Ausgewählte Vorschläge der Sozialpartner zur Flexibilisierung der Ausbildung
Neue Chance für "schwache" Jugendliche?
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Frank Pirsch
- Abgabedatum: Juni 2010
- Umfang: 49 Seiten
- Dateigröße: 503,6 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
- Bibliografie: ca. 35
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0229-2
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pirsch, Frank Juni 2010: Ausgewählte Vorschläge der Sozialpartner zur Flexibilisierung der Ausbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Berufbildung, Benachteiligt, Berufsausbildung, Zweijährige Berufe, Integrative Berufsausbildung
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Bachelorarbeit von Frank Pirsch
Einleitung:
Die Situation auf dem deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt stellt sich als überaus kontrovers dar. So stehen einer Zahl von rund 240.000 Altbewerbern aus dem Übergangssystem zwischen Schule und Erwerbstätigkeit, ein durch den demografischen Wandel bedingter zukünftiger Facharbeitermangel gegenüber. Bis zum Jahr 2030 soll die Bevölkerungszahl in Deutschland von derzeit 82 Millionen, auf 77 bis 79 Millionen Einwohner sinken. Bereits heute konstatieren einige Unternehmen, insbesondere in den neuen Ländern, Lehrstellen nicht mehr besetzen zu können. Trotzdem werden in den Statistiken des Bundesinstituts für Berufsbildung jedes Jahr wieder hohe Zahlen unversorgter Altbewerber ausgewiesen. Allein im Jahr 2008 mündeten 124.183 Jugendliche in berufsvorbereitenden Maßnahmen ein. Derzeit verfügen rund 15 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren über keinen Berufsabschluss, obwohl dieser in Deutschland häufig als formale Zugangsberechtigung in das Beschäftigungssystem gilt.
Ein Grund für diese Disparität ist, dass viele Jugendliche als nicht ausbildungsreif gelten. Jedes Jahr verlassen in der Bundesrepublik Deutschland rund acht Prozent der Jugendlichen eines Jahrgangs die allgemeinbildenden Schulen ohne formalen Schulabschluss. Diese Jugendlichen haben nahezu keine Chance in das Beschäftigungssystem integriert zu werden und landen unweigerlich im Übergangssystem, um anschließend eine Maßnahmenkarriere zu konstituieren. So lag 2008 der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss gemessen an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen bei gerade einmal 3,5 Prozent. Aber nicht nur Jugendliche ohne Schulabschluss haben bei dem Übergang von Schule und Beruf Schwierigkeiten. Je nachdem, welcher Autor betrachtet wird, werden verschiedene Gruppen von Jugendlichen benannt, die als benachteiligte gelten. In dieser Arbeit werden daher unter dem Terminus der benachteiligen Jugendlichen oder auch synonym der schwachen Jugendlichen, jene subsumiert und verstanden werden, die in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlichten Bericht ‘Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderungsbedarf’ benannt wurden.
Die Integration benachteiligter Jugendlicher in das Beschäftigungssystem ist in der aktuellen Bildungspolitik eines der am meisten diskutierten Themen. So wurden in den vergangenen Jahrzehnten mannigfaltige Konzepte und Ideen zur Integration Benachteiligter vorgestellt und initiiert. So weißt insbesondere das heutige Übergangssystem in der Berufsvorbereitung eine nahezu unüberschaubare Flut von Maßnahmen auf, die benachteiligten Jugendlichen den Übergang in die Erwerbstätigkeit erleichtern sollen. Viele Kritiker sprechen hier auch von einem Maßnahmendschungel.
In den vergangenen Jahren würde daher mehr und mehr gefordert, den schwachen Jugendlichen einen direkten Einstieg in das Beschäftigungssystem zu ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf eine flexiblere Gestaltung des dualen Ausbildungssystems gelegt. Auch hier wurden in den letzten Jahren verschiedene Konzepte zur Modernisierung und Reformierung der Berufsausbildung präsentiert.
In dieser Arbeit sollen zwei dieser Vorschläge näher beleuchtet werden. Zum einen der Forderung der Arbeitgeberverbände und Parteien, für benachteiligte Jugendliche zusätzliche zweijährige, theoriegeminderte Einfachberufe für praktisch Begabte einzuführen. Zum anderen der Vorschlag der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, die bereits bestehenden drei und dreieinhalbjährigen Berufe durch Verlängerung der Ausbildungszeit um ein Jahr, für die lernschwachen Jugendlichen anzupassen und zu flexibilisieren. Ziel dieser Arbeit ist es die Frage zu beantworten, ob die ausgewählten Konzepte der Sozialpartner benachteiligten, schwachen Jugendlichen helfen können, die erste und zweite Schwelle in das Beschäftigungssystem zu überwinden und den drohenden Fachkräftemangel abfedern können.
