Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Aufsichtliche Anerkennung interner Kreditrisikomodelle

Status quo und Entwicklungsperspektiven

Aufsichtliche Anerkennung interner Kreditrisikomodelle
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Steffen Schick
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 587,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4388-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4388-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4388-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schick, Steffen Juni 2001: Aufsichtliche Anerkennung interner Kreditrisikomodelle, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bankaufsicht, Basel 2, Kreditrisikomodelle, Rating

Diplomarbeit von Steffen Schick

Einleitung:

Angesichts der Dominanz von Kreditrisiken im Bankgeschäft und der sich daraus ergebenden Gefahrenpotentiale für die einzelne Bank und die Stabilität des Bankensystems steht die Kontrolle und Begrenzung der Kreditrisiken traditionell im Mittelpunkt des Interesses der Bankenaufsicht. Hierbei bediente sich die Bankenaufsicht bisher primär quantitativer Normen wie Eigenkapitalkoeffizienten und Vorschriften zur Vermeidung von Risikoballungen. Im Bewußtsein, daß diese Eigenkapitalvorschriften, die weltweit auf der sogenannten Basler Eigenkapitalübereinkunft von 1988 basieren, inzwischen weit hinter den von den Banken entwickelten Methoden der Risikomessung und -steuerung zurückgeblieben sind, rückt zunehmend das Risikomanagement der Banken in den Mittelpunkt des bankaufsichtlichen Interesses.

Zentrale Frage ist hierbei, inwieweit finanzmathematische Methoden auch aus Sicht der Bankenaufsicht für die Berechnung des zur Absicherung der Kreditrisiken notwendigen Eigenkapitals eingesetzt werden können. Neben der Eigenkapitalallokation sollen diese Modelle nach Ansicht der Bankenaufsicht auch der risikogerechten Bepreisung der Kredite dienen. Hintergrund hierfür ist die Erkenntnis, daß zur Risikovorsorge für Verluste nicht nur die Vorhaltung von Eigenkapital, sondern auch ein angemessenes Verhältnis von Risiko und Erträgen notwendig ist.

Im Rahmen dieser Untersuchung werden in Anlehnung an die historische Entwicklung nach einer Behandlung des Kreditrisikos die aktuellen bankaufsichtlichen Regelungen zur Ermittlung des Risikos dargestellt. Anschließend wird – mit Schwerpunkt auf interne Rating- und Kreditrisikomodelle – auf Verfahren zur Messung und Bewertung von Kreditrisiken und deren Anwendungsmöglichkeiten eingegangen. Schließlich wird die im Zuge der Umsetzung der „Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung“ zu erwartende aufsichtliche Zulassung interner Ratingmodelle und die in Zukunft denkbare Berücksichtigung von Kreditrisikomodellen diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Kreditrisiko 2
2.1 Allgemeine Risikodefinition 2
2.2 Bankbetriebliche Definition des Kreditrisikos 2
2.3 Asymmetrien und Kreditrisiko 4
3. Bankaufsichtliche Behandlung des Kreditrisikos 5
3.1 Aufgaben der Bankenaufsicht 5
3.2 Aufsichtsrechtliche Regelungen zur Begrenzung des Kreditrisikos 6
Geltende Regelungen 6
3.2.2 Mängel der aufsichtlichen Regelungen 8
3.2.3 Reaktion der Banken 9
3.2.4 Regulierungsarbitrage aus Sicht der Bankenaufsicht 9
3.3 Ansätze zur Überarbeitung der Eigenkapitalvorschriften 10
4. Kreditrisikomanagement 12
4.1 Überblick über die Komponenten des Kreditrisikomanagements 12
4.2 Verfahren zur Messung von Kreditrisiken 13
4.2.1 Besonderheiten der Kreditrisikomessung 13
4.2.2 Komponenten eines Kreditrisiko-Modellierungsansatzes 14
4.2.3 Traditionelle Verfahren 16
4.2.4 Mathematisch-statistische Verfahren 17
4.2.5 Interne Ratingmodelle 18
4.2.5.1 Definition und Abgrenzung zu externen Ratings 18
4.2.5.2 Vorgehensweise bei der Ratingerstellung 19
Anwendung der internen Ratingmodelle 21
Aspekte zur aufsichtlichen Anerkennung interner Ratingmodelle 22
4.2.6 Kreditrisikomodelle 23
4.2.6.1 Definition und alternative Modelleinteilungen 23
4.2.6.2 Vorgehensweise der Kreditrisikomodelle 26
4.3 Bewertung des Kreditrisikos 27
4.3.1 Konzept des Expected Loss und Unexpected Loss 27
4.3.2 Anwendungsfelder für Kreditrisikomodelle 30
4.3.2.1 Überblick über die Anwendungsfelder 30
4.3.2.2 Allokation des ökonomischen Eigenkapitals 31
4.3.2.3 Risikoadjustierte Performancemessung (RAPM) 33
5. Anwendung interner Kreditrisiko- und Ratingmodelle aus bankaufsichtlicher Perspektive 34
5.1 Einsatz von Kreditrisikomodellen 34
5.1.1 Vorteile der Kreditrisikomodelle 34
5.1.2 Voraussetzungen für die bankaufsichtliche Anerkennung von Kreditrisikomodellen 35
5.2 Einsatz interner Ratingmodelle 39
5.2.1 Die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung 39
5.2.2 Internal-Ratings-Based Approach (IRB-Ansatz) 41
5.2.2.1 Aufbau und Konzeption des IRB-Ansatzes 41
5.2.2.2 Berücksichtigung von Portfolioaspekten im IRB-Ansatz 44
5.2.2.3 Mindestanforderungen an interne Ratingmodelle 45
6. Kritische Würdigung und weitere Entwicklungsperspektiven 48
6.1 Implikationen einer aufsichtlichen Anerkennung interner Ratingmodelle 48
Konsequenzen einer aufsichtlichen Zulassung interner Kreditrisikomodelle 50
Resümee 52
Literaturverzeichnis 53
Verzeichnis der verwendeten Gesetzestexte 59

Automatisiert erstellter Textauszug:

Verschlechterung der Kreditqualität innerhalb des Prognosezeitraums wird nicht modelliert. Die DM-Modelle repräsentieren die traditionelle „Buyand-Hold-Strategie“ der Banken, d.h. daß das Kreditengagement von der Kreditauszahlung bis zur Fälligkeit des Kredites im Portfolio der Bank verbleibt.125 Mark-to-Market-Modelle Im Gegensatz zu den DM-Modellen können bei den Mark-to-Market-Modellen (MTM-Modellen) auch Kreditverluste aufgrund einer Verschlechterung der Kreditqualität auftreten, ohne daß es zu einem Ausfall innerhalb des Planungshorizontes kommt. Sie werden daher auch als „Multi-state“Modelle bezeichnet.126 Dabei werden die Kreditportfolios so behandelt, als ob sie zu Beginn und Ende des Planungshorizonts anhand von Marktdaten bewertet würden127, die entweder auf marktinduzierte Veränderungen der Kreditspreads von Unternehmensanleihen der selben Ratingklasse oder auf veränderten Unternehmenswerten (Merton-Modell) basieren.128 Um die Änderung der Kreditwürdigkeit modellieren zu können, müssen MTM-Modelle neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten auch die sogenannten Übergangswahrscheinlichkeiten, d.h. die Wahrscheinlichkeiten, daß sich das Rating innerhalb des Prognosezeitraums ändert, erfassen.129 Im Laufe der Jahre wurden verschiedene kommerzielle Kreditrisikomodelle entwickelt:130 Unternehmenswertbasiert DM-Modelle MTM-Modelle CreditMetrics™ Ausfallratenbasiert Credit Risk + ™ Creditportfolio View™ [...]

interpretiert werden. Der Ausfall ist auf dieser Basis vom Marktwert des Unternehmens, der Höhe der Verbindlichkeiten und dem Ausmaß der Schwankungen des Unternehmenswertes abhängig119 und tritt ein, sobald ein „Preis-Wert- oder Signalprozeß eine endogen definierte Ausfallschranke“ unterschreitet. Da weder der Marktwert des Unternehmens noch das Ausmaß der Schwankungen direkt beobachtbar sind, wird ein optionspreistheoretischer Ansatz benutzt, diese Größen zu bestimmen.120 Allen auf dem Basisansatz von Merton bestehenden Modellen ist gemeinsam, daß das Ausfallrisiko eines Kredites in erster Linie von der stochastischen Entwicklung der Aktiva des kreditnehmenden Unternehmens abhängt.121 Ausfallratenbasierte Ansätze Im Gegensatz zu den Unternehmenswertmodellen werden bei ausfallratenbasierten Ansätzen die Kreditausfälle direkt modelliert.122 Der Kreditausfall wird als gänzlich unvorhersehbar betrachtet. Zentrale Größe ist die sogenannte Intensitätsrate, die die durchschnittliche Ausfallrate unter Berücksichtigung aller verfügbarer Informationen in einem Zeitintervall angibt. Vor dem Hintergrund, daß die in älteren Modellen verwendete konstante Intensitätsrate den Einfluß makroökonomischer Größen auf die Ausfall- und Überlebenswahrscheinlichkeit außer Acht läßt, werden in neueren Modellen die Intensitätsraten als stochastischer Prozeß modelliert. Die Schätzung der Parameter kann durch Anpassung an historische Ausfallraten (z.B. von Ratingagenturen)123 oder implizit durch Schätzung aus aktuellen Bond-Spreads (d.h. der Risikoprämie gegenüber einer risikolosen Anlage) erfolgen.124 Default-Mode-Modelle Default-Mode-Modelle (DM-Modelle) beschäftigen sich alleine mit dem Ausfall eines Kredites, d.h. es gibt nur die Projektzustände „Ausfall“ oder „kein Ausfall“, und werden daher als „Two-state“-Modelle bezeichnet. Eine [...]

4.2.6 Kreditrisikomodelle 4.2.6.1 Definition und alternative Modelleinteilungen In Anlehnung an den Basler Ausschuß werden Kreditrisikomodelle als Verfahren definiert, die dazu dienen, die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion eines Kreditportfolios zu schätzen.114 Zwischenzeitlich ist in der Literatur eine ganze Reihe verschiedener Varianten zur Einteilung der Kreditrisikomodelle zu finden.115 Für diese Darstellung werden die Einteilungen in die unternehmenswert- bzw. ausfallratenbasierte Modelle und in Default-Mode- bzw. Mark-to-Market-Modelle herausgegriffen. Während die erste Kategorie auf die verwendeten Eingangsdaten wie Unternehmenswert oder Ausfallhäufigkeiten abhebt, setzt die zweite Variante am Risikokonzept an.116 Die meisten Modelle befanden sich nach den Feststellungen der „Models Task Force“ des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht vom April 1999 bei den Banken in der Einführungsphase.117 Unernehmenswertbasierte Ansätze Grundgedanke des auf Merton bzw. Black und Scholes zurückgehenden Ansatzes ist, daß der Kreditnehmer mit der Aufnahme eines Kredites die Möglichkeit erhält, für den Fall, daß er seine vertragsgemäße Leistung nicht mehr erbringen kann, das Unternehmen auf den Gläubiger zu übertragen. Dies wäre der Fall, wenn die Verbindlichkeiten am Laufzeitende des Kredites die gesamten Aktiva des Unternehmens (gleich Marktwert des Unternehmens) übersteigen.118 Aus Sicht des Gläubigers kann diese Situation als Verkauf einer Kaufoption auf das Unternehmensvermögen oder Verkauf einer Verkaufsoption auf das Unternehmensvermögen kombiniert mit einer risikolosen Anlage [...]

Arbeit zitieren:
Schick, Steffen Juni 2001: Aufsichtliche Anerkennung interner Kreditrisikomodelle, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bankaufsicht, Basel 2, Kreditrisikomodelle, Rating

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren