Aufgabe der internen Kommunikation bei Integration
- Art: Studienarbeit
- Autor: Manuel Vetsch
- Abgabedatum: September 2001
- Umfang: 50 Seiten
- Dateigröße: 467,7 KB
- Institution / Hochschule: Universität Zürich Schweiz
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7222-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7222-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7222-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vetsch, Manuel September 2001: Aufgabe der internen Kommunikation bei Integration, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fusionen, Akquisitionen, Personalmanagement, Unternehmenswandel, Nutzenmaximierung
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Studienarbeit von Manuel Vetsch
Einleitung:
Akquisitionen sind im heutigen Wirtschaftsgeschehen weit verbreitet. Tagtäglich wird über neue Unternehmenszusammenschlüsse, -zukäufe (mergers and acquisitions, M+A) berichtet oder spekuliert. Auch der für die Schweiz besonders wichtige Finanzsektor ist davon betroffen. So haben sich z. Bsp. die beiden größten Banken der Schweiz, die SBG mit der SBV, sich zur neuen UBS zusammengeschlossen. Aber auch in anderen Branchen sind rege Akquisitionstätigkeiten zu verzeichnen. Die beiden größten Schweizer Pharmakonzerne Ciba- Geigy und Sandoz fusionierten zu Novartis. Doch Firmenzusammenschlüsse sind nicht nur national. Sie machen auch vor Staatsgrenzen nicht halt. In letzter Zeit wurden auch große, internationale Fusionen getätigt. Ein Beispiel dafür ist der deutsche Automobilkonzern Daimler- Benz, der mit dem amerikanischen Konkurrenten Chrysler fusionierte.
Dies war aber nicht immer so. Bis zu den siebziger Jahren schluckten nur große Unternehmen kleine, und dies kaum im internationalen Zusammenhang. Doch warum werden Akquisitionen überhaupt getätigt? Zum einen bergen Akquisitionen ein einmaliges Potential ein Unternehmen mit einer sonst unerreichbaren Geschwindigkeit zu verändern, zum andern werden durch solche Aktionen neue Fähigkeiten in das Unternehmen gebracht, die zusammen mit Rationalisierungsvorteilen (economies of scale/ economies of scope) zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen führen sollten. Immer wieder wird erwähnt, dass die Erfolgsquote von M+A sehr gering ist. Gemeinhin wird von einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 50% ausgegangen, vollständig erfolgreich seien aber nur ca. 10% aller Firmenzusammenschlüsse.
Wir betrachten nur nachhaltig, strategische und operative Wettbewerbsvorteile, also Vorteile, die auf dem langfristigen Zusammenarbeiten beider Unternehmen beruhen, und nicht Vorteile, die aus finanziellen Motiven erwachsen. So betrachten wir z. Bsp. keine Firmen, die sich auf den Kauf anderer Unternehmen spezialisieren, um sie wieder zu verkaufen.
Uns interessieren die entscheidenden Faktoren über den Erfolg strategischer Akquisitionen. Sie wurden in Medienberichten behandelt, aber nicht abschließend erklärt. Erst in den letzten Jahren wurden verschiedene wissenschaftliche Arbeiten, theoretischer und empirischer Natur, veröffentlicht.
Um strategische M+ A zu verstehen, muss man sich ihrer Implikationen bewusst werden. Zwei Unternehmen schließen sich zusammen und versprechen sich dadurch einen neuen Unternehmenswert, der den Wert beider alten Unternehmen zusammen übersteigt. Um dies zu erreichen, müssen Synergien entdeckt und realisiert werden. Synergien sind Fertigkeiten, die mit dem Zusammenschluss beider Unternehmen neu erwachsen. Um sie zu erreichen, müssen Änderungen vorgenommen werden. Geschäftseinheiten werden aufgelöst, neue geschaffen, bestehende Geschäftseinheiten in neue Strukturen eingefügt, die beiden Unternehmen werden in eine neue Organisation integriert. Integration ist bei strategischen Akquisitionen erfolgskritisch, denn ohne, oder schlechte Integration können die strategischen Ziele nicht erreicht werden.
