Aufbau und Betrieb eines Online-Handels unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte anhand eines praktischen Beispiels
- Art: Abschlussarbeit
- Autor: Oliver Götze
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 35 Seiten
- Dateigröße: 797,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: EBW - Erfolg durch Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9386-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9386-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9386-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Götze, Oliver September 2005: Aufbau und Betrieb eines Online-Handels unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte anhand eines praktischen Beispiels, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internethandel, Ebay, Amazon, Online-Geschäfte, Existenzgründung
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Abschlussarbeit von Oliver Götze
Bei der Studie handelt es sich um eine Abschlussarbeit im Rahmen eines Weiterbildungsstudiums eines privaten Anbieters. Literaturangaben sind außer dem vom Weiterbildungsträger angebotenen Lehrmitteln (vier Quellenangaben) nicht für die Erstellung der Arbeit verwendet worden, da es sich um eine vorwiegend empirische Arbeit handelt.
Einleitung:
Obwohl der Online-Markt durch das Platzen der Spekulationsblase ab dem Jahr 2000 herbe Rückschläge hinnehmen musste, boomt das Geschäft im Internet nach wie vor. Nach einer Studie des Branchenverbandes BITKOM, überschritten die bundesweiten Umsätze im Jahr 2004 erstmals die Marke von 200 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Umsatzplus von 76 Prozent erreicht.
Der größte Teil entfiel auf Geschäfte zwischen Unternehmen, doch der Online-Handel mit Privatkunden legte ebenfalls stark zu. Das Handelsvolumen im Internet soll sich bis 2008 noch mehr als verdreifachen.
Große Online-Händler wie z.B. Amazon, deren Hauptgeschäft aus dem Verkauf von Bücher, CDs und Elektroartikel besteht, oder die weltgrößte Plattform für Online-Auktionen Ebay, haben in wenigen Jahren eine dominierende Marktstellung eingenommen. Die vorherrschende Stellung dieser Unternehmen stellt für alle anderen, die in gleicher Weise und in gleicher Größe in den Markt eintreten wollen, eine gewaltige Eintrittsbarriere dar. Mitbewerber machen nur noch unbedeutende Umsätze, oder sind ganz vom Markt verschwunden.
Während Ebay, auch aufgrund von immer wieder auftretenden Negativschlagzeilen, hauptsächlich durch seinen Bekanntheitsgrad beeindruckt, glänzt Amazon neben den über Jahre aufgebautem Image als größter Online-Buchhändler mit einem hohen Käufervertrauen. Während Ebay auf Masse setzt (mittlerweile werden ein Drittel aller Online-Handelsaktivitäten in Deutschland auf Ebay abgewickelt), setzt Amazon auf Klasse.
Obwohl jeder potentielle Käufer alle Angebote dieser beiden Internetfirmen ohne größeren Aufwand vergleichen könnte, gibt es sehr wenig Käufer, die beide Unternehmen für ein bestimmtes Produkt in Betracht ziehen. So ist es z. B. möglich, ein und dasselbe Produkt bei Amazon mit einem 60% höheren Preis und einer 300% größeren Stückzahl zu verkaufen (im Kapitel Online-Distributionskanäle soll näher auf das Geschäftsmodell von Amazon und Ebay und die Möglichkeit des Handelns auf den entsprechenden Plattformen eingegangen werden).
Trotz der vielen Möglichkeiten die der Online-Handel in Sachen Information, Kauf, Bezahlung und Abwicklung bietet, ist das Geschäft sehr schwierig. Auf dem Käufermarkt Internet herrscht permanenter Preiskampf. Preissuchmaschinen, Vergleichsportale und Foren machen diesen Markt und die auf ihm angebotenen Waren für den potentiellen Käufer völlig transparent.
Beratung, Lieferperformance oder sonstiger Service spielen nur eine Nebenrolle – allein der Preis ist entscheidend. Viele Online-Händler haben deshalb den eigenen Internetauftritt aufgegeben und handeln nur noch auf Handelsplattformen, die die großen Internet-Unternehmen wie Amazon und Ebay zur Verfügung stellen.
