Attraktivitätsprüfung des Wirtschaftsstandortes USA für deutschsprachige Unternehmensgründer
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Thomas Kattnigg
- Abgabedatum: Januar 2006
- Umfang: 100 Seiten
- Dateigröße: 552,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9499-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9499-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9499-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kattnigg, Thomas Januar 2006: Attraktivitätsprüfung des Wirtschaftsstandortes USA für deutschsprachige Unternehmensgründer, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Amerika, Existenzgründung, Green Card, KMU, Kultur
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Magisterarbeit von Thomas Kattnigg
Einleitung:
Hohes Wirtschaftswachstum und eine durch den Global Competitiveness Report 2005 auf den zweiten Rang errechnete Marktattraktivität lassen die USA als äußerst attraktiven Wirtschaftsstandort erscheinen. Im Speziellen sind Großinvestoren und globale Unternehmen die Nutznießer der Vorteile des Wirtschaftsstandortes USA.
Immer wieder sorgten milliardenschwere Fusionen, feindliche Übernahmen und grenzüberschreitende Unternehmensverflechtungen im letzten Jahrzehnt für Schlagzeilen in internationalen Wirtschaftsblättern. Durch den weltweiten Abbau von Handelsbeschränkungen, die Liberalisierung von ausländischen Direkt Investitionen (FDIs), erleichterte Regulierungen und nicht zuletzt die neuen Medien sorgen für das Voranschreiten der Globalisierung. Dies führt weiters zu erhöhtem Konkurrenzdruck und gesättigten Märkten, welches Unternehmen die Frage nach neuen Absatzmöglichkeiten nahe legt.
Im Jahre 2000 konnte ein Rekordstand von Auslandsinvestitionen verzeichnet werden. Diesem Internationalisierungsprozess steht die USA, gefolgt von dem asiatischen Raum, als größtes Empfängerland entgegen. Somit hat sich das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ als attraktivster Markt für ausländische Investoren positioniert.
Im Speziellen liegen Bundesstaaten wie etwa Kalifornien, mit seiner schillernden Metropole Los Angeles, im Augenmerk vieler Investoren und Unternehmensgründer. Die Region Los Angeles gesondert betrachtet liegt mit einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 470 Milliarden Dollar - theoretisch - auf Rang 16 unter den größten Volkswirtschaften der Welt, gleich hinter Südkorea und Russland.
Anders betrachtet kann man von einem kumulierten Bruttoinlandsprodukt von SüdKorea, Indonesien, Thailand, Malaysia und den Philippinen sprechen. Eine weitere Besonderheit liegt in der Tatsache, dass Los Angeles über mehr Technologie basierende Unternehmen verfügt als der Wirtschaftscluster Silicon Valley, welcher sich ebenfalls in der Wirtschaftsmacht Kalifornien angesiedelt befindet.
Der wirtschaftliche Erfolg von milliardenschweren Fusionen und Investitionen liegt somit auf der Hand. Doch wie stehen nun die Chancen bei der Gründung eines KMU in den USA für einen deutschsprachigen Entrepreneur?
Ist dies auch ohne einen milliardenschweren finanziellen Rückhalt durch das Mutterunternehmen möglich? Geht man noch einen Schritt weiter und das nimmt sich diese Arbeit zum Auftrag, darf man die Frage nicht nur auf die Durchführbarkeit einer Gründung beschränken, sondern diese auch bezüglich der Attraktivität und den Chancen stellen.
Zusammenfassung:
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird nun geklärt, ob sich die USA auch genauso attraktiv für KMU bzw. Unternehmensgründer, welche nicht über vergleichbare finanzielle Mittel wie die bereits obig erwähnten globalen Unternehmen verfügen, darstellen. Diesbezüglich werden mögliche Motivationsfaktoren hinsichtlich einer Gründungsentscheidung analysiert und diskutiert.
Weiters werden Erfolgsfaktoren von KMU am US-Markt aufgezeigt. Durch eine Analyse der Rahmenbedingungen einer Gründung, welche sich durch rechtliche, finanzielle und infrastrukturelle Kriterien definieren, wird die Entscheidung hinsichtlich der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes USA gefällt.
Das Ergebnis fällt äußerst positiv aus, da grundsätzlich keine Gründungsbarrieren auszumachen sind und darüber hinaus das Erfolgspotential einer Gründung hoch einzuschätzen ist. Lediglich das im Vergleich zu Zentraleuropa große Haftungsrisiko bezüglich Produktklagen und Verbindlichkeiten der Geschäftstätigkeit kann als Problembereich identifiziert werden.
