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Auswahl mit Variantenvergleich, Planung und produktionswirksame Einführung eines Verfahrens zur Verschlüsselung von externen Mails in der Berliner Volksbank

Auswahl mit Variantenvergleich, Planung und produktionswirksame Einführung eines Verfahrens zur Verschlüsselung von externen Mails in der Berliner Volksbank
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Müller
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 67 Seiten
  • Dateigröße: 569,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 35
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0061-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0061-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0061-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Müller, Matthias Juli 2003: Auswahl mit Variantenvergleich, Planung und produktionswirksame Einführung eines Verfahrens zur Verschlüsselung von externen Mails in der Berliner Volksbank, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Mail, Verschlüsselung, Digitale Signatur, MIME, Public Key

Diplomarbeit von Matthias Müller

Einleitung:

Sämtlicher E-Mail-Verkehr, welcher nicht explizit verschlüsselt wird, kann mit etwas technischem Aufwand mitgelesen werden. Dies betrifft insbesondere den geschäftlichen E-Mailverkehr zwischen Unternehmen als auch private Kunden und Unternehmen. Es ist anzunehmen, dass Industriespionage auf Basis der Informationstechnologie weiterhin an Bedeutung gewinnen wird und somit für jedes Unternehmen das Risiko von materiellen (Auftragsverluste, Patentverluste, …) als auch immateriellen (Imageschäden, Erpressung, …) Schäden in sich trägt.

Im Jahr 1993 traf die Firma Siemens der bisher spektakulärste Fall von Spionage durch Abhören von Nachrichten. Das Abfangen eines Angebotes per Fax durch den französischen Geheimdienst bewirkte, dass dem Weltkonzern ein Milliardenauftrag der Regierung Südkoreas für den Bau von Hochgeschwindigkeitszügen entging. Ein Anbieter aus Frankreich war durch den Erhalt dieser Information in der Lage das Angebot von Siemens zu unterbieten.

Kurioserweise investieren viele Unternehmen viel Geld in den Schutz Ihrer IT-Infrastruktur gegen Angriffe von innen und außen (Kompetenzsysteme, Firewallsysteme, Verschlüsselung von mobilen Datenverbindungen, etc.). Der E-Mailverkehr wird in vielen Fällen dagegen auch heute noch auf Basis von unsicheren (im Sinne von unverschlüsselten) Kommunikationsprotokollen abgewickelt und wenn überhaupt lediglich durch organisatorische Regeln geschützt. Aus diesen Gründen beschäftigen sich viele Unternehmen mit dem Thema E-Mail-Verschlüsselung. Hierbei stellt sich die Frage, in welcher Form und in welchem Umfang die E-Mail-Verschlüsselung mit welchem Aufwand betrieben werden kann.

Problemstellung:

Die Berliner Volksbank eG unterband mit Hilfe von organisatorischen Regelungen den Versand von Geschäftsbezogenen Informationen per E-Mail an Kunden und Geschäftspartner. In Ausnahmefällen wurden lokal verschlüsselte Daten per E-Mail und das zugehörige Passwort über einen weiteren Kommunikationskanal (Telefon, Fax) an Geschäftspartner übertragen. Die E-Mail-Kommunikation stellt heute jedoch eines der zentralen Kommunikationsmedien unserer Gesellschaft dar. Ein weiterer Ausschluss dieses Mediums im Geschäftsbetrieb erwies sich als kontraproduktiv. Aus diesen Gründen wurde darüber nachgedacht eine sichere E-Mail-Kommunikation zwischen Berliner Volksbank eG und Geschäftspartner zu etablieren und diese ggf. auf die Kundenkommunikation auszuweiten.

Im Rahmen meiner Diplomarbeit sollte ich verschiedene Lösungen diskutieren, darstellen und eine Empfehlung aussprechen sowie einen sich anschließenden Funktionsbeweis führen. Besonderes Augenmerk lagen auf der Anwendbarkeit, gesetzlichen Bestimmungen, organisatorischer und technischer Sicherheit sowie Zukunftssicherheit der Lösung.

