Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Ausverkauf Ungarns?

Eine Angebotsanalyse der Freizeitwohnsitze für den deutschsprachigen Raum

Ausverkauf Ungarns?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Kapser
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 156 Seiten
  • Dateigröße: 7,5 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2234-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2234-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2234-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kapser, Markus September 1999: Ausverkauf Ungarns?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Freizeitwohnsitz, Immobilien, Geographie, Ungarn, Zweitwohnsitze

Diplomarbeit von Markus Kapser

Einleitung:

Im Rahmen des Zusammenwachsens der europäischen Staaten und des Zusammenbruchs des eisernen Vorhangs, ergeben sich ganz neue Aspekte bei der Betrachtung von grenzüberschreitenden Zweitwohnungsbesitzen, was auch einige aktuelle Studien, beispielsweise der LBS, zeigen.

Aufgrund dieser Aktualität und dem Mangel an Studien, die sich mit dem grenzüberschreitendem Zweitwohnungswesens in den Transformationsstaaten beschäftigen, soll diese Diplomarbeit dieses Phänomen genauer beleuchten.

Die Entwicklung der bewilligten privaten Immobilienbesitze in Ungarn und die Prognose der LBS, die das Nachfragepotential an Zweitwohnsitzen mit Standort in der Republik Ungarn in Deutschland abschätzen, belegen, dass die Entwicklung hier erst am Anfang steht. Informationen der Komitatsverwaltungen Ungarns zeigen eine steigende Nachfrage an solchen Immobilien von Ausländern. In den letzten drei Jahren, seit es Ausländern aufgrund einer gesetzlich Modifikation, ohne juristische Tricks, möglich ist, in Ungarn Eigentum an Boden, mit entsprechendem Eintrag ins Grundbuch, zu erwerben, ist die Zahl der Zweitwohnsitze die pro Jahr von Ausländern gekauft werden, sprunghaft von etwas über 6.000 im Jahr 1996 auf 8.800 im Jahr 1997 angestiegen. Der Großteil davon ist im Besitz von deutschen oder österreichischen Staatsbürgern. Legt man Steigerungsraten der Bewilligungen von 5% pro Jahr zugrunde, wird es bis ins Jahr 2005 in etwa 100.000 Freizeitwohnsitze, die im Besitz von Ausländern stehen, in Ungarn geben.

Ziel des empirischen Teils der Arbeit war es dabei, den entsprechenden Markt von Zweitwohnsitzen, die auf dem deutschsprachigen Raum angeboten werden, in Form einer Exposéanalye transparenter zu machen. Dabei wurde der Kontakt zu entsprechend spezialisierten Maklern über das Internet hergestellt. Dabei wurden die Webseiten der Makler über einschlägige Internetsuchmaschinen gefunden. Für die Suche wurde der Begriff „Ungarnimmobilie“ benutzt. Somit konnte das Angebot der jeweiligen Makler auch über Staatsgrenzen ohne Probleme eingeholt werden. Aufgrund der Tatsache, dass die entsprechende Webseite in deutscher Sprache gestaltet ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Makler ihr Angebot speziell für Käufer aus dem deutschsprachigen Raum anbieten. Die gefundenen Makler wurden dann ohne Angaben zum Preis und der räumlichen Lage für eine entsprechenden Liegenschaft angeschrieben und um Exposés gebeten. Zum Teil wurde das Angebot auch von den entsprechenden Webseite direkt runtergeladen.

Problematisch an diesem Ansatz ist die sich schnell ändernde Marktsituation, sowie die Unsicherheit, über die exakte Anzahl der entsprechend spezialisierten Makler.

Vorteile dieser Methodik liegen in der besseren Erfassung der momentanen Marktsituation, da noch nicht zustande gekommene Transaktionen beleuchtet werden und außerdem die große Anzahl an Objekten die erfasst werden kann.

Über diesen Ansatz konnten insgesamt 911 Immobilienangebote eingeholt und ausgewertet werden.

Bei der Auswertung dieser Angebote konnte folgendes festgestellt werden:

Bei den Angeboten lässt sich eine starke Konzentration rund um den Plattensee feststellen. Denn über 2/3 der angebotenen Immobilien befinden sich in den drei an den Plattensee angrenzenden Komitaten Zala, Somogy und Veszprém. Auch innerhalb dieser drei Komitate konzentrieren sich die Angebote ganz erheblich um den Balaton, denn etwa ¾ des sich hier befindlichen Angebots konzentriert sich in einem Umkreis von maximal 20 Straßenkilometer Entfernung zum Plattensee. Auf gesamtungarischer Ebene sind dies 50% des Angebots, dass sich in diesem Umkreis konzentriert.

Bei den Objekten handelt es sich ausschließlich um Kaufangebote. Wobei Wohnungen im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen Deutsche Zweitwohnungen besitzen, mit knapp 1,5% des Angebots kaum eine Rolle spielen. Das selbe gilt für die Baugrundstücke. Diese zukünftigen potentiellen Freizeitwohnsitze spielen mit knapp 7,5% ebenso eine untergeordnete Rolle. Das Hauptangebot wird aus Hausgrundstücken gebildet, wobei hier freistehende Einfamilien- oder ehemalige Bauernhäuser das größte Angebotssegment bilden.

