur einseitigen Auflösung von Verträgen, wenn diese dem Recht eines Mitgliedlandes oder eines europäischen Landes unterliegen. Auch ab dem 01. Januar 1999 muß die zur Zahlung verpflichtete Partei in DM zahlen, wenn dies im Vertrag vereinbart ist. Jedoch können sich die Parteien einvernehmlich auf eine Währungseinheit einigen. Ab dem 01. Januar 2002 werden alle Bezugnahmen, die auf nationale Währungseinheiten lauten, automatisch als Bezugnahmen auf den Euro gewertet. Eine Erfüllung in nationaler Währung ist nicht mehr zulässig. Anpassungsbedarf kann vorliegen, wenn z. B. in den Verträgen ein Referenzzinssatz verwendet wurde, der ab dem 01. Januar 1999 nicht mehr existiert. Gleiches gilt für Verträge mit Drittstaaten.
Nahezu alle Bereiche sind von der Umstellung betroffen. Deshalb muß das Unternehmen eine Betroffenheitsanalyse der einzelnen Unternehmensbereiche anfertigen, um eine vollständige Erfassung des Anpassungsbedarfs zu gewährleisten. Die sachgerechte Durchführung der Umstellung kann mit Hilfe eines Euro-Projektes vollzogen werden. Die Euro-Umstellung ist mit Kosten verbunden, die in die entsprechende Planung einbezogen werden sollten. Die Kosten werden in den einzelnen Unternehmen in unterschiedlicher Höhe anfallen.
Die strategischen und die technisch-organisatorischen Auswirkungen der Währungsunion sollten nicht losgelöst voneinander betrachtet werden, da sie im Zusammenhang stehen. Zuerst sollten die strategischen Grundüberlegungen angestellt werden, die eventuell dazu führen, daß betriebliche Abläufe, Produkte oder Funktionen verändert werden, woraus sich dann Rückkopplungen auf den technisch-organisatorischen Bereich ziehen lassen, welche möglicherweise zu einer neuen Infrastruktur im Unternehmen führen.
Den anfallenden Kosten stehen eine Reihe von Einsparungseffekten gegenüber. Zum einen fallen die Transaktionskosten weg, zum anderen kann die Euro-Einführung durch Überprüfung der bestehenden Wertschöpfungskette des Unternehmens zu einer Effizienzsteigerung führen. Die Euro-Einführung bedingt eine Optimierung der betrieblichen Abläufe sowie eine Überprüfung, gegebenenfalls Anpassung von Produkten und deren Qualität, um auf die ûvon der Währungsunion hervorgerufenen- neuen Anforderungen vorbereitet zu sein.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | 1 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 6 | |
| Abbildungsverzeichnis | 10 | |
| Tabellenverzeichnis | 11 | |
| 1. | Problemstellung und Lösungsweg | 12 |
| 2. | Grundlagen der Einführung des Euro | 16 |
| 2.1 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 16 |
| 2.1.1 | Vertrag von Maastricht | 16 |
| 2.1.2 | EU-Verordnungen | 16 |
| 2.1.3 | Euro-Einführungsgesetz (EuroEG) | 19 |
| 2.2 | Konvergenzkriterien | 19 |
| 2.3 | Das Übergangsszenario | 23 |
| 3. | Auswirkung der Währungsunion auf operative Bereiche | 27 |
| 3.1 | Auswirkung der Währungsunion auf den Einkauf | 27 |
| 3.1.1 | Veränderung der Beschaffungsmärkte | 27 |
| 3.1.2 | Handlungsbedarf der Unternehmen im Einkauf | 27 |
| 3.1.3 | Interne und externe Einflußfaktoren | 31 |
| 3.2 | Auswirkung der Währungsunion auf die Produktion | 32 |
| 3.2.1 | Handlungsbedarf der Unternehmen in der Produktion | 32 |
| 3.2.2 | Einflußfaktoren auf die Produktion | 33 |
| 3.3 | Auswirkung der Währungsunion auf Vertrieb und Marketing | 34 |
| 3.3.1 | Preispolitik | 37 |
| 3.3.1.1 | Auswirkung auf Preise und Konditionen | 37 |
| 3.3.1.2 | Festlegung von Schwellenpreisen | 39 |
| 3.3.1.3 | Probleme mit der doppelten Preisauszeichnung | 42 |
| 3.3.2 | Produktpolitik | 43 |
| 3.3.3 | Kommunikationspolitik | 46 |
| 4. | Auswirkung der Währungsunion auf funktionale Bereiche | 48 |
| 4.1 | Auswirkung der Währungsunion auf das Rechnungswesen | 48 |
| 4.1.1 | Auswirkung der Währungsunion auf das externe Rechnungswesen | 49 |
| 4.1.1.1 | Umstellung des laufenden Rechnungswesens | 49 |