Gang der Untersuchung:

Nach dem einleitenden Kapitel 1 werden im Kapitel 2 kryptografische Grundlagen beschrieben. Dabei werden verschieden mathematische Grundlagen gelegt und die Sicherheit der einzelnen kryptografischen Verfahren diskutiert. Neben Verschlüsselungsverfahren werden auch Signaturverfahren aus mathematisch technischer Sicht betrachtet.

Im Kapitel 3 werden verschiedene Formen und technische Standards von Public Key Infrastructures (PKI) vorgestellt und die damit zusammenhängende Funktion von Digitalen Zertifikaten vor dem Hintergrund des in Deutschland zu geltenden Signaturgesetztes (SigG) dargestellt.

Im Kapitel 4 werden verschiedene E-Mail-Verschlüsselungsstandards und einige Variationen einzelner Standards vorgestellt. Eine Tiefenbohrung erfolgt beim Konzept der E-Mail-Verschlüsselung unter Verwendung verschiedener Formen von Public Key Infrastructures.

Im Kapitel 5 werden die verschiedenen Konzepte der E-Mail-Verschlüsselungsverfahren gegeneinander abgewogen und im Abgleich mit den Anforderungen der Berliner Volksbank eG eine Entscheidung für eines der Konzepte getroffen.

Im Kapitel 6 erfolgen die Beschreibung der Anbieterauswahl, sowie der Funktionsüberprüfung im Testnetz der Berliner Volksbank eG. Hierbei werden verschiedene technische und organisatorische Aspekte bzgl. der Einführung eines E-Mail-Verschlüsselungssystems auf Basis einer Public Key Infrastructure beschrieben. Insbesondere werden hier die technischen und organisatorischen Probleme beleuchtet, welche jedes Unternehmen bei der Einführung eines solchen Verfahrens diskutieren und individuell lösen muss.