Gang der Untersuchung:
Diese Diplomarbeit nimmt es sich grundlegend zum Auftrag, den Wirtschaftstandort USA auf seine Attraktivität für Unternehmensgründer aus dem deutschsprachigen Raum zu analysieren. Im Kapitel 3 werden die gewonnen Informationen dahingehend verwendet, die Geschäftsidee „Partystarter“ auf ihre Durchführbarkeit und ihr Erfolgspotential zu analysieren.
Die Methodik teilt diese Arbeit in zwei analytische Bereiche und somit in zwei Entscheidungsgrundlagen, welche die erfolgskritischen Faktoren einer Auslandsgründung beinhalten. Ersterer soll den Wirtschaftsstandort USA bezüglich der Gründungsinfrastruktur und der rechtlich, steuerlichen Rahmenbedingungen prüfen. Es wird versucht, eine klare Einschätzung hinsichtlich möglicher Gründungsbarrieren zu geben.
Es muss jedoch erwähnt und unbedingt auf die Tatsache hingewiesen werden, dass die Überlegungen einer möglichen Unternehmensgründung nicht ausschließlich durch die folgende Analysearbeit beantwortet werden kann, da man sich nicht der Frage bezüglich Branche und Region entziehen vermag, um für den US-Markt eine realistische Einschätzung gewährleisten zu können. Dies kann in diesem Rahmen der Diplomarbeit aus Gründen des Arbeitsumfanges und Informationsbeschaffung lediglich hinsichtlich der Geschäftsidee „Partystarter“ vorgenommen werden.
Im zweiten Teil werden kulturelle Besonderheiten von Auslandsgründungen in die Attraktivitätsanalyse des US-Markts miteinbezogen, da sie maßgeblich zum Erfolg bzw. Misserfolg einer Auslandsgründung beitragen. Interkulturelle Unterschiede machen sich nicht nur in Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens bemerkbar, sondern können auch maßgeblich auf Verlauf und Erfolg von internationalen Geschäftbeziehungen Einfluss nehmen.
Da KMU und Unternehmensgründer durch eine Gründung in den USA mit kulturellen Unterschieden in Bereichen der Kommunikation, des Marketings und des Personalmanagements ausgesetzt sind, wird im Rahmen des zweiten Kapitels diese Problematik thematisiert.
Im Speziellen wird das deutsch-amerikanische Verhältnis geklärt und schließlich der gesamte Arbeitstitel der Diplomarbeit beantwortet. Es wurde festgestellt, dass sich die zentraleuropäische Mentalität von der amerikanischen sehr wohl unterscheidet, jedoch das Risiko im Vergleich zu anderen Kulturkreisen, wie etwa Japan, keinesfalls als hoch zu bewerten ist. Dennoch lassen sich Kulturschocks auf personeller Ebene nachweisen und diese können das „Aus“ der Geschäftstätigkeit für den Unternehmensgründer bzw. für das KMU bedeuten.
Im dritten und letzten Teil dieser Diplomarbeit wird eine Geschäftsidee auf Basis der theoretischen Vorarbeit analysiert und eine strategische Planung des Markteintritts und der Implementierung des Produktes unter Berücksichtigung der Besonderheiten des amerikanischen Marktes durchgeführt. Die Ergebnisse aus den ersten beiden Kapiteln werden im Kapitel 3 in Form eines Modells zusammengeführt.
Dieses Modell ermöglicht es die Risikofaktoren einer Gründung in den USA zu minimieren. Dies ist zum einen durch eine auf bundesstaatlicher Ebene basierenden Standortwahl und zum anderen durch eine genaue Analyse des Persönlichkeitsprofils des Entrepreneurs möglich.
Die Schlussbetrachtung führt die erhobenen Ergebnisse zusammen und formt daraus eine Situationsbeurteilung und etwaige Gestaltungsempfehlungen für Unternehmer, welche sich ebenfalls in einer Gründungsüberlegung befinden oder bereits durch Exporttätigkeit den ersten Schritt der Internationalisierung vollzogen haben.
