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Aufbau von Erlebniswelten in der Markenführung von Produkten

Aufbau von Erlebniswelten in der Markenführung von Produkten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Erol Zillmann
  • Abgabedatum: Mai 2001
  • Umfang: 138 Seiten
  • Dateigröße: 2,8 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5642-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5642-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5642-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zillmann, Erol Mai 2001: Aufbau von Erlebniswelten in der Markenführung von Produkten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marke, Markenpolitik, Brand Management

Diplomarbeit von Erol Zillmann

Einleitung:

„Heutzutage ist es nicht mehr damit getan, neue Kunden zu akquirieren und die Kommunikation auf den Kauf auszurichten; es müssen Erlebniswelten und Markenaffinität erzeugt werden, die den Kunden binden und ihn zu einem treuen Fan der Marke, des Unternehmens und/oder des Produkts werden lassen“. Die Aussage dieses Zitats ist der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit und nimmt schon vorweg, dass innovative Produkt- und Kommunikationsstrategien gefordert sind. Markenbildung und Markenführung müssen sich den rasanten Wandlungsprozessen anpassen, auf die veränderten Kundenbedürfnisse mit Mut und Fantasie reagieren. Doch gerade dies stellt die Schwierigkeit dar, denn Marken benötigen in ihrer Führung Kontinuität und Unverwechselbarkeit.

Des weiteren lässt sich eine Konjunktur des Erlebens beobachten, die sich durch alle Bereiche unserer Gesellschaft zieht. Der Konsument verlangt nach Produkten, die nicht nur den Grundnutzen erfüllen, sondern ihm einen Zusatznutzen bieten, mit dem er etwas erleben kann. Emotionale Faktoren schieben sich immer mehr in den Vordergrund. Dadurch tritt das Produkt stärker in den Hintergrund. Was darüber hinaus vermittelt wird, trägt dagegen entscheidend zur Markenbindung bei. Um dem Produkt ein unverkennbares Profil zu geben, werden Erlebniswelten inszeniert, die zur Identifikation mit der Marke führen. Die Werte der Markenwelt werden in die Lebenswelt des Kunden integriert und bestimmen sie mit.

Die Rahmenbedingungen für die Markenführung haben sich in den letzten Jahren außerdem radikal verändert durch einen Wertewandel in der Gesellschaft, mit deutlichem Trend zu einer Freizeitorientierung und zu einem erlebnisorientiertem Lebensstil. Hinzu kommt, das auf gesättigten Märkten mit austauschbaren Produkten, Informationsüberlastung, Medienüberflutung und einer abnehmenden Werbeeffizienz, die Abgrenzung des eigenen Angebots von Konkurrenzangeboten primär nur noch durch Besetzung einzigartiger Markenerlebniswelten möglich ist.

Vor diesem Hintergrund werden Erlebniswelten näher betrachtet und die Frage soll beantwortet werden, wie sich Erlebniswelten aufbauen lassen. Fokussiert wird dabei das Feld der Marketing-Kommunikation mit ihren Anzeigen, Plakaten und Werbespots, sowie die immer mehr in Mode kommenden, nicht-klassischen Kommunikationsinstrumente, z.B. Events oder Sponsoring.

Gang der Untersuchung:

Die erste Hälfte der Arbeit gibt Einblick in die Entwicklung der Marke sowie ihre Funktion und Struktur. Es werden wichtige Begriffe in bezug auf Marken definiert, die für das weitere Verständnis des Markenaufbaus von Bedeutung sind. Hinzu kommt der Einfluss der neuen Herausforderungen und Rahmenbedingungen sowie der Soziologie und Psychologie auf die Markenbildung. Weiterhin werden die gegenwärtig bestehenden Strategien und Instrumente zur Profilierung von Marken beleuchtet, im speziellen die erlebnisorientierte Markenstrategie mit ihrer Erlebnisvermittlung und emotionalen Produktdifferenzierung. Es wird eine Theorie zur Erlebnisweltkonstruktion aufgestellt, wie eine Erlebniswelt aufgebaut werden soll und welche Instrumente dafür zur Verfügung stehen. In der zweiten Hälfte der Arbeit werden anhand von Praxisbeispielen der Marken Marlboro, Camel und Beck´s der Aufbau von Erlebniswelten näher betrachtet, um eventuelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Der Untersuchungsgegenstand und Aufbau der Arbeit 1
1.2 Markenbedeutung und Markenverständnis 2
2. Begriffliche Grundlagen der Marke und der Markenführung 6
2.1 Theoretische Erklärungsansätze der Marke 6
2.2 Funktion von Marken 10
2.3 Neue Herausforderungen, strukturelle Marktveränderungen 13
2.4 Veränderte Konsum- und Verhaltensweisen 15
2.5 Markenführung und Markenpolitik 17
2.6 Struktur der Marke 21
2.6.1 Markenidentität 22
2.6.2 Markenkern 28
2.6.3 Markenpersönlichkeit 28
2.6.4 Markenimage 30
2.6.5 Markenpositionierung 31
3. Psychologie des Markenartikels 33
3.1 Modell der Markenwirkungen 33
3.2 Markenverarbeitung 34
3.2.1 Involvement 34
3.2.2 Markenwissen 35
3.2.3 Markenwahrnehmung und -beurteilung 39
3.3 Soziale Markenumwelt 42
4. Markenstrategie 45
4.1 Grundsatzentscheidungen 45
4.1.1 Entscheidungen über die Markenpositionierung 45
4.1.2 Entscheidungen über die Markentypen 46
4.2 Erlebnisorientierte Markenstrategien 48
4.2.1 Voraussetzungen erlebnisorientierter Markenstrategien 48
4.2.2 Ziele erlebnisorientierter Markenstrategien 49
5. Aufbau einer Marken-Erlebniswelt 52
5.1 Begriff der Erlebniswelt 52
5.2 Kategorisierung von möglichen Erlebnissen 55
5.3 Bestandteile der Marken-Erlebniswelt 58
5.4 Konstruktion von Erlebniswelten 60
6. Instrumente der Erlebniswertvermittlung im Rahmen der Markenpoltik 66
6.1 Produktpolitik 66
6.1.1 Die erlebnisorientierte Produktgestaltung 67
6.1.2 Die Produktmarkierung 68
6.1.3 Das Produktdesign 70
6.2 Kommunikationspolitik 72
6.2.1 Klassische Kommunikationsinstrumente 72
6.2.2 Nicht-klassische Kommunikationsinstrumente 73
6.2.3 Kommunikation von Erlebniswelten 76
6.2.4 Integrierte Kommunikation 77
7. Vergleich unterschiedlicher Erlebniswelten in der Praxis 80
7.1 Aufbau von Erlebniswelten im Zigarettenmarkt 80
7.1.1 Der Zigarettenmarkt in Deutschland 81
7.1.2 Hintergrundinformationen zu Marlboro 83
7.1.3 Die Markenidentität von Marlboro 85
7.1.4 Die Erlebniswelt von Marlboro 88
7.1.5 Die Erlebniswelt von Camel 101
7.1.6 Zusammenfassung und Vergleich von Marlboro und Camel 107
7.2 Aufbau von Erlebniswelten im Biermarkt am Beispiel Beck’s 111
7.2.1 Rahmenbedingungen des Biermarktes 111
7.2.2 Klassische Kommunikation von Beck’s 111
7.2.3 Nicht-klassische Kommunikation von Beck’s 113
8. Zusammenfassung 117
Literaturverzeichnis 120

Automatisiert erstellter Textauszug:

Produktverpackung zusammen. Durch die Produktgestaltung kann das, in der Marketingstrategie formulierte Erlebnisprofil vermittelt werden. • Das Produktdesign bezieht sich auf die Gestaltung des Markenbildes, auf die Verpackung oder das Produkt. Gerade auf gesättigten Märkten kommt der äußeren Erscheinung eines Produktes eine hohe Bedeutung zu. • Das Produktdesign erfüllt auch eine praktische Funktion, indem sie die Produktfunktion unterstützt. Durch abwechslungsreiche und anregende Formen können des weiteren emotionale Bedürfnisse befriedigt werden, wobei die Schönheit und Individualität im Vordergrund stehen. • Das Produktdesign erfüllt zudem noch eine symbolische Funktion für die individuelle Lebensgestaltung und den demonstrativen Konsum. Es sollte nicht nur auffallen und gefallen, sondern einen Beitrag zur individuellen Lebensqualität der Konsumenten beisteuern. Dies geschieht durch eine Orientierung an den Lebensstilen und Lebensgewohnheiten der Benutzer und das Wecken von Begehrlichkeit.139 • Die Verpackung unterstützt neben der eigentlichen Aufgabe, Schutz und Sicherheit beim Transport, Wiedererkennung, die Positionierung und die Qualitätswahrnehmung, um möglichst prägnant und eigenständig zu erscheinen. Als Gestaltungsparameter zur Erlebnisvermittlung der Verpackung [...]