Aktuell entwickelt sich der Trend dahingehend, dass Banken als Herausgeber von Digitalen Zertifikaten für den Schutz von elektronischer Kommunikation als auch als Identifizierungsmedium (Unterschrift und Ausweisung) eine zentrale Rolle bei der Etablierung dieser Technologien fungieren werden. Entsprechende Pläne wurden auf verschiedenen Veranstaltungen (CeBIT, Systems) in verschiedenen Banksektoren zum Teil schon sehr konkret diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Thema der Arbeit 1
1.2 Abgrenzung der Arbeit 1
1.3 Rahmenbedingungen 2
2. Kryptografie 3
2.1 Einführung in die Kryptografie 3
2.2 Symmetrische Verschlüsselung 4
2.2.1 Moderne symmetrische Verschlüsselungsverfahren 5
2.2.2 Sicherheit symmetrischer Verschlüsselungsverfahren 6
2.3 Asymmetrische Verschlüsselung 7
2.3.1 Mathematische Grundlagen asymmetrischer Verschlüsselungsverfahren 9
2.3.2 Asymmetrische Verschlüsselungsverfahren 10
2.3.3 Sicherheit asymmetrischer Verschlüsselungsverfahren 11
2.4 Hybridverfahren 12
2.5 Digitale Signatur 13
3. Public-Key-Infrastrukturen 14
3.1 Vertrauensmodelle 14
3.2 Komponenten einer PKI 15
3.3 Digitale Zertifikate 17
3.4 Signaturgesetz 18
4. E-Mail Verschlüsselung 20
4.1 E-Mail Verschlüsselungsstandards 20
4.1.1 S/MIME 20
4.1.2 OpenPGP 21
4.1.3 Vergleich S/MIME und OpenPGP 21
4.1.4 Mailtrust 21
4.2 Konzepte zur Verschlüsselung von externen E-Mails 22
4.2.1 Dokumentenverschlüsselung 22
4.2.2 Webbasierte E-Mail 23
4.2.3 E-Mail Verschlüsselung unter Verwendung einer PKI 23
4.2.3.1 Verwendung einer eigenen PKI 24
4.2.3.2 Verwendung einer Dienstleister PKI 24
4.2.3.3 Verwendung einer Dienstleister PKI mit lokaler Registrierungsinstanz 24
4.2.3.4 Lokale Verschlüsselung am Arbeitsplatz 25
4.2.3.5 Zentrale Verschlüsselung am Verschlüsselungsgateway 25
5. Variantenvergleich 26
5.1 Anwendergespräche 26
5.2 Definition eines Anforderungskataloges 27
5.3 Konzeptauswahl 27
5.3.1 Das Verfahren 27
5.3.2 Die Entscheidung 28
6. Umsetzung eines E-Mail-Verschlüsselungskonzeptes 28
6.1 Anbieter und Produkte 28
6.2 Auswahlverfahren und Produktauswahl 29
6.3 Test des SecurE-Mail Gateways 30
6.3.1 Technische Infrastruktur der Berliner Volksbank 31
6.3.2 Integrationsmöglichkeiten in die IT-Infrastruktur der Berliner Volksbank 32
6.3.3 Tests 34
6.3.3.1 Testaufbau 34
6.3.3.2 Installation 34
6.3.3.3 Netzwerkkonfiguration 36
6.3.3.4 SMTP / ESMTP 37
6.3.3.5 ESMTP-Konfiguration und Mailertable 37
6.3.3.6 SecurE-Mail Konfiguration 38
6.3.3.7 Testszenario 40
6.3.3.8 Problembehandlung 41
6.3.4 Testergebnisse 42
6.3.5 Projektanpassung 44
7. Ergebnisse 45
7.1 Bewertung 45
7.2 Ausblick 47
7.3 Zusammenfassung 48
Literaturverzeichnis 49
Internetverzeichnis 52
Anhang 54
I. Anwendergespräch zum Einsatz von E-Mail bei der Berliner Volksbank 55
II. Variantenvergleich der E-Mail Verschlüsselungskonzepte 59
III. Kostenvergleich verschiedener Verschlüsselungslösungen 61
IV. Konfigurationsbeispiele für den SecurE-Mail Dienst 64
Ehrenwörtliche Erklärung 67

Textprobe:

Kapitel 3.1: Vertrauensmodelle Das erste Vertrauensmodell wurde indirekt in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben. Beide Kommunikationspartner tauschen für eine sichere Kommunikation öffentliche Schlüssel miteinander aus. Der Austausch und die Authentifizierung der Schlüssel erfolgt direkt durch gegenseitigen Kontakt zum Beispiel in Form eines Telefonats, persönlichen Treffens oder Einschreibens per Post. Die Kommunikationspartner genießen beiderseitiges Vertrauen, weshalb dieses Vertrauensmodell Direct Trust genannt wird. Das Modell ist sehr einfach und mit wenig Aufwand zu realisieren, beantwortet jedoch nur die erste der vier organisatorischen Fragen. Die Sperrung des Schlüssels ist sehr aufwendig und, wie auch eine Policy, kaum durchsetzbar. Verbindlichkeit besteht nicht, da der Kommunikationspartner jederzeit abstreiten kann, dass es sich bei seinem Schlüssel auch um seien Schlüssel handelt. Digitale Unterschriften sind damit wertlos.

Das zweite Modell ist eine Erweiterung des Direct Trust. Vertraut der Sender einem Kommunikationspartner per Direct Trust, so kann dieser Kommunikationspartner die Schlüssel seiner vertrauenswürdigen Kommunikationspartner signieren und an den Sender übermitteln.

Arbeit zitieren:
Müller, Matthias Juli 2003: Auswahl mit Variantenvergleich, Planung und produktionswirksame Einführung eines Verfahrens zur Verschlüsselung von externen Mails in der Berliner Volksbank, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Mail, Verschlüsselung, Digitale Signatur, MIME, Public Key

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