Ausschüttungspolitik personenbezogener Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung der Einführung des Halbeinkünfterverfahrens
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jörn Hermann
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 772,7 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5373-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5373-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5373-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hermann, Jörn Februar 2002: Ausschüttungspolitik personenbezogener Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung der Einführung des Halbeinkünfterverfahrens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmenssteuerreform
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Diplomarbeit von Jörn Hermann
Einleitung:
Die Gewinnverwendung einer Kapitalgesellschaft ist mit den unterschiedlichsten steuerlichen Konsequenzen verbunden. Diese sind unter anderem von der Art der Gewinnverwendung abhängig. Die Thesaurierung des Gewinns löst z. B. andere steuerliche Folgen aus als die Ausschüttung des Gewinns mit anschließender Anlage außerhalb der Gesellschaft. Die Aufgabe der Ausschüttungspolitik ist es nun, die für den Anteilseigner optimale Gewinnverwendungsalternative zu ermitteln und diese dann anzuwenden. Mit dem Steuersenkungsgesetz ist es zu einem Systemwechsel bei der Besteuerung juristischer Personen gekommen. An die Stelle des bisherigen Anrechnungsverfahrens ist das Halbeinkünfteverfahren getreten. Die Anrechnung der Körperschaftsteuer ist im neuen System nicht mehr möglich, stattdessen muss der Anteilseigner zusätzlich zur definitiven Körperschaftsteuer die Dividende zur Hälfte der Einkommensteuer unterwerfen. Durch diesen Systemwechsel ändert sich grundlegend die Besteuerung der Gewinnverwendung.
Gang der Untersuchung:
Gegenstand dieser Arbeit ist es nun, diese Änderungen darzustellen und zu untersuchen, ob der Systemwechsel eine Änderung der Ausschüttungspolitik personenbezogener Kapitalgesellschaften notwendig macht und welche Konsequenzen durch eine eventuell geänderte Gewinnverwendung entstehen. Dazu sollen in einem ersten Kapitel die Ausschüttungspolitik einer Kapitalgesellschaft und ihre Determinanten grundlegend erläutert werden. Danach folgt in einem weiteren Kapitel ein Überblick über die neuen gesetzlichen Regelungen. Hierbei wird auch kurz auf die in der Literatur geäußerte Kritik am Halbeinkünfteverfahren und die mit seiner Einführung verbundenen praktischen Probleme eingegangen. Im letzten Kapitel erfolgt dann eine genaue Untersuchung der sich durch die Einführung des Halbeinkünfteverfahrens ergebenden Konsequenzen. Ziel dieser Untersuchung soll es sein, zu Aussagen über die optimale Ausschüttungspolitik nach Einführung des neuen System zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis für Zeitschriften | VII | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 2. | Die Ausschüttungspolitik und ihre Determinanten in vollkommenen und unvollkommenen Märkten | 2 |
| 2.1 | Theoretische Fundierung der Ausschüttungspolitik | 2 |
| 2.1.1 | Bedingungen für die Irrelevanz der Ausschüttungspolitik | 2 |
| 2.1.2 | Bedingungen für die Relevanz der Ausschüttungspolitik | 6 |
| 2.2 | Nichtsteuerliche Einflussfaktoren auf die Ausschüttungspolitik | 8 |
| 2.2.1 | Konsumpräferenzen der Anteilseigner | 8 |
| 2.2.2 | Interne und externe Renditen | 10 |
| 2.3 | Auswirkungen der Besteuerung auf die Ausschüttungspolitik | 12 |
| 2.3.1 | Unterschiedliche steuerliche Behandlung von Thesaurierung und Ausschüttung | 12 |
| 2.3.2 | Kapitalgewinnbesteuerung | 14 |
| 2.4 | AlternativeGestaltungsmöglichkeiten der Ausschüttungspolitik und andere Gewinnausschüttungsformen | 16 |
| 2.4.1 | „Schütt-aus-Hol-zurück-Verfahren“ versus „Leg-ein-hol-zurück-Verfahren“ | 16 |
| 2.4.2 | Weitere Sonderformen | 19 |
| 3. | Die Einführung des Halbeinkünfteverfahrens: Darstellung, Probleme und Kritik | 21 |
| 3.1 | Der Übergang vom Anrechnungsverfahren zumHalbeinkünfteverfahren | 21 |
| 3.1.1 | Begründung für die Einführung des Halbeinkünfteverfahrens | 21 |
| 3.1.2 | Rechtliche Darstellung des Halbeinkünfteverfahrens | 23 |
| 3.2 | Theoretische Kritik an der Einführung des Halbeinkünfteverfahrens | 26 |
| 3.2.1 | Die Tarifspreizung und ihre Folgen | 26 |
| 3.2.2 | Europatauglichkeit erreicht? | 28 |
| 3.3 | Übergangsprobleme | 30 |
| 3.3.1 | Die Verwendungsreihenfolge der Eigenkapitalpositionen bei Ausschüttungen während des Übergangszeitraums | 30 |
| 3.3.2 | Körperschaftsteuererhöhung bei verspätet abfließender Gewinnausschüttung | 32 |
| 4. | Quantifizierung der Auswirkungen des Halbeinkünfteverfahrens auf die Ausschüttungspolitik personenbezogener Kapitalgesellschaften | 34 |
| 4.1 | Methoden zur Feststellung betrieblicher Steuerbelastungen | 34 |
| 4.1.1 | Traditionelle Verfahren | 34 |
| 4.1.2 | Die Teilsteuerrechnung | 35 |
| 4.2 | Die Belastung der Gewinnverwendung durch das Halbeinkünfeverfahren im Vergleich zum Anrechnungsverfahren | 38 |
| 4.2.1 | Gesellschafter benötigen Gewinn zu Konsumzwecken in der Gegenwart | 38 |
| 4.2.2 | Gesellschafter benötigen Gewinn erst zu einem späteren Zeitpunkt | 44 |
| 4.3 | Macht die Einführung des Halbeinkünfteverfahrens eine Änderung der Ausschüttungspolitik notwendig? | 57 |
| 4.3.1 | Gründe für eine geänderte Ausschüttungspolitik | 57 |
| 4.3.2 | Gründe für die Beibehaltung der bisherigen Ausschüttungspolitik | 59 |
| 4.4 | Berücksichtigung weiterer Aspekte der Ausschüttungspolitik | 61 |
| 4.4.1 | Gestaltungsmöglichkeiten bei noch vorhandenen EK 40 und EK 02-Beständen | 61 |
| 4.4.2 | Die Berücksichtigung von Progressionseffekten bei den Gesellschaftern | 64 |
| 4.4.3 | Simultane Optimierung von Gewinnausweis und Gewinnausschüttung | 68 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 71 |
| 6. | Summary | 72 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 73 |
Wie es zu einer Körperschaftsteuererhöhung während der Übergangsfrist kommen kann, ist in Grundzügen bereits dargestellt worden. In diesem Abschnitt soll nun auf eine spezielle Problematik im Zusammenhang mit verspätet abfließenden Gewinnausschüttungen hingewiesen werden. Unter einer verspätet abgeflossenen Gewinnausschüttung ist eine Ausschüttung zu verstehen, die nicht im Wirtschaftjahr des Gewinnverwendungsbeschlusses erfolgt, sondern zu einem späteren Zeitpunkt. Hierzu kommt es regelmäßig, wenn zur Ausschüttung des erwirtschafteten Gewinns nicht die erforderliche Liquidität vorhanden ist. Im Zusammenhang mit der möglichen Verwendung von EK 02 stellt sich nun die Frage, mit welchen Eigenkapitalbeträgen die im letzten Abschnitt dargestellten Berechnungen erfolgen müssen. Ist das Eigenkapital, das sich am Ende des Wirtschaftsjahrs ergibt, das dem Gewinnverwendungsbeschluss vorangeht heranzuziehen oder ist etwa das Eigenkapital des Wirtschaftsjahrs maßgeblich, das dem der Ausschüttung vorangeht? Da das Eigenkapital durch die Buchung der Ausschüttungsverbindlichkeit gemindert wird, erscheint es naheliegend, dass die erste der beiden Möglichkeiten in Betracht kommt. Gemäß § 38 Abs. 1 Satz 5 KStG ist [...]
Das neutrale Vermögen ist also eine Größe, die sich aus dem Eigenkapital gemäß Steuerbilanz errechnen lässt und durch Veränderungen innerhalb des Eigenkapitals beeinflusst wird. Veränderungen ergeben sich vor allem durch Jahresüberschüsse bzw. Jahresfehlbeträge77. Bei der Berechnung im Hinblick auf eine geplante Ausschüttung sind die Beträge des letzten Bilanzstichtags zugrunde zu legen. Für den Teilbetrag EK 02 und das steuerliche Einlagekonto (altes EK 04) wird auf handelsbilanzielle Größen i. S. des § 266 Abs. 3 Abschn. A abgestellt78. Hieraus ergibt sich das Problem, dass bei niedrigerem Eigenkapital laut Handelsbilanz im Vergleich zur Steuerbilanz EK 02 bereits früher als verwendet gilt, als es bei Maßgeblichkeit steuerbilanzieller Größen der Fall wäre79. Das angesprochene Problem dürfte aufgrund des in der [...]
können sowohl aus steuerpflichtigen als auch steuerfreien Gewinnen stammen. Das neutrale Vermögen erfährt im Gegensatz zu den anderen Positionen keine gesonderte Feststellung. 3. Verwendung des Teilbetrags EK 02, was zu einer Körperschaftsteuererhöhung führt. 4. Schließlich wird das steuerlich Einlagekonto gemäß § 27 KStG als verwendet angenommen. Die Anwendung dieser Verwendungsfiktion ist jedoch nicht so einfach, wie sie sich im Gesetz darstellt. Dies liegt vor allem daran, dass nicht alle hier genannten Positionen jährlich festgestellt und entsprechend fortgeschrieben werden76. Das unter 2. genannte neutrale Vermögen kann nur durch folgende Berechnung ermittelt werden: Eigenkapital ./. ./. ./. = Gezeichnetes Kapital Einlagenkonto Teilbetrag EK 02 neutrales Vermögen [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453732
Arbeit zitieren:
Hermann, Jörn Februar 2002: Ausschüttungspolitik personenbezogener Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung der Einführung des Halbeinkünfterverfahrens, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmenssteuerreform



