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Auswahl und Einführung eines Dokumenten-Management-Systems in einem Unternehmen der Blechverarbeitung unter Berücksichtigung der vorhandenen IT-Infrastruktur

Die Studie wurde im Januar 2007 mit dem 2. Platz in der Kategorie ECM des "IBPM Information & Business Process Management-Awards" ausgezeichnet.
Auswahl und Einführung eines Dokumenten-Management-Systems in einem Unternehmen der Blechverarbeitung unter Berücksichtigung der vorhandenen IT-Infrastruktur
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Björn Jeurink
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 2,9 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7552-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7552-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7552-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Studie wurde im Januar 2007 mit dem 2. Platz in der Kategorie ECM des "IBPM Information & Business Process Management-Awards" ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Jeurink, Björn Juni 2003: Auswahl und Einführung eines Dokumenten-Management-Systems in einem Unternehmen der Blechverarbeitung unter Berücksichtigung der vorhandenen IT-Infrastruktur, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: papierarm, Auftragsabwicklung, DMS-Projektablaufplan (PAP), Projektmanagement, EDV-Projekt

Diplomarbeit von Björn Jeurink

Einleitung:

Heute wird von Kunden eine „schnelle Geschäftsabwicklung“ von Unternehmen gefordert. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, ist eine stetige Verfügbarkeit von kaufmännischen und technischen Informationen in Form von Auftrags-, Projekt- und Produktunterlagen bei den Mitarbeitern Voraussetzung. Häufig wird der Zugriff auf auftragsrelevante Unterlagen dadurch gewährleistet, dass jeder Mitarbeiter bzw. jede Abteilung viel Zeit damit verbringt, sich die Unterlagen zu kopieren, auszudrucken und in Ordnern bzw. Vorgangsmappen abzulegen.

Auf der anderen Seite nimmt die Komplexität von Aufgaben und Aufträgen stetig zu und die Unternehmen müssen (nicht nur intern) immer größere Datenmengen verarbeiten. Die Forderung nach „umfassender Informationsverfügbarkeit“ ist mit der „klassischen Papierablage“ immer schwieriger und nur unter hohem Ressourceneinsatz (z.B. Arbeitszeit) zu bewältigen. Unternehmen dürfen aber keinesfalls das Problem langer Dokumentzugriffszeiten und verzögerter Auskunftsbereitschaft herunterspielen („erfolgskritischer Faktor!“).

Nicht allein der Preis eines Gutes ist ein wichtiges Kaufkriterium, sondern ebenfalls eine schnelle Auftragsabwicklung (z.B. kurze Lieferzeiten), die bedingungslose Einhaltung von zugesagten Lieferterminen und das Angebot von Serviceleistungen, z.B. schnelle Auskunftsbereitschaft etc.

Das Unternehmen dieser Arbeit erkannte schon frühzeitig die Potentiale von Dokumenten-Management-Systemen und plant bereits seit mehreren Jahren die Einführung eines solchen Systems. Die Planungen wurden im Februar 2003 mit dem Ziel abgeschlossen, ein DMS in den Vertriebsabteilungen für die Auftragsabwicklung einzuführen. Favorisiert wurde für diese Anforderung ein DMS in Form eines „Vorgangsbearbeitungssystems“.

Der Nutzen dieser Art von DMS liegt nicht wie bei klassischen Archivsystemen allein darin, abgeschlossene Dokumente gemäß den gesetzlichen Aufbewahrungsfristen Platz sparend elektronisch zu archivieren, sondern sie sind darüber hinaus auf das Handling von aktuellen, sog. „lebenden“ Dokumenten spezialisiert. Unternehmensprozesse werden somit vollständig in Vorgangsbearbeitungssystemen abgewickelt. Durch den Einsatz eines derartigen DMS sollen die Geschäftsprozesse des Unternehmens rationaler gestaltet werden.

Durch den zeitgleichen Zugriff mehrerer Sachbearbeiter auf relevante und vor allem aktuelle Auftragsinformationen soll gewährleistet werden, dass sich die in Kapitel 1.1 spezifizierten Rationalisierungspotentiale einstellen und das stetig wachsende Auftragsvolumen in kürzester Zeit abgewickelt werden kann.

