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Aspekte einer Gründungsbegleitung für KMU

Typische Probleme und besondere Chancen

Aspekte einer Gründungsbegleitung für KMU
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Till Grothus
  • Abgabedatum: Mai 1998
  • Umfang: 200 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5344-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5344-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5344-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Grothus, Till Mai 1998: Aspekte einer Gründungsbegleitung für KMU, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: KMU, Gründung, Mittelstand, Unternehmung

Diplomarbeit von Till Grothus

Zusammenfassung:

In jüngerer Zeit deutet sich ein Spektrum von Erwartungen an, die an die Gründung kleiner und mittlerer Unternehmen, im folgenden KMU, geknüpft werden. Bei der Gründung einer Unternehmung wird der Gründer aber häufig mit zahlreichen und sehr spezifischen Problemen konfrontiert, die er zum Teil nicht eigenständig lösen kann. Es entsteht ein hoher Informations- und Beratungsbedarf, der teilweise durch externe Quellen gedeckt werden muss. Aufgrund dieser Problemlösungsnotwendigkeit einerseits und der in der betriebswirtschaftlichen Literatur konstatierten Funktionen von Unternehmensgründungen in einem marktwirtschaftlichen System andererseits lassen sich zwei Fragen aufwerfen:

1. Wie können wirtschaftspolitische Maßnahmen das Gründungsgeschehen durch eine Verbesserung der relevanten Rahmendaten positiv beeinflussen?

2. Wie könnte ein möglicher Beitrag privatwirtschaftlicher Unternehmensberater oder Gründungsbegleiter zu der erfolgreichen Umsetzung einer Gründungsidee aussehen?

Auf der Suche nach Antworten überrascht die stiefmütterliche Behandlung des Themenkomplexes. Finanz- und Wirtschaftspolitik versäumen es, ausreichende Gründungsanreize zu schaffen und formale Gründungsbarrieren abzubauen. Maßnahmen der Gründungsförderung stehen in keinem Verhältnis zu der latenten und subtilen Unterstützung unternehmerischer Großstrukturen. Die betriebswirtschaftlichen Fakultäten deutscher Universitäten schneiden ihre Lehre auf Konzerne zu und fördern somit eine einseitige Allokation betriebswirtschaftlichen Know-hows. Letztlich müssen Wirtschaftswissenschaften und Soziologie in bezug auf die Gründungs- und Begleitungsproblematik mehr Forschungslücken eingestehen als sie theoretische Grundlagen zu bieten vermögen. Hier zeigen sich unverkennbare Theorie- und Handlungsdefizite.

Die vorliegende Untersuchung hat zum Ziel, aufgrund einer genauen Betrachtung des Gründungsvorganges Ansätze zu einem vermarktungsfähigen Dienstleistungskonzept der Gründungsbegleitung zu entwickeln. Der Begriff Begleitung soll dabei über den Begriff der Beratung hinausgehen und sich auch Aspekten der Unterstützung, Kooperation, Risikoübernahme etc. öffnen.

