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Asset Backed Securities und traditionelle Refinanzierungsformen in Leasingunternehmen im Vergleich

Asset Backed Securities und traditionelle Refinanzierungsformen in Leasingunternehmen im Vergleich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Schimmelpfennig
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 62 Seiten
  • Dateigröße: 524,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6586-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6586-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6586-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schimmelpfennig, Thomas März 2002: Asset Backed Securities und traditionelle Refinanzierungsformen in Leasingunternehmen im Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: ABS, Factoring, Finanzierung, Leasing, Forderungsverkauf

Diplomarbeit von Thomas Schimmelpfennig

Einleitung:

Leasing als Finanzierungsform erfreut sich nicht nur in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Dies zeigt sich sowohl an der stetig wachsenden Zahl von Leasinggesellschaften als auch an steigenden Geschäftsvolumina. Aufgrund der positiven Entwicklungsmöglich-keiten des Leasing entsteht gleichzeitig ein hoher Refinanzierungs-bedarf der Leasinggesellschaften. Für sie stellt eine günstige Refinanzierung einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor gegenüber der Konkurrenz dar.

Kleine und unabhängige Leasinggesellschaften finanzieren sich in der Regel am Kapitalmarkt. Demgegenüber stehen herstellereigene Leasing-Anbieter (z.B. VW-Leasing) oder Tochterunternehmen von Banken. Diese Gesellschaften finanzierten sich bisher hauptsächlich über die Konzernmutter. Allerdings sind in diesem Fall dem Wachstum des Neugeschäfts oftmals Grenzen gesetzt. Aus diesem Grund müssen sich auch abhängige Gesellschaften verstärkt am Kapitalmarkt refinanzieren.

Die traditionelle Art der Refinanzierung von Leasinggesellschaften stellt das Darlehen dar. Allerdings hat sich ab Anfang der 90er Jahre aus gewerbesteuerlichen Gründen der Forderungsverkauf in Form der Forfaitierung als Hauptform der Refinanzierung durchgesetzt. Diese beiden Arten der Refinanzierung werden ergänzt durch neuere Alternativen. Eine davon ist der Forderungsverkauf mit Hilfe von Asset Backed Securities (ABS). Der Vergleich von ABS mit den traditionellen Refinanzierungsformen ist das Thema dieser Arbeit.

Im ersten Teil wird das Prinzip von ABS sowie die Grundstruktur und weitere wichtige Aspekte erläutert. Der zweite Teil befaßt sich mit dem Vergleich von ABS und der Finanzierung mittels Darlehens-aufnahme anhand ausgewählter Kriterien. Danach folgt eine Gegenüberstellung von Forfaitierung und ABS, um zum Abschluß kurz auf den Vergleich mit weiteren Refinanzierungsvarianten sowie einen Ausblick einzugehen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis III
Einleitung 1
I. Asset Backed Securities 2
1. Grundidee und Geschichte 2
2. Ziele von ABS 3
3. Der Ablauf einer ABS-Transaktion 5
4. Die Beteiligten und deren Funktionen 7
4.1 Der Originator 7
4.2 Das Special Purpose Vehicle 8
4.3 Sonstige Beteiligte 10
5. Anforderungen an die Leasingforderungen 12
6. Credit Enhancement 13
7. Die Bedeutung des Ratings 14
8. Die Kosten im Rahmen einer ABS-Transaktion 15
9. Rechtliche, bilanzielle und steuerliche Aspekte 16
II. Vergleich der Refinanzierungsinstrumente Asset Backed Securities und Darlehensaufnahme 18
1. Darstellung der Darlehensfinanzierung 18
2. Die Besicherung der Refinanzierung durch ABS und Darlehen im Vergleich 19
2.1 Die Sicherstellung bei Darlehen 19
2.2 Der Forderungsverkauf bei ABS 20
2.3 Konsequenzen bei Insolvenz einer Partei 21
3. Kostenvergleich 23
4. Das Problem der „gewerblichen Dauerschuld“ 25
5. Bilanzielle Unterschiede 26
5.1 Auswirkungen auf die Bilanzkennzahlen 26
5.2 Auswirkungen auf die EK-Unterlegung 27
6. Mögliche Refinanzierungsquellen 29
7. Fazit 30
III. Vergleich der Refinanzierungsinstrumente Asset Backed Securities und Forfaitierung 31
1. Darstellung der Forfaitierung 31
2. Abgrenzung zum Factoring und zu ABS 32
3. Die Bilanzierung im Vergleich 33
3.1 Die Bilanzierung bei Forfaitierung 33
3.2 Voraussetzungen für eine „off-balance-sheet“-Bilanzierung bei ABS 34
3.3 Die Bedeutung der „credit enhancement“ 35
4. Das Rating der Forderungen 37
4.1 Der Ablauf bei Forfaitierung 37
4.2 Der Ablauf bei ABS 38
4.3 Auswirkungen unterschiedlichen Ratings 39
5. Kostenvergleich 40
5.1 Kosten bei Forfaitierung 40
5.2 Kosten bei ABS 41
5.2.1 Etablierungskosten 41
5.2.2 Laufende Kosten 43
6. Das Doppelstock-Modell als Variante der Forfaitierung 44
6.1 Darstellung und Ablauf des Modells 44
6.2 Unterschiede zur Einzelforfaitierung 45
7. Fazit 46
IV. Sonstige Refinanzierungsvarianten 47
V. Ausblick 49
Literaturverzeichnis 51

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Vergleich der Kosten zwischen einer Refinanzierung mittels Darlehen und ABS-Transaktion stellt sich aufgrund der Komplexität der ABS-Strukturen als kompliziert dar. Man muß unterscheiden zwischen den Kosten des Fremdkapitals und denen des Eigenkapitals. Die Kosten des Fremdkapitals beinhalten in erster Linie die anfallenden Zinskosten. Diese richten sich bei Refinanzierung durch Darlehen nach der Bonität der Leasinggesellschaft sowie sekundär nach den bestellten Sicherheiten, der Darlehenshöhe und der bestehenden Geschäftsverbindung. Im Gegensatz dazu wird der Emissionszins der Asset Backed Securities durch die Bonität und das Rating der Forderungen bestimmt. Daher ist es möglich, daß die Zinskosten einer ABS-Transaktion bei bonitätsmäßig erstklassigen Forderungen und einem weniger guten Rating des Originators unter denen der Darlehensfinanzierung liegen76. Ein weiterer Aspekt bei der Betrachtung der Fremdkapitalkosten sind die anfallenden Gebühren. Während die Bearbeitung eines Darlehensantrages und die anfallenden Formalitäten bei der Übertragung der Sicherheiten standardisierte Geschäfte sind und dementsprechend auch nur geringe Kosten verursachen, liegt der Nachteil der ABS-Finanzierung in den hohen Transaktionskosten77. [...]

übertragen. Die Leasinggesellschaft trägt weiterhin sämtliche Risiken aus dem Leasingverhältnis, da die Refinanzierung von dem Leasingvertrag abgekoppelt ist. Die Leasinggesellschaft ist auch dann zur Bedienung des Darlehens verpflichtet, wenn die Zahlungen des Leasingnehmers aufgrund der Insolvenz nicht mehr erfolgen. Somit trägt die Leasinggesellschaft bei Darlehensfinanzierung rechtlich gesehen ein größeres Risiko als bei ABS-Finanzierung72. Allerdings muß hierbei bedacht werden, daß das SPV unter Umständen Sicherheiten durch den Originator benötigt, um ein gutes Rating zu erhalten. Diese Sicherheiten werden bei einem Forderungsausfall direkt beansprucht. Bei Insolvenz des SPV hat der Originator bei einem wirksamen Verkauf der Forderungen kein Aus- oder Absonderungsrecht an den Forderungen. Diese können dann gegen die Schuldner geltend gemacht werden und stehen ausschließlich den Investoren zur Verfügung. Eine Insolvenz des SPV ist allerdings in der Praxis bisher nicht vorgekommen, da die Special Purpose Vehicle so konstruiert sind, daß ein Konkursfall als unwahrscheinlich gelten kann73. Bei dem Verkauf und der Abtretung der Forderungen vom Originator an das SPV geht das Delkredererisiko auf das SPV über. Aus diesem Grund hat das SPV bei einer Insolvenz des Originators nach § 43 der Konkursordnung bzw. § 47 der Insolvenzordnung sowohl das Absonderungs- als auch das Aussonderungsrecht auf die Forderungen. Somit hat ein Ausfall des Originators keine Auswirkungen auf die Zahlungsströme der ABS-Transaktion74. Allerdings muß ein neuer Serviceagent einspringen und der Wegfall der Credit Enhancement muß kompensiert werden. Bei einem Konkurs des Leasinggebers, der sich mit Darlehen refinanziert, und einer Abtretung der Leasingraten an die den Kredit gebende Bank fällt die Forderung üblicherweise nicht in die Konkurs72 73 [...]

Zu unterscheiden ist in diesem Fall zwischen einer möglichen Insolvenz des Leasingnehmers, der Leasinggesellschaft und, bei Betrachtung der ABS-Transaktion, des SPV. Bei einer Insolvenz des Leasingnehmers im Rahmen einer ABSTransaktion hat der Originator in seiner Funktion als Serviceagent die Aufgabe, den Leasinggegenstand zum Marktwert zu verkaufen. Daraufhin wird der Verkaufserlös zusammen mit einer möglichen Schadensersatzzahlung des Leasingnehmers über den Treuhänder an die Investoren weitergeleitet. Bei der Pass-Through-Struktur führt der Ausfall einer Forderung somit zu einer frühzeitigen Rückzahlung der Einlagen an die Investoren71. Mögliche Differenzen zwischen dem Verkaufserlös und dem Wert der verkauften Forderungen müssen durch die Credit Enhancement ausgeglichen werden. Somit verbleibt das Risiko bei Insolvenz des Leasingnehmers im Rahmen einer ABS-Transaktion beim SPV. Allerdings wird in der Praxis ein Ausfall der Forderungen weitgehend vermieden, indem bonitätsmäßig einwandfreie Forderungen ausgewählt werden, um eine Störung der teuren Transaktion zu vermeiden. Bei der Refinanzierung mittels Darlehen werden keine Risiken aus dem Leasingvertrag direkt von der Leasinggesellschaft auf die Bank [...]

Arbeit zitieren:
Schimmelpfennig, Thomas März 2002: Asset Backed Securities und traditionelle Refinanzierungsformen in Leasingunternehmen im Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
ABS, Factoring, Finanzierung, Leasing, Forderungsverkauf

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