Zunächst wird hierbei der Arbeitsmarkt in Deutschland betrachtet werden. Anschließend werden die einzelnen Konzepte mit Hilfe von Forschungsergebnissen und Evaluierungen diskutiert werden, um abschließend mithilfe dieser und der Teilarbeitsmarkttheorie untersuchen zu können, ob die Konzepte einen nützlichen Beitrag zur Verbesserung der Chancen schwacher Jugendlicher im Beschäftigungssystem und der Abmilderung des Facharbeitermangels leisten können.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Problemaufriss | 1 |
| 2. | Berufe und Arbeitsmarkt als Grundlage der Arbeitsmarkttheorie | 3 |
| 2.1 | Teilarbeitsmarkttheorie als Hilfsmittel | 3 |
| 2.2 | Die Teilarbeitsmarkttheorie | 4 |
| 2.2.1 | Der unstrukturierte Teilarbeitsmarkt | 5 |
| 2.2.2 | Der berufsfachliche Teilarbeitsmarkt | 6 |
| 2.2.3 | Der betriebszentrierte Teilarbeitsmarkt | 7 |
| 3. | Begründung für die Auswahl der Konzeptionen zur Integration benachteiligter Jugendlicher | 9 |
| 4. | Erweiterung des Angebots theoriegeminderter Berufe zur Integration benachteiligter Jugendlicher | 10 |
| 4.1 | Rahmendaten der zweijährigen Berufsausbildung | 10 |
| 4.2 | Förderung schwacher Jugendlicher durch zweijährige Berufe | 12 |
| 4.3 | Neue Chance oder Ausbildung zweiter Klasse | 14 |
| 4.3.1 | Akzeptanz zweijähriger Berufe für schwache Jugendliche | 15 |
| 4.3.2 | Höherqualifizierung über Stufenausbildungen | 17 |
| 4.4 | Aussichten auf Überwindung der ersten Schwelle | 18 |
| 4.5 | Zweijährige Einfachberufe und die Chance auf Überwindung der zweiten Schwelle in die Erwerbstätigkeit | 19 |
| 4.5.1 | Absolventen zweijähriger Berufe und die Beschäftigung auf dem unstrukturierten Teilarbeitsmarkt | 19 |
| 4.5.2 | Absolventen zweijähriger Berufe und Beschäftigung auf den berufsfachlichen Teilarbeitsmarkt | 20 |
| 4.5.3 | Chance auf Beschäftigung im betriebszentrierten Teilarbeitsmarkt | 21 |
| 4.6 | Resümee | 22 |
| 5. | Verlängerte Berufsausbildung statt Theorieminderung | 23 |
| 5.1 | Vorschlag der IG BCE | 23 |
| 5.2 | Problem der rechtlichen Umsetzung | 24 |
| 5.3 | Die integrative Berufsausbildung in Österreich | 26 |
| 5.4 | Evaluation der integrativen Berufsausbildung | 28 |
| 5.4.1 | Quantitativer Anteil der IBA Lehrlinge | 29 |
| 5.4.2 | Wahl der Ausbildungsberufe und Anteil nach Zielgruppe | 29 |
| 5.4.3 | Die Lehrbetriebe | 30 |
| 5.4.4 | Die Berufsschulen | 31 |
| 5.4.5 | Erfolgsquoten der Absolventen einer integrativen Berufsausbildung | 31 |
| 5.4.6 | Weiterbeschäftigungsperspektiven | 32 |
| 5.4.7 | Integrative Berufsausbildungen, eine Erfolgsstory für Benachteiligte | 32 |
| 5.5 | Verlängerte Ausbildung als Chance zur Überwindung der ersten Schwelle | 33 |
| 5.6 | Verlängerung der Berufsausbildung und die Chance auf Überwindung der zweiten Schwelle in die Erwerbstätigkeit | 34 |
| 5.6.1 | Verlängerte Berufsausbildung und der unstrukturierte Teilarbeitsmarkt | 34 |
| 5.6.2 | Verlängerte Berufsausbildung und der berufsfachliche Teilarbeitsmarkt | 35 |
| 5.6.3 | Verlängerte Berufsausbildung und der betriebszentrierte Teilarbeitsmarkt | 35 |
| 5.7 | Resümee | 36 |
| 6. | Abstract und Fazit | 37 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 41 |
Textprobe:
Kapitel 4.2, Förderung schwacher Jugendlicher durch zweijährige Berufe:
Wie Friedrichs anlässlich der Problemdarstellung des Forschungsprojekts des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ‘Akzeptanz von zweijährigen betrieblichen Ausbildungsgängen für Jugendliche mit schlechten Startchancen’ schrieb, sei es in den letzten Jahren vonseiten der Politik und den Arbeitgebervertretern zu Vorschlägen gekommen, zweijährige theoriegeminderte Ausbildungsberufe für die gezielte Förderung benachteiligter Jugendlicher und einer Steigerung der Ausbildungsbereitschaft von Betrieben zu nutzen. So wurde unter anderem von der Hartzkommission konstatiert, vermehrt differenzierte zweijährige Berufsausbildungen mit weniger komplexen Anforderungen zu konstituieren. . Durch diese Ausweitung versprachen sich die Befürworter der Ausbildung für einfache Berufe, die Schaffung von zusätzlichem Lehrstellenpotenzial. Ursachlich für diesen Vorstoß war ‘Der Beschluss des Europäischen Rats in Lissabon, die Zahl der Jugendlichen ohne Ausbildung bis 2011 auf die Hälfte zu senken.’ Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit beauftragte im Jahr 2003 das Forschungsunternehmen ECONOMIX zu untersuchen, ob zusätzliche theoriegeminderte zweijährige Ausbildungsgänge, die Ausbildungsbeteiligungsquote, wie auch die dauerhaften Chancen auf einen festen Arbeitsplatz, von benachteiligten Jugendlichen verbessern könnten. ECONOMIX kam zu dem Ergebnis, dass ein, je nach gewählten Annahmen, zusätzliches Ausbildungspotenzial von 7.500 bis 22.000 jährlichen Ausbildungsplätzen zu erreichen sei. Begründet wurde dieses zusätzliche Potenzial mit der Argumentation, dass kleine und mittlere Betriebe häufig nur sehr enge Spezialtätigkeiten und Dienstleistungen anböten und somit, die immer komplexer werdenden Berufsbilder in den Ausbildungsordnungen nicht mehr abdecken könnten. Die Erweiterung an zweijährigen Ausbildungsgängen würde diesen Betrieben entgegenkommen, weil das verminderte Anforderungsniveau eher den betrieblichen Ansprüchen entspräche.
Des Weiterem sei durch den technologischen Fortschritt und dem zunehmenden Wandel in den betrieblichen Anforderungen zu beobachten, dass Tätigkeiten, die früher eher durch An- und Ungelernte verrichtet würden, heute eher auf Facharbeiterniveau anzusiedeln seien, während frühere Facharbeitertätigkeiten im Anspruch gesunken seien. Hieraus ergäbe sich die Forderung nach einem neuen Typus von einfacher Fachtätigkeit unterhalb des Facharbeiters aber über dem des an- oder ungelernten Hilfsarbeiters und eine Berufsausbildung voraussetzte. Neben dem zusätzlichen Lehrstellenpotenzial, seien diese Einfachberufe, die einzig realistische Möglichkeit von benachteiligten Jugendlichen, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu bekommen, da diese mit den Anforderungen einer drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildung überfordert sein. Während dessen zweijährige Berufsausbildungen speziell nach den Bedürfnissen dieser, eher praktisch begabten, lernbehinderten Jugendlichen entwickelt würden. In einer Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) - Umfrage aus dem Jahr 2002 mit insgesamt 633 befragten Unternehmen, gaben gut zwei Drittel an, die Erweiterung des Angebots an solchen Ausbildungsberufen zu befürworten, lediglich 16 Prozent hielten es nicht für erforderlich.
Bei den Gründen, warum sich Betriebe für die Nichtausbildung von Lehrlingen entschieden haben, findet sich noch vor dem fehlen qualifizierter Bewerber (38 Prozent), die zu hohen Ausbildungskosten, die von gut der Hälfte der befragten Unternehmen genannt wurde. Von ECONOMIX wurde folgende Rechnung durchgeführt: ‘Auf der Seite der ausbildenden Betriebe ergeben sich (…) lange Pay-Off-Perioden. Die hohen Ausbildungskosten, die sich für einen Metallfacharbeiter bei 3½jähriger Ausbildung auf EURO 56.000 kumulieren können, werden erst im Zeitraum von sechs Jahren über die produktive Leistung der ausgebildeten Arbeitnehmer wieder erwirtschaftet. Bei einer 2jährigen Ausbildung verkürzt sich diese Periode - auch wegen der geringeren Ausbildungskosten – auf vier Jahre’. Fraglich bleibt nun, ob die Implementierung von weiteren Einfachberufen die tatsächliche Ausbildungsbereitschaft der Betriebe von benachteiligten Jugendlichen steigert.
Neue Chance oder Ausbildung zweiter Klasse:
Das Konzept der Einführung weiterer theoriegeminderter Ausbildungsgänge wurde in den letzten Jahren von verschieden Seiten überaus kontrovers diskutiert. Insbesondere die Gewerkschaften stehen diesen Berufen skeptisch gegenüber. So wurden Bezeichnungen wie ‘Schmalspurausbildung’, ‘berufliche Sackgasse’, ‘billig Lehre’ oder ‘Gesellen 2. Klasse’ geprägt. Gegen den Widerstand der Gewerkschaften wurde vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) im Jahr 2003 die Initiative zur Erarbeitung von Ausbildungsordnungen für zweijährige Ausbildungsberufe implementiert. Diese ‘Clement-Berufe’ wie sie der DGB-Vorsitzende Michael Sommer später nannte, wurden erstmalig seit dem Inkrafttreten des Berufsbildungsgesetzes 1969 ohne Mitwirken der Gewerkschaften am Neuordnungsverfahren verabschiedet. Damit wurde zum ersten Mal von dem ‘bis dahin erfolgreich praktizierten Grundsatz abgewichen, nur im Konsens zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften erarbeitete Ausbildungsordnungen in Kraft zu setzten’.
Kritiker zweijähriger Ausbildungsberufe sehen in diesem Ansatz weniger ein Interesse an der Integration von benachteiligten Jugendlichen, als vielmehr eine ‘von kurzfristigen ökonomischen Interessen geleitete Antwort’. So befürchten diese, dass durch die Einführung von zusätzlichen Einfachberufen, voll ausgebildete Facharbeiter verdrängt werden könnten. Implizit wird diese Annahme auch von der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) in Auftrag gegebenen Studie von ECONOMIX bestätigt, in dem festgestellt wurde, dass in Deutschland noch rund 1 Millionen Beschäftigte mit beruflicher Ausbildung, Hilfs- oder einfache Facharbeitertätigkeiten durchführen. In diesem Kontext ist die Gefahr zu erkennen, dass, falls die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nicht erhöht wird, es zu einem Substitutionseffekt kommen kann.
Brötz und Schwarz weisen darauf hin, dass Absolventen zweijähriger Berufsausbildungen im Vergleich zu denjenigen, die einen dreijährigen Ausbildungsgang durchlaufen haben, einem höheren Risiko der Arbeitslosigkeit ausgesetzt sind. Im Jahr 2002 lag das durchschnittliche Risiko auf Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung bei 8,8 Prozent, während das Risiko von Absolventen zweijähriger Ausbildungen bei 11,1 Prozent lag. Insbesondere waren die Fachkräfte im Gastgewerbe mit 24,1 Prozent, die Teilezurichter mit 20,1 Prozent, die Hochbaufacharbeiter mit 19,6 Prozent und die Handelsfachpacker mit 18,1 Prozent von einem hohen Risiko auf Arbeitslosigkeit betroffen. Ein weiteres Problem könnte sich daraus ergeben, ob das Angebot an Einfachberufen überhaupt die richtigen Adressaten, nämlich benachteiligte Jugendliche erreicht oder ob nicht vielmehr aufgrund des knappen Angebots an Ausbildungsplätzen, ein Verdrängungswettbewerb dieser, durch Jugendliche mit höherer Vorbildung stattfinden könne.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842802292
Arbeit zitieren:
Pirsch, Frank Juni 2010: Ausgewählte Vorschläge der Sozialpartner zur Flexibilisierung der Ausbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Berufbildung, Benachteiligt, Berufsausbildung, Zweijährige Berufe, Integrative Berufsausbildung