Im Verlauf der Arbeit wird gezeigt, dass aufgrund der Spezifität der typischen Gründungsprobleme, auf die das Begleitungskonzept einzugehen hat, die Betrachtung der Gründungsbegleitung als spezielle Unternehmensberatung nur wenig sinnvoll erscheint. Außerdem stellt sich im nächsten Abschnitt heraus, dass die Betriebswirtschaftslehre und ihre Nachbardisziplinen für die Konzeptionierung einer Gründungsbegleitung bis jetzt kaum theoretisches Rüstzeug bereitgestellt haben. Es soll also das Anliegen dieser Untersuchung sein, dieses Theoriedefizit zunächst zu reduzieren. Nur wenn ein Erkenntnisinteresse dem Gestaltungsinteresse vorangeht, können ausreichend begründete Aussagen über die Ausgestaltung eines Begleitungskonzeptes gemacht und gleichzeitig dessen besondere Chancen und Risiken verdeutlicht werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsübersicht
Inhaltsverzeichnis II
Verzeichnis der Abkürzungen V
Verzeichnis der Abbildungen VI
Verzeichnis der Tabellen VII
Kapitel 1: Einleitung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Stand der Gründungsforschung 3
1.3 Konzeption der Untersuchung 7
Kapitel 2: Diskussion begrifflicher Grundlagen 11
2.1 Die Unternehmung 12
2.1.1 Begriffliche Abgrenzung 12
2.1.2 Die Unternehmung als System 18
2.1.3 Kleine und mittlere Unternehmen 20
2.2 Die Gründung 23
2.2.1 Die Unternehmensgründung als Prozess 24
2.2.2 Eine entscheidungstheoretische Sichtweise der Unternehmensgründung 27
2.2.3 Gründungsarten 36
2.3 Zusammenfassung: Der Untersuchungsgegenstand 39
Kapitel 3: Motive für gründungsbegleitende Maßnahmen 41
3.1 Sozioökonomische Funktionen der KMU 42
3.1.1 Die marktwirtschaftliche Ordnungsfunktion 43
3.1.2 Struktur- und konjunkturpolitische Funktionen 44
3.1.3 Die technologische Funktion 44
3.1.4 Die gesellschaftspolitische Funktion 47
3.1.5 Sonstige qualitative Bedeutungen von KMU in der Volkswirtschaft 49
3.2 Bedeutungen von Unternehmensgründungen 50
3.2.1 Die wettbewerbspolitische Funktion 51
3.2.2 Die Bedeutung im Revitalisierungsprozess einer Volkswirtschaft 52
3.2.3 Die beschäftigungspolitische Bedeutung 54
3.2.4 Die Aufgaben im Innovationsprozess 56
3.3 Risikofaktoren einer Gründung 57
3.3.1 Eine systematische Betrachtung der Risikofaktoren 58
3.3.2 Die Personenmerkmale des Unternehmensgründers 61
3.3.3 Die Informationsdefizite 66
3.3.4 Die Planungsdefizite 68
3.3.5 Die kritischen Umweltbedingungen 70
3.3.6 Das "Innovationsdilemma" 72
3.3.7 Die Finanzierungsbedingungen 74
3.4 Zusammenfassung: Die Begleitungsmotivation 76
Kapitel 4: Ein heuristischer Bezugsrahmen für das Begleitungskonzept 79
4.1 Ansätze einer Gründungstheorie 80
4.1.1 Die Theorie der Institution und der Gründung von HAURIOU 81
4.1.2 Ein sprachlogischer Ansatz von LIPP 82
4.1.3 Gründungs- und begleitungstheoretische Implikationen 82
4.2 Der Ansatz einer Theorie autopoietischer Systeme 84
4.2.1 Soziale Systeme im Konzept der Autopoiesis 85
4.2.2 Die Unternehmung als autopoietisches System 89
4.2.3 Gründungs- und begleitungstheoretische Implikationen 93
4.3 Eine transaktionskostenökonomische Betrachtung 100
4.3.1 Der Transaktionskostenansatz von COASE 101
4.3.2 Der Transaktionskostenansatz von WILLIAMSON 103
4.3.3 Der Transaktionskostenansatz von PICOT, LAUB und SCHNEIDER 105
4.3.4 Gründungs- und begleitungstheoretische Implikationen 108
4.4 Zusammenfassung: Gestaltungsvorschläge für einen Bezugsrahmen 113
Kapitel 5: Eine Beurteilung der aktuellen Begleitungspraxis 119
5.1 Ein Überblick über die Gründungsbegleitung in Deutschland 120
5.2 Die Gründungsoffensive in NRW 123
5.2.1 Darstellung des Konzeptes der Gründungsoffensive 124
5.2.2 Beurteilung des Konzeptes der Gründungsoffensive 125
5.3 Technologie- und Gründerzentren 127
5.3.1 Darstellung des Konzeptes der Technologie- und Gründerzentren 128
5.3.2 Beurteilung des Konzeptes der Technologie- und Gründerzentren 130
5.4 Zusammenfassung: Die Relevanz der Begleitungspraxis 134
Kapitel 6: Empfehlungen für die Gründungsbegleitung 136
6.1 Die Konzeptionierungsphase 138
6.2 Der Bewertungsprozess von Idee und Person 140
6.2.1 Die Beurteilung der Gründungsidee 141
6.2.2 Die Beurteilung der Personenmerkmale 145
6.3 Die Planung des Begleitungsprozesses 148
6.4 Die Gründungsvorbereitung und -durchführung 154
6.4.1 Die Qualifizierung des Unternehmensgründers 155
6.4.2 Die Ressourcenkoordination 162
6.5 Zusammenfassung: Der Ansatz eines Begleitungskonzeptes 164
Kapitel 7: Fazit und Ausblicke 169
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 170
7.2 Forschungsstrategische Ausblicke 172
Literaturverzeichnis 174

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unter dem Begriff Risiko wird im folgenden ein Fehlerpotential mit ausschließlich negativen Auswirkungen auf die Zielerreichung im Gründungsprozeß verstanden. Nach SZYPERSKI hängt die Höhe des Gründungsrisikos von zwei Faktoren ab. Zum einen von der Beherrschbarkeit der Gründungssituation und zum anderen von den Fähigkeiten des Gründers210. Mit zunehmender Beherrschbarkeit und zunehmender Gründungspotenz nimmt das Gründungsrisiko ab. Dabei hängt die Beherrschbarkeit der Situation vom Innovationsgrad der Gründungsidee und der zur Gründung zur Verfügung stehenden Technologie ab, während die Gründungspotenz durch Fähigkeiten und das Engagement der Gründerperson bestimmt wird. Diese Sichtweise soll im folgenden unter den entscheidungstheoretischen Gesichtspunkten aus Abschnitt 2.2.2 dieser Arbeit modifiziert und ergänzt werden. [...]

