Auslagerung von Aktivitäten des Kreditgeschäfts
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christa Einkammerer
- Abgabedatum: Januar 2007
- Umfang: 64 Seiten
- Dateigröße: 258,6 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
- Bibliografie: ca. 108
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0268-6
- ISBN (CD) :978-3-8366-0268-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Einkammerer, Christa Januar 2007: Auslagerung von Aktivitäten des Kreditgeschäfts, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kreditgeschäft, Outsourcing, Bank, Kostensenkung, Auslagerung
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Diplomarbeit von Christa Einkammerer
Zusammenfassung:
Neue Anbieter und die zunehmende Transparenz auf dem Bankenmarkt führen zu steigendem Konkurrenzdruck und zu damit verbundenen sinkenden Zinsmargen. Um die dadurch fallenden Gewinne auszugleichen, suchen Kreditinstitute unter anderem nach Wegen zur Reduzierung ihrer Kosten. Eine Möglichkeit hierfür kann sich durch die Auslagerung der Kreditbearbeitung und/oder der Kreditentscheidung in eine Kreditfabrik ergeben. Diese Auslagerung kann den Kreditinstituten nicht nur die Chance zur Realisation von kurzfristigen Kostenvorteilen bieten, sondern kann auch zu einer Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition führen. Für die Kreditinstitute sind mit einer Auslagerung zahlreiche Risiken, wie beispielsweise das Abhängigkeitsrisiko, verbunden. Diese Risiken machen eine sorgfältige und kritische Beurteilung und Auswahl der Kreditfabrik notwendig.
Eine Kreditfabrik ist ein Dienstleistungsunternehmen, das für mehrere verschiedene Kreditinstitute die Bearbeitung von Krediten und/oder die Kreditentscheidung übernimmt. Kreditfabriken konzentrieren sich vorrangig auf die industrielle Bearbeitung von standardisierten Kreditprodukten mit Massencharakter. Die Kredite bleiben dabei während ihrer gesamten Laufzeit in der Bilanz des auslagernden Kreditinstituts enthalten.
Das Ziel der Arbeit ist die Analyse der Vorteilhaftigkeit einer Auslagerung der Kreditbearbeitung und/oder der Kreditentscheidung in eine Kreditfabrik.
Hierfür muss zunächst geklärt werden, welche typischen Ziele ein Kreditinstitut mit der Auslagerung verfolgt. Dies sind:
a) Verbesserung des Kostenmanagements durch Senkung und Flexibilisierung der Kosten.
b) Verbesserung der Wettbewerbsposition durch:
- Konzentration der durch die Auslagerung frei gewordenen Kapazitäten auf andere bankspezifische ertragsbringende Aufgaben.
- Steigerung der Qualität der Kreditbearbeitung und der Kreditentscheidung.
Aus den Zielen können Kriterien abgeleitet werden, mit Hilfe derer beurteilt werden kann, inwieweit eine Kreditfabrik dazu beiträgt, dass das Kreditinstitut diese Ziele erreichen kann. Bei der Auslagerung sind zudem gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorschriften zu beachten, die ebenfalls in die Beurteilungskriterien einfließen müssen.
Zu 1: Bei dem Ziel der Verbesserung des Kostenmanagements geht es darum, eine Senkung und Flexibilisierung der Kosten zu erreichen. Insbesondere möchte das Kreditinstitut an Kostenvorteilen, die die Kreditfabrik aufgrund der größeren Bearbeitungsmengen erzielt, partizipieren. Die Erreichung dieses Ziels wird über zwei Kriterien beurteilt:
- Zum einen müssen sich gegenüber der Eigenfertigung niedrigere Kosten ergeben. Für die Bewertung dieses Kriteriums muss ein Kostenvergleich durchgeführt werden.
- Zum anderen muss durch den Fremdbezug eine höhere Flexibilität der Kosten erreicht werden. Hierzu muss geprüft werden, ob durch die Auslagerung die Fixkosten im Kreditinstitut in variable Kosten umgewandelt werden und ob das Preissystem der Kreditfabrik hinreichend flexibel ist.