Die Dimensionierung der Objekte in Bezug auf Grundstücks- und Wohnfläche weist folgendes Muster auf. Die Grundstücksfläche haben in Orten am Plattensee ihren absoluten Minimalwert. In der Näheren Umgebung nimmt dieser Wert dann sprunghaft zu. Erst ab einer Entfernung von über 10 Straßenkilometer zum Balaton beginnt dieser Wert dann zu fallen. Bei den Wohnflächen verhält es sich etwas anders. Hier weisen die Orte am Plattensee höhere Werte auf, als die Angebote die sich etwas weiter davon entfernt befinden. Das heißt der Wohnflächengradient ist vom Plattensee weg am Fallen. Eine Ausnahme für diese beiden Werte stellt lediglich die Distanzklasse in der sich auch die Hauptstadt Budapest befinden (über 75 bis 100 Kilometer Entfernung zum Balaton) dar. Hier werden die höchsten Wohnflächen überhaupt erreicht. Bei den Grundstücksgrößen bildet diese Distanzgruppe ein relatives Minimum.

Adaptierung und damit ein Funktionswechsel bereits bestehender Gebäude steht noch im Vordergrund, denn lediglich 15% der Gebäude, die zum Verkauf angeboten werden, sind in den letzten 5 Jahren entstanden. Dennoch spielt dieser Faktor sich für die Zukunft eine wichtige Rolle. Es ist aber zukünftig mit einem steigendem Siedlungsdruck durch ausländische Zweitwohnungsbesitzer zu rechnen.

Der Ausstattungsgrad der angebotenen Immobilien entspricht dem der durchschnittlichen ungarischen Wohneinheiten. Allerdings ist bei den schlechten Anschlussquoten gerade bei der Kanalisation legt die Vermutung nahe, dass die Kommunen, in denen die entsprechenden Objekte liegen, mit verstärkten Kosten für die Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur gerechnet werden muss.

Die Angebote für den deutschsprachigen Markt verfügen über eine größere Zimmerzahl als die durchschnittliche ungarische Wohneinheit.

Bevorzugte Standorte der Zweitwohnsitze bilden kleinere Gemeinden bis zu 5.000 Einwohnern. Hier vornehmlich in Ortsrandlage oder in schöner naturräumlicher Lage.

Gebäude mit direktem Gewässerzugang werden nur in geringem Umfang angeboten.

Panorama spielt für das Angebot nur eine untergeordnete Rolle. Entfernungsangaben zu Gewässern, hier vor allem zum Plattensee, und zu einem Thermalbadstandort, hier vor allem Hévíz, sind dagegen schon von Bedeutung.

Der durchschnittliche Preis liegt bei etwa 100.000 DM und der Medianpreis bei etwa 65.000 DM. Dies bedeutet, dass zu viele Objekte zu sehr günstigen Preisen angeboten werden. Mit steigender Entfernung zum Plattensee ist ein fallender Durchschnittspreis festzustellen. Eine Ausnahme bildet hier wieder die Entfernungsklasse in der auch die Hauptstadt Budapest liegt, hier werden die Preise ganz erheblich vom städtischen Preisgefüge beeinflusst.