Das hier beschriebene Unternehmen eignet sich gut für eine exemplarische Beschreibung einer DMS-Einführung. Es besitzt eine breite Produktpalette und setzt bei der Fertigung komplexer Blechprodukte auf eine Mischung von Serien-, Varianten- und Sonderfertigung. Die Metallbranche, in der das Unternehmen agiert, verlangt schnelle Reaktionen und ein Höchstmaß an Flexibilität. Diese Umgebungsvariablen gelten für viele weitere moderne Industrieunternehmen. Es können somit leicht Parallelen zu anderen Unternehmen gezogen werden.

Gang der Untersuchung:

Um die genannten Ziele zu erreichen, ist diese Arbeit wie folgend beschrieben aufgebaut. Zunächst wird in Kapitel 2 das Unternehmen vorgestellt. Im Kapitel 3 werden wichtige Begriffe zu DMS und die erforderlichen Arbeitsschritte zur Dokumentenarchivierung und -suche erläutert.

Im Kapitel 4 erfolgt die Ist-Analyse. Die „Abwicklung einer Kundenanfrage“ bzw. „Abwicklung eines Kundenauftrags“ und die dabei eingesetzten Softwareprogramme werden detailliert beschrieben. Abgeschlossen wird dieses Kapitel mit einer Beschreibung und Analyse der Schwachstellen, die bei der Auftragsabwicklung auftreten.

In Kapitel 5 wird nach Lösungskonzepten für die bestehenden Probleme bei der Auftragsabwicklung gesucht. Unterschiedliche Ansätze werden kurz auf ihr Lösungspotential hin analysiert und letztendlich der Einsatz eines DMS als Lösungsansatz mit dem größten Nutzen erkannt und anhand einer Vorteilsauflistung begründet.

Inhalt von Kapitel 6 ist die detaillierte Beschreibung der Projektplanung für die Einführung eines DMS. Alle Projektaktivitäten, wie z.B. die Erstellung einer Vorstudie, die Durchführung der Analysephase, die Erstellung eines Pflichtenhefts und die endgültige Bestimmung eines DMS-Anbieters werden detailliert beschrieben. Am Ende dieses Kapitels werden alle Aktivitäten kritisch hinterfragt und die positiven und negativen Aspekte bzw. Erfahrungen aufgelistet. Dieses Kapitel ist stark vergangenheitsbezogen. Die letzten Aktivitäten der Projektplanung wurden kurz vor Beginn dieser Arbeit abgeschlossen. Im Zuge dieser Arbeit wurden alle Aktivitäten nochmals detailliert aufgearbeitet. Insgesamt dauerte die Projektplanung beim Kunden drei Jahre. Auf die Projektplanung folgt die Projektrealisierung, bei der anhand eines Projektstufenplans vorgegangen wird.

Inhalt des 7. Kapitels sind die Erläuterung des Stufenplans und die detaillierte Beschreibung der einzelnen Phasen. Nach Abschluss einer Phase werden die vorher geplanten Tätigkeiten auf ihre Zielerreichung hin überprüft. Abschließend wird kurz aufgelistet, was in einer Phase positiv und was negativ verlaufen ist und in einer der nächsten Phasen geändert werden muss.

In Kapitel 8 erfolgt die Überprüfung, ob die Einführung eines DMS zur Unterstützung der Auftragsabwicklung den erhofften Nutzen bringt. Hierzu werden DMS-Testpersonen interviewt. Zusätzlich erfolgt eine erste Kosten-Nutzen-Analyse der DMS-Einführung.