Zu 2: Des Weiteren verfolgt das Institut mit der Auslagerung das Ziel der Verbesserung seiner Wettbewerbsposition. Durch das Outsourcing sollen im Kreditinstitut Kapazitäten freigesetzt werden, die dann für andere bankspezifische Aufgaben besser eingesetzt werden können. Zur Beurteilung ob dieses Ziel erreicht werden kann, müssen folgende Kriterien geprüft werden:
- Durch die Auslagerung müssen im Kreditinstitut tatsächlich freie Kapazitäten entstehen.
- Die Kreditfabrik muss bereit sein, Mitarbeiter des Kreditinstituts zu übernehmen.
Weiterhin soll durch das Outsourcing die Qualität der Kreditbearbeitung und der Kreditentscheidung erhöht werden, um die steigenden Anforderungen der potentiellen Kreditnehmer erfüllen zu können und dadurch die Kundennähe zu erhalten. Die Erfüllung dieses Zieles wird durch folgende Kriterien bestimmt:
- In der Kreditfabrik müssen die für eine qualitativ hochwertige Kreditbearbeitung und Kreditentscheidung notwendigen Ressourcen vorhanden sein.
- Es müssen Service Level Agreements, also Vereinbarungen zur Festlegung von Qualitätsstandards, zwischen Kreditinstitut und Kreditfabrik abgeschlossen werden können.
Um die Auslagerung der Kreditbearbeitung vornehmen zu können, muss das Kreditinstitut gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorschriften einhalten. Dies sind insbesondere § 25 a Abs. 2 Kreditwesengesetz (KWG) und das Rundschreiben 11/2001 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Bezüglich der Einhaltung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften sind folgende Kriterien zu prüfen:
- Die aufsichtsrechtlich vorgegebenen Vertragselemente müssen zwischen Kreditinstitut und Kreditfabrik vereinbart werden können.
- Die Kreditfabrik muss zum langfristigen Bestand am Markt in der Lage sein.
Inhaltsverzeichnis:
| Executive Summary | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung, Problemstellung und Fortgang der Arbeit | 1 |
| 1.1 | Einleitung und Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Fortgang der Arbeit | 4 |
| 2. | Grundlagen zur Arbeit | 4 |
| 2.1 | Definition und Charakterisierung von Auslagerung / Outsourcing | 4 |
| 2.2 | Definition und Charakterisierung der Kreditfabrik | 6 |
| 3. | Ziele der Kreditinstitute und Bedingungen bei der Auslagerung der Kreditbearbeitung und/oder der Kreditentscheidung in eine Kreditfabrik | 7 |
| 3.1 | Verbesserung des Kostenmanagements | 7 |
| 3.1.1 | Verbesserung des Kostenmanagements durch Senkung der Kosten | 8 |
| 3.1.2 | Verbesserung des Kostenmanagements durch Flexibilisierung der Kosten | 9 |
| 3.2 | Verbesserung der Wettbewerbsposition | 10 |
| 3.2.1 | Verbesserung der Wettbewerbsposition durch Konzentration der durch die Auslagerung frei gewordenen Kapazitäten auf andere bankspezifische ertragsbringende Aufgaben | 10 |
| 3.2.2 | Verbesserung der Wettbewerbsposition durch Steigerung der Qualität der Kreditbearbeitung und Kreditentscheidung | 11 |
| 3.2.2.1 | Höhere Qualität aus Sicht der Kreditnehmer | 13 |
| 3.2.2.2 | Höhere Qualität aus Sicht des Kreditinstituts | 14 |
| 3.3 | Bedingung: Einhaltung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften | 14 |
| 3.3.1 | Relevante gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorschriften | 14 |
| 3.3.2 | Konsequenzen dieser Vorschriften für das Auslagerungsvorhaben | 15 |
| 4. | Beurteilung der Kreditfabrik | 18 |
| 4.1 | Kriterien zur Beurteilung des Kostenmanagements | 18 |
| 4.1.1 | Senkung der Kosten durch den Fremdbezug | 18 |
| 4.1.1.1 | Kostenvergleichsrechnung | 19 |
| 4.1.1.2 | Kritikpunkte an der Kostenvergleichsrechnung | 22 |
| 4.1.2 | Höhere Flexibilität der Kosten | 24 |
| 4.1.2.1 | Umwandlung von Fixkosten in variable Kosten | 24 |
| 4.1.2.2 | Flexibilität des Preissystem | 25 |
| 4.2 | Kriterien zur Beurteilung der Verbesserung der Wettbewerbsposition | 26 |
| 4.2.1 | Möglichkeit zum verbesserten Einsatz der frei gewordenen Kapazitäten | 26 |
| 4.2.1.1 | Schaffung freier Kapazitäten im Kreditinstitut | 27 |
| 4.2.1.2 | Übernahme der Mitarbeiter durch die Kreditfabrik | 29 |
| 4.2.2 | Steigerung der Qualität der Kreditbearbeitung und/oder der Kreditentscheidung | 31 |
| 4.2.2.1 | Optimalität und Standardisierung der Prozesse in der Kreditfabrik | 31 |
| 4.2.2.2 | Erfahrung und Qualifikation der Mitarbeiter der Kreditfabrik | 33 |
| 4.2.2.3 | Entwicklungsstand der Informationstechnologie in der Kreditfabrik | 35 |
| 4.2.2.4 | Service Level Agreements zur Vereinbarung von Qualitätsstandards | 36 |
| 4.3 | Kriterien zur Beurteilung der Einhaltung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften | 38 |
| 4.3.1 | Möglichkeit zur Vereinbarung der aufsichtsrechtlich vorgegebenen Vertragselemente | 39 |
| 4.3.2 | Fähigkeit der Kreditfabrik zum langfristigen Bestand am Markt | 41 |
| 5. | Zusammenfassung und aktuelle Lage | 43 |
| Literaturverzeichnis | 46 |
Inhaltsverzeichnis:
| Executive Summary | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung, Problemstellung und Fortgang der Arbeit | 1 |
| 1.1 | Einleitung und Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Fortgang der Arbeit | 4 |
| 2. | Grundlagen zur Arbeit | 4 |
| 2.1 | Definition und Charakterisierung von Auslagerung / Outsourcing | 4 |
| 2.2 | Definition und Charakterisierung der Kreditfabrik | 6 |
| 3. | Ziele der Kreditinstitute und Bedingungen bei der Auslagerung der Kreditbearbeitung und/oder der Kreditentscheidung in eine Kreditfabrik | 7 |
| 3.1 | Verbesserung des Kostenmanagements | 7 |
| 3.1.1 | Verbesserung des Kostenmanagements durch Senkung der Kosten | 8 |
| 3.1.2 | Verbesserung des Kostenmanagements durch Flexibilisierung der Kosten | 9 |
| 3.2 | Verbesserung der Wettbewerbsposition | 10 |
| 3.2.1 | Verbesserung der Wettbewerbsposition durch Konzentration der durch die Auslagerung frei gewordenen Kapazitäten auf andere bankspezifische ertragsbringende Aufgaben | 10 |
| 3.2.2 | Verbesserung der Wettbewerbsposition durch Steigerung der Qualität der Kreditbearbeitung und Kreditentscheidung | 11 |
| 3.2.2.1 | Höhere Qualität aus Sicht der Kreditnehmer | 13 |
| 3.2.2.2 | Höhere Qualität aus Sicht des Kreditinstituts | 14 |
| 3.3 | Bedingung: Einhaltung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften | 14 |
| 3.3.1 | Relevante gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorschriften | 14 |
| 3.3.2 | Konsequenzen dieser Vorschriften für das Auslagerungsvorhaben | 15 |
| 4. | Beurteilung der Kreditfabrik | 18 |
| 4.1 | Kriterien zur Beurteilung des Kostenmanagements | 18 |
| 4.1.1 | Senkung der Kosten durch den Fremdbezug | 18 |
| 4.1.1.1 | Kostenvergleichsrechnung | 19 |
| 4.1.1.2 | Kritikpunkte an der Kostenvergleichsrechnung | 22 |
| 4.1.2 | Höhere Flexibilität der Kosten | 24 |
| 4.1.2.1 | Umwandlung von Fixkosten in variable Kosten | 24 |
| 4.1.2.2 | Flexibilität des Preissystem | 25 |
| 4.2 | Kriterien zur Beurteilung der Verbesserung der Wettbewerbsposition | 26 |
| 4.2.1 | Möglichkeit zum verbesserten Einsatz der frei gewordenen Kapazitäten | 26 |
| 4.2.1.1 | Schaffung freier Kapazitäten im Kreditinstitut | 27 |
| 4.2.1.2 | Übernahme der Mitarbeiter durch die Kreditfabrik | 29 |
| 4.2.2 | Steigerung der Qualität der Kreditbearbeitung und/oder der Kreditentscheidung | 31 |
| 4.2.2.1 | Optimalität und Standardisierung der Prozesse in der Kreditfabrik | 31 |
| 4.2.2.2 | Erfahrung und Qualifikation der Mitarbeiter der Kreditfabrik | 33 |
| 4.2.2.3 | Entwicklungsstand der Informationstechnologie in der Kreditfabrik | 35 |
| 4.2.2.4 | Service Level Agreements zur Vereinbarung von Qualitätsstandards | 36 |
| 4.3 | Kriterien zur Beurteilung der Einhaltung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften | 38 |
| 4.3.1 | Möglichkeit zur Vereinbarung der aufsichtsrechtlich vorgegebenen Vertragselemente | 39 |
| 4.3.2 | Fähigkeit der Kreditfabrik zum langfristigen Bestand am Markt | 41 |
| 5. | Zusammenfassung und aktuelle Lage | 43 |
| Literaturverzeichnis | 46 |
Textprobe:
Kapitel 3.1.2, Verbesserung des Kostenmanagements durch Flexibilisierung der Kosten:
Bei der Kreditbearbeitung im Kreditinstitut entstehen neben hohen Personalfixkosten auch fixe Kosten für die IT und für Räume. Bspw. aufgrund der Kündigungsfristen von Mitarbeitern und Mietverträgen, können die Kapazitäten und die damit verbundenen Fixkosten normalerweise kurzfristig nicht angepasst werden, weshalb sich die Kapazitätsplanung im Kreditinstitut meist an Nachfragespitzen orientiert.
Durch die Auslagerung möchte das Kreditinstitut eine Flexibilisierung dieser Fixkosten erreichen. Mit Flexibilität wird allgemein die Fertigkeit bezeichnet, sich an wechselnde Situationen anzupassen. Für das Kreditinstitut bedeutet Kostenflexibilität, dass die Kosten für die Kreditbearbeitung nicht mehr unabhängig von der jeweiligen Auslastung anfallen, sondern nur noch bei der tatsächlichen Bearbeitung eines Kredits. Anstatt der bisherigen fixen Kosten entstehen dann im Kreditinstitut variable Kosten, in Form der von der Kreditfabrik in Rechnung gestellten Preise. Diese erlauben eine einfache und exakte Zuordnung der Kosten auf die jeweiligen Produkte des Kreditinstituts.
Dadurch können Probleme, die bisher mit der internen Berechnung der Kosten für die Kreditbearbeitung im Kreditinstitut verbunden waren, reduziert werden. Somit kann die Variabilisierung der Kosten beim Kreditinstitut zu einer höheren Kostentransparenz führen und diesem eine sichere und zuverlässige Kostenplanung ermöglichen. Die durch den Fremdbezug bekannten Stückkosten können zudem bei den Mitarbeitern des Kreditinstituts das Kostenbewusstsein verbessern. Ist bspw. bekannt, welche Kosten Sonderwünsche der Kreditberater an die Mitarbeiter der Kreditabteilung verursachen, werden diese nicht mehr so oft in Anspruch genommen.
Dadurch, dass die Kreditfabrik dem Kreditinstitut nur Kosten für tatsächlich abgerufene Leistungen in Rechnung stellt und das Kreditinstitut keine Fixkosten verursachenden Kapazitäten mehr bereit halten muss, kann durch die Auslagerung das Ziel der Flexibilisierung der Kosten erreicht werden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836602686
Arbeit zitieren:
Einkammerer, Christa Januar 2007: Auslagerung von Aktivitäten des Kreditgeschäfts, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kreditgeschäft, Outsourcing, Bank, Kostensenkung, Auslagerung