Es lassen sich also ganz erhebliche Konzentrationseffekt feststellen. Sollte dieser Prozess auch in Zukunft so anhalten, wird es in einigen Gebieten zu ganz erheblichen Konzentration ausländischer Freizeitwohnsitze kommen. Aufgrund von steigenden Preisen gerade in den Kommunen am Plattensee wird es zu einer Verlagerung in das angrenzende Hinterland kommen und hier ebenfalls eine Preissteigerung verursachen. Momentan kann noch nicht von einem Ausverkauf Ungarns gesprochen werden, sollte dieser Prozess aber anhalten könnte es dazu kommen. Deswegen ist zu überlegen, ob von ungarischer Seite nicht eingegriffen werden sollte und bei den Beitrittsverhandlungen mit der EU eine Übergangsregelung, bis wann Bürger der Gemeinschaft Grund und Boden erwerben dürfen, ausgehandelt werden sollte.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Das Untersuchungsgebiet: Die Republik Ungarn 3
2.1 Allgemeines zur Republik Ungarn 3
2.2 Die einzelnen Wirtschaftsbereiche 4
2.2.1 Industrie 4
2.2.2 Landwirtschaft 7
2.2.3 Der Tourismus in Ungarn 8
2.3 Die Effekte der politischen Transformation 9
2.4 Regionale Disparitäten 12
3. Das Phänomen Zweitwohnsitz 14
3.1 Allgemeines zu Zweitwohnsitzen 14
3.1.1 Definition: Zweitwohnsitz 14
3.1.2 Ursachen für das Auftreten von Freizeitwohnsitzen 15
3.1.3 Vor- und Nachteile der Freizeitwohnsitze 16
3.1.4 Bevorzugte Standorte 18
3.1.5 Freizeitwohnsitze in den sozialen Schichten der Gesellschaft 19
3.2 Freizeitwohnsitze der Deutschen 19
3.2.1 Die Situation 1989/90 19
3.2.2 Freizeitwohnsitze der Deutschen im Ausland 20
3.2.3 Zukünftige Entwicklung der ausländischen Freizeitwohnsitze der Deutschen 21
3.3 Das Zweitwohnungswesen in Ungarn 22
3.3.1 Allgemeine Situation 22
3.3.2 Die rechtlichen Grundlagen für den Immobilienerwerb von Ausländern in Ungarn 24
3.3.3 Bisherige Entwicklung der Freizeitwohnsitze von Ausländern in Ungarn 27
3.3.4 Räumliche Betrachtung des ausländischen Immobilienbesitzes in Ungarn 27
3.3.5 Der private ausländische Immobilienbesitz in den Komitaten im Vergleich zu deren Wohnungsbestand 33
3.3.6 Nationalitäten der Käufer 34
3.3.7 Ausländischer Immobilienbesitz in der öffentlichen Diskussion Ungarns 37
4. Methodisches Vorgehen bei der Angebotsanalyse 39
4.1 Fragestellung 39
4.2 Methodisches Vorgehen 40
4.3 Vor- und Nachteile einer Exposeauswertung 41
4.4 Die untersuchten Fälle 43
4.5 Standorte der Maklerbüros 43
5. Ergebnisse der Exposeauswertung 45
5.1 Räumliche Verteilung der Objekte 45
5.1.1 Räumliche Verteilung nach Komitaten und Großregionen 45
5.1.2 Verteilung der Objekte in den Komitaten am Plattensee 46
5.1.3 Einzelbetrachtung der drei Plattenseekomitate 48
5.1.4 Entfernung der Objekte zum Plattensee 50
5.1.5 Gewässer als Lageparameter für die angebotenen Objekte 55
5.1.6 Lage der Objekte zu Heilbädern 58
5.2 Art der Objekte 60
5.2.1 Grobe Unterscheidung der Objekte 61
5.2.2 Differenzierung der Kategorie Hausgrundstück 62
5.2.3 Räumliche Aspekte der Objektarten 64
5.3 Grundstücks- und Wohnflächengrößen 67
5.3.1 Grundstücksgrößen der angebotenen Objekte 68
5.3.2 Wohnflächen der angebotenen Objekte 69
5.3.3 Art der Objekte 69
5.3.3.1 Grundstücksgrößen differenziert nach Bau- und Hausgrundstücken 69
5.3.3.2 Grundstücksgröße nach Gebäudetypen 70
5.3.3.3 Wohnflächen nach Gebäudetypen 71
5.3.4 Grund- und Wohnfläche differenziert nach Entfernung der Objekte zum Plattensee 72
5.3.5 Orte direkt am Plattensee 76
5.3.6 Verhältnis Wohnfläche zu Grundfläche 77
5.4 Altersstruktur der angebotenen Objekte 79
5.5 Ausstattung der Angebote mit Ver- und Entsorgungsinfrastruktur 82
5.5.1 Die Ausstattung der Objekte mit den einzelnen Versorgungsarten 83
5.5.2 Ausstattung mit Ver- und Entsorgungsinfrasturktur differenziert nach Objektvariablen 85
5.5.2.1 Ausstattung mit Ver- und Entsorgungsinfrasturktur differenziert nach Objektarten 85
5.5.2.2 Ausstattung mit Versorgungsinfrastruktur differenziert nach Entfernung zum Plattensee 86
5.5.2.3 Versorgungsleistung der Objekte nach deren Baualter 87
5.5.2.4 Zusammenfassung 88
5.5.3 Zustand des Gebäudes 88
5.5.4 Zahl der Zimmer der angebotenen Objekte 90
5.6 Mikrostandort 91
5.6.1 Einwohnerzahlen der Orte, in denen sich die entsprechenden Liegenschaften befinden 91
5.6.2 Lage innerhalb des Ortes 92
5.6.3 Objekte mit direktem Zugang zu einem Gewässer 93
5.6.4 Panorama als Standortfaktor für Objekte 94
5.7 Preise 94
5.7.1 Preisklassen 95
5.7.2 Preise der Angebote nach Art der Objekte 96
5.7.3 Preise nach dem Baualter der Objekte 98
5.7.4 Räumliche Unterschiede der Angebotspreise 99
5.7.5 Preiserklärung durch die Distanzvariable 105
6. Zusammenfassung, Ausblick und Bewertung 108
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 108
6.2 Zukünftige Forschungsfragen 111
6.3 Eigene Bewertung 112
Literaturliste 113
Anhang 125

Arbeit zitieren:
Kapser, Markus September 1999: Ausverkauf Ungarns?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Freizeitwohnsitz, Immobilien, Geographie, Ungarn, Zweitwohnsitze

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren