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Die Außenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen

Eine Antwort auf die neuen Herausforderungen nach dem Ost-West-Gegensatz?

Die Außenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Otto Böhm
  • Abgabedatum: Januar 1998
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 4,2 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1723-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1723-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1723-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Böhm, Otto Januar 1998: Die Außenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Europa-Politik, NATO-Erweiterung, Außenpolitik, Bündnis 90, Die Grünen

Magisterarbeit von Otto Böhm

Problemstellung:

Die Außenpolitik der Bundesrepublik könnte in der kommenden Legislaturperiode des deutschen Bundestages von bündnisgrünen PolitikerInnen mitbestimmt werden. Aber auch als Oppositionspartei kann die dritte politische Kraft dieses Landes bestimmte Entwicklungen befördern oder hemmen. Dabei werden sicher traditionelle politische Ziele und Handlungsoptionen von Bündnis 90/Die Grünen wie die Erhaltung der Umwelt und die Friedenssicherung, antihegemoniales Denken und Parteinahme für die Unterdrückten sowie der Schutz der Menschenrechte weiterhin für die Politik dieser Partei maßgeblich sein. Fraglich ist jedoch, ob diese Motive, die auf Parteitagen zu Programmen werden, den neuen Konfliktlagen und Problemen .nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes gerecht werden. Zudem ist Außenpolitik komplexer nur die Durchsetzung der als richtig erkannten Ziele mit effektiven Mitteln und gegen den Widerstand anderer Staaten und Machtgruppen.

Ausgehend von der öffentlichen Wahrnehmung dieser Partei liegen folgende Fragen auf der Hand:

- Wie kann eine Partei mit staatskritischen und antinationalistischen Traditionen deutsche Interessen vertreten? Auch grüne Außenpolitik ist zuerst (aus externer Sicht in jedem Fall) immer deutsche Außenpolitik. Von daher stellt sich die Frage nach dem Begriff des nationalen Interesses in der Außenpolitik-Konzeptionen dieser Partei. Es ist klar, daß sich diese Politik von nationalistischen Großmachtinteressen absetzt, aber wird sie defensiv "sich zurücknehmen" oder auf anderen, ökonomischen, wissenschaftlichen, kulturellen Feldern gewonnene deutsche Hegemonie positiv nutzen wollen?

- Kann der basisdemokratische Anspruch der Grünen, den lokalen und regionalen Interessen verpflichtet, im außenpolitischen Feld erhalten bleiben? Andererseits sind die Grünen die Erben des Internationalismus der Studentenbewegung. Gerade in der Europapolitik spielt der Konflikt von demokratischer Basisverpflichtung und Überwindung nationalstaatlichen Denkens eine entscheidende Rolle.

- Wie können sich maßgebliche Teile einer Partei, die das Kind der jüngeren bundesrepublikanischen Parteien- und Soziokultur-Geschichte ist, auf die durch das Ende des Ost-West-Gegensatzes entstandenen neuen Herausforderungen und notwendigen Positionsbestimmungen für Deutschland einstellen, wird ihr 'der Weg von Bonn auch Berlin' nicht noch schwerer fallen als den ,Altparteien'? Von anderen Positionen (eher maoistischer Provenienz) betrachtet war allerdings durch die Überwindung der Ordnung von Jalta ein politischer Traum real geworden, der Selbstbestimmung der Völker konnte endlich Raum gegeben werden.

Ein ,ideengeschichtliches' Ergebnis dieser Arbeit wird sein, daß diese Essentials und Grundideen in der Programmatik und Praxis der Partei Bündnis 90/Die Grünen nicht mehr in Reinform vorkommen, sie sind auch nicht mehr strömungsbildend. Dennoch wirken sie orientierend, hemmend oder motivierend, in der Außenpolitik werden sie jedoch ergänzt, präzisiert und umgesetzt oder auch schlicht ad acta gelegt von den außenpolitischen Fachleuten.

