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Aufbau von Märkten und Marktstrategien der Unternehmungen im Transformationsprozeß Osteuropas

Aufbau von Märkten und Marktstrategien der Unternehmungen im Transformationsprozeß Osteuropas
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lukas Buchalik
  • Abgabedatum: Juli 1997
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 1.008,4 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0797-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0797-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0797-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Buchalik, Lukas Juli 1997: Aufbau von Märkten und Marktstrategien der Unternehmungen im Transformationsprozeß Osteuropas, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketingstrategie, Osteuropa, Transformationsprozeß, Markt, Marktstrategie

Diplomarbeit von Lukas Buchalik

Einleitung:

Obwohl sich mittlerweile alle osteuropäischen Länder dazu entschlossen haben das sowjetische Wirtschaftssystem in eine, wie auch immer im Detail ausgestaltete, Marktwirtschaft zu transformieren, sind die Erfolge der einzelnen Reformländer auf ihr Ziel hin sehr unterschiedlich. Die Vorstellung, es genüge ein Systemwechsel von Plan zu Markt, um in Kürze den Lebensstandard westlicher Industrieländer zu erreichen, erwies sich als grundsätzlich falsch. Marktwirtschaft und Demokratie präsentieren sich als komplizierte, komplexe und vor allem noch für die östlichen Nachbarn als schwer verständliche Regelsysteme. Dabei hängt der Erfolg der unterschiedlichen Strategien, welche von den einzelnen Länder auf ihrem Reformweg verfolgt werden, sehr stark davon ab, inwieweit es ihnen gelingt, Rahmenbedingungen für die einzelnen Märkte zu schaffen und einen unabhängigen Marktmechanismus in Gang zu setzen. Es darf jedoch nicht übersehen werden, daß es sich hierbei um einen Formierungsprozeß handelt, der darüber hinaus im Kontext der durch die Planwirtschaft geprägten Ausgangsbedingungen der einzelnen Länder erfolgt. Der Beitrag zahlreicher Literaturquellen, die zwar die Wirkungsmechanismen und die Dynamik von Märkten zu erklären vermögen, wird jedoch für den Aufbau von Märkten gering sein, da sie keinen Aufschluß darüber geben, wie diese vor dem Hintergrund der Ausgangslage der Transformationsländer in Gang gesetzt werden können. Gerade dieser, in der Geschichte einmalige, Kontext stellt die Wissenschaft vor das Problem, eine - bisher noch fehlende - Transformationstheorie, die auch den Aufbau von Märkten thematisieren müßte, zu entwickeln. Es stellt sich jedoch grundsätzlich die Frage, ob es diese überhaupt geben kann, denn die im Transformationsprozeß ergriffenen Maßnahmen konstituieren einen kontextspezifischen Rahmen, so daß eine Maßnahme mit der gleichen Wirkung - ceteris paribus - niemals wiederholt werden kann, sondern sich ja immer auf diesen neuen Kontext bezieht. Dementsprechend wird im Anschluß zunächst ein kurzer Überblick über das sozialistische Wirtschaftssystem gegeben und darauf aufbauend, in Kapitel B, die Entstehung von Märkten untersucht. Eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Länder kann jedoch im Rahmen dieser Arbeit nicht erfolgen.

Ein signifikantes Marktcharakteristikum sind autonome Unternehmen, die durch eine Reihe von Strategien den langfristigen Wettbewerbsvorteil auf Märkten zu erreichen suchen und diese erst konstituieren. Die Anwendung von Unternehmensstrategien wird aber entscheidend von der Marktstruktur determiniert:

Im Transformationsprozeß Osteuropas müssen Unternehmen bei der Anwendung von Marktstrategien nicht nur spezifische Marktstrukturen beachten, sondern vor allem Marktstrategien an nicht voll funktionsfähige Märkte anpassen. Es ist mit einer Reihe von Diskontinuitäten in der Übergangsphase von Plan zu Markt zu rechnen, die den Aufbau und die Durchsetzung von langfristigen Strategien behindern. Auf der anderen Seite konstituieren diese "Marktstrategien" wiederum den Markt und sind somit für dessen Aufbau notwendig: "The concept of a "market" is only as useful as the definition of the "firms" competing on it." Diesem Verständnis nach gilt es auch die Bezeichnung "Marktstrategie" im Kontext des Transformationsprozesses Osteuropas zu hinterfragen und auf ihre Wirksamkeit hin zu untersuchen. Diesen Sachverhalt hat Kapitel C zum Thema.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis, Anhangsverzeichnis. VI
A. Einführung 1
I. Problemstellung und Abgrenzung des Themas 1
II. Die Ausgangslage des Transformationsprozesses in Osteuropa 4
1. Gesamtwirtschaftliche Planung und Leitung 4
2. Mikroökonomische Lenkung 5
2.1. Zentrale, hierarchische Strukturen 5
2.2. Demotivation 7
2.3. Produktionsorientierung 8
2.4. Mengen- statt Kostenorientierung 9
3. Das Außenhandelsmonopol 9
4. Märkte im planwirtschaftlichen System 10
III. Ursachen für den Zusammenbruch des sozialistischen Wirtschaftssystems 12
IV. Ziel des Transformationsprozesses 13
B. Der Aufbau von Märkten im Transformationsprozeß Osteuropas 15
I. Der Markt im neoklassischen Sinn und sein Beitrag zum Aufbau von Märkten 15
II. Inter- und Intranationale Beziehungen als Möglichkeiten der Entstehung von Märkten 18
III. Determinanten eines funktionierenden Marktes 19
1. Die Rolle der "Property Rights" und des Privateigentums 19
2. Motivationssystem 23
3. Der Arbeitsmarkt 25
4. Die Notwendigkeit einer bindenden Rechtsordnung 30
5. Informationssystem 32
6. Der Kapital- und Immobilienmarkt 34
7. Geld- und Bankensystem 36
8. Probleme der Institutionalisierung 37
9. Zur Rolle und zu den Fähigkeiten der Marktteilnehmer 38
10. Die neue Rolle des Staates 41
IV. Marktentwicklungsprobleme 43
V. Der Beitrag von Assoziierungsabkommen für den Aufbau von Märkten 45
1. Die Theorie des Freihandels 45
2. Das CEFTA-Abkommen 46
3. Die Europaabkommen 48
C. Aufbau von Marktstrategien der Unternehmungen im Transformationsprozeß Osteuropas 49
I. Definition und Abgrenzung 49
II. Gründe für das Engagement in Osteuropa 54
III. Bedingungen für Marktstrategien in Osteuropa 56
IV. Osteuropa - ein homogener Markt? - Implikationen für die Marktwahl 59
V. Die Markteintrittsstrategie 61
1. Arten des Markteintritts 61
2. Das stufenartige Markteintrittsverhalten westlicher Unternehmen 63
3. Direktinvestitionen in Osteuropa 63
3.1. Bedeutung in der Transformationsphase 63
3.2. Besondere Probleme und negative Auswirkungen 65
3.3. Der Beitrag von Joint Ventures für die Transformation 66
3.3.1. Positive Impulse für die Transformation 66
3.3.2. Besondere Probleme 67
VI. Die Marktbearbeitungsstrategie in Osteuropa 70
1. Die Notwendigkeit eines transformationsbezogenen Marketings 70
2. Besondere Bedingungen für die Marktbearbeitung 71
2.1. Wettbewerbssituation und -analyse 71
2.2. Konsumverhalten und Kultur 74
2.3. Handelssituation 75
3. Grundsätzliche Marktbearbeitungsstrategie für Osteuropa - Standardisierung versus Differenzierung 77
4. Ausgestaltung des Marketing-Mix in Osteuropa 79
4.1. Preispolitik 79
4.2. Produktpolitik 81
4.3. Kommunikationspolitik und Werbung 83
4.4. Distributionspolitik 86
4.5. Kontrahierungspolitik 87
D. Schlußbetrachtung 88
Anhang 92
Literaturverzeichnis 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

Betrachtet man die Wirtschaftsbeziehungen in Osteuropa, so zeichnet sich jedoch eine entgegengesetzte Tendenz für den Intra-Osteuropahandel ab. Die meisten osteuropäischen Länder konkurrieren vor allem um Handelsverflechtungen mit und um Direktinvestitionen aus dem Westen. So ist z.B. die Russische Föderation für die Tschechische Republik - nach der BRD, der Slowakei und Österreich - nur der viertgrößte Handelspartner. Auch in Polen treten andere osteuropäische Länder hinter der Bundesrepublik Deutschland, die der wichtigste Haupthandelspartner und Investor ist, zurück. Die Russische Föderation nimmt hierbei insofern eine Sonderstellung ein, als daß sich in nahezu allen osteuropäischen Ländern negative Handelsbilanzen mit ihr ergeben. Während die Importe von hauptsächlich Rohstoffen (Erdöl und Erdgas) kontinuierlich ansteigen, stagnieren die Exporte aufgrund des relativ uninteressanten Absatzmarktes.163 Gründe dafür liegen hauptsächlich darin, daß es in Rußland an einer kaufkraftfähigen Nachfrage mangelt und die strukturellen Voraussetzungen nicht die Qualität anderer osteuropäischer Staaten (Visegrad-Gruppe) aufweisen.164 Daran kann auch eine Liberalisierung der Handelsbeziehungen kurzfristig nichts ändern. [...]

2. Das CEFTA - Abkommen Die CEFTA (Zentraleuropäische Freihandels-Assoziation) wurde am 21. Dezember 1992 zwischen den Ländern Tschechische Republik, Slowakische Republik, Polen, Ungarn und seit 1. Januar 1996 auch Slovenien unterzeichnet.160 Damit wird eine schrittweise Handelsliberalisierung in unterschiedlichen Produktgruppen (Rohstoffe und Halbfertigprodukte, Fertigprodukte, Stahl, Kohle, Textilien und landwirtschaftliche Produkte) mit dem Ziel angestrebt, die mit dem Zusammenbruch des RGW fast zum Stillstand gekommenen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den mittelosteuropäischen Länden wieder aufzubauen.161 Die Stärkung des Intra-Ostblockhandels spielt beim Aufbau von marktwirtschaftlichen Beziehungen - und dies besonders vor dem Hintergrund der Ausgangslage - eine wichtige Rolle. Der bereits erwähnte Kapitalmangel dieser Länder hat zur Folge, daß die Modernisierung der Produktionsanlagen und der damit geschaffenen Güter nur langsam erfolgen kann. Will man einen gänzlichen Konkurs dieser Unternehmen vermeiden, so müssen Absatzmärkte im osteuropäischen Raum gesichert sein. Mit dem Abbau von Importzöllen und nicht-tarifären Hindernissen zwischen den osteuropäischen Ländern ist weiterhin der positive Aspekt einer besseren Möglichkeit der Realisierung von „economies of scale“ verbunden. Die Reduzierung von Exportzöllen trägt dazu bei, daß eine Produktionsstätte für - im Extremfall - alle osteuropäischen Länder genügt und somit durch Ausnutzung von Mengendegressionseffekten günstiger produziert werden kann. Der Zwang zur regionalen Zusammenarbeit innerhalb Osteuropas sollte sich auch aufgrund steigender Transportkosten von West nach Ost ergeben, denn regionale Zulieferer sind dem Fernlieferanten weit überlegen.162 [...]

V. Der Beitrag von Assoziierungsabkommen zur Entwicklung von Märkten 1. Die Theorie des Freihandels Wie die Ausführungen in den vorangegangenen Kapiteln verdeutlichen, ergeben sich beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft und damit verbunden, beim Aufbau von Märkten, zahlreiche Probleme. Um den Übergang zu unterstützen, wurden im Laufe der Umstrukturierung zahlreiche Assoziierungsabkommen gegründet, deren Beitrag für eine erfolgreiche Umstrukturierung der Wirtschaftsprozesse in Osteuropa in der Literatur recht kontrovers diskutiert wird. Entsprechend der traditionellen Theorie des Freihandels sollen die Assoziierungsabkommen durch die Intensivierung des Außenhandels und der damit verbundenen Wirkung des Preismechanismus’ dazu beisteuern, daß sich diese Länder entsprechend ihren komparativen Kostenvorteilen spezialisieren.156 Ein Land wird sich dabei in denjenigen Branchen und auf den Märkten spezialisieren, wo seine Unternehmen vergleichsweise produktiver sind. Dadurch, daß es Waren exportiert, die relativ produktiver zu anderen Ländern hergestellt werden können, und diejenigen, bei deren Herstellung es relativ unproduktiv ist, importiert, wird es das durchschnittliche Produktivitätsniveau erhöhen.157 Jede Vergrößerung des Marktes erhöht dabei das Potential produktivitätserhöhender Spezialisierung, intensiviert den Wettbewerb auf den Märkten und zwingt die Produzenten, die Effektivität der Produktionsprozesse zu steigern.158 Der Freihandel ist jedoch an bestimmte Bedingungen, wie vollständige Konkurrenz, internationale Mobilität der Produktionsfaktoren u.a. gebunden, die in Osteuropa und [...]

Arbeit zitieren:
Buchalik, Lukas Juli 1997: Aufbau von Märkten und Marktstrategien der Unternehmungen im Transformationsprozeß Osteuropas, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketingstrategie, Osteuropa, Transformationsprozeß, Markt, Marktstrategie

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