Generell lassen sich Verkäufer im Online-Markt grob in zwei Gruppen unterteilen. Zum einen sind es Unternehmen, aus klassischen Branchen (z.B. Einzelhändler oder Katalogdistributoren), die den Online-Handel, als zusätzlichen Distributionskanal verwenden, zum anderen professionelle Online-Händler, die Ihre Ware ausschließlich über das Internet veräußern.
Die Reichweite des Internets ist nahezu unbegrenzt. Ein gigantisches Käuferpotential kann erreicht werden. Gleichzeitig werden aber auch unbegrenzt viele potentielle Wettbewerber auf ein Angebot im Internet aufmerksam. Die Transparenz dieser Handelsform ermöglicht es jedem mit mittleren Computer- und Internetkenntnissen in das Geschäft einzusteigen.
Auch ist es kein Problem, an Preise und Warenquellen zu gelangen. Dennoch müssen genau wie bei allen anderen Unternehmungen relevante betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Vor allen Kostenverursacher und die entsprechende Höhe der Kosten werden häufig unterschätzt. Aus dieser Unkenntnis heraus werden dann viele Waren zu billig angeboten und ein weiterer Preiskampf ist losgetreten.
Diese Arbeit beschreibt die Erfahrungen die beim Aufbau und ca. einjährigem Betrieb eines Online-Handels gemacht wurden.
Gleichzeitig sollen alle für einen Distanzhandel dieser Art notwendigen betriebswirtschaftlichen Mittel dargestellt und dokumentiert werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Online-Distributionskanäle | 2 |
| 2.1 | Amazon | 2 |
| 2.2 | Ebay | 4 |
| 2.3 | Direkthandel über das Internet | 7 |
| 2.4 | Gebühren- u. Provisionsvergleich and eines Artikels | 10 |
| 3. | Beschaffung von Handelswaren | 10 |
| 3.1 | Art der Waren | 10 |
| 3.2 | Bezugsquellen | 10 |
| 4. | Marketing | 12 |
| 4.1 | Marktforschung | 13 |
| 4.2 | Positionierung der Produkte | 13 |
| 4.3 | Produktpolitik | 14 |
| 4.4 | Preispolitik | 15 |
| 4.5 | Produktportfolio | 17 |
| 5. | Controlling | 19 |
| 5.1 | Ermittlung der primären Kosten | 19 |
| 5.2 | Ermittlung der Stückselbstkosten | 21 |
| 5.3 | Deckungsbeitragsrechnung | 22 |
| 6. | Finanzierung und Investition | 23 |
| 6.1 | Anfangsbilanz | 23 |
| 6.2 | Ermittlung des Jahresüberschusses | 24 |
| 6.3 | Ermittlung des Kapitalbedarfs | 25 |
| 6.4 | Schlussbilanz | 26 |
| 7. | Resümee | 26 |
| 7.1 | Gründe für das Nichterreichen des Unternehmensziels | 26 |
| 7.2 | Voraussetzungen zum Aufbau und Betrieb eines erfolgreichen Online-Handels | 28 |
| Glossar | 30 | |
| Literaturverzeichnis | 33 | |
| Online-Quellen | 33 |
4.1 Marktforschung Vor dem Einkaufen und Anbieten von Waren im Internet, sollte eine ausführliche Markt- und Wettbewerbsanalyse durchgeführt werden. Durch die sehr transparente Handelsform auf Ebay und Co. ist dies für den angestrebten Markt relativ einfach. Es lässt sich ohne großen Aufwand feststellen welche Waren ein Käufer, zu welchem Preis, wie (Präsentation der Ware im Internet), in welcher Menge, wie schnell, mit welchem Aufwand (Angebotsoptionen) wann und an wen verkauft. Anhand der vom Käufer abgegebenen Bewertungen können außerdem Rückschlüsse auf den Zufriedenheitsgrad des Käufers und die Qualität der verkauften Waren gezogen werden. Mit entsprechender Software, die oft kostenlos angeboten wird, lassen sich das Sammeln von Marktinformationen und das Erstellen von Analysen automatisieren, so dass in kürzester Zeit ein umfassender Marktüberblick gewonnen werden kann. Aufgrund dieser Transparenz ist das agieren in diesem Markt aber auch äußerst schwierig, weil praktisch alles mit wenig Aufwand sehr schnell kopiert werden kann. Die tägliche Beobachtung der Konkurrenz und die bei Bedarf daraus resultierende Optimierung des eigenen Angebotes, gehören zum Tagesgeschäft jedes Online-Händlers, um seine Verkaufschancen gegenüber dem Wettbewerb zu waren. Aufschlüsse über die Akzeptanz eigene Angebote können in realen Experimenten ermittelt werden. Durch Änderung von Preis und Produktbeschreibung, Auswertung von Rückfragen potentieller Käufern (was durch die Art des Handels hervorragend per E-Mail funktioniert) und Auswertung von Besuchern der Angebotsseite, werden Rückschlüsse auf das Kaufverhalten gezogen und Angebotsunterlagen entsprechend angepasst. 