3.2.4 Die Aufgaben im Innovationsprozeß Im Innovationsprozeß gibt es Aufgaben, die entweder von etablierten Unternehmungen oder staatlichen Forschungseinrichtungen nicht wahrgenommen werden oder von innovativen Unternehmensneugründungen und insbesondere von Spin-off-Gründungen besser erfüllt werden könnten. Diesbezüglich sind zwei Situationen denkbar, die großen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten können206: 1. In Großunternehmen wird ein Produkt entwickelt, das entweder nicht in vorhandene Produktlinien paßt oder in Substitutionskonkurrenz zu einem gängigen Produkt der Unternehmung steht und so nicht auf den Markt gelangt. 2. Für Großunternehmen ist eine Invention nicht interessant, da das Marktpotential unterschätzt wird. In beiden Fällen wird der Gesellschaft ein mit der Invention verbundener Nutzen vorenthalten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Dieses kann verhindert werden, wenn ein angestellter Entwickler oder Erfinder des etablierten Großunternehmens genügend motiviert ist, seine Invention am Markt durch die Gründung eines eigenen Unternehmens durchzusetzen. Für ihn können dann auch kleine Marktpotentiale reizvoll sein. Wenn vermutet werden darf, „... daß Branchen letztlich nur von Unternehmungen getragen werden, die für die Aufgaben und Zwecke eben dieser Branchen gegründet wurden.“207, so läßt sich Spin-off-Gründungen auch eine bedeutende Rolle für die langfristige Entwicklung der Gesamtwirtschaft zuschreiben. Des weiteren weist KIRSCHBAUM darauf hin, daß Gründungen innovativer Unternehmen Impulse an etablierte Unternehmen geben können, indem sie ein kreativ-innovatives Klima erzeugen. Kleine Pionierunternehmungen können als Keimzellen neuer technologischer Linien und Wachstumsschübe fungieren208. Durch Kooperationen mit innovativen GU können auch etablierte Einheiten „... in ihrer Adaptionsfähigkeit gestärkt und zu eigenen Entwicklungsimpulsen angeregt ...“209 werden. [...]

vor201. So muß eine Beurteilung der Beschäftigungsentwicklung differenziert und mit Vorsicht erfolgen. Selbst technologieorientierte GU, die auf expandierenden Märkten tätig sind, werden hinsichtlich ihrer Beschäftigungswirkung oft überschätzt202. Gründungen haben die oben dargelegte positive Eigenschaft, im Zuge eines Erneuerungsprozesses unrentable Unternehmen aus dem Markt zu drängen. Es muß berücksichtigt werden, daß die dadurch entstehenden Beschäftigungsverluste die beschäftigungspolitische Bedeutung von Gründungen in Deutschland einschränken. Es kann aber vermutet werden, daß eine positive Beschäftigungswirkung verbleibt, da hier positive Gründungssalden zu beobachten sind203. Letztlich müssen noch die indirekten Beschäftigungswirkungen von Unternehmensgründungen berücksichtigt werden, die sich außerhalb der GU vollziehen, aber mit diesen in ursächlicher Verbindung stehen. Im Vorfeld der Produktionsaufnahme, insbesondere zu Beginn der Realisationsphase der Gründung, führen zahlreiche Investitionen bei Investitionsgüterproduzenten, Dienstleistungsanbietern und Anbietern von Vermietungsleistungen zu Einkommenseffekten. Es ist theoretisch denkbar, wenn auch empirisch nicht ausreichend belegt, daß diese Einkommenseffekte eine positive Beschäftigungswirkung nach sich ziehen. Obwohl die Zahl aktueller Untersuchungen gering ist und Gründungen hinsichtlich ihrer Beschäftigungswirkung sehr differenziert und vorsichtig beurteilt werden müssen, lassen sich Tendenzen erkennen, daß zwar mit Hilfe von Gründungen keine schnelle Entlastung für den Arbeitsmarkt zu erreichen ist, auf lange Sicht aber von einer positiven beschäftigungspolitischen Wirkung ausgegangen werden kann204. Dabei scheint vom innovativen Sektor die größte Beschäftigungswirkung auszugehen205. [...]

Arbeit zitieren:
Grothus, Till Mai 1998: Aspekte einer Gründungsbegleitung für KMU, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
KMU, Gründung, Mittelstand, Unternehmung

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