Aspekte personaler Führung in Organisationen
Interaktion und Austausch innerhalb von Führungsbeziehungen sowie deren Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Ramona Groneberg
- Abgabedatum: April 2004
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 698,2 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Universität Erfurt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9151-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9151-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9151-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Groneberg, Ramona April 2004: Aspekte personaler Führung in Organisationen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mitarbeiter, Vorgesetzter, Personal, Verhalten, Führungstheorie
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Magisterarbeit von Ramona Groneberg
Problemstellung:
Ziel der Arbeit ist es, Führung als vielschichtigen Prozess darzustellen, den zahlreiche Theorien zu beschreiben und erklären versuchen. Tatsache ist, dass erst die Vielfalt der Theorien nebeneinander gesehen einen kleinen Einblick in das breite Feld der Führungsforschung gewährt. Sicherlich liefern einige Beiträge, die den Führungsprozess erheblich vereinfachen, Handlungsanweisungen für Praktiker.
Dem Anliegen, Führung als etwas Zwischenmenschliches zu beschreiben, wird das Manuskript in den Kapiteln gerecht, in denen es um Austausch- und Interaktionsprozesse innerhalb von Führungsbeziehungen geht.
In einer qualitativen Untersuchung werden diese Prozesse zwischen Führenden und Geführten betrachtet sowie dyadische Führungsbeziehungen beschrieben. Im Blickfeld liegen individuelle Kontakte der Vorgesetzten zu jedem einzelnen Mitarbeiter entsprechend dessen Bedürfnissen und aktive Einflussmöglichkeiten der Geführten auf den Führungsprozess.
Weinert beschreibt Arbeit als „die stärkste, zeitlich breiteste und physisch, kognitiv und emotional am meisten fordernde und beeinflussende Einzelaktivität im menschlichen Leben“. Dieses Zitat hebt die Bedeutung einer Führung hervor, die den Ansprüchen von Führenden und Geführten gerecht wird. Mit der Forderung nach einer „Qualität des Arbeitslebens“ beschäftigen sich Wissenschaftler seit Beginn der 70er Jahre.
Eine Arbeitsumwelt mit hoher Qualität ist laut Weinert gekennzeichnet durch „angemessene und faire Bezahlung; sichere und gesunde Arbeitsumwelt; garantierte Grundrechte, einschließlich Gleichheitsprinzip und ordentliche Verabfolgung; Möglichkeiten des Vorankommens, der Beförderung; Soziale Integration; Einbeziehung des Gesamtlebens bzw. der Gesamtlebensspanne (z.B. Balance zwischen Arbeit und Familie); Umwelt, die die menschlichen Beziehungen fördert; eine Organisation mit sozialer Relevanz; eine Umwelt, die es dem Mitarbeiter erlaubt, Mitspracherecht auszuüben bzw. Mitkontrolle an Entscheidungen zu haben, die ihn betreffen.“ Zur Arbeitsumwelt zählt Weinert die Rahmenbedingungen, die durch Vorgesetzte abgesichert werden müssen: wirtschaftlicher und psychologischer Austausch (z. B. Bezahlung, Aufstiegschancen, Partizipation, Einfluss) und soziale Beziehungen, die durch einen fairen Umgang miteinander gekennzeichnet sind.
Interessant sind in diesem Zusammenhang die Fragen: Mit welchen Augen sehen Mitarbeiter ihre Vorgesetzten? Hat sich das Bild der Führungskraft in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Wo liegt der Unterschied zwischen „Managern“ und „Führern“?