Produktnutzen alleine nicht geboten werden kann. Die Marke Mercedes hat dieses Schema in einer ihrer Werbungen benutzt: Ein junger Mann flieht dem Treiben eines orientalischen Bazars und steigt in seinen Mercedes ein. Mit dem Schließen der Autotür ist von dem nervenden Lärm nichts mehr zu hören, es folgt eine beruhigende Stimme: „Willkommen daheim“. Zu 3) Mit zielgruppenspezifischen Erlebnissen sollen bestimmte Zielgruppen innerhalb einer Kultur angesprochen werden. Die Erlebnisvermittlung kann durch Ansprache von Lifestyles, Trends oder Hobbys erfolgen. Mit der Auswahl der emotionalen Erlebnisse sollte das vorherrschende Lebensgefühl, bzw. der Lebensstil der Zielgruppen getroffen werden. In letzter Zeit ist eine verstärkte Lifestyle-Orientierung von Markenauftritten zu beobachten. So werden LifestyleGruppen als Leitbilder für die Marke benutzt, um emotionale Erlebniswelten zu vermitteln. Beck´s spricht eine weltläufige Genussgruppe an, Nescafe die selbstbewusste Frau oder Bacardi die jugendliche weltläufige Gruppe. Es gibt sehr viele verschiedene Lebensstile, vom Szene-DJ bis hin zu umweltbewussten Menschen. Die Orientierung an Lifestyles birgt grundsätzlich die Gefahr der Austauschbarkeit.137 Marlboro ist ein sehr bekanntes Beispiel einer Lebensstil-Strategie, die den Lebensstil der nordamerikanischen Cowboys darstellt. Man kann auch Trends aufgreifen, wie den Siebziger Jahre Trend. Ein Problem dabei ist, dass Trends sehr flüchtig sind und sehr stark zwischen Kulturen variieren. Bei der Auswahl der Erlebnislinie muss man darauf achten, dass die gewählten Erlebnisse mit dem Verbreitungsradius der Marke übereinstimmen. [...]

Hedonist bezeichnet, der sich „nach Lust und Laune“ verhält, Spaß „hier und jetzt“ hat und seine Gefühle „hautnah“ ausleben möchte.133 Man kann davon ausgehen, dass es unendlich viele Erlebnisse gibt, mit wiederum zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten. Kroeber-Riel teilt diese in drei Kategorien ein: 1. biologisch vorprogrammierte Schemata wie Archetypen, 2. kulturell geprägte Schemata wie das Mittelmeerschema, 3. zielgruppenspezifische Schemata wie das Sportschema.134 Zu 1) Die biologisch vorprogrammierten Schemata werden auch als kulturübergreifend wirkende Erlebnisse betrachtet. Besonders wirksam sind dabei Schlüsselreize wie der Anblick eines Babys, eines Tieres oder eines reizvollen Körpers, die biologisch vorprogrammierte Reaktionen auslösen und die Empfänger weitgehend automatisch erregen. Dies gilt auch für „Archetypen“, unter denen man allgemeinauftretende psychische Grundtypen des „kollektiven Unbewussten“ versteht. Solche Reize zeigen generell eine verlässliche Wirkung und finden dementsprechend häufig Einsatz.135 Zu 2) Kulturell geprägte Schemata können aus Gefühlen • • • zur Heimat, zu bestimmten Regionen oder Kulturen, zu bestimmten Ereignissen/Epochen der Vergangenheit, die mit bestimmten Situationen verbunden sind, bestehen. Ein Beispiel zum Heimat-Schema ist f6. Es ist eine Zigaretten-Marke aus Ostdeutschland, die durch Werbung versucht, den Heimatstolz der Ostdeutschen zu beleben und dieses Gefühl auf ihre Marke zu übertragen. Auf Plakaten und Anzeigen wird voller Stolz das Produkt präsentiert, mit der Headline: „Bei uns die Nr. 1“, „Original aus Dresden“, „Unser Klassiker“. Die Aussagen dieser Anzeigen gehen alle in die gleiche Richtung: es gibt viele westliche Zigaretten-Marken, aber diese ist „eure Zigarette“. Beschränkung einer solchen Kampagne: sie funktioniert nur mit Ostdeutschen.136 Es können auch Erlebnisse gewählt werden, die sich auf Märchen, Mythen und Fabeln beziehen. Als Marken-Geschichten versprechen sie die Erfüllung, die vom reinen [...]

Arbeit zitieren:
Zillmann, Erol Mai 2001: Aufbau von Erlebniswelten in der Markenführung von Produkten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marke, Markenpolitik, Brand Management

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