Die Ausgliederung bzw. Abspaltung von Stromnetzen aus den deutschen Energieversorgungsunternehmen und die daraus resultierenden Chancen und Risiken für Dienstleistungsunternehmen im Bereich Netzbau und Netzunterhalt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stephan Robert Griebel
- Abgabedatum: Januar 2008
- Umfang: 68 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften Deutschland
- Bibliografie: ca. 32
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2538-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Griebel, Stephan Robert Januar 2008: Die Ausgliederung bzw. Abspaltung von Stromnetzen aus den deutschen Energieversorgungsunternehmen und die daraus resultierenden Chancen und Risiken für Dienstleistungsunternehmen im Bereich Netzbau und Netzunterhalt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Stromnetz, Unbundling, Energieversorger, Frankenluk, Anreizregulierung
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Diplomarbeit von Stephan Robert Griebel
Einleitung:
Diese Arbeit wurde im Rahmen einer praktischen Tätigkeit bei der Firma FRANKENLUK Energieanlagenbau GmbH erstellt. Bei der Zusammenstellung war es dadurch möglich praxisnahe Geschehnisse und betriebliche Leistungsprozesse der themenrelevanten Branche optimal mit einfließen zu lassen. Der Endzweck, einen hohen realitätsnahen Bezug herzustellen, konnte so bestmöglich umgesetzt werden.
Die Aktualität der vorliegenden Themenstellung ist herausragend. Die politische Diskussion über die Wettbewerbsintensivierung im Strommarkt ist in vollem Gange und keinesfalls als abgeschlossener Prozess zu interpretieren. Diesbezügliche Meldungen über laufende Entwicklungen häufen sich. Es kann daher gewiss kein Anspruch auf eine allumfassende Darstellung vorgenommen werden.
Die Öffnung monopolistischer Märkte gestaltet sich als fortwährender Prozess. Die Wettbewerbseinführung ist weitläufig und mühevoll. Bei der zu beachtenden Schlüsselfunktion der Energieversorgung für die gesamte Wirtschaft stellt die Liberalisierung jedoch eine große Herausforderung für alle direkt Beteiligten und Betroffenen dar.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Darstellungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Vorbemerkung | 1 |
| 2. | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 3. | Energiemarkt | 3 |
| 3.1 | Historie der Liberalisierung | 3 |
| 3.2 | Energiewirtschaftsgesetz | 4 |
| 3.3 | Bundesnetzagentur | 5 |
| 4. | Energieversorgung in Deutschland | 7 |
| 4.1 | Energieversorgungsunternehmen | 7 |
| 4.1.1 | Energiekonzerne | 8 |
| 4.1.2 | Vertikale Integration | 9 |
| 4.2 | Strukturen im Stromnetz | 10 |
| 4.2.1 | Technischer Aufbau | 11 |
| 4.2.2 | Netzzugang | 13 |
| 4.3 | Wettbewerb im Strommarkt | 14 |
| 4.3.1 | Besonderheiten des Strommarktes | 15 |
| 4.3.2 | Versorgungssicherheit und Wettbewerb | 17 |
| 4.3.3 | Netzmonopol | 18 |
| 4.4 | Regulierung | 20 |
| 4.4.1 | Durchleitungsentgelte | 21 |
| 4.4.2 | Anreizregulierung | 21 |
| 4.4.3 | Entflechtung (Unbundling) | 24 |
| 4.4.3.1 | Investorenakquisition | 27 |
| 4.4.3.2 | Netz AG | 29 |
| 5. | Netzbau und Netzunterhalt | 32 |
| 5.1 | FRANKENLUK Energieanlagenbau GmbH als Beispiel | 33 |
| 5.1.1 | Operative Tätigkeiten | 34 |
| 5.1.2 | Auftraggeber | 35 |
| 5.1.3 | Geschäftsmodell | 36 |
| 5.2 | Marktentwicklung | 37 |
| 6. | Perspektiven | 41 |
| 6.1 | Opportunitäten | 41 |
| 6.1.1 | Versorgungssicherheit als Investitionsgarantie | 41 |
| 6.1.2 | Unbundling öffnet Marktsegmente | 43 |
| 6.1.3 | Regenerative Energien als Faktor zum Netzausbau | 45 |
| 6.2 | Gefahren | 48 |
| 6.2.1 | Investitionshemmnis Anreizregulierung | 48 |
| 6.2.2 | Synergieverluste durch Unbundling | 51 |
| 7. | Zusammenfassung und Fazit | 55 |
| 8. | Literaturverzeichnis | VIII |
Textprobe:
Kapitel 4.2.1, Technischer Aufbau:
Das deutsche Stromnetz lässt sich in folgende Spannungsebenen einteilen:
- Höchstspannung: meist 380 kV oder 220 kV. Das Höchstspannungsnetz ist ein Übertragungsnetz. Es ist vergleichbar mit einer Autobahn.
- Hochspannung: meist 110 kV. Das Hochspannungsnetz sorgt für eine Grobverteilung. Es ist vergleichbar mit einer Bundesstraße.
- Mittelspannung: meist 20 kV. Das Mittelspannungsnetz verteilt den Strom an Transformatorstationen des Niederspannungsnetzes oder bestimmte Einrichtungen. Es ist vergleichbar mit einer Landstraße.
- Niederspannung: 400 V bis 230 V. Das Niederspannungsnetz sorgt für die Feinverteilung des Stroms an Haushalte, Industrie, Gewerbe und Verwaltungen. Es ist vergleichbar mit einer Ortsstraße.