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Führung in Organisationen | 7 |
| 2.1 | Definitionsversuche | 7 |
| 2.1.1 | Der Organisationsbegriff | 7 |
| 2.1.2 | Führung – eine Begriffsannäherung | 9 |
| 2.2 | Führungstheorien | 14 |
| 2.2.1 | Eigenschaftstheorie | 15 |
| 2.2.2 | Verhaltenstheoretische Ansätze | 16 |
| 2.2.3 | Situationstheorien | 19 |
| 2.3 | Interaktions- und austauschtheoretische Betrachtungen | 23 |
| 2.4 | Führer-Geführten-Beziehung und Arbeitszufriedenheit | 32 |
| 3. | Befragung | 42 |
| 3.1 | Untersuchungsziel | 42 |
| 3.2 | Stichprobe | 43 |
| 3.3 | Leitfragen | 45 |
| 3.4 | Durchführung | 48 |
| 3.5 | Störfaktoren | 50 |
| 3.6 | Auswertung | 52 |
| 3.7 | Fallstudien | 63 |
| 3.7.1 | Fallstudie „Menschlichkeit“ | 64 |
| 3.7.2 | Fallstudie „Einfluss“ | 76 |
| 3.7.3 | Fallstudie „Zusammenhalt“ | 85 |
| 3.7.4 | Fallstudie „Verantwortung“ | 94 |
| 3.8 | Resümee | 102 |
| 4. | Ausblick | 110 |
| 5. | Literaturverzeichnis | 112 |
Dass ihre Offenheit und Direktheit benötigt werden begründet Frau F. damit, dass es viele introvertierte Menschen gibt, die nicht von allein über ihre Probleme sprechen. So verneint sie die Frage, ob jeder einzelne Mensch dafür verantwortlich ist, dass es ihm selbst gut geht und dass er seine Probleme aus eigener Kraft löst. Menschlichkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, ein Feingefühl für das Befinden Anderer zu entwickeln. (Interview 06, Z. 242-255: Es gibt introvertierte Menschen, die können das überhaupt nicht. Die können einfach nicht auf jemand anderen zu gehen. Also ich bin so, ich kriege so was mit. Das ist ein Feingefühl, das habe ich vielleicht geerbt oder so. Und ich gehe dann schon auf solche Menschen zu und ich kitzel dann so alles raus. Aber Viele machen das nicht, dann heißt es nur „Ach, die sitzt da so und redet ja nicht.“ und so, aber die hat vielleicht die meisten Probleme. Und über so eine menschliche Schiene bekommt man so viel mit und kommt sich so viel näher und das ist dann immer auch so ein freundschaftliches Verhältnis. Das ist ja so wichtig, in so einem Team allein. Man muss nicht mit Jedem, ich muss auch nicht von Jedem alles wissen. Das interessiert mich auch gar nicht alles, aber man muss doch untereinander wissen, wenn mal was ist, dann kann ich auf den zugehen und kann mal mit dem reden. Manche können es ja vielleicht zu Hause gar nicht. Die sind dann froh, wenn sie auf Arbeit so Jemanden haben. Und die zehn Minuten sollten eigentlich da sein und das versuchen wir hier schon so ein bisschen zu leben, sonst könnten wir, glaube ich, gar nicht bestehen.) So gesehen ist Frau F. die sogenannte „gute Seele“ der Filiale in ihrem unermüdlichen Bemühen um eine konfliktfreie Arbeitsatmosphäre. [...]
friedenheit der Mitarbeiter und zum Arbeitsklima leisten. Wie sie Probleme aufspürt und löst, ist weiter oben schon angesprochen worden. Die spannende Frage ist, ob dies vom Vorgesetzten und den Mitarbeitern gewünscht ist. Frau F. meint dazu, sie würde im Sinne des einzelnen Mitarbeiters handeln, der ein Problem hat und würde das Vertrauen der Kollegen genießen. (Interview 06, Z. 99-105: Also ich werde das ja nicht unbedingt mit Namen… und ich werde das auch nicht vorgreifen, dass ich das Problem direkt anspreche. Das soll derjenige selbst machen. Und wenn, frage ich auch vorher „Soll ich mal mit ihm reden?“ Das mache ich schon. Oder versuche es so versteckt zu machen, dass derjenige das dann auch wieder nicht so richtig mitkriegt. Aber immer im Sinne desjenigen, der wirklich mal ein Problem hat oder der halt nicht weiterkommt. Und das wissen die anderen auch. Also die sind mir schon dankbar, die vertrauen mir auch alles an. Und von der Warte weiß ich ja, dass es stimmt.) [...]
Als einen Grund für mangelnde Menschlichkeit wird die Unpersönlichkeit angesprochen, die in Großunternehmen herrscht. Jemand, der die Belange der Mitarbeiter nicht kennt und somit nicht berücksichtigen kann, erscheint in den Augen der Mitarbeiter eher als unmenschlich. (Interview 06, Z. 228-235: Die sind weit weg, die sind ja gar nicht greifbar. Und die kennen ja die einzelnen Belange von denen nicht und ich finde das sehr schade. Aber ich glaube, das ist… Das Problem werden wir nicht mehr weg kriegen. Und dadurch haben wir auch die ganzen Kranken. Also ich denke, damit hängt das zusammen. […] Allein im eigenen Bekanntenkreis sind es ja schon so viele, die mit irgendwas nicht klarkommen. Und deshalb habe ich mir so auf die Fahne geschrieben „Niemals!“, also immer menschlich bleiben – irgendwie.) Auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen ist für die engagierte Mitarbeiterin dringlich. Ihr ist sehr unangenehm, dass die Menschlichkeit in der Hinsicht auf der Strecke bleibt, obwohl es ihre unbedingte Erwartung an eine Führungskraft darstellt: Aber man muss immer versuchen, sich auf die einzelne Person einstellen zu können. Ich finde, als Führungsrolle oder als Führungsqualität hat so was oberste Priorität. Aber ich weiß auch, dass es nicht mehr gelebt wird, also nach oben hin nicht. (Interview 06, Z. 236-239) [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491512
Arbeit zitieren:
Groneberg, Ramona April 2004: Aspekte personaler Führung in Organisationen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mitarbeiter, Vorgesetzter, Personal, Verhalten, Führungstheorie



