Aufbruch ins Reich der Mitte
Erfolgsfaktoren für den Eintritt deutscher mittelständischer Unternehmen in den chinesischen Markt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thorsten Brinkmann
- Abgabedatum: April 2003
- Umfang: 131 Seiten
- Dateigröße: 3,4 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6964-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6964-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6964-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Brinkmann, Thorsten April 2003: Aufbruch ins Reich der Mitte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: China, Markteintritt, Internationalisierung, Marktanalyse, Maschinenbau
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Diplomarbeit von Thorsten Brinkmann
Zusammenfassung:
Willkommen im modernen China. China, ein Markt, der das Ausland willkommen heißt und auf den die ausländischen Unternehmer momentan stärker strömen als irgendwo sonst in der Welt. Delegationen aus aller Welt, mit führenden Personen aus Politik und Wirtschaft, geben sich in der Volksrepublik die Klinke in die Hand, um die Interessen der heimischen Unternehmen zu vertreten. So hoch die Bedeutung solch hochrangiger Botschafter in Namen der deutschen Wirtschaft auch einzuschätzen ist, so entscheidend ist letztlich das, was dabei heraus kommt. Wie stark ist die deutsche Wirtschaft tatsächlich in China vertreten? Und wie sehr profitiert der deutsche Mittelstand, dem 99 Prozent aller deutschen Unternehmen angehören, von den jährlichen 7-8 Prozent Wirtschaftswachstum in China? Ist die Aussage von einer verhaltenen Präsenz deutscher Unternehmen in Asien und konkret in China auch heute noch richtig?
Diese Fragen können in Rahmen dieser Arbeit nur ansatzweise diskutiert werden, doch kann folgendes festgestellt werden:
Deutschland steigerte seine Exporte in die VR China von 1999 bis 2001 um 75 Prozent, aber: der Anteil an den deutschen Gesamtexporten lag in 2000 nur bei 1,5 Prozent. Deutschland ist Chinas wichtigster europäischer Handelspartner, aber: der Anteil an Chinas Gesamtimporten in 2000 lag bei nur 4,2 Prozent (die USA hatten den zweieinhalbfachen, Japan den vierfachen Anteil).
Deutschlands 1,3 Milliarden Euro Direktinvestitionen in China waren europäische Spitze, aber: insgesamt belegte Deutschland u.a. hinter Japan und den USA, aber auch hinter Taiwan oder Südkorea nur Platz Acht bei den ausländischen Direktinvestitionen. Der Rahmen statistischer Größen ist dehnbar und bietet Platz für divergierende Aussagen. Doch eines kann festgehalten werden: Die deutsche Wirtschaft hat u.a. im Vergleich zur Präsenz der Konkurrenz aus Japan und den USA in China noch Nachholbedarf. Die Chance des großen chinesischen Marktpotentials muss der deutsche Mittelstand für sich erkennen und diese erfolgreich in Taten umsetzen. Aus dieser Erkenntnis ist die Motivation hervorgegangen, Erfolgsfaktoren für den Eintritt deutscher mittelständischer Unternehmen in den chinesischen Markt am Beispiel der Werkzeugmaschinenindustrie zu benennen und zu analysieren.
Die Arbeit ist in neun Kapiteln mit jeweiligen Unterpunkten aufgeteilt. Am Ende eines jeden Kapitels werden jeweils die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst. Zudem werden an passender Stelle die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Unternehmensbefragung und einer Befragung des Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft Shanghai eingebaut, die sich an bereits in der VR China ansässige Unternehmen richtete. Ziel der Unternehmensbefragungen war es, praxisnahe Rückschlüsse u.a. auf Investitionsmotive, auftretende Probleme vor und nach dem Markteintritt, genutzte Vertriebsweg, Erfolgsfaktoren und Zukunftsperspektiven zu ziehen.
Im einleitenden, ersten Kapitel wird die Motivation für die Bearbeitung des Themas, die Einordnung der Arbeit in das wirtschaftsgeographische Forschungsfeld, die Zielsetzung und der Aufbau der Arbeit beschrieben. Das Kapitel zwei ermöglicht dem Leser einen kurzen Überblick über China anhand der Merkmale administrative Einteilung, Topographie und Bildung und Bevölkerung.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft seit 1978, durch den der Weg für ausländische Unternehmen in den chinesischen Markt offen gelegt wurde. Daran anschließend wird im vierten Kapitel die aktuelle chinesische Wirtschaftssituation aufgezeigt, die China momentan zum weltweit so interessanten Markt für ausländische Investoren macht.
Nachdem die Rahmenbedingungen auf dem Zielmarkt China aufgezeigt wurden, wird sich das fünfte Kapitel mit der Bedeutung der Internationalisierung für den deutschen Mittelstand befassen. Es wird ersichtlich, dass der deutsche Mittelstand in erster Linie den risikoarmen Export bei der Erschließung ausländischer Märkte bevorzugt und die Märkte in geographisch und kulturell nahen Regionen gesucht werden. Diese Tendenz zeigt, dass es sinnvoll ist, Erfolgsfaktoren zu nennen, die bei dem Markteintritt über der Internationalisierungsform des Exports hinaus gehen und sich zugleich auf geographisch ferne und von der westlichen Kultur divergierende Räume beziehen.
Das sechste Kapitel stellt den Hauptteil dieser Arbeit. In einer ausführlichen Analyse werden die von Tschochner (1998) erarbeiteten Erfolgsfaktoren der Internationalisierung auf den chinesischen Markt übertragen und anhand der Werkzeugmaschinenindustrie exemplarisch dargestellt.
In dem siebten Kapitel wird zum Ende der Arbeit ein Exkurs in die kulturellen Besonderheiten Chinas unternommen, die im direkten Zusammenhang für den deutschen Unternehmer mit dem Eintritt in den Markt Chinas stehen. Anhand von kleineren Beispielen wird verdeutlicht, wie wichtig es für den deutschen Investor ist, sich mit der chinesischen Kultur und den daraus abzuleitenden Verhaltensmustern auseinander zusetzen.
Kapitel 8 fasst die wesentlichen Resultate dieser Arbeit zusammen und beinhaltet ein abschließendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Einordnung in die Wirtschaftsgeographie und Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1.2 | Unternehmensbefragung | 4 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 5 |
| 2. | Die VR China im Überblick | 7 |
| 2.1 | Administrative Einteilung | 7 |
| 2.2 | Topographie | 9 |
| 2.3 | Bevölkerung und Bildung | 11 |
| 3. | Chinas Weg zur Marktwirtschaft seit 1978 | 13 |
| 3.1 | Die vier Modernisierungen | 13 |
| 3.1.1 | Die Modernisierung der Industrie | 15 |
| 3.1.2 | Die Modernisierung der Wissenschaft und Technik | 17 |
| 3.1.3 | Die Modernisierung des Militärs | 17 |
| 3.1.4 | Die Modernisierung der Landwirtschaft | 17 |
| 3.2 | Politische und wirtschaftspolitische Entwicklungen | 19 |
| 3.3 | Zusammenfassung der Entwicklung seit 1978 | 21 |
| 4. | Eckdaten der chinesischen Wirtschaft | 22 |
| 4.1 | China im Kontext führender Handelsnationen | 22 |
| 4.2 | Zwischenfazit zum Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation | 27 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 31 |
| 5. | Die Bedeutung der Internationalisierung für den deutschen Mittelstand | 32 |
| 5.1 | Der (nicht-)internationalisierte Mittelstand Deutschlands | 32 |
| 5.2 | Der deutsche Mittelstand entdeckt den chinesischen Markt | 37 |
| 5.3 | Zusammenfassung | 39 |
| 6. | Erfolgsfaktoren für den Markteintritt in die VR China | 40 |
| 6.1 | Frühzeitige Chancenerkennung und Risikobewertung | 44 |
| 6.1.1 | Frühzeitige Chancenerkennung | 45 |
| 6.1.2 | Risikobewertung | 61 |
| 6.2 | Systematisches Vorgehen | 65 |
| 6.2.1 | Mit Benchmarking zu Wettbewerbsvorteilen | 66 |
| 6.2.2 | Visionen für die zukünftige Wertschöpfungskette im Maschinenbau | 73 |
| 6.2.3 | Die Betrachtung des Absatzmarktes | 75 |
| 6.2.4 | Erfolgreiches Marketingkonzept in China | 76 |
| 6.3 | Interne Kapazität und hohe Priorität, Sorgfältige Vorüberlegungen, Professionalität in der Umsetzung | 79 |
| 6.3.1 | Internationalisierungsformen für den chinesischen Markt | 80 |
| 6.3.2 | Die Wahl der richtigen Internationalisierungsform | 88 |
| 6.3.3 | Zusammenfassung | 91 |
| 6.4 | Der Internationalisierungsprozess im Überblick | 91 |
| 6.5 | Zusammenfassung | 93 |
| 7. | Exkurs: Kulturelle Besonderheiten der VR China | 95 |
| 7.1 | Die Verhandlung | 96 |
| 7.2 | Das Arbeitsumfeld mit chinesischen Partnern | 98 |
| 7.3 | Der chinesische Arbeitnehmer | 99 |
| 7.4 | Zusammenfassung | 100 |
| 8. | Zusammenfassung und Fazit | 102 |
| 9. | Literatur | 105 |
| Anhang zur Unternehmensbefragung | 114 | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI |
Die Automobilindustrie Abb. 29: Abnehmerstruktur des deutschen Werkzeugmaschinenbaus in ´99 (Quelle: VEREIN DEUTSCHER verzeichnet nach einer langen WERKZEUGMASCHINENFABRIKEN 2002a) Wachstumsphase Mitte der 1990er Jahre seit 1999 rückläufige Zahlen. Zwar konnte die Inlandsproduktion deutscher Automobilhersteller 2001 nochmals gesteigert werden, doch sank sie im letzten Jahr wieder um rund drei Prozent auf 5,12 Millionen gefertigte Autos. Die Zahl der Neuzulassungen in 2002 mit 3,25 Millionen Personenkraftwagen sank seit 2000 im dritten Jahr hintereinander und lag somit gut 14 Prozent unter dem Ergebnis von 1999. Noch angespannter sieht die Situation im Bereich von Nutzfahrzeugen über sechs Tonnen aus. Hier sanken die Neuzulassungen in 2002 gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent, gegenüber 1999 sogar um 28 Prozent. Der Produktionsrückgang von 2001 auf 2002 in dieser Sparte fiel mit sechs Prozent verhältnismäßig moderat aus, was auf die relativ stabilen Exportzahlen zurückzuführen ist (VERBAND DER AUTOMOBILINDUSTRIE 2003). BÜSCHEMANN (2003) beschreibt in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Januar 2003 in anschaulicher Weise, welche Auswirkungen die rückläufigen Zahlen auf die Branche haben und mit welchen Mitteln um die Kunden gekämpft wird. Demnach lockt der italienische Hersteller Fiat mit einem zinslosen Kredit über vier Jahre beim Kauf eines Neuwagens. Opel möchte zwar „noch“ 0,9 Prozent Zinsen haben, vergibt aber zusätzlich Gutscheine für 900 Liter Benzin beziehungsweise 1200 Liter Diesel. Renault hat sich direkt drei Lockmittel einfallen lassen. Neben den Steuern erstattet [...]
Da die Werkzeugmaschinenindustrie eine hohe Konjunkturreagibilität aufweist, wirkt sich seit 2002 nun auch die schwache weltweite Wirtschaftsentwicklung auf die Branche aus. So schreibt das DEUTSCHE INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG in Berlin zur Lage der Weltwirtschaft: „Die Weltwirtschaft befindet sich derzeit in einer fragilen Lage. Die Unsicherheit über den Fortgang der Konjunktur hat sich unter dem Eindruck des Irak-Konflikts, des damit verbundenen Anstiegs der Ölpreise und des Kurssturzes an den Aktienmärkten deutlich erhöht. In den USA flachte die Expansion seit dem Frühjahr wieder ab, und auch in den ostasiatischen Schwellenländern hat sich der zuvor kräftige Produktionsanstieg zuletzt verringert. Im Euroraum hat sich die Konjunktur zwar erholt, jedoch bleibt die Dynamik gering. In Japan schließlich nahm das reale Bruttoinlandsprodukt nur verhalten zu“ (DEUTSCHES INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG 2002). Die Situation für den deutschen Binnenmarkt sieht noch bescheidener aus. Das Wirtschaftswachstum für das Jahr 2003 wird von den führenden Wirtschaftsinstituten kontinuierlich nach unten korrigiert und bewegt sich zwischen einem Prognosespektrum von 0,7 Prozent Wachstum (Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv) und 1,75 Prozent (Internationaler Währungsfonds). Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement prognostizierte das Wirtschaftswachstum in 2003 in seiner Rede zum Jahreswirtschaftsbericht 2003 auf rund ein Prozent. Ein ebenfalls rückläufiges Bild [...]
10,9 Milliarden Euro besaßen. Im Bereich der Top 10 Auslandsmärkte bot der asiatische Markt in 2001 für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie folglich ein doppelt so hohes Absatzvolumen wie der europäische Markt.34 Deutschlands Werkzeugmaschinenbauer hatten in China und Japan in 2001 zusammen einen Marktanteil von 4,6 Prozent oder gut 380 Millionen Euro. Berücksichtigt man ausschließlich den chinesischen Markt, lag der Marktanteil mit knapp 6 Prozent (293 Mio. €) etwas höher. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass in Japan genau wie in Deutschland – die Produktion von Werkzeugmaschinen über dem Verbrauch lag. Die japanischen Hersteller könnten den gesamten Binnenmarkt theoretisch eigenständig bedienen. Auf dem chinesischen Markt wurden dagegen Produkte im Wert von knapp fünf Milliarden Euro abgesetzt, produziert wurden aber von der heimischen Industrie lediglich Werkzeugmaschinen im Wert von 2,6 Milliarden Euro. China war also in 2001 auf ausländische Werkzeugmaschinen angewiesen, und zwar in einem wertmäßigen Volumen von 2,4 Milliarden Euro. Als weltweit zweitgrößter Produzent von Werkzeugmaschinen war die deutsche Branche mit einem Importanteil von 13 Prozent in 2001 in China verhältnismäßig schwach platziert. Wichtigster Importeur in die VR China ist Japan. Es hatte einen Anteil in 2001 von knapp 30 Prozent an den chinesischen Importen, gefolgt von Taiwan mit einem Anteil von 28 Prozent (VEREIN DEUTSCHER WERKZEUGMASCHINENFABRIKEN 2002b). Aus diesen Zahlen geht hervor, dass der chinesische Markt auch für die deutschen Werkzeugmaschinenbauer ein großes Potential bietet. Insbesondere wenn der Markt weiterhin jährlich durchschnittlich um rund sieben Prozent wächst. Diese Aussage wird durch die Unternehmensbefragung bestätigt. In bezug auf den Anteil des chinesischen Engagements am Gesamtumsatz gaben rund 40 Prozent der Unternehmen an, dass dieser zwischen fünf und 20 Prozent liegt. Zwei der befragten Unternehmen gaben sogar einen Umsatzanteil von mehr als 20 Prozent an. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832469641
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Brinkmann, Thorsten April 2003: Aufbruch ins Reich der Mitte, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
China, Markteintritt, Internationalisierung, Marktanalyse, Maschinenbau