Die Verbindung der jeweiligen Stromnetze mit unterschiedlichen Spannungsebenen erfolgt über Transformatoren, die in Umspannanlagen installiert sind. Über Schaltanlagen erfolgt die Verknüpfung der einzelnen Netze mit gleichen Spannungsebenen. Insgesamt unterhalten die deutschen Elektrizitätsversorger ein Stromnetz von 1,65 Millionen Kilometern Länge. Ein leistungsfähiges und dichtes Höchst- und Hochspannungsnetz, das auch die regionalen und lokalen Versorgungsnetze miteinander verbindet, ist eine unverzichtbare technische Voraussetzung für eine gesicherte und kostengünstige Versorgung. Jederzeit ausreichenden und preisgünstigen Strom zur Verfügung zu stellen sind grundsätzliche energiepolitische Ziele jedes Energieversorgers. Dementsprechend müssen nicht nur leistungsfähigere bzw. neue Versorgungsleitungen geplant und errichtet werden, sondern auch genügend Kraftwerke zur Verfügung stehen. Ähnlich wie beim Verkehr gibt es auch bei der elektrischen Energie gewisse Stoßzeiten und Flauten, deren Voraussage sehr stark auf Erfahrungswerten basiert. In der Netzbelastungskurve eines Tages fällt auf, dass eine bestimmte Mindestleistung dauernd nachgefragt wird. Für diese Grundlast sorgen so genannte Grundlastkraftwerke, die ständig in Betrieb sein müssen. Andererseits gibt es, meist zur Mittags- oder frühen Abendzeit, besonders hohe und meist nur kurz andauernde Netzbelastungen. Diese Spitzenlast wird von Spitzenlastkraftwerken, die nur kurze Zeit in Betrieb sind, abgedeckt. Für den Zeitraum zwischen kurzzeitig auftretender Spitzenlast und andauernder Grundlast produzieren Mittellastkraftwerke den nötigen Strombedarf. Da diese Kraftwerke auch zu Zeiten der höchsten Stromnachfrage arbeiten ist keine scharfe Abgrenzung zwischen den drei Last- und Leistungsbereichen möglich.
Netzzugang:
Der Netzzugang, also der Zugang zu den monopolistischen ‚Bottleneckeinrichtungen’, stellt ein Problem dar. Konkurrierende Anbieter von Strom brauchen immer auch den Zugang zu den Übertragungs- und Verteilnetzen. Im Gegensatz zu den Transportleistungen ist die Errichtung von Stromnetzen mit ‚sunk costs’ verbunden. Falls ein potenzieller Anbieter von Stromnetzen plant in den Markt einzutreten, kann der eingesessene Stromnetzbetreiber androhen seine Zugangs- und Durchleitungstarife auf die kurzfristigen variablen Netzbetriebskosten zu reduzieren. Sobald Stromnetze einmal aufgebaut sind, ist es also daher kaum möglich Marktzutritt mit dem parallelen Bau von Netzen zu realisieren. Die entscheidungsrelevanten Kosten eines Marktneulings umfassen, neben denen für einen Netzneubau, auch jene der Netzinvestitionen, die allerdings nicht mit Tarifen gedeckt werden können, die auf kurzfristigen variablen Kosten basieren. Der Netzzugang stellt also eine erhebliche Marktzutrittsschranke dar. Für den Netzeigentümer ergibt sich ein Marktmachtpotential gegenüber den Marktebenen der Stromerzeugung und Stromversorgung. Diese zugrundeliegende Marktmacht stört den Verhandlungsprozess zwischen den einzelnen Parteien fundamental. Verschiedene Formen von Marktmachtmissbrauch sind vorstellbar. Netz- und damit Marktzugang könnten im Extremfall überhaupt nicht zugelassen werden. Ebenso könnte der Netzzugang nur in unzureichender Qualität gewährleistet werden. Der freie Marktzutritt und damit der Netzzugang spielt daher für einen funktionsfähigen Wettbewerb eine wesentliche Rolle. Der Gesetzgeber versucht solchen Marktmissbrauchseffekten unter anderem mit den Regelungen der StromNEV und der StromNZV weitgehend entgegenzuwirken oder sie zu mindern.
Wettbewerb im Strommarkt:
Im Marktmodell kommt dem Prinzip des Wettbewerbs eine entscheidende Bedeutung zu. ‚Nur wenn Wettbewerb herrscht, werden über die Preise und Gewinne die Wirtschaftspläne so aufeinander abgestimmt, daß die Wirtschaft quasi automatisch dem bestmöglichen Zustand zustrebt.’ Das volkswirtschaftliche Idealbild wäre ein Wettbewerb zwischen sehr vielen Anbietern und sehr vielen Nachfragern, auch vollkommene Konkurrenz genannt. Entscheidend für einen funktionsfähigen Wettbewerb ist dabei, dass sich bei einer steigenden Produktivität, sinkenden Kosten und Preisen, eine steigende Produktion und Qualitätsverbesserung ergibt.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836625388
Arbeit zitieren:
Griebel, Stephan Robert Januar 2008: Die Ausgliederung bzw. Abspaltung von Stromnetzen aus den deutschen Energieversorgungsunternehmen und die daraus resultierenden Chancen und Risiken für Dienstleistungsunternehmen im Bereich Netzbau und Netzunterhalt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Stromnetz, Unbundling, Energieversorger, Frankenluk, Anreizregulierung