Dabei bilden die Gestaltungsempfehlungen zum Aufbau einer ‚credit-history’ und der Gründung eines zweiten Unternehmens zur Sicherung der Vermögenswerte die elementarsten Erkenntnisse. Erfolgsfaktoren wie „Standortwahl“ und „Personaltraining“ finden auf Grund ihrer großen Bedeutung nochmalige Erwähnung.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| MANAGEMENT SUMMARY | 1 | |
| PROBLEMSTELLUNG | 3 | |
| ZIELSETZUNG & METHODIK | 5 | |
| 1. | ANALYSE DES WIRTSCHAFTSSTANDORTES USA | 7 |
| 1.1 | EINLEITUNG | 7 |
| 1.2 | BESONDERHEITEN DES US-MARKTS | 8 |
| 1.3 | DIE WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG DER USA SEIT 2000 | 9 |
| 1.4 | INTERNATIONALISIERUNGSPROZESSE | 11 |
| 1.4.1 | Beginn der Internationalisierung durch den deutschsprachigen Raum | 11 |
| 1.4.2 | Internationale Grundausrichtungen | 12 |
| 1.4.3 | Formen internationaler Aktivitäten | 13 |
| 1.4.4 | Markteintrittstrategien | 16 |
| 1.4.5 | Eintrittsbarrieren | 17 |
| 1.5 | ERFOLGSFAKTOREN VON KMU AUF DEM US-MARKT | 18 |
| 1.5.1 | Strategische Planung | 18 |
| 1.5.2 | Unternehmenskultur | 19 |
| 1.5.3 | Unternehmerpersönlichkeit | 20 |
| 1.5.4 | Mitarbeiter | 21 |
| 1.5.5 | Marktbearbeitung und Kundennähe | 22 |
| 1.5.6 | Überschaubare und flexible Organisationsstruktur | 23 |
| 1.6 | MOTIVATIONSFAKTOREN ZUR AUSLANDSGRÜNDUNG IN DEN USA | 24 |
| 1.6.1 | Effiziente Marktbearbeitung | 24 |
| 1.6.2 | Zugang zum Arbeitsmarkt | 25 |
| 1.6.3 | Senkung der Transport- und Infrastrukturkosten | 25 |
| 1.6.4 | Generierung von Steuervorteilen | 25 |
| 1.6.5 | Nützung öffentlicher Förderungen | 26 |
| 1.6.6 | Zugang zu Forschung und Entwicklung | 26 |
| 1.6.7 | Wechselkursrisiko | 27 |
| 1.6.8 | Stabiles politisches Umfeld | 27 |
| 1.7 | RAHMENBEDINGUNGEN DER GRÜNDUNG | 27 |
| 1.7.1 | Unternehmensformen | 28 |
| 1.7.2 | Gründungsprozess einer Corporation | 31 |
| 1.7.3 | Gründungskosten | 32 |
| 1.7.4 | Steuerrecht | 34 |
| 1.7.5 | Patentrecht | 36 |
| 1.7.6 | Produktrecht | 37 |
| 1.7.7 | Kapitalbeschaffung in den USA | 38 |
| 1.7.8 | Gründungssupport | 40 |
| 1.8 | PERSONALREKRUTIERUNG | 41 |
| 1.8.1 | Der Mann an der Spitze | 42 |
| 1.8.2 | Der Prozess der Personalsuche bis hin zur Entlassung | 43 |
| 1.8.3 | Visa Regelungen | 48 |
| 1.9 | ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG | 49 |
| 2. | KULTURELLE ASPEKTE DER AUSLANDSGRÜNDUNG | 51 |
| 2.1 | EINLEITUNG | 51 |
| 2.2 | DER KULTURELLE EINFLUSS | 53 |
| 2.3 | UNTERNEHMENSKULTUR VS. LANDESKULTUR | 54 |
| 2.4 | DIE ORGANISATIONSKULTUR | 55 |
| 2.5 | DIMENSIONEN DES KULTURELLEN KONFLIKTPOTENZIALS | 58 |
| 2.5.1 | Allgemeine Kommunikation und Verhandlungen | 58 |
| 2.5.2 | Interkulturelles Marketing | 61 |
| 2.5.3 | Interkulturelles Personalmanagement | 65 |
| 2.5.4 | Der Idealtypus eines Entrepreneurs für den Auslandseinsatz | 71 |
| 2.6 | ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG | 73 |
| 3. | MODEL ZUR MINIMIERUNG DES GESCHÄFTRISIKOS AUF BASIS ZWEIER ERFOLGSKRITISCHEN FAKTOREN | 75 |
| 3.1 | PHASE 1 ERFOLGSPOTENTIAL AUF BASIS DER BUNDESSTAATEN | 77 |
| 3.2 | PHASE 2 PERSONELLES ERFOLGSPOTENZIAL | 80 |
| 4 | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR DEUTSCHSPRACHIGE UNTERNEHMENSGRÜNDER AM US-MARKT | 81 |
| 4.1 | BUSINESSPLAN | 81 |
| 4.2 | KAPITALBESCHAFFUNG | 81 |
| 4.3 | RECHTLICHE ABSICHERUNG | 83 |