4.2 Positionierung der Produkte Der wichtigste Aspekt im Onlinehandel ist die Positionierung von Produkten auf den entsprechenden Angebotsseiten. Neben dem Preis ist eine richtige Positionierung einer der wenigen Möglichkeiten sich bei gleicher Ware von Konkurrenten abzuheben. Eine höhere Aufmerksamkeit bei potentiellen Käufern wird durch folgende Positionierungsmerkmale erreicht: Korrekte Artikelbezeichnung, damit ein Angebot gefunden wird Mehrfachschreibweise um Suchtreffer zu erhöhen (z.B. 256 MB, oder 256MB) Auswahl geeigneter Stichwörter zur Erhöhung der Angebotsreichweite Anspruchsvolle Fotos, die dem potentiellem Käufer auffallen Ausführliche Artikelbeschreibungen, um Unklarheiten zu vermeiden Benutzerfreundliche Weboberflächen, die das Bedienen und Navigieren erleichtern Richtige Platzierung von Informationen (wichtige Details zuerst) Angemessene Darstellung (Technische Daten in Tabellenform) Verwendung von passenden Designelementen um Professionalität zu dokumentieren Hervorhebung der Verkaufsargumente Verwendung außergewöhnlicher Textbausteine [...]
Beinhalten die Versandkosten nur die reinen Transportkosten, kommen bei einer „door-to-door“-Lieferung zusätzlich Zollabwicklungskosten, Finanzierungskosten und Vorlageprovisionen dazu, die der jeweilige Paketdienste in Rechnung stellt. Warenbeschaffung in Ostasien Die günstigste Einkaufsquelle für die meisten Produkte und Elektronikwaren aller Art ist Asien und hier speziell China oder Taiwan. Auch hier lassen sich in kürzester Zeit Geschäftskontakte über das Internet und per E-Mail aufbauen. Allerdings müssen Händler, die ihre Ware aus Asien beziehen mit höheren Finanzierungskosten rechnen, da viele Unternehmen aus dieser Region ausschließlich Vorkasse akzeptieren, um ihre Finanzierungskosten angesichts des auch in Asien vorherrschenden immensen Wettbewerbsdrucks, in den Griff zu bekommen. Generell tätigt der Einkäufer eine Anzahlung von 30% des Einkaufswertes, damit die Produktion gestartet wird und 70% Restzahlung nach Fertigstellung und vor Verschiffung der Produkte. Der Geldtransfer für die Bezahlung der Ware gestaltet sich durch die für diesen Zweck notwendig werdende Internationale Überweisung, etwas schwieriger als bei innereuropäischen Überweisungen oder der Bezahlung mit Kreditkarte wie z. B. in den USA üblich. Eine Internationale Überweisung muss bei der Hausbank in Auftrag gegeben werden und generiert zusätzliche Bearbeitungskosten. Der Geldtransfer ist auch von den ausführenden Banken nicht genau definierbar und dauert zwischen 1 und 3 Wochen. Bei den Bewertungen von Preisen auf dem chinesischen Markt, schauen viele Unternehmen immer noch ausschließlich auf die Herstellkosten, bzw. auf den Einkaufspreis der beim Einkauf eines Produktes in Fernost erzielt werden kann. Diese Zahlen, werden dann genutzt, um bei Zulieferern einen entsprechenden Preisdruck aufzubauen. Zusätzliche Kosten wie z.B. Finanzierungskosten, Verlagerungskosten, Transportkosten, Übersetzungskosten, Zoll oder Kosten für Korrespondenz, Verwaltung, Abwicklungspauschalen und Vorlageprovisionen werden oft nicht genügend berücksichtigt. Auch wenn sich nach Abzug dieser Kosten eine ausreichende Gewinnspanne für ein lohnendes Geschäft erzielen lässt, bleiben Flexibilität, Lieferzeit, Qualität, Kundenservice und ReklamationsPerformance oft auf der Strecke. 4. Marketing Durch die in Kapitel 1. beschriebenen Besonderheiten des Online-Handels ist der Markt für einen Distanzhändler durch die jeweiligen Produktplattformen auf denen er seine Ware anbieten kann begrenzt und als abgeschlossenes System zu betrachten. Wann immer in dieser Arbeit von einem Markt die Rede ist, ist genau der oben beschriebene Markt gemeint. Viele Themen des Marketings lassen sich deshalb von vorn herein ausschließen und werden hier nicht erwähnt. Andere, wie z. B. Marktforschung, Differenzierungsmerkmale bei identischen Produkten und Positionierung gegenüber Wettbewerbsprodukten sollen ausführlicher behandelt werden. [...]