Die Arbeit endet in Kapitel 9 mit einem Ausblick auf den weiteren Verlauf des DMS-Projekts und gibt Unternehmen, für die das Thema DMS ebenfalls interessant ist, Tipps, was bei einer DMS-Einführung zu beachten ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problem- und Aufgabenstellung 1
1.2 Ziel der Arbeit 3
1.3 Gliederung der Arbeit 5
2. Portrait des Unternehmens 7
2.1 Leistungsprogramm 7
2.2 Firmenprofil 8
2.3 Vertriebsstruktur 9
3. Begriffsdefınitionen 10
3.1 Dokument 10
3.2 Dokumenten-Management 10
3.3 Dokumenten-Management-Systeme 10
3.3.1 Ablage, Speicherung und Indizierung von Dokumenten 11
3.3.2 Arten von Dokumentenindizes 12
3.3.3 Retrieval von Dokumenten 14
3.3.4 Technische Betrachtung einer Dokumentensuche 15
3.4 Workflow 16
4. Auftragsabwicklung 17
4.1 Ablauforganisation 17
4.1.1 Überblick und Visualisierung 17
4.1.2 Abwicklung einer Kundenanfrage 18
4.1.3 Abwicklung eines Kundenauftrags 21
4.2 TT-Infrastruktur des Unternehmens 25
4.2.1 Kunden- & Projekt- Informationssystem 25
4.2.2 ERP-System 25
4.2.3 Konstruktionssoftware 27
4.2.4 Finanzbuchhaltungssystem 27
4.2.5 Fax-Software 27
4.2.6 Sonstige Software 28
4.2.7 Zuordnung der Software zu den Prozessen 28
4.3 Schwachstellenanalyse 30
4.3.1 Fehlende Datendurchgängigkeit 30
4.3.2 Schwieriges Handling der Papierdokumente 31
4.3.3 Fehlendes Informationsmanagement 32
5. Optimierungskonzept 34
5.1 Einleitung 34
5.2 Entscheidungskriterien für den Einsatz eines DMS 34
5.2.1 Bewertung anderer Systeme 34
5.2.2 Schnittstellenstärke 36
5.2.3 Nachteile und Grenzen eines DMS 39
5.2.4 Vorteile eines DMS zu klassischen Archivierungsverfahren 40
5.2.5 Weitere Vorteile eines DMS 41
6. Projektplanung 43
6.1 Erläuterung des DMS-Projektablaufplans 43
6.2 Vorstudie 45
6.3 Analysephase 47
6.3.1 Ist-Analyse 47
6.3.2 Soll-Konzept 50
6.3.3 Entwicklung eines Kriterienkataloges 51
6.4 Verschaffung eines Marktüberblicks 52
6.4.1 Identifizierung potentieller DMS-Anbieter 52
6.4.2 Identifizierung DMS-Anbieter für Pflichtenhefterstellung 54
6.5 Pflichtenheft 56
6.5.1 Allgemeine Inhalte und Erläuterung der Vorgehensweise 56
6.5.2 Projektteam aufstellen 58
6.5.3 Einführungsveranstaltung 58
6.5.4 Ablauf der Pflichtenhefterstellung 59
6.5.5 Konkrete Inhalte des Pflichtenhefts 60
6.6 Endgültige Produktauswahl 65
6.7 Abschließende Bewertung 66
7. Projektrealisierung 69
7.1 Einleitung 69
7.2 Detailplanung mit Hilfe eines Projektstufenplans 71
7.2.1 Überblick 71
7.2.2 Phase I - Voraussetzungen schaffen 73
7.2.3 Fazit nach Phase I 76
7.2.4 Phase II - Installation des DMS 78
7.2.5 Fazit nach Phase II 80
7.2.6 Phase III - Erste Pilotphase 81
7.2.7 Fazit nach Phase III 82
7.2.8 Phase IV - Einbau weiterer Schnittstellen 83
7.2.9 Phase V - Zweite Pilotphase 85
7.2.10 Phase VI: Einbezug weiterer Abteilungen 86
8. Kosten- & Nutzenanalyse der DMS-Einführung 87
8.1 Kostenanalyse 87
8.2 Nutzenanalyse 88
9. Ausblick 91
10. Zusammenfassung 94
11. Quellenverzeichnis 96
11.1 Fachliteratur / Bücher 96
11.2 Zeitschriften / Zeitungen / Publikationen 96
11.3 Online-Datenbanken / Internetadressen 98

Automatisiert erstellter Textauszug:

