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Auswahl und Einführung eines Vorgehensmodells für die Softwareentwicklung

Auswahl und Einführung eines Vorgehensmodells für die Softwareentwicklung
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Stefan Spitaler
  • Abgabedatum: März 2007
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 828,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: MCI - Management Center Innsbruck GmbH Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2260-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spitaler, Stefan März 2007: Auswahl und Einführung eines Vorgehensmodells für die Softwareentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Softwareentwicklung, Projektmanagement, IT, Scrum, Software

Magisterarbeit von Stefan Spitaler

Einleitung:

Vorgehensmodelle zur Softwareentwicklung zielen darauf ab, dass mit ihrer Hilfe Softwareprodukte mit den gewünschten Funktionalitäten zu den geplanten Kosten und innerhalb der erwarteten Zeit erstellt werden. Projekte scheitern insbesondere wegen unklarer Projektziele und unklarer Formulierung der Anforderungen sowie unmethodischem Vorgehen. Die Risiken eines Projektscheiterns werden durch den Einsatz eines Vorgehensmodells reduziert.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Modelle etabliert, wobei seit 2000 vermehrt so genannte agile Modelle angewendet werden. Frühere Modelle basieren auf einem Vorgehen, bei welchem das Hauptaugenmerk auf umfassender Planung liegt und die Softwareentwicklung als ein an die Produktion angelehnter Fertigungsprozess betrachtet wird. Agile Modelle vertreten die Auffassung, dass ein adaptives Vorgehen zielführender ist. In agilen Modellen wird dementsprechend eine schrittweise Umsetzung in kurzen Zyklen bevorzugt, wodurch ein schnelles Reagieren auf sich ändernde Anforderungen möglich wird. Das Ergebnis im Sinne von lauffähiger Software wird als oberstes Ziel definiert. Die Planungsphase wird als weniger wichtig angesehen und es erfolgt hingegen eine besondere Berücksichtigung der menschlichen Komponente. Softwareentwicklung wird in Anlehnung an die Produktentwicklung als innovativer und kreativer Prozess gesehen, was sich auch auf den Aufbau der Modelle und der verwendeten Steuerungsmechanismen auswirkt.

Diese Arbeit beschreibt die relevanten Vorgehensmodelle, welche im Anschluss verglichen werden, um die Unterschiede zwischen den Modellen festzustellen. Nachfolgend werden die Anforderungen an ein Vorgehensmodell für die Softwareentwicklung bei der Hypo Tirol Bank erhoben. Aufgrund dieser Erhebung wird ein bestimmtes Modell ausgewählt und ein Weg aufgezeigt, wie die Einführung des Modells erfolgt. Bei der Einführung des Modells gilt es darauf zu achten, dass die Rahmenbedingungen und die Ausgangssituation berücksichtigt werden. Es wird ein Leitfaden dargestellt, der das Vorgehen für eine erfolgreiche Modell-Einführung für die Softwareentwicklung beschreibt. Damit wird die Basis geschaffen, um durch das Anwenden des richtigen Vorgehensmodells den Erfolg von Softwareentwicklungsprojekten zu steigern.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Zielsetzung 2
1.3. Aufbau der Arbeit/Vorgehensweise 3
2. Kontext und Definitionen 4
2.1. Informationsmanagement 4
2.2. Software 5
2.3. Individual- und Standardsoftware 5
2.4. Service Orientierte Architektur (SOA) 6
2.5. Eigenschaften von Software 7
2.6. Qualität von Software 7
2.7. Softwareentwicklung 10
2.8. Softwareentwicklungsprozess 10
3. Vorgehensmodelle im Überblick 12
3.1. Build-and-Fix-Cycle 13
3.2. Wasserfallmodell 13
3.3. V-Modell 14
3.4. Prototypen Modell 15
3.5. Spiral-Modell 17
3.6. Unified Process (Rational Unified Process – RUP) 18
3.7. Microsoft Solutions Framework 21
3.8. Agile Vorgehensmodelle 23
3.8.1. Adaptive Software Development (ASD) 25
3.8.2. Crystal Methodenfamilie 26
3.8.3. Dynamic Systems Development Model (DSDM) 28
3.8.4. eXtreme Programming (XP) 30
3.8.5. Feature Driven Development (FDD) 31
3.8.6. Lean Software Development (LSD) 32
3.8.7. Scrum 34
4. Gegenüberstellung der Modelle 36
4.1. Vergleich nach Kriterien 36
4.1.1. Allgemeine Kriterien 36
4.1.2. Spezifische Kriterien 40
4.2. Basis-Stil der Modelle bezogen auf Kernelemente 43
4.3. Vergleich nach der Ausrichtung an Agilität 43
4.4. Vergleich nach Verwendung und Reife 44
5. Auswahl eines Vorgehensmodells 49
5.1. Empirische Sozialforschung 49
5.1.1. Grundlagen der empirischen Sozialforschung 49
5.1.2. Qualitative und Quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung 49
5.1.3. Empirische Datenerhebung 52
5.1.4. Empirische Datenauswertung 53
5.1.5. Vorgehen im gegenständlichen Fall 54
5.2. Forschungsdesign 55
5.2.1. Aufbau und Struktur des Forschungsprojektes 55
5.2.2. Design der Datenerhebung 55
5.2.3. Durchführung der Befragungen 57
5.2.4. Auswertung 58
6. Einführung des Vorgehensmodells 66
6.1. Präzisierung des Modells Scrum 66
6.1.1. Scrum Basis 66
6.1.2. Scrum Rollen 67
6.1.3. Scrum Flow 67
6.1.4. Scrum Arbeitsergebnisse 69
6.1.5. Vorgaben, Standards und Konventionen 70
6.1.6. Hintergrundinformationen zu Scrum 70
6.2. Ausgangssituation 72
6.2.1. Unternehmensbeschreibung 72
6.2.2. Rahmenbedingungen 73
6.3. Beschreibungen einer Modell-Einführung 73
6.3.1. Prinzipien für agiles Methodendesign 74
6.3.2. Vorgehensbeschreibungen für die Einführung 75
6.4. Leitfaden zur Einführung 81
6.4.1. Vorgehen bei der Leitfaden-Erstellung 81
6.4.2. Vorbereiten der Einführung 82
6.4.3. Anwendung des Modells Scrum 83
6.4.4. Nachbetreuung der Einführung 84
6.4.5. Daueraufgaben zur Pflege des Vorgehensmodells 84
6.4.6. Zeitplan für die Scrum-Einführung 85
6.4.7. Vorteile für die Organisation 87
7. Schlussbemerkung und Ausblick 88
Literaturverzeichnis 91
Anhang 96