Die Mengen, die ein kleiner Einzelhändler aufgrund seines begrenzten zur Verfügung stehenden Kapitals abnehmen kann, reichen aber meistens nicht aus, um einen angemessenen Rabatt beim Großhändler auszuhandeln. Dadurch steht die zu erwartende Gewinnmarge in keinem Verhältnis zum Aufwand der für den Wiederverkauf der Waren notwendig ist. Falls der Online-Händler keinen Zugriff auf geheime, oder einzigartige Bezugsquellen hat, lassen sich außer mit Nischenprodukten oder Produkten die sich am Ende der Produktlebenszeit befinden keine lohnenden Geschäfte mit den Einkauf über nationale Großhändler machen. Anders verhält es sich bei der Logistik und Lieferperformance. Hier liefern die meisten Großhändler einen hervorragenden Service. Viele Waren der Handelsunternehmen befinden sich nämlich auf Lager und können kurzfristig geliefert werden. Der Wiederverkäufer kann so sehr schnell (1 Tag – Woche) die für den Verkauf bestimmten Waren beschaffen. Durch das „Vorkasse-Bezahlsystem“ wie z.B. bei Ebay üblich und einem verlässlichen Zulieferer, ist es für den OnlineHändler sogar möglich, Leerverkäufe durchzuführen, wodurch sich Finanzierungskosten deutlich reduzieren lassen. Beschaffung über Restpostenhändler Eine günstige Beschaffungsquelle sind Restpostenhändler. Diese bieten auslaufende Artikel die in einer Restmenge vorhanden sind zu einem sehr günstigen Preis an. Für große Online-Händler sind diese Bezugsquellen uninteressant, da sich Umsätze im großen Stil hiermit nicht planen und realisieren lassen. Der große Nachteil dieser Bezugsquellen, auch für kleine Einzelhändler ist die unsichere temporäre Verfügbarkeit der Waren, mit der realistische Absatzplanungen unmöglich sind Direktimport Im Zeitalter des globalen Handels ist auch der Import von Handelswaren heutzutage kein Problem mehr. Über B2B-Portale können für jedes Produkt in kürzester Zeit internationale Handelspartner auswendig gemacht werden. Über EMail können dann Preise, Rabatte und Lieferkonditionen beim entsprechenden Händler oder Hersteller angefragt werden. Allerdings sind der Beschaffungsaufwand, sowie der Aufwand für Bezahlung, Logistik, Zollabwicklung, Korrespondenz und Reklamation deutlich höher als bei einer inländischen Beschaffung. Warenbeschaffung in den USA und dem europäischen Ausland Für den Online-Vertrieb interessante Handelswaren lassen sich mit relativ wenig Aufwand in den USA und dem europäischen Ausland beziehen. Die Bezahlung kann über Kreditkarte, innereuropäische Überweisung (nicht in den USA) oder PayPal abgewickelt werden. Bei den angebotenen Produkten aus diesen Gebieten handelt es sich meistens um Lagerware, die mit internationalen Paketdiensten entsprechend schnell geliefert wird. Neben den Einkaufspreisen müssen dann allerdings noch Versandkosten und Zoll dazugerechnet werden. [...]
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Götze, Oliver September 2005: Aufbau und Betrieb eines Online-Handels unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte anhand eines praktischen Beispiels, Hamburg: Diplomica Verlag
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