| 4.1.1.2 | Umstellung des Jahresabschlusses | 53 |
| 4.1.1.2.1 | Euro-Umstellungsbilanz | 55 |
| 4.1.1.2.2 | Behandlung der Umrechnungsdifferenzen | 56 |
| 4.1.1.2.3 | Auswirkung der Wechselkursfixierung auf Fremdwährungspositionen | 57 |
| 4.1.1.2.4 | Behandlung der Umstellungskosten | 59 |
| 4.1.1.2.5 | Umstellung des Eigenkapitals | 61 |
| 4.1.2 | Auswirkung der Währungsunion auf das interne Rechnungswesen | 62 |
| 4.1.2.1 | Umstellung der Basisdaten | 62 |
| 4.1.2.2 | Kosten- und Leistungsrechnung | 63 |
| 4.1.2.3 | Internes Reporting | 64 |
| 4.2 | Personalwesen | 65 |
| 4.2.1 | Information der Mitarbeiter | 65 |
| 4.2.2 | Schulung der Mitarbeiter | 66 |
| 4.2.3 | Lohn- und Gehaltszahlung | 66 |
| 4.3 | Zahlungsverkehr | 67 |
| 4.3.1 | Inlandszahlungsverkehr | 68 |
| 4.3.2 | Electronic banking | 70 |
| 4.4.3 | Grenzüberschreitender Zahlungsverkehr | 71 |
| 5. | Auswirkung der Währungsunion auf den EDV-Bereich | 73 |
| 5.1 | Wettbewerbsrelevante Auswirkungen der Umstellung | 73 |
| 5.2 | Operative Auswirkungen der Währungsunion | 74 |
| 5.3 | Interne und externe Euro-Schnittstellen eines Unternehmens | 76 |
| 5.4 | Szenarien zur Umstellung der Hauswährung | 79 |
| 5.4.1 | Parallele Verarbeitung | 79 |
| 5.4.2 | Stichtagsmethode | 80 |
| 5.5 | Einsatz von Standardsoftware | 82 |
| 5.5.1 | SAP AG | 82 |
| 5.5.2 | DATEV e. G. | 84 |
| 6. | AUSWIRKUNG DER WÄHRUNGSUNION AUF DIE ALLGEMEINVERTRAGSRECHTLICHE PROBLEMATIK | 86 |
| 6.1 | Allgemeine Aspekte | 86 |
| 6.1.1 | Verträge mit Partnern aus EU Staaten | 86 |
| 6.1.2 | Verträge mit Partnern aus Drittländern (nicht EU-Staaten) | 89 |
| 6.2 | Auswirkung der Währungsunion auf einzelne Schuldverhältnisse | 91 |
| 6.2.1 | Fremdwährungsgeschäfte und Fremdwährungssicherungsgeschäfte | 91 |
| 6.2.2 | Kreditverträge | 92 |
| 6.2.3 | Schuldverschreibungen | 93 |
| 6.2.4 | Auswirkung auf sonstige Schuldverhältnisse | 94 |
| 7. | HANDLUNGSBEDARF DER UNTERNEHMEN | 95 |
| 7.1 | Währungsunion und Unternehmensstrategie | 95 |
| 7.2 | Der richtige Zeitpunkt zur Umstellung | 97 |
| 7.3 | Umstellungskosten | 100 |
| 7.4 | Organisation der Euro-Einführung (Euro-Projektmanagement) | 102 |
| 7.4.1 | Rahmenbedingungen | 102 |
| 7.4.2 | Aufbau der Projektorganisation | 104 |
| 7.4.3 | Drei-Phasen-Konzept | 106 |
| 8. | ZUSAMMENFASSUNG | 108 |
| ANHANG | 112 | |
| Anlage 1 | Verordnung über bestimmte Vorschriften im Zusammenhang mit der Einführung des Euro | 113 |
| Anlage 2 | Entwurf für eine Verordnung des Rates über die Einführung des Euro | 116 |
| Anlage 3 | Übergangsszenario | 123 |
| Anlage 4 | Verfahren zur Feststellung und Beseitigung eines übermäßigen Defizits | 124 |
| Anlage 5 | Wesentliche Elemente des Stabilitäts- und Wachstumspaktes | 125 |
| Anlage 6 | Maßnahmen zur Verkaufsförderung in europäischen Ländern | 126 |
| Anlage 7 | Die gängigsten Buchführungsprogramme im Update -Test | 127 |
| Anlage 8 | Mittelständler im Euro-Sog der Konzerne | 128 |
| Anlage 9 | Verteilung der Stimmen im Europäischen Rat | 133 |
| Anlage 10 | Entscheidungsverfahren | 134 |
| Anlage 11 | Der Stand der Vorbereitungen in den Unternehmen | 134 |
| Anlage 12 | Umrechnungsprobleme und Rundungsdifferenzen | 134 |
| Anlage 13 | Checkliste | 136 |
| Literaturverzeichnis | 141 |
was eine Anpassung unmöglich macht. Aber auch die Relationen zwischen den Anwendungen oder die Spezifikationen könnten nicht mehr bekannt sein. Darüber hinaus können Probleme auftreten, wenn Angaben und Schwellenwerte in bestimmten Währungen als Hardcodes vorgegeben sind, diese also einzeln geändert werden müßten.230 Ferner stellt sich die Frage, wo auf der Tastatur das Euro-Zeichen steht. Auf den heute verkauften Tastaturen sucht man vergeblich nach dem Euro-Zeichen (€). Die Lösung bietet der Euro-Patch von Microsoft231, womit die Anwender das Euro-Symbol232 erzeugen und auf die allgemein vereinbarte Tastenkombination „E und AltGr“ legen können. Das Euro-Zeichen kann fortan mit den Systemschriften Arial und Times New Roman geschrieben, gedruckt und per e-mail versendet werden. Hierbei tritt allerdings ein Problem auf, da die meisten Empfänger-MailSysteme das unbekannte Zeichen zu einem rechteckigen Block ( ) konvertieren. Daher ist es nicht zu empfehlen, Rechnungen per e-mail zu versenden. Ein weiteres Problem mit dem Euro-Zeichen ergibt sich, wenn ASCII-Zeichen verwendet werden, die von DOS und alten Druckern verwendet werden. Da im ASCIIZeichensatz kein Platz für neue Symbole vorhanden ist, kann das Euro-Symbol nicht aufgenommen werden.233 Weiterhin stellt sich die Frage, ob die Jahr-2000-Anpassung und die EuroUmstellung parallel ausgeführt werden sollen. Nach Ansicht der KPMG Unternehmensberatungs GmbH in Frankfurt ist die Euro-Umstellung von der Jahr2000-Problematik abzugrenzen, da die Datumsumstellung eine reine DVFragestellung ist, wohingegen die Euro-Umstellung wesentlich komplexer ist. „In gewissem Umfang können jedoch technische Analysen und Anpassungen der [...]
Quelle: Klett, C./Niehörster, N., Konsequenzen der Euro-Einführung – Probleme und Lösungsansätze (1998), BBK, Nr. 4, S. 181. Die Umstellung der historischen Datenbasis ist für den Zeitvergleich und die Zeitreihenanalyse wichtig. Daher sollten Controlling Programme eine einheitliche Vergleichsbasis schaffen. Um eine lückenlose Erfassung aller notwendigen Änderungen sicherzustellen, müssen alle Anwendungs- und Steuerungssysteme auf Währungsfelder (insbesondere DM-Wertfelder) durchgescannt und damit markiert werden.228 Zur Durchleuchtung der Programme und Dateien haben Softwarehersteller einige Instrumente entwickelt. Dazu zählen Umschalter, Datenbankkonvertoren, ScanningInstrumente sowie bestimmte Tests. Nebeneffekt dieser Vorgehensweise ist das Aufspüren aller passiven Programmroutinen, die keinen Geschäftsprozeß unterstützen. Diese Programmroutinen sollten ausgesondert werden. Des weiteren können identische Funktionen in den unterschiedlichen Anwendungssystemen entdeckt und eliminiert werden. Durch eine Überprüfung und Optimierung aller Systeme wird das Unternehmen in der Lage sein, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.229 Im einzelnen sind die operativen Auswirkungen der Euro-Umstellung nicht schwer zu bewältigen, jedoch können Probleme aufgrund des Aufgabenumfangs und der Verknüpfung der Programme auftreten. Hauptsächlich dann, wenn die zentralen Systeme und die Programmiersprache veraltet sind und deshalb möglicherweise keine Euro-Anpassung der Programme und Systeme stattfinden kann. Weiterhin könnte die Systemdokumentation nicht mehr zur Verfügung stehen, [...]
Konsequenz der Euro-Einführung könnte eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens sein, um die neuen Chancen eines erweiterten Währungsraumes nutzen zu können. Dies hat auch Auswirkungen auf den EDV-Bereich im Unternehmen. Die Hard- und Software sollte in der Lage sein, die Umstellungsstrategie des Unternehmens zu unterstützen. Daher sollte geprüft werden, ob die ITSysteme flexibel genug sind, sich neuen Aktivitäten anzupassen.224 Vor einer Euro-Umstellung der EDV sollte eine kritische Bestandsaufnahme aller Geschäftsprozesse im Unternehmen im Hinblick auf die aktuelle und die geplante Strategie vorgenommen werden. Diese Bestandsaufnahme stellt den Ausgangspunkt für neue strategische Überlegungen dar, die zu neuen Geschäftsprozessen führen können. Ein weiterer Schritt ist die Ermittlung der IT-Objekte225 (Euro-Inventur) [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832410933
Arbeit zitieren:
Martin, Susanne August 1998: Auswirkung der Währungsunion (Euro-Einführung) auf mittelständische Unternehmungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Euro, Mittelstand, EU, Europäische Union, Währungsunion