Doch jede Integration sieht in der Praxis anders aus. In Kapitel 3.5 werden wir verschiedene Integrationsansätze besprechen.
Um möglichst effizient integrieren zu können, ist die Beteiligung der Mitarbeiter von besonderer Bedeutung.
Die Betreuung und Leitung der Mitarbeiter, das Human Resource Management (HRM), steht vor großen Herausforderungen. Dies wird von leitenden Managern oft unterschätzt. Zum einen soll das HRM den Unsicherheiten ausgesetzten Arbeitnehmern gerecht werden, zum anderen aber muss sie auch dem Management beistehen, die getroffenen Entscheidungen in die Realität umzusetzen.
Eine Umfrage unter 101 CEOs (Chief Executive Officer) und senior Manager von großen Firmen ergab als meistgenannten Grund des Misserfolges von M+ A „Menschenprobleme“ an. Auf die Frage, was sie nächstes Mal verbessern würden, war die häufigste Antwort das HRM. Sie alle unterschätzten die Auswirkungen der Menschenführung während dieser besonders schwierigen Zeit. Ein Aspekt des HRM ist die Kommunikation. Sie sollte im Zusammenhang mit vielen anderen Mitteln der Unterstützung (siehe Kapitel 3), zur besseren Realisierung der Synergien eingesetzt werden. Die praktizierte Kommunikation ist meist ehrlich, genau und eher optimistisch ist. Oft wird jedoch nicht schnellstmöglich kommuniziert.
Die folgende Untersuchung illustriert die kommunizierte Information. Es wird dargelegt, welche Informationen an welche Mitarbeiter gelangen. Da die Humanressourcen einer Unternehmung sehr heterogen sind, wird bestmöglich nach Hierarchiestufen unterschieden.
Die kaufende Firma kommuniziert meist mit höheren Angestellten der gekauften Firma. Dabei werden vor allem die wichtigsten organisationalen Änderungen, Fusionsvereinbarungen, sowie die Synergieeffekte besprochen. Sehr wenig Firmen kommunizieren dies mit dem mittleren/ tieferen Kader oder mit Temporärangestellten. An alle Gruppen jedoch gelangt die Kommunikation der Gründe für die Fusion/ Akquisition, des Firmennamens, sowie Änderungen der Leistungen der Firma bezüglich der Angestellten.
Daraus ergibt sich die Fragestellung meiner Arbeit:
Welches ist die Aufgabe der internen Kommunikation bei Integrationen und deren Anwendung?
Gang der Untersuchung:
Nach der Einleitung und der Klärung der Erfordernisse einer Integration zur Umsetzung der Unternehmensziele, wenden wir uns im Kapitel 2 den praktischen Problemen zu, die in unserem M+ A- Umfeld beobachtet werden können.
Im dritten Kapitel gehen wir auf die zugrunde liegende Theorie ein und präsentieren zu Integrationsproblemen allgemeine theoretische Lösungsvorschläge sowie spezielle Lösungen anhand von verschiedenen Integrationstypen. Dabei werden für die interne Kommunikation konkrete Anwendungshinweise gegeben.
Im vierten Kapitel stützen wir die Theorie mit einer aktuellen empirischen Untersuchung. Als Letztes folgt eine Schlussbetrachtung mit den Ergebnissen dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Akquisitionen | 1 |
| 1.2 | Integration | 2 |
| 1.3 | HR erfolgskritisch bei M+A Integration | 3 |
| 1.4 | Aufbau der Arbeit | 6 |
| 2. | Probleme in der Praxis | 7 |
| 2.1 | Akquisitionsprobleme | 7 |
| 2.2 | Integrationsprobleme | 9 |
| 2.3 | Interne Kommunikation als Hilfsmittel | 9 |
| 3. | Theoretische Ansätze | 11 |
| 3.1 | Integrativer Ansatz strategischer Akquisitionen | 11 |
| 3.2 | Combination Potential | 13 |
| 3.3 | Organizational Integration | 14 |
| 3.3.1 | Grundlegendes Integrationsproblem | 15 |
| 3.3.2 | weitere Integrationsprobleme | 19 |
| 3.3.4 | Atmosphäre des Fähigkeiten- Transfers | 23 |
| 3.3.5 | Praktische Anleitung zum Durchführen von Integrationen | 26 |
| 3.4 | Regeln interner Kommunikation | 27 |
| 3.5 | Integrationstypen | 31 |
| 3.5.1 | Integrationstypenspezifische Kommunikation | 33 |
| 4. | Empirische Untersuchung | 36 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 39 |
| Literaturverzeichnis | 40 |
Diese Umstände beschäftigen die Mitarbeiter. Sie sind verunsichert und dadurch psychischem Stress ausgesetzt. Wie fest, und ob überhaupt diese Faktoren zu Stress führen, ist nicht klar. Die Auswirkungen sind von der Art der Akquisition, und der Art des involvierten Individuums abhängig (siehe Abb. 3-2). Dabei ist die individuelle Wahrnehmung entscheidend (cognitive appraisal). Werden Firmenzusammenschlüsse als Bedrohung für das persönliche Glück, oder für das allgemeine Wohlbefinden angesehen, ist die Belastung besonders gross36. Andere jedoch sehen in der Veränderung eine Chance ihre Stellung in der Unternehmung zu verbessern. Ivancevich, Schweiger und Power haben dazu einen theoretischen Ansatz geschaffen (siehe Abb. 3-2). Falls die Veränderung ein geschätztes Gut zu bedrohen scheint, wird der Stressfaktor grösser. Wird eine Verbesserung erwartet, sinkt das Niveau des Stresses. Falls keine Werte tangiert sind, sind die Individuen der Veränderung gegenüber indifferent. [...]
Was haben alle strategischen Akquisitionen gemeinsam, gibt es einen integrativen Erklärungsansatz? Bis ins Jahr 1999, der Publikation des Ansatzes von Rikard Larsson und Sydney Finkelstein, wurden die verschiedenen Aspekte einer Akquisition ausschliesslich einzeln betrachtet. Abbildung 3-1 zeigt die verschiedenen Akquisitionstheorien (M+A Field). Beispielsweise betrachtete die Strategietheorie ausschliesslich den strategischen Teil einer M+A, die Organisationstheorie nur den Integrationsprozess. Rikard Larsson und Sydney Finkelstein glaubten aber, dass einzelne Erfolgsmasse wie buchhalterische Kennzahlen oder ökonomische Performance- Messung an Märkten25 zu lückenhaft für die Messung des Erfolges eines Unternehmenswechsels sind. Sie verknüpften die verschiedenen Theorien26 zu einem integrativen Ansatz, der den Grad der „Synergy- realization“ als erfolgsentscheidende Messgrösse definiert (siehe Abb. 3-1). Der Erfolg einer Akquisition beruht auf dem Ausmass der zwischen den zwei Unternehmen realisierten Synergien. [...]
Die von der Matrix aufgezeigten Kommunikationsarten sind Möglichkeiten, wie und was mit Stakeholdern kommuniziert werden kann. Was dann angewandt wird, ist vom Management situationsabhängig zu entscheiden. Als Stakeholder sind speziell die Mitarbeiter von akquirierenden, sowie von akquirierten Unternehmen interessant, da sie am meisten von Umstrukturierungen betroffen sind. Die interne Kommunikation trägt direkt zur Bekämpfung der Integrationsprobleme bei. Es muss die Unterstützung der Mitarbeiter gewonnen werden, um erfolgreich zu sein24. In diesem Kapitel haben wir die in Akquisitionen auftretenden praktischen Probleme betrachtet. Ausserdem sind wir zur Erkenntnis gelangt, dass interne Kommunikation bei Integrationsproblemen helfen kann. Ausserdem haben wir verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten anhand der Kommunikationsmatrix aufgezeigt. Um [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832472221
Arbeit zitieren:
Vetsch, Manuel September 2001: Aufgabe der internen Kommunikation bei Integration, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Fusionen, Akquisitionen, Personalmanagement, Unternehmenswandel, Nutzenmaximierung



