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Ausgestaltungsmöglichkeiten für den Aufbau eines Stromhandels in Deutschland

Ausgestaltungsmöglichkeiten für den Aufbau eines Stromhandels in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marc Hennies
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 158 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1781-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1781-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1781-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hennies, Marc April 1999: Ausgestaltungsmöglichkeiten für den Aufbau eines Stromhandels in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strombörse, Stromhandel, Liberalisierung Strommarkt, Strommarkt

Diplomarbeit von Marc Hennies

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil wird die Ausgestaltung des Stromhandels allgemein erörtert. Die Struktur des Stromhandels ist dabei von drei Komponenten abhängig, die ein dreidimensionales Gestaltungssystem darstellen.

Die Einführung von Wettbewerb in der Elektrizitätswirtschaft kann als Basis für den Stromhandel betrachtet werden. Hierbei spielen u.a. die verschiedenen Wettbewerbsmodelle, der Grad der Marktöffnung und die Struktur der Elektrizitätswirtschaft eine entscheidende Rolle.

Die Organisationsform und die Produktgestaltung (physischer versus finanzieller Handel) stellen die anderen beiden Komponenten im Gestaltungssystem für den Aufbau eines Stromhandels dar. Der Stromhandel kann bilateral (OTC-Handel) erfolgen, oder die Dienste einer Börse werden in Anspruch genommen (institutionalisierter Handel).

Im zweiten Teil werden Elektrizitätswirtschaften vorgestellt, die bereits seit längerem Erfahrungen mit dem Stromhandel besitzen und deren Verhältnisse sich am ehesten auf den deutschen Strommarkt übertragen lassen.

Die verschiedenen Konzepte für den deutschen Stromhandel werden im dritten Teil diskutiert. Grundlage für dieses Kapitel sind die Ergebnisse der eigens für diese Arbeit durchgeführten Expertenbefragung, in der auf Probleme und Tendenzen bei der Ausgestaltung eines Stromhandels eingegangen wird.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Wettbewerb und Handel in der Elektrizitätswirtschaft 3
2.1 Besonderheiten des Gutes elektrische Energie 3
2.2 Die Einführung von Wettbewerb in der Elektrizitätswirtschaft 4
2.3 Der bilaterale Stromhandel 11
2.3.1 Marktteilnehmer im bilateralen Stromhandel 11
2.3.2 Das Auftreten von Intermediären im Stromhandel 12
2.3.3 Motive im Stromhandel 14
2.3.4 Der physische Stromhandel 16
2.3.5 Der finanzielle Stromhandel 18
2.3.6 Die organisatorische Umsetzung des Stromhandels 19
2.4 Der institutionalisierte Stromhandel (Strombörse) 21
2.4.1 Begriffsabgrenzung 21
2.4.2 Determinanten eines Marktmodells für den Börsenhandel 21
2.5 Vergleich von bilateralem und institutionalisierten Stromhandel 28
3. Die Umsetzung von Stromhandelskonzepten anhand von Länderbeispielen 29
3.1 Die wettbewerbsorientierte Elektrizitätswirtschaft in Großbritannien 29
3.2 Das skandinavische Stromhandelskonzept 33
3.3 Die Elektrizitätswirtschaft der USA im Trend zum Wettbewerb 39
3.4 Tendenzen zur Einführung von Wettbewerb in Kontinentaleuropa 43
3.5 Zwischenfazit 46
4. Der Stromhandel in Deutschland 48
4.1 Die Rahmenbedingungen für den deutschen Stromhandel 48
4.2 Erhebungsziel und -vorgehen der Expertenbefragung 52
4.3 Das Wettbewerbsumfeld in Deutschland 54
4.4 Der bilaterale Stromhandel in Deutschland 59
4.5 Der institutionalisierte Stromhandel 61
5. Schlußbemerkung 72
Anhang 74
Fachbegriffe der Elektrizitätswirtschaft 88
Literaturverzeichnis 92
Anlage zur Diplomarbeit: Auswertung der Expertenbefragung ( 30 Seiten)

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ein Konsens besteht bei den Experten zur Einrichtung einer Computerbörse.413 Um die Erreichbarkeit zu erhöhen, ist eine Orderannahme per Telefon oder via Internet, wie z.B. an der Nord Pool, vorstellbar. Als gering wird insbesondere von den Experten der Etablierten das Bedürfnis und das Know-how kleinerer Marktteilnehmer (z.B. Stadtwerke, mittelgroße Industrieunternehmen) zur direkten Teilnahme gesehen, doch könnten diese mittels Intermediäre agieren.414 Zu berücksichtigen ist jedoch, daß eine ausgeprägte Broker-/ Händlerstruktur in Deutschland noch nicht vorhanden ist. Die zur Verfügung stehenden Handelssysteme sollen im Rahmen der Standortdebatte in Kapitel 4.5.7 erörtert werden. Die Mehrheit der Experten präferiert für den Spotmarkt eine einmalige Auktion, wobei später bei größerer Liquidität ein fortlaufender Handel eingeführt werden kann.415 Für Terminkontrakte wird ein kontinuerlicher Handel vorgeschlagen,416 so daß Market-Maker auftreten können. Ein Market-Making können Verbundunternehmen mit ausreichenden Erzeugungskapazitäten und Stromhändler mit Erfahrung aus liberalisierten Strommärkten übernehmen.417 Eine Mischform von Auktionsprinzip und Market-Maker Prinzip durch die Einführung von Betreuern wie im Neuen Markt der Deutschen Börse AG ist eine weitere vorgeschlagene Lösungsmöglichkeit. [...]

Das OTC-Produkt der PreussenElektra 401 dient als Grundlage des CEPI (Central European Power Index), der in Zusammenarbeit mit Dow Jones berechnet wird.402 Die Handelsabschlüsse mit fünf Verbundunternehmen und Unternehmen aus den Benelux-Staaten und Skandinavien fließen in diesen Index ein, so daß genügend Liquidität generiert werden kann. Als unternehmensinterner Index kann er jedoch evtl. nicht ausreichend Vertrauen bei den Marktteilnehmern schaffen.403 Die Börse Düsseldorf bereitet mit einigen Verbundunternehmen einen Index vor, doch ist hier das generelle Problem der Indexkonstruktion sichtbar.404 Die Datengenerierung erweist sich als schwierig, denn die Akzeptanz der Marktteilnehmer zur Veröffentlichung der getätigten Handelsabschlüsse ist noch gering oder steht im Konflikt mit eigenen Produkten (Bsp. CEPI). Ein weiteres Problem zur Bildung eines Index stellt die Standardisierung dar. Eine regionale Ausrichtung steht z.B. im Widerspruch zur Liquidität.405 Verschiedene Möglichkeiten bezüglich der Laufzeiten (Wochen, Monate), Spannungsstufen, (Höchst- und Mittelspannung), Regionen (Bsp.: Einteilung in Süd- und Norddeutschland) sind nach Ansicht der Experten vorstellbar. Bisher findet somit ein liquider finanzieller Stromhandel nicht statt, doch wird mittelfristig ein stärkerer Bedarf an OTC-Produkten seitens der Experten erwartet. 406 Eine Standardisierung dieser Produkte durch eine Börse wird später erfolgen, jedoch ist eine Prognose, ob sich der bilaterale Handel oder der institutionalisierte Handel durchsetzen wird, nicht möglich. Aus dem Bereich der Banken wird eher eine Dominanz des OTC-Marktes gesehen, während Experten aus der Energiewirtschaft die Vorteile der Börse (höhere Liquidität und Transparenz) sehen. 4.5 4.5.1 Der institutionalisierte Stromhandel Teilnehmer und Motive [...]

Bereits vor der Öffnung des Strommarktes existierte ein Stromhandel unter den Verbundunternehmen und den angrenzenden ausländischen EVU.387 Es handelt sich aber dabei nicht um einen Spot- und Terminmarkt, sondern der Verbundhandel dient vornehmlich der Optimierung der eigenen Erzeugung und des Lastmanagements.388 Der Anteil in diesem für wenige Marktteilnehmer zugänglichen Telefonhandel wird zwischen drei und fünfzehn Prozent des deutschen Stromverbrauchs geschätzt.389 In zunehmendem Maße werden auch Arbitragegeschäfte untereinander abgeschlossen, so daß die Umschlaghäufigkeit und damit die Liquidität im Verbundhandel bereits zugenommen hat.390 Ein erhöhtes Bedürfnis nach standardisierten Verträgen mit kürzeren Laufzeiten und flexiblen Bestandteilen (Bsp. Stundenprodukt-/ Wochenprodukt) wird erwartet,391 so daß ein Spot- und Terminhandel aus dem Verbundhandel entstehen kann. Die PreussenElektra tritt bereits als Market-Maker für ein standardisiertes Produkt im OTCMarkt auf.392 Sie stellt Kurse für zwei Tages- und Wochenprodukte (HochtarifStrommengen von 6 bis 23 Uhr und 24 Stunden Bandlieferungen). Lieferort ist ihr Hochspannungsnetz und die angrenzenden Netzkupplungen. Der Zugang für neue Marktteilnehmer kann derzeit per Telefon erfolgen und mittelfristig ist ein Internethandel vorstellbar. Um die Dynamik und Transparenz zu steigern, könnten die abgeschlossenen Kontrakte aus dem physischen Handel an eine unabhängige Stelle gemeldet werden.393 Die erhöhte Anzahl von Marktteilnehmern durch den freien Netzzugang wird insgesamt zu einer Zunahme des physischen Handelsvolumens sowohl bei kurzfristigen als auch bei mittel- und langfristigen Lieferzeiträumen führen.394 Die Bonität der Neuen ist aber schwierig einzuschätzen, so daß das Ausfallrisiko im bilateralen Handel zunehmen wird.395 Neben der eigenen Bonitätsprüfung seitens der Marktteilnehmer und der Hinterlegung von Sicherheiten durch Bankgarantien oder Vorauszahlungen, wird ein Rating von der Mehrzahl der Experten gewünscht. Jedoch ist die Datengenerierung zur Beurteilung der finanziellen Situation für eine Rating387 388 [...]

Arbeit zitieren:
Hennies, Marc April 1999: Ausgestaltungsmöglichkeiten für den Aufbau eines Stromhandels in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strombörse, Stromhandel, Liberalisierung Strommarkt, Strommarkt

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