| 4.4 | STANDORTWAHL | 84 |
| 4.5 | KULTURELLE VORBEREITUNG | 85 |
| 4.6 | VISA REGELUNG | 85 |
| 4.7 | ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG | 86 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 87 |
In den USA befinden sich 24.437 Banken und Sparkassen auf dem Kapitalmarkt mit einem Gesamtkapital von über 50.000 Billionen Dollar. Dies ist die doppelte Menge, die die gesamte restliche Welt vorweisen kann. Dies begünstigt durch den hohen Wettbewerb der Kreditinstitute das Kreditklima und gestaltet sich somit wesentlich günstiger als im deutschsprachigen Raum. Nicht alle dieser Kreditinstitute können auch wirklich von ausländischen Gründern in Anspruch genommen werden. Der amerikanische Kapitalmarkt verfügt jedoch über 1000 Großbanken, welche die Darlehensaussichten für ausländische Gründer äußerst positiv erscheinen lassen. Ein Problem stellt jedoch das Verbot der US Banken bezüglich Investitionen in ausländischen Unternehmungen dar. Damit kann nur ein Darlehen gegeben werden, wenn die Corporation auch entsprechende Sicherheiten bereitstellen kann. Diese können von vielen kleineren Corporations nicht erbracht werden und schließt somit das Bankdarlehen als Kapitalmittel aus.105 [...]
Eine Corporation kann ihre Aktien als Sicherheit für Darlehen hinterlegen oder als Gegenwert für Investitionen verkaufen. Grundsätzlich hat eine Corporation die Möglichkeit ihre Aktien an Investoren in der ganzen Welt zu verkaufen, wobei es allerdings bei Verkäufen innerhalb der USA gewisse Beschränkungen seitens der Securities & Exchange Commission (SEC - U.S. Börsenbehörde) gibt. Die Beschränkung besagt, dass man die Aktien ohne Sondergenehmigung an nicht mehr als 35 Investoren verkaufen darf. Man kann jedoch von der SEC in Washington eine diesbezügliche Genehmigung zum uneingeschränkten öffentlichen Aktienverkauf beantragen. Dies ist jedoch mit beträchtlichen Kosten verbunden. Bereits die anfallenden Anwalts- und Wirtschaftsprüferkosten für eine S-1 Börsengenehmigung für Kapitalisierungen von unter $7,5 Millionen beläuft sich auf $100.000 und liegt noch bedeutend höher bei Kapitalisierungen von mehr als $7,5 Millionen.104 [...]
1.) non provisional application: Dies ist die kostenintensivere Patentierung, gilt jedoch auf Dauer und ist innerhalb von zwölf Monaten nach Erstantrag notwendig 2.) provisional application: Diese ist mit geringeren Kosten verbunden und stellt eine Möglichkeit zur frühzeitigen Patentierung dar. Es ist sozusagen ein schwebendes Patent. Es muss innerhalb von zwölf Monaten auf die bereits erwähnte „non provisional application“ umgewandelt werden. Seit November 2000 darf der Erfinder unter bestimmten Vorrausetzungen darum bitten, dass sein Antrag erst nach 18 Monaten veröffentlicht wird.99 Dies gibt „me-too“ Produzenten die Chance, ein Produkt auf den amerikanischen Markt zu bringen, welches schon auf einem anderen Markt der Welt existiert. Nach diesen 18 Monaten zieht er sich wieder aus dem Geschäft zurück. Somit minimiert er das Risiko einer Patentklage. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832494995
Arbeit zitieren:
Kattnigg, Thomas Januar 2006: Attraktivitätsprüfung des Wirtschaftsstandortes USA für deutschsprachige Unternehmensgründer, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Amerika, Existenzgründung, Green Card, KMU, Kultur