In den folgenden Kapiteln werden weitere Vorteile eines DMS aufgelistet und erläutert, um zu beweisen, dass für das Unternehmen die Einführung eines DMS die beste Alternative darstellt. • Sekundenschneller Zugriff auf Dokumente. Im Vergleich zu den Minuten bis Stunden, die benötigt werden, um ein Dokument aus einem Zentralarchiv zu bekommen, stellen die wenigen Sekunden, die hierzu von einem DMS benötigt werden, einen enormen Fortschritt dar. • Gleichzeitiger Zugriff auf benötigte Dokumente. Auf ein Dokument kann auch dann zugegriffen werden, wenn es bereits bei anderen Personen in Bearbeitung ist. Die Aufteilung der Arbeitsabläufe ist also nicht mehr von der physischen Verfügbarkeit eines Dokumentes oder einer Akte abhängig. Verfügbarkeitslücken werden abgebaut. • Mehr Recherchekomfort. Ablage und Recherche der Belege erfolgen direkt vom Arbeitsplatz aus. Akten, Dokumente oder einzelne Seiten können anhand mehrerer Suchkriterien gefunden werden. • • • • • Historien- und Revisionsverwaltung von Dokumenten. Reduktion von Fehlerquellen, die bei der Nutzung nicht aktueller oder unvollständiger Unterlagen entstehen. Flexibles Ablagesystem mit EDV-gestützter Zuordnung von Dokumenten zu Vorgängen, Projekten, Personen, Fachbereichen etc. Eine untergeordnete Rolle spielt bei diesem Unternehmen der verminderte Platzbedarf bei der Ablage der Dokumente in einem DMS43. Mit einer DMS-Einführung werden externe Anforderungen vom Staat, eine Langzeitarchivierung von Dokumenten unter Anwendung der geltenden gesetzlichen Anforderungen sicher zu stellen44, berücksichtigt. [...]

Natürlich gibt es bei DMS auch Nachteile und Grenzen, die nachfolgend aufgelistet werden (Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit): • Unternehmen müssen einen größeren Aufwand als bisher betreiben, um Dokumente für die Sachbearbeiter im DMS verfügbar zu machen. Dies gilt vor allem für das Scannen und Indizieren von externen Dokumenten. • Ein DMS erfordert spezielle und teure Hardware wie z.B. leistungsfähige Scanner. Somit bedeutet eine DMS-Einführung eine große Investition für ein Unternehmen. • Die digitalisierten Dokumente werden in Dateiform (größtenteils im TIFFFormat) abgespeichert. Das erzeugte Datenvolumen kann sehr groß werden, somit viel Speicherkapazität erfordern und das PC-Netzwerk zusätzlich belasten. Kapazitäten müssen somit ausreichend vorhanden sein. • Eine Datensicherheit über lange Zeiträume kann eine zwischenzeitliche Migration auf aktuell lesbare Medien bzw. in lesbare Dateiformate erforderlich machen. • An die Grenzen stößt ein DMS immer dann, wenn kein EDV-Arbeitsplatz zur Verfügung steht oder es schwierig ist, einen solchen einzurichten bzw. einen Arbeitsprozess elektronisch abzubilden. Ein Beispiel hierfür ist die Kommissionierung der Waren anhand der Packlisten in der Versandabteilung. Lösungen für solche Arbeitsabläufe müssen unbedingt im Vorfeld gefunden werden. • Überall dort, wo im Unternehmen Dokumente handschriftlich erstellt bzw. ergänzt werden, treten zwangsläufig Probleme bei einer DMS-Einführung auf. Hierfür müssen geeignete Lösungen gefunden werden. • (…) [...]

DMS können neben Spooldaten viele weitere Dateiformate importieren, indizieren und in ein Langzeitdateiformat umwandeln. Somit ist es über ein DMS relativ einfach und kostengünstig, zueinander inkompatible Softwareprogramme miteinander zu verzahnen. Dies ist ein weiterer Grund, der für den Einsatz eines DMS in der heterogenen „EDV-Systemlandschaft“ des Unternehmens spricht. Werden alle vorhandenen Softwareprogramme über ein DMS miteinander verknüpft, entsteht eine einheitliche Informationsplattform und das Problem der fehlenden Programmverzahnung ist gelöst. Alle Softwareprogramme sind an ein DMS angeschlossen und damit indirekt miteinander verknüpft. Beide Vertriebsprozesse bilden eine Einheit, die sich als ein riesiger Datenspeicher (Informationsplattform) darstellt, der von allen Softwareprogrammen versorgt wird. In diesem Speicher werden zentral alle Informationen und Daten, die bei den Prozessabwicklungen anfallen, in Form von Dokumenten gespeichert, die wiederum die MA bei der täglichen Arbeit unterstützen. Wie dann eine DMS-unterstützte Auftragsabwicklung systemtechnisch aussieht, verdeutlicht die folgenden Abbildung (siehe nächste Seite). [...]

Arbeit zitieren:
Jeurink, Björn Juni 2003: Auswahl und Einführung eines Dokumenten-Management-Systems in einem Unternehmen der Blechverarbeitung unter Berücksichtigung der vorhandenen IT-Infrastruktur, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
papierarm, Auftragsabwicklung, DMS-Projektablaufplan (PAP), Projektmanagement, EDV-Projekt

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