Textprobe:

Kapitel 2.3, Individual- und Standardsoftware:

Individualsoftware wird für eine bestimmte Problemstellung bzw. für einen bestimmten Anwender erstellt. Standardsoftware wird für den Gebrauch bei mehreren Anwendern entwickelt. Als Branchensoftware bezeichnet man eine Standardsoftware, die für den Einsatz in einem bestimmten Bereich, z.B. im Finanzsektor, entwickelt wird.

Anwendungssoftware wird bezogen auf den Standardisierungsgrad in kundenindividuelle Neuentwicklung (Individualsoftware), kundenindividuelle Anpassungsentwicklung (Anpassung einer Standardsoftware) sowie konfigurierbare und nicht konfigurierbare Standardprodukte (Standardsoftware) unterteilt.

Die in einem Unternehmen zum Einsatz gelangenden Anwendungsprogramme dienen der Lösung eines bestimmten Problems oder der Unterstützung verschiedener Unternehmensprozesse. Bei der Umsetzung einer Idee für ein Anwendungsprogramm steht am Anfang die Make-or-Buy-Entscheidung. Eine Software-Eigenentwicklung wird dann eingesetzt, wenn keine adäquate Lösung auf dem Markt erhältlich ist. Vom Einsatz der Standardsoftware erwartet man sich niedrigere Kosten, Gewährleistung von Programmwartung und –weiterentwicklung und schnellere Einsatzfähigkeit. Andererseits muss berücksichtigt werden, dass eventuell unternehmensspezifische Anforderungen unvollständig abgedeckt werden und eine Integration in eine vorhandene Systemlandschaft aufwendig sein kann, weil zusätzliche Schnittstellen nötig sind. Außerdem wird es durch die Verwendung von Standardsoftware schwierig, sich im Bereich der IT strategisch zu differenzieren.

Kapitel 2.4, Service Orientierte Architektur (SOA):

Eine aktuelle (2007) Tendenz in der Systemarchitektur, die von namhaften Herstellern wie IBM und SAP forciert wird, geht in Richtung Service- und Komponenten-Orientierung. Dieser Ansatz versucht die Softwareentwicklung in Richtung Innovationsstärke, Flexibilität und Produktivität gleichermaßen zu optimieren. Software wird hier in Form von wiederbenutzbaren Komponenten bzw. Services entworfen, welche die Geschäftslogik enthalten. Diese werden dann über einer gemeinsamen, auf Standardformaten basierenden Plattform (Middleware-Server bzw. Business Process Plattform) zu verschiedenen Anwendungen zusammengebaut. Damit wird das Ziel verfolgt, die IT flexibel zu halten und sich schnell an sich ändernde Geschäftsprozesse anzupassen. Die IT entwickelt sich vom daten-zentrierten- zum prozess-zentrierten-computing.

Für die Softwareentwicklung ergibt sich daraus auf längere Sicht, dass künftig weniger Software neu entwickelt wird, sondern dass vermehrt neue Software aus Mustern, Vorlagen bzw. Komponenten zusammengebaut wird und durch die Kombination vorhandener Elemente neue Softwareprodukte entstehen. Dieser Weg der Software-Entstehung stellt eine Vermischung von Standard- und Individualsoftware dar, da einzelne Komponenten aus einer Standardsoftware-Bibliothek stammen und andere Komponenten individuell entwickelt werden können. In letzter Zeit prägt sich dafür der Begriff Composition. Diese neue Art der Softwareentwicklung hat zwar Auswirkungen auf die Art und Weise des Entwurfes und der Architektur der Software, der Softwareentwicklungsprozess an sich bleibt jedoch unverändert.

Arbeit zitieren:
Spitaler, Stefan März 2007: Auswahl und Einführung eines Vorgehensmodells für die Softwareentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Softwareentwicklung, Projektmanagement, IT, Scrum, Software

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