Die grundlegende Problemstellung der Arbeit gilt aber nicht primär den Ideen, sondern der Adäquatheit von Programmen und Analysen, die im Rahmen grüner Außenpolitik entstanden sind. Ich gehe dabei in drei Schritten vor.

Inhaltsverzeichnis:

1. Fragestellung: Entwickelt die Partei Bündnis 90/Die Grünen eine dem seit 1989 veränderten Umfeld adäquate Außenpolitik? 4
1.1 Überblick über die Arbeitsschritte 6
1.2 Zur theoretischen und methodischen Basis der Arbeit 8
2. Neue Anforderungen bei beschränkten Handlungsspielräumen für die deutsche Außenpolitik 11
2.1 Kurzcharakteristik: Interessen und Zwänge im veränderten Umfeld 11
2.1.1 Ambivalente Souveränität 11
2.1.2 Interessen der Bundesrepublik Deutschland 13
2.1.3 Fokus Militärisches Engagement Deutschlands 15
2.1.4 Mittel- und Osteuropa: verändertes Umfeld und neue Herausforderung 16
2.1.5 Kontinuität und Bruch 19
2.2 Regulierung der Außenpolitik durch gemeinschaftlich gesetzte Prinzipien, Normen, Regeln und Verfahren 22
2.2.1 Der Prozeß der Zivilisierung der Außenpolitik durch Kooperation und Verflechtung 23
2.2.2 Internationale Erwartungen und nationaler Konsensdruck 30
2.3 Vertragliche und gesetzliche Verpflichtungen 32
2.3.1 Grundgesetzliche Verpflichtungen 33
2.3.2 Grundlegende vertragliche Verpflichtungen: Zwei-plus-Vier-Vertrag und Maastricht-Vertrag 34
2.4 Weitere Bedingungen für außenpolitisches Handeln 35
3. Die außenpolitische Programmatik von Bündnis 90/Die Grünen 36
3.1 Grundorientierungen und Erfahrungen 36
3.1.1 Für eine internationale Einbindung des Risikos Deutschland 36
3.1.2 Friedensbewegung und Dritte-Welt-Solidarität im Parlament 38
3.1.3 Gemeinsame programmatische Ansätze mit dem Bündnis 90 41
3.1.4 Grundsätze für die 90er Jahre (nach Statz) 43
3.2 Die bündnisgrüne Außenpolitik als Strukturpolitik für den Frieden 47
3.2.1 Hauptziel: Zivilisierung der deutschen Außenpolitik 47
3.2.2 Streitpunkt Bosnien-Einsatz mit der NATO 50
3.2.3 Friedenspolitischer Aufbruch ins 21. Jahrhundert 52
3.2.4 Widersprüche in den Grundlagen der grünen Außenpolitik 56
3.3. EU-Reformpolitik als grundsätzliches Ziel 61
3.3.1 Bündnisgrüne EU-Programmatik 63
3.3.2 Kritik an der Form der EU-Osterweiterung 66
3.3.3 Diskussion und Kritik der Europapolitik 67
4 Bewertung bündnisgrüner Außenpolitik 69
4.1 Beurteilung nach integrativen Kriterien 69
4.1.1 Übernahme gegebener Verpflichtungen, Einstieg in vorgefundene Institutionen 69
4.1.2 Unklarheit über die Zuständigkeiten deutscher Außenpolitik 70
4.1.3 Mangelnde Konzeptualisierung nationalstaatlicher Aufgaben 72
4.2 Kritischer Bewertungsmaßstab ,Modell-Deutschland-Ansatz' 74
4.2.1 Der,Modell-Deutschland-Ansatz' 76
4.2.2 Transformation des ,Modells Deutschland' nach 1990 78
4.2.3 Erweiterte Hegemonie Deutschlands 79
4.2.4 Fehlende Finalität 82

Arbeit zitieren:
Böhm, Otto Januar 1998: Die Außenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Europa-Politik, NATO-Erweiterung, Außenpolitik, Bündnis 90, Die Grünen

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