Asset Backed Securities - Die True Sale Verbriefung von Firmenkundenkrediten durch Banken in Deutschland
Anwendung und Herausforderungen sowie mögliche Auswirkungen auf den deutschen Finanzierungsmarkt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tessen Fuerstner
- Abgabedatum: Oktober 2003
- Umfang: 120 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Munich Business School (MBS) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7934-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7934-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7934-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fuerstner, Tessen Oktober 2003: Asset Backed Securities - Die True Sale Verbriefung von Firmenkundenkrediten durch Banken in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Securitisation, True Sale Verbriefung, Collateralised Loan Obligations, Asset Backet Securities, Finanzierungsinstrument
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Diplomarbeit von Tessen Fuerstner
Zusammenfassung:
Eine gesicherte und effektive Finanzierung der Unternehmen ist eine der zwingenden Voraussetzungen für eine Erholung der deutschen Konjunktur und die Rückkehr zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum. Aufgrund dieser Tatsache und der anhaltenden Schwäche der deutschen Wirtschaft soll in der vorliegenden Arbeit daher der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit es Erfolg versprechende Alternativen zum bestehenden Finanzierungssystem in der Bundesrepublik Deutschland gibt.
Im internationalen Vergleich überwiegt in Deutschland bei der Unternehmensfinanzierung die Kreditfinanzierung gegenüber der Finanzierung über den Kapitalmarkt. Dadurch besteht bei der Finanzierungsvorsorge der Unternehmen eine große Abhängigkeit von der Liquiditäts- und Kapitalverfügbarkeit des Bankensystems sowie von dessen Rentabilitätsüberlegungen. Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen in Deutschland haben sich aufgrund mehrerer Umstände verschärft. Die Banken erzielen, gerade auch im Vergleich zum Geschäft in anderen europäischen Ländern, mit dem Kreditgeschäft keine ausreichend hohen Renditen, da den hohen Risikokosten zu niedrige Bruttomargen gegenüberstehen. Letztere resultieren unter anderem aus dem aufgrund des zersplitterten deutschen Bankenmarktes starken Wettbewerb der deutschen Banken untereinander sowie teilweise aus der risikoundifferenzierten Preisfindung und „subventionierten“ Kosten in Teilen des Kreditgewerbes. Unter „subventionierten“ Kosten versteht man den Refinanzierungsvorteil der Landesbanken und Sparkassen. Ihre Eigentümer, die deutschen Bundesländer und Kommunen, gewähren diesen Institutionen bislang unbegrenzte Garantien für den Fall einer finanziellen Schieflage, mit der Folge, dass ihnen diese Garantien bei der Kapitalbeschaffung zu günstigen Konditionen verhelfen („Gewährträgerhaftung“).
Aus diesen Gründen sinkt das Interesse der Banken an einem renditeschwachen Firmenkundenkreditgeschäft. Diese Situation hat sich durch steigende Insolvenzschäden und daraus resultierende hohe Wertberichtigungen sowie allgemeine Ertragsprobleme der Kreditinstitute verschärft. Folglich sind die Banken bei der Neuvergabe von Krediten preis- sowie risikosensibler und somit insgesamt restriktiver geworden. Im Rahmen der Bemühungen der Kreditinstitute, die Rentabilität des Kreditgeschäftes zu verbessern, wird die Kreditvergabe daher durch Optimierungsprozesse bei der Risikodiversifizierung, dem Kapitaleinsatz sowie der Liquiditätssteuerung beeinflusst. Aus dieser Situation resultiert das Interesse aller Beteiligten an einem Ausbau und einer Erweiterung des Finanzierungsmarktes für deutsche Unternehmen, mit dem Ziel, ihnen den Zugang zu von Bankkrediten verschiedenen Kapitalmarktprodukten und Finanzierungsquellen wie Leasing, Factoring etc. zu erleichtern und damit deren Finanzierungsstruktur stärker zu diversifizieren. Denn damit kann die Abhängigkeit der Unternehmen von einer einzelnen Finanzierungsform reduziert, die Wachstumsbasis gesichert sowie gleichzeitig den Optimierungszielen der Banken Rechnung getragen werden.
Ein Instrument, das möglicherweise zu einer Erreichung dieses Ziels mit beitragen kann, nennt sich Securitization und wird Gegenstand dieser Arbeit sein. Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, eine Variante dieses Instrumentes, die so genannte True Sale-Verbriefung, im Rahmen ihrer Anwendung durch Kreditinstitute, zu charakterisieren, zu analysieren sowie festzustellen, inwieweit es geeignet ist, damit die Banken ihre Ziele erreichen und der Finanzierungsmarkt für Unternehmen erweitert und ausgebaut werden kann.
Zur Erreichung des Untersuchungsziels wird im zweiten Kapitel zunächst eine Begriffbestimmung und Einordnung vorgenommen. Im dritten Kapitel werden die Entwicklung und die Hintergründe dieses Instruments erläutert sowie begründet, welche Ziele mit den unterschiedlichen Anwendungsvarianten dieses komplexen Finanzierungsinstrumentes im Einzelnen verfolgt und realisiert werden können. Zum besseren Verständnis erfolgt in Kapitel 4 eine Darstellung des Ablaufs dieser Finanzierungstechnik und eine detaillierte Erklärung der Konstruktionsmerkmale sowie der Aufgaben der beteiligten Parteien. In Kapitel 5 wird anhand eines Beispiels der Erfahrungsstand mit diesem Instrument in Deutschland aufgezeigt und welche Einschränkungen bzw. Herausforderungen sich für eine breite Anwendung ergeben. Kapitel 6 befasst sich mit der Beschreibung und Beurteilung der so genannten True Sale-Initiative der KfW und der daran beteiligten deutschen Banken.
Die durch das beschriebene Vorgehen erlangten Kenntnisse sollen dazu dienen, zu beurteilen, inwieweit und unter welchen Umständen das Instrument der True Sale-Verbriefung zur Erweiterung des Finanzierungsmarktes für Unternehmen geeignet ist und die Bankenziele zu erreichen hilft.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Anhangsverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Definitionen und Entwicklung von Asset Backed Securities | 3 |
| 2.1 | Begriffbestimmung und Einordnung | 3 |
| 2.2 | Entwicklung und Hintergründe | 6 |
| 2.3 | Marktvolumen | 8 |
| 3. | Abgrenzung und Typisierung von Asset Backed Securities | 11 |
| 3.1 | Verbriefungsformen und ihre Unterscheidung | 11 |
| 3.2 | Verbriefungsarten | 16 |
| 3.2.1 | Synthetische Verbriefung | 16 |
| 3.2.2 | True Sale-Verbriefung | 19 |
| 3.2.3 | Dominanz der synthetischen Verbriefung in Deutschland | 20 |
| 3.2.4 | Gesetzliche Änderungen und mögliche Auswirkungen auf die Verbriefung in Deutschland | 21 |
| 4. | Grundlagen und Rahmenbedingungen für die Gestaltung von True Sale-Firmenkundenkreditverbriefungen in Deutschland | 23 |
| 4.1 | Ziele der Banken | 23 |
| 4.2 | Gestaltungsvorbild | 26 |
| 4.3 | Struktur und Ablauf der Verbriefung | 26 |
| 4.3.1 | Hauptmerkmale | 26 |
| 4.3.2 | Transaktionsbeteiligte der Verbriefung | 27 |
| 4.3.2.1 | Der Originator | 27 |
| 4.3.2.2 | Die Zweckgesellschaft | 29 |
| Exkurs: Tranchen | 31 | |
| 4.3.2.3 | Die Investoren | 32 |
| 4.3.2.4 | Ratingagenturen und Risikobeurteilung | 33 |
| 4.3.2.5 | Der Servicer | 36 |
| 4.3.2.6 | Die Treuhänder | 37 |
| 4.3.3 | Rechtsform der Zweckgesellschaft | 38 |
| 4.3.3.1 | Kriterien für die Wahl der Rechtsform | 38 |
| 4.3.3.2 | Grantor Trust und Anteilszertifikatsstruktur | 39 |
| 4.3.3.3 | Kapitalgesellschaft und Anleihestruktur | 40 |
| 4.3.3.4 | Rechtsformen in Großbritannien | 41 |
| 4.3.4 | Zahlungsströme | 42 |
| 4.3.4.1 | Pass-Through-Struktur | 42 |
| 4.3.4.2 | Pay-Through-Struktur | 43 |
| 4.3.5 | Besicherung der Struktur | 44 |
| 4.3.5.1 | Credit Enhancements | 44 |
| 4.3.5.2 | Anwendung von Sicherungsmaßnahmen | 45 |
| 4.3.5.3 | Sicherungsgeber | 46 |
| 4.3.5.4 | Sicherungsformen | 48 |
| 5. | True Sale-Firmenkundenkreditverbriefung in Deutschland | 50 |
| 5.1 | Erfahrungsstand | 50 |
| 5.2 | Beispiel einer True Sale-Firmenkundenkreditverbriefung | 51 |
| 5.2.1 | Core 1998-1 der Deutschen Bank AG | 51 |
| 5.2.2 | Berechnung der ökonomischen Vorteile von Core 1998-1 | 54 |
| 5.3 | Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Großbritannien, USA und Deutschland | 58 |
| 5.4 | Besondere Herausforderungen für den deutschen True Sale-Markt | 60 |
| 5.4.1 | Steuerrechtliche Aspekte | 60 |
| 5.4.2 | Insolvenzrechtliche Aspekte | 61 |
| 5.4.3 | Abschlussrechtliche Aspekte | 62 |
| 5.4.4 | Technische Aspekte | 63 |
| 5.4.5 | Anforderungen an die Bereitstellung von Information und die Bonitätsprüfungsverfahren | 63 |
| 5.4.6 | Fazit Herausforderungen | 65 |
| 6. | Die True Sale-Verbriefungsinitiative von Banken mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau | 66 |
| 6.1 | Entstehung und Aufgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau | 66 |
| 6.2 | Motive und Vorhaben der beteiligten Parteien | 67 |
| 6.2.1 | Allgemeine Vorstellungen der Initiatoren | 67 |
| 6.2.2 | Vorteile für die Banken | 69 |
| 6.2.3 | Vorteile für Investoren | 70 |
| 6.2.4 | Vorteile für Firmenkunden | 70 |
| 6.2.5 | Mögliche Nachteile | 72 |
| 6.3 | Struktur der True Sale-Initiative und aktueller Stand der Realisierung | 72 |
| 6.4 | Beurteilung der True Sale-Initiative | 73 |
| 6.5 | Mögliche Auswirkungen der True Sale-Initiative | 74 |
| 6.6 | Zukunftsperspektiven der True Sale-Verbriefung | 77 |
| 7. | Schlussbetrachtung | 78 |
| Anhang | VIII | |
| Literaturverzeichnis | XXIV | |
| Linkverzeichnis | XXXII |
44 ante ist i. d. R. dann vorzufinden, wenn die Investoren nicht Miteigentümer der Gesellschaft sind, sondern fest vereinbarte Zahlungsansprüche gegenüber dieser haben. Daraus resultiert auch die Bezeichnung Anleihekonzept.146 Die Ansprüche erwachsen den Investoren durch die Akquisition von Asset Backed Securities, die im Rahmen der Transaktion emittiert werden.147 Ihnen steht das Recht auf Zins- und Tilgungsleistung des von ihnen eingesetzten Kapitals zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt zu. Gegebenenfalls kann auch eine variable Verzinsung und Rückzahlung ausgemacht werden. Als vorteilhaft erweist es sich, dass die Flexibilität der Zahlungsströme eine Anpassung der Wertpapiere an die Anlegerbedürfnisse erlaubt.148 So können unterschiedliche Tranchen hinsichtlich der Laufzeit und Risikostruktur aufgelegt werden, mit dem Resultat, dass sich der potenzielle Investorenkreis erweitert. Die Pay-Through-Struktur ist nur bei der Ausgabe von Schuldpapieren anwendbar, da bei einem Grantor Trust-SPV nur eine einheitliche Klasse von Wertpapieren ausgegeben werden darf. [...]
43 Unter dem Begriff Pass-Through versteht man die direkte Weiterleitung von Zahlungsströmen.140 Diese Struktur ist bei Transaktionen vorzufinden, bei denen die Rechtsform der Zweckgesellschaft kein Management der eingehenden Zins- und Tilgungszahlungen erlaubt. In diesem Zusammenhang ist unter dem Begriff Management das Einbehalten und die zeitliche Umstrukturierung der Cashflows durch die Zweckgesellschaft zu verstehen. Bei der Pass-Through-Struktur werden die bei der Zweckgesellschaft eingehenden Cashflows nach Abzug von Gebühren, wie etwa für den Servicer, unverändert und direkt an die Investoren weitergeleitet. Diese Variante wird bei der amerikanischen Rechtsform des Grantor Trusts angewendet, da bei dieser Rechtsform aus steuerlichen Gründen kein Zahlungsstrommanagement betrieben wird.141 Aufgrund des Unterbleibens eines Managements der Cashflows sind die Investoren, neben dem Risiko aus Zahlungsverzügen und Zahlungsausfällen, dem so genannten Prepayment-Risiko ausgesetzt.142 Das Prepayment-Risiko beinhaltet das Risiko einer Rückführung der Schuld seitens des Schuldners vor Vertragsende.143 Die vorzeitige Tilgung von Schuldtiteln bedeutet einen vorzeitigen Rückfluss erst in späteren Perioden fälligen Kapitals. Die Folge ist, dass die Investoren, als anteilige Eigentümer an der Grantor TrustGesellschaft, die Amortisation ihrer Investition nur schwer planen können und einem Wiederanlagerisiko ausgesetzt sind.144 [...]
42 und der somit steuerbefreit ist.137 Der Charitable Trust kann sowohl eine Stiftung als auch eine Treuhandgesellschaft sein, die als Vertreter der Zweckgesellschaft eintritt. Der Vorteil des Einsatzes eines Charitable Trusts, der zwischen Originator und Zweckgesellschaft vermittelt, liegt neben der Selbstständigkeit der Gesellschaft darin, dass die Einnahmen aus den Forderungen, die nach Bedienung der Investorenansprüche und nach Abzug sämtlicher Gebühren übrig bleiben, unversteuert an den Originator weitergeleitet werden können und erst dieser dann die vereinnahmten Erträge versteuern muss.138 Es wird also insofern eine Doppelbesteuerung vermieden, als die Überschüsse nicht erst an die steuerpflichtige Zweckgesellschaft, sondern direkt an den Originator weitergeleitet werden. Die Wahl dieser Rechtsform eignet sich dazu, die Ziele der beteiligten Parteien zu erfüllen und wird vom Kapitalmarkt akzeptiert. Der Originator muss die Forderungen nicht mehr bilanzieren, da sie in das Eigentum der Public Limited Company übergehen. Dadurch wird auch der Investor vor dessen Einflussnahme geschützt, und es wird sichergestellt, dass dieser keine Ansprüche mehr auf die veräußerten Forderungen geltend machen kann. Ein positives Merkmal ist zudem die Tatsache, dass bei der Zweckgesellschaft keine Steuern anfallen, da sie selber keine Gewinne erzielt. Die Rechtsform entspricht wie die amerikanische Limited Purpose Finance Corporation in etwa der einer deutschen GmbH. Diese Rechtsform erfüllt alle notwendigen Voraussetzungen und Ziele der beteiligten Parteien, die an die Zweckgesellschaft von True Sale-Transaktionen gestellt werden. Daher bietet sich die Nutzung einer Public Limited Company an. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832479343
Arbeit zitieren:
Fuerstner, Tessen Oktober 2003: Asset Backed Securities - Die True Sale Verbriefung von Firmenkundenkrediten durch Banken in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
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Securitisation, True Sale Verbriefung, Collateralised Loan Obligations, Asset Backet Securities, Finanzierungsinstrument



